Wozu Chipkarte bei Überweisung?

Hi,

warum brauchen die Praxen trotz Überweisungschein meine Chipkarte? Da steht eh nicht mehr drin als auch draufsteht (außer Adresse). Und jetzt muss ich nochmal hin da die Karte kaputt ist :frowning:

J~

Hi,

weil sie die Verarbeitung Deiner Daten per EDV ermöglicht. Es ist einfacher und effektiver Deinen Namen, Deine Adresse und die Krankenkasse per Karte einzulesen als sie bei jedem Patienten von Hand zu notieren.

Außerdem gibt’s keine Probleme mit unleserlichen Handschriften, die Karte definiert eindeutig Vor- und Nachname (z. B. Jan Ulrich - der könnte auch Ulrich Jan heißen) und die Karte ist sozusagen ein „Ausweis“, der Dich als Mitglied einer Krankenkasse auszeichnet.

In der Zukunft bietet sich auch die Möglichkeit auf der Karte Daten zu Deiner Krankengeschichte zu speichern. Abgesehen von datenschutzrechtlichen Problemen böte das einem weiterbehandelnden Arzt die Chance Deine Anamnese (Krankengeschichte) besser und genauer nachvollziehen zu können als wenn er alleine auf Deine laienhaften Schilderungen angewiesen ist. Auch bei Bewußtlosen oder Verwirrten und Altersschwachen hätte der Arzt dann schneller glaubwürdige Informationen zur Hand.

Gruß,

MecFleih

Hi,

weil sie die Verarbeitung Deiner Daten per EDV ermöglicht.

klar. Warum prinzipiell lieber schnell die Karte reingeschoben wird ist völlig logisch. Damit geht einfach schneller und fehlerfreier.

Karte ist sozusagen ein „Ausweis“, der Dich als Mitglied einer
Krankenkasse auszeichnet.

ja, das habe ich auch so empfunden.

Aber warum MUSS die Praxis das denn elektronisch einlesen? Die Arzthelferin hat’s bestimmt 6mal versucht und die Karte auch gereinigt. Jetzt muss ich, sobald die neue Karte da ist, noch mal hin. Wäre es da nicht einfacher das per Hand einzugeben?

In der Zukunft bietet sich auch die Möglichkeit auf der Karte
Daten zu Deiner Krankengeschichte zu speichern. Abgesehen von
datenschutzrechtlichen Problemen

Eben :smile:
Ich will nicht, dass alle Ärzte alle Diagnosen von mir kennen…

Trotzdem Dank und Gruß,
J~

Aber warum MUSS die Praxis das denn elektronisch einlesen?
Wäre es da nicht einfacher das per Hand einzugeben?

Hi Jame~,
deinen Ärger über den zusätzlichen Gang kann ich nachvollziehen,
aber warum hast du das nicht sofort bei der Arzthelferin hinterfragt?

Irritiert,
Birgitt

Hi,

aber warum hast du das nicht sofort bei der
Arzthelferin hinterfragt?

ich weiß es nicht :wink:
Vielleicht war ich zu langsam im Kopf…

J~

Nachfrage
Hallo,
ich vermute doch mal die Krankengeschichte wird physisch nicht auf der Karte, sondern irgendwo zentral gespeichert (wg. z.B. Verlust der Karte) ?

Gruss
Enno

Chipkarte mit Patientendaten
Hallo, Enno,
die Speicherung der Krankendaten (Arztbrief, Röntgenbilder etc) geschieht extern. Und auch nur mit Zustimmung des Patienten. Lesbar sind die Daten nur für Berechtigte, die eine entsprechende Karte besitzen.
Das Ganze ist ein Projekt, bei dem ein Feldversuch wohl demnächst im Raum Essen stattfinden soll. Da es mit Verschlüsselung und anderen technischen Dingen noch unklare Bereiche gibt, wird sich (ähnlich wie bei der LKW-Maut) die flächendeckende Realisierung noch etwas Zeit lassen. WDR5-Leonardo brachte vor ein paar Tagen einen Schwerpunkt zum Thema.
Hier das Manuskript http://www.wdr5.de/sendungen/leonardo/manuskript/ms0… (Akrobat-Reader erforderlich)

Grundsätzlich erscheint die Chipkarte, die Verweise auf Patientendaten speichert, ein wenig janusköpfig: Zwar ist es sicher sinnvoll Untersuchungsergebnisse, Krankengeschichte, Medikationshistorie etc zu speichern und für den behandelnden Arzt bereitzuhalten. Die Krux dabei ist aber in der Informationsflut zu sehen. Wie viel Zeit muß der Arzt aufwenden, um relevante Angaben herauszufiltern? Außerdem Gibt ein Arzt, der sein Untersuchungsergebnis speichert, viel von seinem Können preis. Will er das?
Es gibt also dazu noch eine Menge ungeklärter Fragen.
Grüße
Eckard.

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ich weiß es nicht :wink:
Vielleicht war ich zu langsam im Kopf…

… und ich wieder mal zu spontan: Frage beantworten hätte schließlich auch nicht geschadet … :wink:

Karte ist sozusagen ein „Ausweis“, der Dich als Mitglied einer
Krankenkasse auszeichnet.

Stümmt. Und was ist mit privatversicherten Patienten?

Aber warum MUSS die Praxis das denn elektronisch einlesen?

Gute Frage! Sie MUSS nicht! Notfallpatienten haben auch nicht zwangsläufig ihr komplettes Unterlagenpaket in der Tasche, ihnen muss aber trotzdem sofort, auch ohne Vorlage der Karte, geholfen werden.
Die Daten werden mündlich abgefragt und manuell eingegeben, um darüber hinaus den Pat. nötigenfalls auch medikamentös - mittels Rezept - weiterversorgen zu können.

Die Arzthelferin hat’s bestimmt 6mal versucht und die Karte auch gereinigt. Jetzt muss ich, sobald die neue Karte da ist, noch mal hin.

Tragischer Fall von Fachidiotie oder Unbeholfenheit der noch unsicheren Azubine? Jedenfalls schönen Gruß an die Ersthelferin mit dem Hinweis, dass sie dem Renommee ihrer Praxis durch die geschilderte Unflexibilität einen fragwürdigen Dienst erwiesen hat!

Seit Jahren predige ich ein Mehr an Sensibilität, Respekt, Höflichkeit, Geduld, Takt im Umgang mit unseren ‚Kunden‘, die allein durch ihren Krankenstatus ein Recht auf bestmöglichen Service haben und zudem, unfreiwillig zwar, aber letztendlich unsere Arbeitsplätze sichern - leider vergeblich! Sprech’ ich denn Suaheli, oder was?! Ich verzweifle wirklich bald!

Ich will nicht, dass alle Ärzte alle Diagnosen von mir kennen…

Was aber - Gott möge dich vor der Situation bewahren! - durchaus mal dein Leben retten könnte! :smile:

greetZ
Birgitt

Hi Jame,
wer -wie ich z.B.- in seiner Praxis KEINEN Computer zwischen Kartenlesegerät und Drucker installiert hat, muss den Überweisungs-Schein jedes Mal ausdrucken, indem er die Vers.-Karte in das Lesegerät einführt.
Gruss von Branden

Stümmt. Und was ist mit privatversicherten Patienten?

Hi Birgitt,
Privatpatienten brauchen ja keine Überweisungen. Daher brauche ich auch nicht deren Chipkarte - falls sie überhaupt eine mithaben. Ich schaue höchstens mal drauf, mehr nicht.
Gruss von Branden