Halswirbelsäule - Rückenmarkskanal verkönchert

Hi,

ich stelle die Frage für meine Mutter, die vor 2 Tagen eine schockierende Diagnose erhalten hat:

Aufgrund von vorzeitigem Verschleiß verkönchtert ihr Rückenmarkskanal im Halswirbelbereich zunehmend nach innen, sprich, die Nerven werden mehr und mehr regelrecht eingequetscht.
Der Arzt stellte sie nur vor die vollendete Tatsache, sagte, sie dürfe den Kopf nicht mehr ruckartig bewegen bzw. gar keine großen Bewegungen mit dem Kopf ausführen, nicht mehr Joggen, Schwimmen etc…
Im Prinzip kann jede große und schnelle Bewegung zu schwerwiegenden Verletzungen führen.
Er sagte nur, sie müsse sich damit arrangieren, half ihr aber sonst nicht großartig weiter.

Nächste Woche wird sie noch einen Neurochirurgen und einen Neurologen aufsuchen, und ihr Hausarzt hat sich doch ein bißchen mehr um sie gekümmert als dieser idiotische (sorry) Orthopäde, der nur sagte „das ist halt so“ - jetzt will sie natürlich so viel wie möglich wissen, drum meine Frage:
Kennt jemand dieses Problem, hat es vielleicht jemand selber (was ich keinem wünschen möchte)?

Es gibt wohl eine OP, bei der der Kanal ausgeschabt und so wieder erweitert wird, aber die ist wohl ziemlich riskant (verständlich) - kann mir jemand darüber mehr sagen?

Ich bin über alle Antworten froh, mache mir sehr große Sorgen, das kam so plötzlich, und sie war bisher immer sehr aktiv.
Und natürlich frage ich mich u.a. auch, ob es vielleicht veranlagt sein kann, dann müsste ich mich auch mal durchchecken lassen.

Danke und LG,

Cess

Hallo,

genau diese Diagnose wurde meiner Mutter 1998 gestellt und es hat uns damals auch den Boden unter den Füßen weggezogen … daher verstehe ich deine Sorge sehr gut !

Orthopäden sind hier wirklich nicht die richtigen Ansprechpartner, das mußten wir auch feststellen.

Neurochirurgie ist genau die richtige Fachrichtung.
Eine Kapazität auf diesem Gebiet ist Prof. Dr. Samii in Hannover.
Ganz egal, wo deine Mutter lebt, der Weg zu ihm lohnt sich auf jeden Fall !

Prof. Dr. Samii legte auch meiner Mutter eine Operation nahe. Da es bei ihr aber noch nicht ganz so brenzlig ist, wie du es von deiner Mutter schilderst, hat sie sich bisher nicht unters Messer gelegt. Denn ein Spaziergang ist das wahrhaftig nicht.

hier die Kontakdaten zum INI-Institut in Hannover :
http://www.ini-hannover.de/de/Allgemein/welcome.htm

Aufgrund von vorzeitigem Verschleiß verkönchtert ihr
Rückenmarkskanal im Halswirbelbereich zunehmend nach innen,
sprich, die Nerven werden mehr und mehr regelrecht
eingequetscht.

Die Frage ist auch bei deiner Mutter, in wie weit dieser Verschleiß und somit die Verengung fortgeschritten ist.
Und um das genau abzuklären, sollte deine Mutter eine Kernspintomographie machen lassen.

Der Arzt stellte sie nur vor die vollendete Tatsache, sagte,
sie dürfe den Kopf nicht mehr ruckartig bewegen bzw. gar keine
großen Bewegungen mit dem Kopf ausführen, nicht mehr Joggen,
Schwimmen etc…

Sorry, aber diese Aussage ist derart allgemein, dass es allgemeiner schon nicht mehr geht.

Im Prinzip kann jede große und schnelle Bewegung zu
schwerwiegenden Verletzungen führen.

Das ist leider wahr … ein Auffahrunfall könnte zB fatale Folgen haben.
Nach wie vor aber stellt sich die Frage, wie weit das Krankheitsbild deiner Mutter fortgeschritten ist.
Und das sollte ein Fachmann diagnostizieren.

Er sagte nur, sie müsse sich damit arrangieren, half ihr aber
sonst nicht großartig weiter.

Sich mit dieser Diagnose zu arangieren, dass muß deine Mutter leider lernen.
Wichtig ist, die HWS maximal zu entlasten. Sprich Muskelaufbautraining der schonenden Art unter Anleitung eines Fachmanns; zB Kieser Training.

Es gibt wohl eine OP, bei der der Kanal ausgeschabt und so
wieder erweitert wird, aber die ist wohl ziemlich riskant
(verständlich) - kann mir jemand darüber mehr sagen?

Je nach dem, wer diese OP durchführt, ist sie mehr oder weniger riskant. Das Risiko einer Verletzung des Rückenmarks ist immer da. Aber Prof. Samii zB hat diese OP bereits x-Mal durchgeführt und für ihn ist es mehr oder weniger Routine.
Fakt ist jedoch, dass diese erste OP nur der Anfang sein wird … der erste Halswirbel wird versteift und der nächste wird wohl oder übel folgen. Sofern es sich hier um eine arthrotische Veränderung handelt. Und so habe ich dich verstanden ?!

Etwas anders verhält es sich bei einer degenerativen Veränderung der HWS, dazu kann ich dir aber leider nichts sagen.

Wie gesagt, für deine Mutter ist jetzt erst einmal eine umfassende Diagnostik das Allerwichtigste.

Und natürlich frage ich mich u.a. auch, ob es vielleicht
veranlagt sein kann, dann müsste ich mich auch mal
durchchecken lassen.

Lass es checken, denn es kann sehr gut sein, dass du auch betroffen bist.
Ich selber habe mich seinerzeit auch untersuchen lassen und mir wurde eine ähnliche Problematik diagnostiziert. Aber eben längst noch nicht so ausgeprägt.
Ich achte sehr auch meine HWS, indem ich zB auf Verspannungen sofort reagiere … also auch hier gilt : Maximale Entlastung und Muskelaufbau (aber schonend!). Ganz wichtig ist auch die Körperhaltung. Nicht den Kopf in den Nacken legen, sondern eher das Kinn in Richtung Brust. Und alles, was Verspannungen hervorrufen kann, vermeiden (Zugluft etc.).
Man kann diesen Prozeß nicht stoppen, aber doch hinauszögern.

Ich drücke dir und vor allem deiner Mutter ganz doll die Daumen !

Herzliche Grüße,
Vanessa

Hi,

erstmal GANZ HERZLICHEN DANK, da ist schon ne Menge dabei, womit wir arbeiten können!

Die Frage ist auch bei deiner Mutter, in wie weit dieser
Verschleiß und somit die Verengung fortgeschritten ist.
Und um das genau abzuklären, sollte deine Mutter eine
Kernspintomographie machen lassen.

Das hat sie ja schon, es ist leider sehr weit fortgeschritten, darum wurde ihr nahe gelegt, den Kopf möglichst gar nicht mehr zu bewegen - auf dem Rezept zur Krankengymnastik steht dick „VORSICHT“.
Aber sie muss ja auch arbeiten etc., da fährt sie mit dem Auto hin (ist anders nicht möglich), und sie such eben genau nach Möglichkeiten, z.B. die Muskulatur schonend zu stärken.

Sich mit dieser Diagnose zu arangieren, dass muß deine Mutter
leider lernen.

Klar, aber da braucht man doch fachliche Anleitung zu. Einfach den Kopf nicht mehr bewegen, kann ja nicht die einzige Aussage sein.

Sofern es sich hier um eine
arthrotische Veränderung handelt. Und so habe ich dich
verstanden ?!

Das weiß ich so genau nicht, kenn mich damit nicht aus - sie will mir den genauen Befund noch schicken, dann kann ich das nochmal genauer angeben.

Lass es checken, denn es kann sehr gut sein, dass du auch
betroffen bist.
Ich selber habe mich seinerzeit auch untersuchen lassen und
mir wurde eine ähnliche Problematik diagnostiziert. Aber eben
längst noch nicht so ausgeprägt.

Ok, das ist wichtig - ich habe schon lange und oft Probleme in genau dem Bereich… Dann sollte ich aber wohl auch gleich zum Neurochirurgen und erst gar nicht zum Orthopäden!

Nochmal vielen Dank!

Cess

Ein großes Dankeschön auch von mir! Da es auch meine Mutter ist, gilt Deine Aussage mit der eigenen Untersuchung also auch für mich.

Grüße
Natascha

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