Hallo,
genau diese Diagnose wurde meiner Mutter 1998 gestellt und es hat uns damals auch den Boden unter den Füßen weggezogen … daher verstehe ich deine Sorge sehr gut !
Orthopäden sind hier wirklich nicht die richtigen Ansprechpartner, das mußten wir auch feststellen.
Neurochirurgie ist genau die richtige Fachrichtung.
Eine Kapazität auf diesem Gebiet ist Prof. Dr. Samii in Hannover.
Ganz egal, wo deine Mutter lebt, der Weg zu ihm lohnt sich auf jeden Fall !
Prof. Dr. Samii legte auch meiner Mutter eine Operation nahe. Da es bei ihr aber noch nicht ganz so brenzlig ist, wie du es von deiner Mutter schilderst, hat sie sich bisher nicht unters Messer gelegt. Denn ein Spaziergang ist das wahrhaftig nicht.
hier die Kontakdaten zum INI-Institut in Hannover :
http://www.ini-hannover.de/de/Allgemein/welcome.htm
Aufgrund von vorzeitigem Verschleiß verkönchtert ihr
Rückenmarkskanal im Halswirbelbereich zunehmend nach innen,
sprich, die Nerven werden mehr und mehr regelrecht
eingequetscht.
Die Frage ist auch bei deiner Mutter, in wie weit dieser Verschleiß und somit die Verengung fortgeschritten ist.
Und um das genau abzuklären, sollte deine Mutter eine Kernspintomographie machen lassen.
Der Arzt stellte sie nur vor die vollendete Tatsache, sagte,
sie dürfe den Kopf nicht mehr ruckartig bewegen bzw. gar keine
großen Bewegungen mit dem Kopf ausführen, nicht mehr Joggen,
Schwimmen etc…
Sorry, aber diese Aussage ist derart allgemein, dass es allgemeiner schon nicht mehr geht.
Im Prinzip kann jede große und schnelle Bewegung zu
schwerwiegenden Verletzungen führen.
Das ist leider wahr … ein Auffahrunfall könnte zB fatale Folgen haben.
Nach wie vor aber stellt sich die Frage, wie weit das Krankheitsbild deiner Mutter fortgeschritten ist.
Und das sollte ein Fachmann diagnostizieren.
Er sagte nur, sie müsse sich damit arrangieren, half ihr aber
sonst nicht großartig weiter.
Sich mit dieser Diagnose zu arangieren, dass muß deine Mutter leider lernen.
Wichtig ist, die HWS maximal zu entlasten. Sprich Muskelaufbautraining der schonenden Art unter Anleitung eines Fachmanns; zB Kieser Training.
Es gibt wohl eine OP, bei der der Kanal ausgeschabt und so
wieder erweitert wird, aber die ist wohl ziemlich riskant
(verständlich) - kann mir jemand darüber mehr sagen?
Je nach dem, wer diese OP durchführt, ist sie mehr oder weniger riskant. Das Risiko einer Verletzung des Rückenmarks ist immer da. Aber Prof. Samii zB hat diese OP bereits x-Mal durchgeführt und für ihn ist es mehr oder weniger Routine.
Fakt ist jedoch, dass diese erste OP nur der Anfang sein wird … der erste Halswirbel wird versteift und der nächste wird wohl oder übel folgen. Sofern es sich hier um eine arthrotische Veränderung handelt. Und so habe ich dich verstanden ?!
Etwas anders verhält es sich bei einer degenerativen Veränderung der HWS, dazu kann ich dir aber leider nichts sagen.
Wie gesagt, für deine Mutter ist jetzt erst einmal eine umfassende Diagnostik das Allerwichtigste.
Und natürlich frage ich mich u.a. auch, ob es vielleicht
veranlagt sein kann, dann müsste ich mich auch mal
durchchecken lassen.
Lass es checken, denn es kann sehr gut sein, dass du auch betroffen bist.
Ich selber habe mich seinerzeit auch untersuchen lassen und mir wurde eine ähnliche Problematik diagnostiziert. Aber eben längst noch nicht so ausgeprägt.
Ich achte sehr auch meine HWS, indem ich zB auf Verspannungen sofort reagiere … also auch hier gilt : Maximale Entlastung und Muskelaufbau (aber schonend!). Ganz wichtig ist auch die Körperhaltung. Nicht den Kopf in den Nacken legen, sondern eher das Kinn in Richtung Brust. Und alles, was Verspannungen hervorrufen kann, vermeiden (Zugluft etc.).
Man kann diesen Prozeß nicht stoppen, aber doch hinauszögern.
Ich drücke dir und vor allem deiner Mutter ganz doll die Daumen !
Herzliche Grüße,
Vanessa