Vergl. NaCl aq. ./. Flüssigkeit oral

Hallo,

sorry für die Abkürzungswüste vorab, aber so passte es ins Feld.

Worum es mir geht: Wenn phys. Kochsalzlösung als Ersatz für zu geringe orale Flüssigkeitsaufnahme einsetzt wird, welche Mengen entsprechen sich dann, und wie lange hält der Effekt der Infusion vor?

Habe da in einem Fall so meine Zweifel, wo täglich sicher 1 Liter zu wenig getrunken wird, ärztlich aber nur 250ml Kochsalzlösung 2*wöchentlich verordnet worden sind. Reicht dies aus?

Gruß vom Wiz

Hallo!
NaCl hat, genau wie Ringer, eine Halbwertszeit im Körper von etwa 30 Minuten.
Danach muß der Patient Gassi…
Dehydierten Patienten kann man natürlich Flüssigkeit parenteral geben, trinken würde mehr bringen.
500 ml je Woche sind aber auf jeden Fall zu wenig. 1 Liter pro Tag wär OK.
Irgendwie brauchen ja die Nieren auch einen Trägerstoff zum Ausscheiden.
Orale oder parenterale Flüssigkeitsaufnahme unterscheiden sich nicht so wesentlich voneinander.

Liebe Grüße,

Marcus

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

ich warne davor einen einfachen Vergleich anstellen zu wollen wieviel Flüssigkeit intravenös welcher Menge getrunkener Flüssigkeit entspricht, jedenfalls dann wenn es zu bewerten gilt ob die Flüssigkeitszufuhr für einen Patienten ausreicht.

Es ist nicht dasselbe ob jemand eine Flüssigkeitsmenge trinkt oder ob er sie infundiert bekommt.

Gerade bei alten Menschen sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen an der Tagesordnung, und dementsprechend verantwortungsbewußt muß mit intravenösen Infusionen umgegangen werden. Im Gegensatz zu oral aufgenommenen Flüssigkeiten gelangen Infusionen nämlich zu 100% und auf direktem Weg ins Blut, haben also direkten Einfluß auf das Gefäßsystem, das Herz, die Lunge, den Blutdruck, die Nieren, etc…
Der Einfluß getrunkener Flüssigkeit auf viele Organe und Regelkreisläufe des Körpers ist wesentlich indirekter als eine intravenöse Infusion.

500 ml Infusion pro Woche ersetzen zwar in der Tat nicht den täglich zu wenig getrunkenen Liter Flüssigkeit. Deswegen kann man aber nicht weiterhin folgern daß auf jeden Fall mehr über die Infusion hätte infundiert werden müssen. Ohne die Kreislaufsituation des Patienten zu kennen, ohne eventuelle Herzerkrankungen zu kennen, ohne Blutdruck und Medikamentation zu kennen kann man nicht zu einem Ergebnis kommen wieviel ml Infusion in Ordnung gegangen wären.

Es gilt schließlich abzuwägen wieviel ml intravenöse Infusion zur Bekämpfung der Exsikkose vertretbar sind wenn andererseits eine krankhafte Kreislaufsituation besteht.

Die Frage dabei ist auch in welchem Zeitraum eine Infusion verabreicht wird. Wenn die Flüssigkeit nur langsam infundiert wird akzeptiert der Patient innerhalb z. B. einer Woche wesentlich mehr als wenn das NaCl „im Schuß“ in die Vene läuft.

Ein weiteres Problemfeld tut sich von der rechtlichen Verantwortung her auf: wer beobachtet die Infusion und sorgt dafür daß sie in angemessener / vom Arzt angeordneter Menge / Geschwindigkeit tropft? Wer sorgt dafür daß die leere Infusion abgestöpselt wird damit der Patient keine gefährliche (oft tödliche) Luftinfusion ins Gefäßsystem bekommt?

Wenn die erkannte Tatsache, daß jemand ca. 1 Liter zu wenig trinkt, dazu führt daß demjenigen 2x wöchentlich 250 ml NaCl infundiert werden halte ich das grundsätzlich für eine zu geringe Flüssigkeitsinfusion. Allerdings, wie erwähnt, kann man andererseits auch nicht sagen daß die korrekte Menge „Summe X“ gewesen wäre, weil immer wieder Gegenargumente gegen größere Infusionsmengen sprechen können.

Gruß,

MecFleih

Hallo!

Natürlich darf die infundierte Menge nicht so hoch sein, daß der Patient überwässert, und ebenso natürlich sollte man die Infusionslösung nicht nachdem „Volltanken“-Prinzip im Schuß da reinschütten.
Wenn die Nierenfunktion in Ordnung ist und der Patient nicht ausgeprägt rechtsherzinuffizient ist (Vorlasterhöhung), kann man schon 1 Liter pro Tag infundieren. Man könnte auch einfach einen halben Liter nehmen, auf jeden Fall sind 2x wöchentlich 250 ml zuwenig.
Das Anlegen/ Abnehmen der Infusion ist das größere Problem. Dazu braucht es dann wirklich einen Arzt oder medizinisches Assistenzpersonal.
Was deine Befürchtung bezüglich ungewollter Luftinfusion betrifft, so kann ich Dich beruhigen. Im venösen System passiert da gar nichts. Wenn die Infusion durch ist, tut der Zugang, was der Name vermuten läßt: Er geht zu. Luft zieht nur eine Arterie:smile:

Liebe Grüße,

Marcus

Besten Dank owT

Natürlich darf die infundierte Menge nicht so hoch sein, daß
der Patient überwässert, und ebenso natürlich sollte man die
Infusionslösung nicht nachdem „Volltanken“-Prinzip im Schuß da
reinschütten.

Selbstverständlich nicht

Wenn die Nierenfunktion in Ordnung ist und der Patient nicht
ausgeprägt rechtsherzinuffizient ist (Vorlasterhöhung), kann
man schon 1 Liter pro Tag infundieren. Man könnte auch einfach
einen halben Liter nehmen, auf jeden Fall sind 2x wöchentlich
250 ml zuwenig.

Genau das ist der Punkt, ich denke auch, dass die momentane Menge erheblich zu gering ist, und man einfach diese steigern sollte, ohne gleich in einen kritischen Bereich zu kommen. Und da schwebt mir eben auch vor, täglich 250-500ml zu geben. Herz und Niere sind bislang noch OK, und damit kann man hiermit sicher nicht viel verkehrt machen (sprich es ist auf jeden Fall besser als die momentane Menge). Ob diese Menge dann schon optimal ist, muss man dann sehen und beobachten. Ihr habt mich aber in meiner grundsätzlichen Einschätzung beide bestätigt.

Das Anlegen/ Abnehmen der Infusion ist das größere Problem.
Dazu braucht es dann wirklich einen Arzt oder medizinisches
Assistenzpersonal.

Kein Problem, wird von Pflegedienst in Absprache mit dem Arzt erledigt, und ob der nun täglich oder nur zwei Mal in der Woche kommt ist nur eine Frage der Kosten (aber kein echtes Problem, wird notfalls privat gezahlt).

Gruß vom Wiz