Hallo,
ich warne davor einen einfachen Vergleich anstellen zu wollen wieviel Flüssigkeit intravenös welcher Menge getrunkener Flüssigkeit entspricht, jedenfalls dann wenn es zu bewerten gilt ob die Flüssigkeitszufuhr für einen Patienten ausreicht.
Es ist nicht dasselbe ob jemand eine Flüssigkeitsmenge trinkt oder ob er sie infundiert bekommt.
Gerade bei alten Menschen sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen an der Tagesordnung, und dementsprechend verantwortungsbewußt muß mit intravenösen Infusionen umgegangen werden. Im Gegensatz zu oral aufgenommenen Flüssigkeiten gelangen Infusionen nämlich zu 100% und auf direktem Weg ins Blut, haben also direkten Einfluß auf das Gefäßsystem, das Herz, die Lunge, den Blutdruck, die Nieren, etc…
Der Einfluß getrunkener Flüssigkeit auf viele Organe und Regelkreisläufe des Körpers ist wesentlich indirekter als eine intravenöse Infusion.
500 ml Infusion pro Woche ersetzen zwar in der Tat nicht den täglich zu wenig getrunkenen Liter Flüssigkeit. Deswegen kann man aber nicht weiterhin folgern daß auf jeden Fall mehr über die Infusion hätte infundiert werden müssen. Ohne die Kreislaufsituation des Patienten zu kennen, ohne eventuelle Herzerkrankungen zu kennen, ohne Blutdruck und Medikamentation zu kennen kann man nicht zu einem Ergebnis kommen wieviel ml Infusion in Ordnung gegangen wären.
Es gilt schließlich abzuwägen wieviel ml intravenöse Infusion zur Bekämpfung der Exsikkose vertretbar sind wenn andererseits eine krankhafte Kreislaufsituation besteht.
Die Frage dabei ist auch in welchem Zeitraum eine Infusion verabreicht wird. Wenn die Flüssigkeit nur langsam infundiert wird akzeptiert der Patient innerhalb z. B. einer Woche wesentlich mehr als wenn das NaCl „im Schuß“ in die Vene läuft.
Ein weiteres Problemfeld tut sich von der rechtlichen Verantwortung her auf: wer beobachtet die Infusion und sorgt dafür daß sie in angemessener / vom Arzt angeordneter Menge / Geschwindigkeit tropft? Wer sorgt dafür daß die leere Infusion abgestöpselt wird damit der Patient keine gefährliche (oft tödliche) Luftinfusion ins Gefäßsystem bekommt?
Wenn die erkannte Tatsache, daß jemand ca. 1 Liter zu wenig trinkt, dazu führt daß demjenigen 2x wöchentlich 250 ml NaCl infundiert werden halte ich das grundsätzlich für eine zu geringe Flüssigkeitsinfusion. Allerdings, wie erwähnt, kann man andererseits auch nicht sagen daß die korrekte Menge „Summe X“ gewesen wäre, weil immer wieder Gegenargumente gegen größere Infusionsmengen sprechen können.
Gruß,
MecFleih