Taucherkrankheit durch Kopfstand begegenen?

Hallo

Gestern hatten wir ein Gespräch über das Tauchen. Dabei wurde auch die folgende (sinngemässe) Bemerkung gemacht:

Wenn man nach einem Tauchgang an der Taucherkrankheit leidet und keine Dekompressionskammer zur verfügung steht, stellt man sich auf den Kopf und schneidet die Fersen auf um das (Stickstoff)Gas entweichen zu lassen. So würde die Gefahr von Hirnschäden vermieden, oder zumindest vermindert…

Ist da überhaupt etwas dran? Ich kann mir nicht vorstellen das Gasblasen gegen den Blutstrom, so von gefährlichen (Gehirn) Stellen „abgeleitet“ werden kann.

Ist da jetzt etwas wahres dran, oder doch nicht?

Gruss
Christian

Ebenso Hallo!
Ich habe erst einmal auf den Kalender gesehen, nein es ist noch nicht der 1. April … schade.
Aber so einen Quatsch habe ich selten gelesen, sorry.
Gruß
Quirli

Wenn man nach einem Tauchgang an der Taucherkrankheit leidet
und keine Dekompressionskammer zur verfügung steht, stellt man
sich auf den Kopf und schneidet die Fersen auf um das
(Stickstoff)Gas entweichen zu lassen. So würde die Gefahr von
Hirnschäden vermieden, oder zumindest vermindert…

Lieber Christian,

sosehr ich Quirlis Antwort verstehen kann, ich will doch einmal darauf eingehen, was man Dir da unterjubeln wollte.
Das Ganze erinnert mich an eine „Expertin“ die hier vor ca. zwei Jahren behauptete man müßte ähnliches mit ähnlichem heilen und deshalb Verbrennungen mit heißem (!) Alkohol (!) malträtieren.

In medias res:
„Taucherkrankheit“ ist der Name für ein Syndrom das nach zu schneller Druckentlastung des gesamten Körpers auftritt. Atmet man unter erhöhtem Druck, so lösen sich die Gase besser im Blut, konkret der Stickstoff. Wird der Druck rasch vermindert, so sinkt die Löslichkeit des Gases schlagartig und das Gas perlt aus. Beispiel: Kohlenstoffdioxid in Mineralwasser oder Sekt. Effekte:

  • Die Bläschen verstopfen Kapillaren in Lunge und Gewebe
  • Flüssigkeiten sind nicht kompressibel („Zusammendrückbar“ i.S.v. Volumenverkleinerung bei Druckanstieg), Gase aber sehr wohl. Das heißt: Das Herz pumpt, aber der Blutdruck sinkt, da der Druck von den Gasblasen aufgenommen wird
  • Das Herz pumpt im Extremfall eine Art Blutschaum, bei einer Kreiselpumpe würde man bei uns im Betrieb sagen: „Die nudelt im eigenen Saft“. Der kompressible Schaum wird nicht mehr gefördert.
    http://www.physik.uni-muenchen.de/didaktik/U_materia…
    Das alles passiert relativ gleichzeitig, wenn auch die Symptome oft verzögert auftreten.

Wie gesagt: Die Schäden treten im Gewebe auf, es geht hier nicht um „Gasblasen, die einem zu Kopf steigen“.
Jemanden auf den Kopf zu stellen und das Gas an der Ferse austreten zu lassen ist daher totaler Blödsinn.

Gruß
Bernd

Hallo
Leider muss ich auch sagen „Absoluter Quatsch“. Selbst für einen 1 April Scherz ist diese Theorie noch zu schade. Sorry.

Hallo,

manchmal hilft es auch, wenn man sich mit der flachen Hand auf die Stirn klatscht. So vereinigen sich die Stickstoof-Bläschen und können als Ganzes abgeatmet werden.

Grüsse
Andreas

Stickstoff löst sich leider auch gut in Nervengewebe, wenn dieser dann ausperlt kommt es zu den typischen Lähmungserscheinungen und dem „Kribbeln“. Stickstoffblasen im Blut sind wohl nur bei ganz extremen Formen der Taucherkrankheit (schnelles Auftauchen nach mehreren Stunden auf 80+ Metern,…) das Problem.
Die üblichen Dekompressionsmodelle rechnen mit einem Mix aus mehreren Gewebearten und bestimmen das jeweils am stärksten gefährdete.

LG
Stuffi

Hallo zusammen

Danke für die deutlichen Antworten, ich bin nämlich genau der gleichen Meinung (und habe sie auch so vertreten)! Da aber diese „These“ sehr „intensiv“ vertreten wurde, habe ich mich zu dieser Frage entschlossen, einfach um „sicher zu gehen“…

Gruss
Christian