Warum Kassenleistungen nur bis 18?

Hallo liebe Experten,

immer wieder werde ich in letzter Zeit damit konfrontiert, daß Kassenleistungen mir nicht zur Verfügung gestellt werden und der Arzt dazusagt, daß „das nur bis 18 übernommen wird“.

Jetzt frage ich mich: Warum ist das so?

Ich bin nach meinem Examen momentan arbeitslos und habe mit Sicherheit weniger Geld als damals. Das kann der Grund nicht sein.

Prävention - ich habe immer fleißig meine Zähne gepflegt und bin dazu genetisch begünstigt, so daß ich kein bißchen Karies habe. Warum werde ich dann bestraft und kriege keine Fissurenversiegelung, meine „kleinen“ Brüder, die nie Zähne putzen, jedoch schon?

Impfungen - bin ich mit 26 nicht wesentlich gefährdeter, an Hep B zu erkranken, als meine kleinen Geschwister???

Jetzt könnte man argumentieren, ich hätte das ja machen können, als ich jung war. Genau diese Argumentation ist aber auch nicht möglich, da man als Minderjähriger ja nicht bestimmen darf, was gemacht wird. In unserer Familie galt das Wort meines Vaters. Er hielt es nicht für nötig, sich und uns für ambulante Leistungen krankenzuversichern, daher haben wir damals nur das Nötigste machen lassen.

Hier also meine Frage - mit welchem Recht und welcher Begründung wird mir versagt, eine Leistung kostenlos zu erhalten, die anderen Menschen angeboten wird?

Versteht mich nicht falsch, ich habe nicht vor, irgend etwas einzuklagen oder so - es ist mehr akademisches Interesse.

ciao,
erik

hallo erik
Die Frage ist doch: Warum haben die Kassen überhaupt eine Kassengebühr von 10,- Euro erfunden, anstatt gleich die Kassenbeiträge zu erhöhen?
Und warum nenne sie dieselbe „PRAXISgebühr“ statt „KASSENgebühr“ ?
Die Antworten hängen zusammen: Sie wollten zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen - erstens Mitgliedbeiträge erhöhen, dies aber „hintenrum“, indem sie so tun, als wenn die Arztpraxen das Geld bekämen (sie halten die Patienten für so dumm, als ob diese das nicht merken würden), zweitens können sie nun besser die Patienten kontrollieren und wollen das „chipkarten-shopping“ unterbinden bzw. kleinhalten. Und das betraf (deine Frage!) wohl insbesondere die älteren Patienten, die, wenn sie sich langweilen, gern mal n bißchen in der Praxis sitzen und aus ihrem Leben erzählen möchten. War ja bisher „umsonst“ bzw. man konnte, so oft man wollte, zum Arzt gehen.
Alles klar?
Gruss, Branden

Hallo Branden,
der einzigste Punkt, bei dem ich dir als Krankenkassenmitarbeiter
vorbehaltlos zustimmen kann ist die Namensgebung der Gebühr.
Ich bin auch der Meinung die Gebühr nach dem zu nennen, was sie
tatsächlich ist, eine Beitragserhöhung „durch die kalte Küche“.
Ich bin ebenso der Meinung, wenn schon so eine unsägliche Gebühr,
dann hätte auch der Einzug über die Kasse direkt erfolgen sollen.
Das ist aber auch alles wo ich mit dir übereinstimme.

  1. Die Gebühr wurde vom Gesetzgeber gemacht - in dieser chaotischen
    Form allerdings nicht von der Regierung verursacht, sondern auf
    Druck der Union.
  2. Die Kassen haben auch nicht veranlasst, dass manche Leistungen
    nur unter 18jährigen zur Verfügung gestellt werden, auch das
    wurde per Gesetz entschieden.
  3. Es ist keineswegs so dass das Leistungsverhalten der Kasse
    von Willkür geprägt ist - warum auch, die gesetzliche Krankenkasse
    schüttet keine Gewinne aus.
    Die gerne angeführten Verwaltungskosten betragen je nach Kassen-
    größe zwischen 3 und 6 % der Beitragsseinnahmen.
    Das da ein Einsparpotential vorhanden ist merken wir zur Zeit -
    Arbeitsplätze werden abgebaut - Auszubildende nicht mehr übernommen
    Geschäftsstellen geschlossen - Arbeitszeitverkürzungen ohne
    Lohnausgleich werden kommen.
    Alle diese Maßnahmen (zur Beruhigung der Medien) werden aber
    nicht dazu führen, dass die Kassen den Beitrag so senken können
    und werden wie sich z.B. die Grosse Zeotung mit den vier Buchstaben
    vorstellt.
    Gruss

Czauderna

Hallo Branden,

Hallo zusammen

der einzigste Punkt, bei dem ich dir als
Krankenkassenmitarbeiter
vorbehaltlos zustimmen kann ist die Namensgebung der Gebühr.
Ich bin auch der Meinung die Gebühr nach dem zu nennen, was
sie
tatsächlich ist, eine Beitragserhöhung „durch die kalte
Küche“.

Das sehe ich etwas anders, denn schließlich ist die Praxisgebühr Bestandsteil der ärztlichen Vergütung und gehört nicht den Kassen.

Ich bin ebenso der Meinung, wenn schon so eine unsägliche
Gebühr,
dann hätte auch der Einzug über die Kasse direkt erfolgen
sollen.

Sehe ich nicht so (siehe oben), wenn dann ganz weglassen, da es eh nix bringt.

Das ist aber auch alles wo ich mit dir übereinstimme.

  1. Die Gebühr wurde vom Gesetzgeber gemacht - in dieser
    chaotischen
    Form allerdings nicht von der Regierung verursacht, sondern
    auf
    Druck der Union.
  2. Die Kassen haben auch nicht veranlasst, dass manche
    Leistungen
    nur unter 18jährigen zur Verfügung gestellt werden, auch
    das
    wurde per Gesetz entschieden.
  3. Es ist keineswegs so dass das Leistungsverhalten der Kasse
    von Willkür geprägt ist - warum auch, die gesetzliche
    Krankenkasse
    schüttet keine Gewinne aus.

So siehts mal aus.

Die gerne angeführten Verwaltungskosten betragen je nach
Kassen-
größe zwischen 3 und 6 % der Beitragsseinnahmen.

Oder bei einigen „Großkassen“ auch gerne mal knapp am 2stelligen Bereich (nein, ich meine nicht explizit die DAK) :smile:

Das da ein Einsparpotential vorhanden ist merken wir zur
Zeit -
Arbeitsplätze werden abgebaut - Auszubildende nicht mehr
übernommen
Geschäftsstellen geschlossen - Arbeitszeitverkürzungen ohne
Lohnausgleich werden kommen.
Alle diese Maßnahmen (zur Beruhigung der Medien) werden
aber
nicht dazu führen, dass die Kassen den Beitrag so senken
können
und werden wie sich z.B. die Grosse Zeotung mit den vier
Buchstaben
vorstellt.

Das ist wohl leider so.

Gruss

CzaudernaSorry für die Einmischung

Grüße Jörg
P.S. Danke Günter für Deine Antwort auf meine Frage von vorgestern.

Hallo,

es ist so oft die Rede von einem zu zaghaften Senken der Krankenkassenbeiträge - aber in den Medien wird totgeschwiegen, dass längst viele Kassen die Beiträge erhöht haben.
Nebenher möchte ich erzählen, dass ich bisher ein seltener Patient in einer Arztpraxis war. Jedes Vierteljahr hole ich mir mein Rezept für die Pille beim Frauenarzt. Aufgrund zwei Operationen, möchte ich die Pillenaufsicht beim zuständigen Facharzt haben und nicht beim Hausarzt. Frage: Wie kommt es, dass ich für das bloße Abholen eines Privatrezeptes für die Pille eine Praxisgebühr begleichen soll? Die Praxisgebühr zieht der Arzt für die Kasse ein, nicht für sich privat. Ich sitze nicht mal im Wartezimmer, die Rezeptionshelferin drückt auf den Knopf, der Computer spuckt das Rezept aus. Unterschrift drauf, fertig. Na ja, damit sich die vierteljährliche Zwangsgebühr lohnt, werde ich eben bei jedem Schnupfen und Wehwehchen in Zukunft zum Arzt rennen. Gezahlt habe ich ja sowieso schon…
Und so denken viele andere auch.

Gruß
Blumentasse

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