Zahnbehandlung unter Vollnarkose?

Hallo Forum,

ich bin ein typischer „Angstpatient“ und traue mich nicht zum Zahnarzt (schon der Gedanke…). Mein Gebiss sieht entsprechend aus *schauder* Nun habe ich gelesen, daß man auch eine Zahnbehandlung unter Vollnarkose in einer Zahnklinik machen lassen kann. Ist entsprechend teuer, aber das wäre mir die Sache wert. Hat jemand Erfahrungen damit? Oder gibt es Alternativen?

Danke schonmal für Eure Hilfe.

gruß - hans
***

Hallo Hans,
Eine Zahnbehandlung kannst du unter Vollnarkose oder Sedierung machen lassen. Ich würde letzteres (Sedierung) vorziehen. Du spürst nur einen kleinen Pieks an der Armvene, und wenn du wieder zu dir kommst, ist alles vorbei.
Du musst dazu nicht in eine Zahnklinik, sondern kannst das auch bei einem Zahnarzt machen. Etliche Zahnärzte bieten regelmäßig Termine an, zu denen ein Anästhesist
dazukommt. Wenn du die Kostenübernahme vorher bei deiner Kasse beantragst und dir ein Arzt oder Psychotherapeut die medizinische Notwendigkeit bescheinigt (starke Phobie), dann kannst du dir evtl. die Narkosekosten sparen.
Gruß
KH

Hallo Hans,

mir ging es bis zu meiner Hochzeit genauso. Schlechte Erfahrungen gemacht, Angst vorm Zahnarzt, Besuche immer weiter verschoben. Als das Gebiss dann ruiniert war, hatte ich natürlich erst recht Angst.

Meine Frau hat mich dann aber gedrängt, es machen zu lassen. Ich habe lange gesucht, und dann einen jungen, netten Zahnarzt gefunden, der nicht so eine stressige Praxis hatte und sich Zeit genommen hat.

Ich sass wochenlang fast jeden Tag auf dem Stuhl, aber das einzige, was ich gemerkt habe, war die Spritze zu Beginn einer jeden Sitzung. Der Rest war dann betäubt. Als es dann so richtig fertig war, war es ein riesiges Glücksgefühl.

Wichtig ist, dass Du einen Zahnarzt findest, zu dem man eine gute „Beziehung“ aufbauen kann. Schlecht wäre es, wenn er Dich gleich „anmacht“, warum Du nicht schon längst da warst. Psychologisch sind einige da nicht so gut drauf.

Unter Vollnarkose geht das evtl. in Zahnkliniken, die es auch in grösseren Städten gibt. Ich habe keine Ahnung, wie das da abläuft, aber ich denke, Du musst den grössten Teil selbst bezahlen.

Ich hab jetzt vielleicht leicht reden, aber aus Erfahrung kann ich Dir sagen : gehe zu einem normalen Zahnarzt. Wenn Du Angst hast, musst Du Dich dem stellen. Du kannst nicht immer davonlaufen.
Selbst, wenn Du Dir jetzt in einer Zahnklinik Dein „Esszimmer“ renovieren lässt, ist dadurch ja die Angst vor der Branche nicht kleiner geworden. Irgendwann musst Du dann ja doch wieder hin.

Gruss Hans-Jürgen
***

Hallo Hans,

ich bin ein typischer „Angstpatient“

Kenne ich… Ich fürchte weder Tod noch Teufel, aber vor dem ZA habe ich so einen Schiß, daß selbst die übliche Routine-Untersuchung für mich ein absoluter Horrortrip ist, obwohl der Doc nichts tut… Ich lasse mir deswegen die Beißerchen seit Jahren ausschließlich unter Vollnarkose machen; das hat mir der Doc seinerzeit selbst vorgeschlagen (so nach dem Motto ‚*seufz* Kinders, so kann ich echt nicht arbeiten!‘).

Ich weiß nicht, wie es die gesetzlichen handhaben, meine Privatversicherung hat jedenfalls auch die Narkose anstandslos bezahlt.

Na, jedenfalls kann ich es nur empfehlen: Du kriegst nichts mit, der Doc kann in Ruhe arbeiten und Du kannst Dich gegen Mittag von Deiner Liebsten wieder nach Hause kutschieren lassen (Autofahren solltest Du an dem Tag nicht mehr, auch wenn Du Dich fit fühlst).

Eine Alternative wäre Hypnose… Ist allerdings auch nicht jedermanns Sache - müßtest Du halt ausprobieren. Wenn Du Dich für diese Variante entscheidest, solltest Du Dir einen ZA suchen, der sich damit auskennt. Eine Liste der Zahnärzte findest Du hier: http://www.dgzh.de.

Beste Grüße

Renee

Hallo Hans,

ich bin ein typischer „Angstpatient“ und traue mich nicht zum
Zahnarzt (schon der Gedanke…).

Nicht nur Du.
Als ich im Jahr 1994 zu einer Alkoholentwöhnungsbehandlung „wollte“, wurde als Voraussetzung ein saniertes Gebiß gefordert. Ich befand mich vor der geplanten Entwöhnung allerdings in einer Reha-Maßnahme (Anschlußheilbehandlung wg. Beinlähmung).
Der Arzt dort machte mir wg. meiner Zähne (ich lehnte eine Behandlung ohne Vollnarkose strikt ab) zu einem Zahnarzt in der Nachbarschaft zu gehen und mich dort behandeln zu lassen. Ich wurde dann für 3 Tage in ein Krankenhaus verlegt (wo der behandelnde Zahnarzt Belegbetten hatte).
Morgens gab es eine Beruhigungstablette (nach der ich aufgrund meines versäumten Schlafes an den Vortagen) einschlummerte.
Irgendwann haben sie mich dann geweckt und zu OP gefahren, wo mir eine Infusion gelegt wurde. Dann ging es ans Zählen…
Ich wachte gegen abend mit tierischen Kopfschmerzen (und ca 7 Zähnen weniger) wieder auf und blutete wie ein abgestochenes Schwein (man hatte nicht beachtet, daß ich zuvor wochenlang Heparin genommen hatte). Zwei oder drei Tage blieb’s dann noch bei Suppe, Kaffee und Breichen.

Ich würde es bei einer erneuten Behandlung wieder so machen.

Wie es mit der Bezahlung durch die Kasse heute aussieht weiß ich nicht, ich bekam damals alles bezahlt.

Grüße
HylTox

Hi!

Geht mir genauso :smile:
Mein Zahnarzt hat mir deshalb vorgeschlagen, meine Weisheitszähne und was sonst noch so an „Sanierung“ anliegt, mit so ner Schlafnarkose zu machen. D.h. da kommt ne Anästhesistin, lässt dich einschlummern und wenn Du aufwachst ist alles vorbei. Wies war kann ich noch nicht sagen, da der Termin schon zweimal verschoben wurde, einmal weil der Arzt krank war und einmal weil ich krank war :smile:
Aber im Mai ist es dann hoffentlich soweit.
Aber ohne das hätte ich den Arzt da auch nicht rangelassen…

Grüße
diemaus

Danke für Eure Beiträge
Hallo Leute,

erstmal bin ich schon erleichtert, daß ich mit meiner Angst vorm ZA nicht allein auf weiter Flur stehe… Ich werde mich mal genauer umsehen und auf alle Fälle die Behandlung mit Narkose machen lassen.

gruß - hans
***

Hallo Ihr alle :smile:

Ich muss auch gleich zum ZA (:frowning:((((((( ) und weil ich ebenfalls ein ganz, ganz großer Schißhase bin, was den ZA angeht (dann doch lieber den Augenarzt…), habe ich hier mal nachgeschaut, ob jemand gute Tipps hat. Und ich muss sagen, dieser Artikel hat mir wirklich weitergeholfen.

Auch ich habe bereits einiges erlebt und habe grundsätzlich Schmerzen, wenn mir der Zahnarzt im Mund rumfummelt (wegen vieler Operationen, Narben im Mund etc.). Daher werde ich mich auch gleich heute bei meiner (neuen) Zahnärztin erkundigen, ob ich nicht auch in sediertem Zustand behandelt werden kann.

Herzlichen Dank also für die guten Tipps!

Liebe Grüße,
Melanie

Hallo!

Mein Zahnarzt hat mir deshalb vorgeschlagen, meine
Weisheitszähne und was sonst noch so an „Sanierung“ anliegt,
mit so ner Schlafnarkose zu machen.

Das hab ich mit meine Weisheitszähnen auch so machen lassen, da ich
auch tierische Angst vorm Zanharzt habe und wirklich nicht unbedingt
dabei sein musste, wie er mir im Mund rumhebelt und evtl die Zähne
auch noch zertrümmert! Nach der Narkose ist man ein wenig beduselt,
man kommt nach Hause und sollte dann schon schön Schmerzmittel
nehmen, weil der Schmerz kommt bestimmt! Bei mir hat es drei Tage
„richtig“ gedauert, die letzten zwei konnte ich dann langsam wieder
härtere (als Suppe und ungetoastetes Toatsbrot) essen…

Ich will dir keine Angst machen, nur sagen, es tut weh, aber es geht
vorbei!!! Und ich würde es auf jeden Fall wieder unter Narkose
machen, wenn man diese verträgt!

Also, viel Glück und Erfolg! Danach bist du sie ja los :wink:

Gruß,Vera!

Hallo Renee!

Eine Private übernimmt die Kosten für Vollnarkos vollständig? Auch
ohne die weiter unten erforderte Bescheinigung über eine Phobie? Und
weißt du, ob das alle Ärzte machen oder ob es eine Liste gibt von
allen, die es machen?!

Viele Dank, ich bin sehr interessiert :smile:

Gruß, Vera!