Hi!
Und wenn die Frau nun konkret endogenen Östrogenmangel hat als
Folge einer Chemo??
Verfährt man da ebenso mit Gabe einer Pille?
Oje, das wird ja immer komplizierter… *g*
Mit Chemos kenn ich mich nicht gut aus, kann nur folgendes Sagen:
Chemo-Medis stören die Keimzellen, sodaß eine Ovulation (Eisprung) ganz/teilweise verhindert wird - je nach Medikament und Therapiedauer und -intensität kann dies reversibel oder gar irreversibel sein. (Mal abgesehen davon, man rät ja nach einer Chemo, besonders wegen Rezidivgefahr des Krebses, erst mal in nächster Zeit von Schwangerschaften ab.)
Somit ist in dem Fall die SAchlage noch komplizierter. Der endogene östrogenmangel muß nicht Folge der Chemo sein! Daß die Frau nicht schwanger werden kann, liegt an o.g. Gründen. Sehen wir also den endogenen Ö-Mangel als Zusatz.
Ist durch die Chemo die Ovulationsstörung nur reversibel, muß man zunächst abwarten, bis sich die Keimzellen wieder erholt haben. Eigentlich ist hierzu keine Therapie notwendig. Zusätzlich kann man aber die Ovulation versuchen auszulösen (was im allgemeinen bei Kinderwunsch gemacht wird) z.b mittels Clomifen, den Gonadotropinen HCG und HMG, LH oder bei Hyperprolaktinämie Dopaminagonisten (Bromocriptin). In dem Falle wohl eher Gonadotropine (weil das Ovar ja insuffizient ist).
Um in der ersten Phase nach der Chemo SICHER eine Schwangerschaft zu verhindern, würde man aber eher von der Pille abraten und lieber zu Kondomen greifen (sag ich jetzt mal so, mit Sicherheit weiß ich es aber nicht - wo sind die Fachärzte, wenn man sie mal braucht? *gg*)
Besteht nun zusätzlich endogener Ö-Mangel, würde man in diesem Falle EHER keine „Pille“ geben, weil Östrogen die Ausschüttung sowohl von GnRH als auch von FSH und LH (=Gonadotropine) hemmt. Die gleichzeitige Gabe von Ö. und Gonadotropinen würde sich also eher gegenseitig aufheben.
Tritt dann nach Absetzen dieser nach drei Wochen die
Monatsblutung ein …
So schnell sicher nicht!
Da durch die Chemo fast alle schnell wachsenden Zellen beeinträchtigt werden (äußert sich in Haarausfall (Haarwachstum!), SChleimhautschäden (wächst ja auch ständig nach): Gastrointestinale Störungen und Stomatitis etc…), wird sich auch das Endometrium (SChleimhaut der Gebärmutter) erst wieder erholen müssen, bevor es normal funktionieren kann. Wie lange diese Erholungsphase dauert, ist wohl individuell verschieden, dauert aber sicher länger als nur drei Wochen.
…obwohl kein Ei gereift ist?
Klar kann es zu einer Blutung kommen, obwohl keine Ovulation stattgefunden hat! Sog. anovulatorische Blutung. Dabei ist meist das Endometrium irregulär, kann aber normal bluten. Kommt sogar öfter bei jungen Frauen vor.
(Was blutet dann da?? Du schriebst die Blutung tritt ein…)
Ich schrieb es im Zusammenhang mit der Östrogentherapie bei älteren Frauen. Aber auch sonst gilt: Östrogen baut ja die Schleimhaut der Gebärmutter auf, Progesteron sorgt dafür daß es noch weiter „ausgebaut“ wird (Sekretion usw.). Und durch deren beider Abfall kommt es zur Blutung (Abstoßung der Schleimhaut). Siehe Physiologiebücher.
Dabei ist es irrelevant, ob Ö. vom Körper selbst produziert oder von außen zugefügt wird.
Kompliziert…
Meine Güte! Da habt ihr euch aber echt völlig verstrickt *gg*
kopfschmerzende Grüße, 
Sharon