Hörsturz und keine Besserung! Was tun?

Hallo zusammen,

Freitag vor einer Woche habe ich während der Arbeit einen Hörsturz erlitten. Mir wurde plötzlich schwindlig und ich musste mich hinlegen, nach einer Weile gings dann wieder. Jedoch hatte ich ab dem selben Moment ein pfeifendes Ohrgeräusch und ein pelziges, betäubtes Gefühl in der rechten Gesichtshälfte. Am nächsten Tag bin ich in die Notaufnahme der Kopfklinik in Heidelberg, die eben die Diagnose Hörsturz stellte. Seither nehme ich durchblutungsfördernde Tabletten (Dusodril, 6 Stück am tag), sowie bis gestern 100 mg Decortin (Kortisontabletten). Letzten Mittwoch habe ich noch mal einen Hörtest gemacht, der im Gegensatz zu dem in der Notaufnahme wesentlich besser war. Der Hörtest von heute zeigt jedoch keine Veränderung, insgesamt gesehen hat sich meiner Meinung nach von dem Ohrgeräusch und dem tauben Gefühl auch nichts verändert. Morgen soll ich noch mal in die Kopfklinik und werde dann wahrscheinlich (hoffentlich) stationär aufgenommen und bekomme Infusionen. Der HNO-Artzt aber meint, er glaubt nicht, dass sich noch was verändert!

Jetzt meine Frage: Gibt es unter euch jemand, der so etwas auch schon mal erlebt hat?
Besteht Hoffnung, dass sich das Ganze doch noch im Lauf der Zeit verbessert?
Gibt es andere Methoden, einen Hörsturz zu behandeln?
Könnten die Symptome einen anderen Grund haben?

Mit diesem momentanen Zustand kann ich auf gar keinen Fall klarkommen,
ich brauche dringend einen guten Rat!.

Gruß,

Hell Razor

Hallo,
Dein Arzt hat Recht.
Bei der üblichen Therapie mit Infusionen etc. ist die Wahrscheinlichkeit der Verbesserung gering.
Ich kann die sagen, was ich bei solchen Fällen mache.

  1. Neuraltherapie mit Procain oder Lidocain
  2. Injektion eines Organspezifischen Präparats mit
    Zellen von Inneohr, Hörnerv etc.
  3. Magnetfeldtherapie, um Durchblutung und
    Sauerstoffgehalt zu verbessern
  4. Viel gutes Wasser (z.B. Volvic)trinken
  5. jede Form von Stress vermeiden (ich hoffe, du bist
    krankgeschrieben)

Ich würde mich nach einem Neuraltherapeuten umsehen
(Arzt oder HP)und nicht mehr lange abwarten, denn je länger du wartest, um so schwieriger wird eine effektive Bahandlung.
Gruß
KH

Hi!

Jetzt meine Frage: Gibt es unter euch jemand, der so etwas
auch schon mal erlebt hat?

Nö, nur sowas ähnliches (Morbus Meniere)

Besteht Hoffnung, dass sich das Ganze doch noch im Lauf der
Zeit verbessert?

Ja, aber leider nicht bei allen. Hab grad nachgelesen: bei 50% spontane Heilung o. Besserung unabhängig von der Therapie. Ist zwar etwas älter mein Buch, aber so in etwa über den Daumen gepeilt dürfte es heutzutage sein…

Gibt es andere Methoden, einen Hörsturz zu behandeln?

Sagen wir es mal so:
Es gibt keine bewiesene erfolgversprechende Therapie, nur einige Versuche. Man empfiehlt zur Zeit aufgrund mangelnden Wissens das, was bei dir gemacht worden ist bzw. noch ansteht, auch wenn man weiß, daß die Erfolgsquote nicht sehr hoch ist.
Aber, auch wenn ich als halbe Medizinerin der Medizin in allen Fällen huldigen SOLLTE, tue ich es in dem Fall nicht!
Versuche es zwar erstmal mit der Therapie die dein Doc vorschlug, aber du solltest dich ebenso nach den anderen Dingen umschauen (K.H. hat dazu einen IMHO tollen Beitrag verfasst) aber dies bitte in nächster Zeit und möglichst bald, weil je früher etwas unternommen wird, desto bessere Heilungschancen!

Könnten die Symptome einen anderen Grund haben?

Uff, ok, ich tippe mal einpaar…

  1. SChallleitungschwerhörigkeit (zb bei/durch einen akuten Tubenmittelohrkatharrh)

  2. kochleäre Störungen (z.b. mein Morbus Meniere, Entzündung des Labyrinths, toxische Ursachen (Medikamente!), immunologische Ursachen)

  3. retrokochleäre STörungen (z.b. Herpes Zoster oticus (also des Ohres), neurale Infektionen (Borreliose, Lues, Toxoplasmose…), Kleinhirn-Brückenwinkel-Tumor, Gefäßbedingt…)

  4. zentral bedingt (z.b. psychisch (Streß!!)

Gruß und gute Besserung,
Sharon

Hallo Hell Razor,

Jetzt meine Frage: Gibt es unter euch jemand, der so etwas
auch schon mal erlebt hat?

Ja, 01.1999 ich habe seitdem Tinnitus beidseitig
und öfters mal Schwindel.

Besteht Hoffnung, dass sich das Ganze doch noch im Lauf der
Zeit verbessert?

Wohl eher nicht, umso früher etwas dagegen getan wird/werden kann
desto höher die Chance.
Bei mir wurde auch zu spät alles eingeleitet
und du kannst mir glauben, wenn es nicht nach 4 Wochen
von selber weggeht wird es Chronisch, dann musst du dich
damit abfinden :smile: hart aber ist bei mir auch so

Gibt es andere Methoden, einen Hörsturz zu behandeln?

Ich habe alles was es gibt ausprobiert
Masker - hörgerät das RAUSCHT
Tauchkabine - Unterdruckkammer
Akupunktur - 10 Anwendungen
Infusionen - etliche nicht gezählt
Psychosomatische Klinik - war der Reinfall
Tabletten
uvm.

Könnten die Symptome einen anderen Grund haben?

Du solltest deinen HNO fragen ob er ORGANISCHE Defekte ausschliessen
kann ?
Trommelfell Defekt oä.
Das Ohr ist bei mir nicht DEFEKT sonder eine stelle im Gehirn
keine Angst diese Stelle gibt nur diesen BLÖDEN Ton ab
und wird nicht groß benötigt - Keine Blödheit bei mir feststellbar :smile:

Mit diesem momentanen Zustand kann ich auf gar keinen Fall
klarkommen,

Das dachte ich am Anfang auch sind nun schon 5 Jahre
wo ich mich mit dem Tinnitus angefreundet habe.
Bist du den Krankgeschrieben worden ?
Klar schlafen ist nicht so gut wie früher und
höchsten 2 Std. am Stück - aber da ich ja Rentner bin ist
der Schlaf am Tag erlaubt und ich komme so auf 5 - 6 Std.
Täglich.

ich brauche dringend einen guten Rat!.

Ich hoffe ich habe dir damit nicht zuviel Angst gemacht ?
Die Eingewöhnungszeit ( 0,5 - 1 Jahr ) ist echt Hart,
danach geht es dann.
Ablenkung - z.B. am PC Hilft wirklich Gut
Meine und vom Leidgenossen die Erfahrung

Gruß,

Hell Razor

Gruß
Frank

Der dir das beste wünscht
das es wieder so weggeht wie es gekommen ist.

Hi Hell Razor,

Du armer Kerl :frowning:

Ich weiß was Du grad durchmachst…ich hab Tinnitus schon 10 Jahre beidseitig…allerdings ohne Hörsturz.
Du hast schon sehr viele gute Tipps bekommen, die alle zu einer Besserung verhelfen können aber leider nicht zwangsläufig müssen. Jeder T. ist anders hat andere Ursachen und jeder Typ Mensch reagiert unterschiedlich auf die verschiedensten Therapieformen.
Ich hab auch schon einiges ausprobiert um den Mann im Ohr und dessen gelegentlichen Begleiterscheinungen loszuwerden…
Neben den herkömmlichen Methoden wie Infusionen und durchblutungsfördernde Mittel wie Dusodril, Naftilong, Defluina…etc. hab ich auch:
Ozotherapie
Aspirin über längere Zeit (Vorsicht mit dem Magen)
Akupunktur
Physiotherapie (HWS)
Autogenes Training
T’ai chi
Gingko
und einiges anderes ausprobiert…aber wirklich und nachhaltig hilft mir nur, das Blut flüssig zu halten.
Das heißt viel trinken, und zwar wirklich viel und B-Vitamine.

Dies muß aber bei Dir nicht genauso sein.

Ein Hörsturz bzw. Ohrgeräusche sind mehr ein Symptom, denn eine Krankheit, auf jeden Fall aber ein Alarmsignal Deines Körpers.
Stress zu wenig Flüssigkeit unausgewogene Ernährung lassen das Blut zähflüssig werden, die Folge ist, daß es nicht mehr überall durchfliessen kann…aber auch Blockaden können dies auslösen.

Ist bei Dir denn die Halswirbelsäule ok? Knirschst oder presst Du die Zähne?
Schwindel und T. kann auch durch Blockaden im HWS Bereich ausgelöst werden, bei mir ein Aspekt…

Lass Dich bitte so schnell wie möglich gründlich durchchecken bei Ärzten Deines Vertrauens…sieh HD eher als letzte Instanz an…hab dort schon ähem Erfahrungen gemacht…

Abschliessend ein Link, der Dir vielleicht auch weiterhelfen kann:
http://www.tinnitus-liga.de/index.php

Alles Gute
Maja

Hallo Hell Razor!

Zunächst mal würde ich nicht den Kopf in den Sand stecken! Die Tatsache, daß sich das Hören bereits gebessert hat, würde ich als ein gutes Zeichen werten. Eine weitere Besserung kann durchaus noch auftreten. Ist Dein Hörvermögen wieder annähernd normal oder immer noch deutlich schlechter?

Zellen des Innenohres können sich nach neuestem Stand noch nach mehr als 14 Tagen wieder erholen. Die Rückbildungsrate des Hörsturzes ohne Behandlung wird mit bis zu 65% angegeben. Dies erschwert natürlich die Beurteilung aller Therapieformen, da kein Mensch sagen kann, was unter den Therapieeffekt fällt.

Will man in Deinem Fall im Schoß der Schulmedizin bleiben, kann man noch einen Versuch mit Infusionen unternehmen, was mittlerweile auch von vielen Hausärzten ambulant durchgeführt wird. Normalerweise würde man fast uneingeschränkt dazu die gleichzeitige Gabe von Kortison intravenös empfehlen (5 x 250!!!mg Decortin), was natürlich bei Dir problematisch ist, wegen der Vorbehandlung. Ca. 2-3 x könnte man es Dir noch geben, schätze ich, sollte das ganze dann aber ausschleichen.

Bei laborchemisch nachgewiesener Erhöhung des Fibrinogens und LDL im Blut, konnte man ganz gute Ergebnisse mit der LDL-Apharese erzielen. Das ist ein Verfahren, bei dem diese Substanzen dem Blut entzogen werden, vom technischen her und leider auch von den Kosten ähnelt es der Dialyse ein wenig, weshalb natürlich die Kostenübernahme durch die Kasse oftmals schwierig sein wird.

In Mainz geben sie das Kortison (wohl im Rahmen einer Studie) direkt ins Mittelohr über ein zuvor gelegtes Paukenröhrchen. Über Erfolge weiß ich leider nichts, zur Not würde ich an Deiner Stelle dort mal anrufen.

Einige Ärzte haben mit Akupunktur und diversen Alternativmedizinischen Verfahren wohl ganz gute Erfahrungen gemacht.
Bei einem habe ich vor ein paar Jahren in HD mal famuliert, falls Du daran interessiert bist, solltest Du mich aber direkt anschreiben.

Von den schon genannten anderen Ursachen kann man die meisten ausschließen, wenn Dein Ohr inspiziert wurde. Möglich wären noch Infektionen mit Borrelien (kann über Bluttest geklärt werden), Probleme im Bereich der Halswirbelsäule, fraglich auch des Kiefergelenkes. Auch manche Medikamente machen Innenohrprobleme.

Selten liegen (gutartige)Tumoren im Bereich der Schädelbasis vor, diese können durch eine Untersuchung der Nervenleitgeschwindigkeit des Hörnerven aufgedeckt werden. Die Untersuchung heißt BERA und sollte später auf jeden Fall durchgeführt werden, allerdings nicht im akuten Zustand, da die sie recht laut ist - also genau das, was Dein Ohr jetzt nicht braucht.

Puh, ich denke, das reicht fürs erste, wenn Du noch Fragen hast, melde Dich.

Gute Besserung
Peter

Hallo,

einen Versuch hast Du noch und zwar: Obwohl eine Hörsturz binnen wenigen Stunden behandelt werden sollte, solltest du Dir ganz schnell einen guten Heilpraktiker suchen, mit Fachgebiet Neuraltherapie.
Er könnte vielleicht mit einer Stellatumblockade, die einige Male durchgeführt werden muß, noch Linderung schaffen. Mein Heilpraktiker hat manchmal damit Erfolg.
Viel Erfolg und gute Besserung wünscht Dir
Rosa
Hallo zusammen,

Freitag vor einer Woche habe ich während der Arbeit einen
Hörsturz erlitten. Mir wurde plötzlich schwindlig und ich
musste mich hinlegen, nach einer Weile gings dann wieder.
Jedoch hatte ich ab dem selben Moment ein pfeifendes
Ohrgeräusch und ein pelziges, betäubtes Gefühl in der rechten
Gesichtshälfte. Am nächsten Tag bin ich in die Notaufnahme der
Kopfklinik in Heidelberg, die eben die Diagnose Hörsturz
stellte. Seither nehme ich durchblutungsfördernde Tabletten
(Dusodril, 6 Stück am tag), sowie bis gestern 100 mg Decortin
(Kortisontabletten). Letzten Mittwoch habe ich noch mal einen
Hörtest gemacht, der im Gegensatz zu dem in der Notaufnahme
wesentlich besser war. Der Hörtest von heute zeigt jedoch
keine Veränderung, insgesamt gesehen hat sich meiner Meinung
nach von dem Ohrgeräusch und dem tauben Gefühl auch nichts
verändert. Morgen soll ich noch mal in die Kopfklinik und
werde dann wahrscheinlich (hoffentlich) stationär aufgenommen
und bekomme Infusionen. Der HNO-Artzt aber meint, er glaubt
nicht, dass sich noch was verändert!

Jetzt meine Frage: Gibt es unter euch jemand, der so etwas
auch schon mal erlebt hat?
Besteht Hoffnung, dass sich das Ganze doch noch im Lauf der
Zeit verbessert?
Gibt es andere Methoden, einen Hörsturz zu behandeln?
Könnten die Symptome einen anderen Grund haben?

Mit diesem momentanen Zustand kann ich auf gar keinen Fall
klarkommen,
ich brauche dringend einen guten Rat!.

Gruß,

Hell Razor

Hallo,

vielen Dank an Euch alle, die mir geantwortet haben.
Ich werde mich jetzt mal in die Klinik begeben und die dort mit den
ganzen verschiedenen Verfahren, die Ihr so genannt habt konfrontieren,
dann sehen wir mal weiter.

Drückt mir die Daumen!

Gruß,

Ari

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

motorischer Tinnitus
wegen der weiteren Erscheindung würde ich auf so etwas tippen. => Orthopäde

Hatte ich mal durch einen verrenkten Brustwirbel => rauschen, dass dann mit steigenden Verspannungen zum Klingeln übergegangen ist. Nach dem Einrenken war es spontan weg.

Gruß

Stefan

Sch…Gesundheitsreform!
ich glaub´s nicht…

jetzt sitze ich gestern 3 Stunden in der Kopfklinik, um dann dann von irgendeinem Studentenkopf erfahren zu müssen, dass seit diesem Jahr eine Infusionstherapie nur noch von den Kassen bezahlt wird, wenn man praktisch taub eingeliefert wird. Jetzt muss ich am Montag noch mal hin, diesmal in die Ambulanz, um dann den Oberartzt durch Heulen und Flennen und Suizid-Androhung davon zu überzeugen, dass ich doch gerne eine Infusiontherapie mal ausprobieren würde, um nicht den Rest meines Lebens mit diesem verdammten Geräusch im Hirn rumlaufen zu müssen!

Armes Deutschland! Wohin gehen eigentlich die Millionen, die die Kassen durch die Praxisgebühr erhalten? Ich könnte kotzen! Wenn ich nur dran denke, dass ich meinem Zahnarzt noch 300 € für eine simple Krone schulde…

Schockierte Grüße,

Hell Razor