Antibiotikagabe bei Mitralklappenprolaps
Von: , Frage gestellt am So, 22. Feb 2004
Hallo beisammen!
Ich habe eine ererbte Bindegewebsschwäche, die ich auch an meine Tochter weitervererbt habe. Das wirkt sich unter Anderem so aus, dass sowohl ich als auch meine Tochter eine Bindegewebs-Verdickung am Rand der Mitralklappe haben, wodurch diese Klappe bei jedem Herzschlag überschwingt und ein leichter Rückfluss des Blutes von 5 bis 10 % zu bemerken ist. Das Strömungsgeräusch dieses Rückflusses ist im Stethoskop deutlich zu hören.
Dieser so genannte Mitralklappenprolaps ist nach Aussage mehrerer Fachärzte aber nichts Problematisches, man kann damit 100 Jahre alt werden. Auch eine Schonung ist nicht erforderlich, es wird nur empfohlen sich nicht häufig über die Leistungsgrenze hinaus anzustrengen.
Was aber im Herzpass drin steht ist der ärztliche Rat, bei jeder Verletzung und vor jeder geplanten Operation - schon bei einer Parodontosebehandlung beim Zahnarzt - hochdosiert Antibiotika zu geben, um zu verhindern, dass Bakterien sich am Rand dieser Herzklappe festsetzen und diese dann zerstören.
Da stellt sich mir nun die Frage, ob die Wahrscheinllichkeit der Herzklappenrandentzündung und -Zerstörung so groß ist, dass sie es rechtfertigt, eine dermaßen massive Antibiotikagabe so häufig anzuwenden?! Ich sehe hier nämlich die Gefahr dass durch diese häufigen Antibiotikagaben Resistenzen entstehen und der gesamte Organismus durcheinander gebracht wird. Außerdem habe ich gehört dass Entzündungen der Herzklappe und des Herzmuskels auch durch Viren verursacht werden können. Gegen Viren helfen Antibiotika sowieso nicht, und die Abwehrkräfte des Körpers gegen Viren werden meines Wissens durch häufige Antibiotikagaben sogar noch geschwächt.
Also kurz und brutal formuliert - ist diese Empfehlung zur vorbeugenden Antibiotikagabe bei Mitralklappenprolaps ein Schwachsinn oder nicht?
Ich freue mich über jede Meinung!
Michael
