Nabelhernie

Bei meinem 1 Jährigen Kind soll die recht grosse Nabelhernie operiert werden. Hier in münchen habe ich die Möglichkeit, das ganze laparokopisch durchführen zu lassen oder konventionell per Schnitt.
Was würdet Ihr mir empfehlen?
Wie lang sind die Kleinen nach der OP beeinträchtigt?

Hi!

ich hab zwar nicht viel Ahnung von Kinderchirurgie, aber da noch keiner geantwortet hat, versuche ich es mal.

Bei meinem 1 Jährigen Kind soll die recht grosse Nabelhernie
operiert werden.

Meist wartet man ein Jahr ab, da Nabelhernien sich auch spontan rückbilden können. Somit ist der Zeitpunkt ganz gut gewählt.

Hier in münchen habe ich die Möglichkeit, das
ganze laparokopisch durchführen zu lassen oder konventionell
per Schnitt. Was würdet Ihr mir empfehlen?

Ich kenn’s nur bei den Erwachsenen, aber ich denke, man kann es durchaus auf die „Kleinen“ übertragen:
Die laparoskopische Vorgehensweise bietet relevante Vorteile:

  • kleine Narben (nur, meist drei, winzige Schnitte)
  • schonender als die herkömmliche Methode, weil weniger Strukturen mitbeteiligt werden
  • weniger Wundschmerz nach der Op
  • seltener Komplikationen wie z.B. Wundinfekte, da die Wunden ja klein sind
  • und dadurch auch schnelleres Genesen

Außerdem kann bzw. wird man bei Problemen (z.B. wenn man nicht genug sieht) noch während der Op umsteigen auf die konventionelle Art. Umgekehrt ist dies wohl kaum möglich.

Somit wäre es durchaus ratsam, es zunächst laparoskopisch zu versuchen.
Insbesondere in Hinblick auf spätere Schmerzen und Narben!

Wie lang sind die Kleinen nach der OP beeinträchtigt?

Genau kann man das wohl nicht sagen, aber erfahrungsgemäß sind Erwachsene nach einer laparoskopisch durchgeführten OP _wesentlich_ schneller wieder auf den Beinen.

Gruß,
Sharon

Hallo!

ein Jahr ist ein guter Zeitpunkt für den Eingriff.
Laparoskopisch ist auch gut, ein Kind erholt sich schnell davon.
Zudem ist ein Kind mit einem Jahr noch ziemlich entkoppelt, wird sich also nicht erinnern.
Der Eingriff ist nicht lang, und danach bei Mama versorgt sicher nicht problematisch.
Zwei bis drei Tage lang nach dem Eingriff sind Schmerzen im Schulterbereich zu erwarten, die durch Wärme gelindert werden können. Das liegt in der Natur der Laparoskopie.

Alles Gute,

Marcus

Hallo,

so eine richtig gute Indikation ist die Nabelhernie nicht zur laparoskopischen Operation. Bei sehr kleinen Kindern sowieso nicht. Das liegt daran, dass die Bewegungsräume im Bauch sehr klein sind und dadurch die Operation sehr schwierig und langdauernd sein kann. Laparoskopisch werden Hernien in den meisten Fällen mit einem Netz versorgt. Ein Netz kommt aber bei so einem kleinen Mensch auf keinen Fall in Frage. Da bleibt dann nur noch das einfache Zunähen der Hernie, ohne dass man die Faszienränder richtig sauber darstellt, damit steigt die Rezidivgefahr.
Der konventionelle Eingriff dauert 10 bis 20 Minuten, der Schnitt ist bei einem kleinen Kind ca. 2 cm lang, die Risiken sind klein (Gefahr der Verletzung des Darms, aber nur, wenn er sich in der Hernie befindet).
Der laparoskopische Eingriff dauert in jedem Fall länger, da schon der Zugang (bis alle Geräte im Bauch sind) ca. 10-15 Minuten dauert. Der laparoskopische Zugang ist ungleich gefährlicher (kleiner Raum und damit Gefahr der Darmverletzung und der Verletzung großer Gefäße). Die Schnittlänge beträgt mindestens 3 cm (3 x 1 cm).
Entscheiden Sie selbst.

Dr. J. Sauer

hallo zusammen,

der antwort von herrn sauer schließe ich mich voll an. alleine die längere op-zeit bei der endosk. variante bringt schon ein erhöhtes narkoserisiko mit sich. per schnitt ist die op in 10-15 minuten fertig…und es bleibt nur eine kleine narbe.

mfg
eddie

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