Akoholabbau (sorry für den langen Text)

So bauen Sie Alkohol schneller ab
Ich habe einen Artikel im Internet gefunden:
Man kennt das: Die Party war nett, aber eher feucht als fröhlich. Die Folgen am nächsten Morgen sind ein dicker Kopf und der unstillbare Drang, den Tag im Bett zu verbringen. Falls Sie pflichtbewusst auf eine Krankmeldung verzichten, gibt es einen Trick, den Abbau des Restalkohols zu beschleunigen. Professor Hademar Bankhofer, rät: „Reiben Sie sich doch einfach die Hände!“ Dabei werden Akupressurpunkte am Handballen aktiviert, die unmittelbar die Leber ansprechen. Verzahnen Sie die Finger beider Hände ineinander und reiben Sie die Handballen langsam aneinander, bis sie sich heiß anfühlen. Wiederholen Sie die Prozedur stündlich, jeweils zwei Minuten lang.
Stimmt das?

Ich habe nämlich auch gelesen:
Hauptschlich erfolgt die Umwandlung von Alkohol zu Acetaldehyd durch das Enzym Alkoholdehydrogenase. Dieses Enzym liegt nur in begrenztem Maße in den Leberzellen vor und kann seine Arbeit auch bei hoher Alkohol Konzentration nicht beschleunigen.

Das wiederspricht sich, der eine spricht vom schnelleren Alkoholabbau und der andere behauptet es kann nicht schneller gehen!

Was stimmt den nun?

Vielen Dank an alle
Sorry für den langen Text
Dorie

Hi Dorie,

mein Prof für Biochemie war einer, der das Leben gern genoß und nur ungern ein volles Glas auf dem Tisch stehen lassen konnte :wink:
Dieser Prof. ‚lamentierte‘ gerne folgendes:
Fast alle Enzymsysteme sind adaptierbar (sprich sie passen sich bei Belastung an). Nur die Alkoholdehydrogenase macht eine Ausnahme. Da kann man tagein tagaus saufen und das System bleibt wie es ist, wird höchstens irgendwann schlechter - ein Jammer.

Also, ich plädiere für ‚War wohl nichts‘

Gandalf

etwas off topic
Hi,

so einen kannte ich auch und ich werde nie vergessen, wie sich der Klang des Begriffs „Enzymsysteme“ im Laufe eines feuchtfröhlichen Abends veränderte.

Viele Grüße
Heidi

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Cytochrom

Fast alle Enzymsysteme sind adaptierbar (sprich sie passen
sich bei Belastung an). Nur die Alkoholdehydrogenase macht
eine Ausnahme. Da kann man tagein tagaus saufen und das System
bleibt wie es ist, wird höchstens irgendwann schlechter - ein
Jammer.

Also, ich plädiere für ‚War wohl nichts‘

Gandalf

Hallo,

ich hab mal gelesen, dass wohl die Alkohol-Dehydrogenase unveränderlich bleibt (ist die überhaupt ein Leberenzym?), aber ein anderes Leberenzym, ein Cytochrom *dumpferinner* P 450 oder so - aber nagelt mich nicht fest - ebenfalls Ethanol abbaut. Dieses Enzym wird durchaus aktiver, wenn man es trainiert. Es wird sozusagen zum Alkoholabbau zweckentfremdet.

Es ist dann in seinem geboosteten Zustand z. B. verantwortlich für die Toxifikation von Paracetamol in der Leber, wenn nämlich ein mittelschwerer Trinker wie der Berater des (alten) George Bush pflichtbewusst auf sein Weinchen verzichtet, weil er ja seine Grippe mit Paracetamol unterdrückt (so gelesen im Spektrum und sicherlich arg vereinfacht). Der Mann trank seinen Liter Rotwein pro Tag, und als er den wegließ und statt dessen das Medikament nahm, stürzte sich das arbeitslose Enzym darauf, fabrizierte hepatotoxische Metaboliten und der Herr bekam eine Lebertransplatation. Aber das war wohl ein Extremfall.

Händereiben: da die Wirkung wohl höchstens in einer Durchblutungsförderung der Leber liegt und die Durchblutung kaum der Flaschenhals beim Alkoholabbau sein wird, glaube ich nicht, dass es was hilft… aber bei einem Kater ist einem ja jeder Placeboeffekt willkommen.

Gruß, Claudia