Hallo Kris,
ich habe das Ganze 1994 hinter mich gebracht. Ich hatte im Winter 92/93 eine ultrastarke Erkältung und hatte danach eine permanent verstopfte Nase. Eine HNO-Ärztin hat mir dann zur Nasenscheidewand-OP (Septum-OP) geraten, da mein Zinken innendrin sehr krumm und verbaut ist; ich hatte bis dato allerdings wenig Schwierigkeiten. Bei mir wurde die Scheidewand abgeraspelt; weitere Details wollte ich damals nicht hören - ich dachte mir, ich kann ihr in Narkose eh nicht helfen und brauche keine Horrorvisionen. ;-) Okay, heute würde ich alles wissen wollen.
Kurzer Ablauf: Ich bin dienstags ins Krankenhaus, habe an diesem Tag die üblichen Vorgespräche gehabt. Gemacht wird das übrigens in aller Regel in Vollnarkose, hauptsächlich wohl wegen der Geräusche. Mittwochs morgens wurde ich operiert. Als ich aufwachte, hatte ich keinerlei Schmerzen, lediglich die Tamponade ist lästig, besonders beim Essen und Schlafen. Sie bleibt meistens drei Tage drin, mir ging das aber so auf den Keks, daß meine Ärztin sie schon freitags gezogen hat. Davon hatte ich wahre Horrorstories gehört, ich hatte wohl aber Glück: Es wurden erst die Dränagestäbchen aus der Mitte der Tampons entfernt, davon merkt man selbst nichts, aber der Druck auf der Nase läßt dann spürbar nach. Danach hat Fr. Doktor die Tampons mit etwas Drehung langsam und vorsichtig rausgezogen. Auch das war nicht schmerzhaft, sondern eher ein ganz blödes Gefühl - schlecht zu beschreiben. Leider wird wohl oft mit Anlauf das Zeug rausgerissen, was sicherlich sehr schmerzhaft ist.
Anschließend werden Blut und Schleim abgesaugt (ja, es hört sich eklig an, aber so ist es nunmal). Das geschieht mit einem langen, gebogenen hohlen Haken; ich fand das noch am unangenehmsten, vielleicht weil es abartig ist, zu sehen, wie so ein Teil im Rüssel versenkt wird. Schmerzhaft war es aber auch nicht unbedingt. Einen Tag später konnte ich nach Hause, war also von Dienstag bis Samstag im Krankenhaus. In der folgenden Woche mußte ich noch viermal ambulant zum Absaugen, eine weitere Woche war ich noch krankgeschrieben. Mit Bücken und Heben soll man in dieser Zeit sehr vorsichtig sein wegen des Drucks im Kopf, auch die Haare sollte man nicht zu heiß waschen.
Ergebnis: Direkt nach dem Ziehen der Tampons bekam ich Luft bis zum kleinen Zeh. Gigantisch!
Leider hielt der Erfolg nur zwei Jahre an, und das habe ich von praktisch allen gehört, die diese OP auch hatten. Mittlerweile bin ich wieder Olynth-Junkie... :-( Ich war aber nicht mehr beim HNO-Arzt seitdem. Pure Feigheit, weil ich nichts über den Zustand meiner Nasenschleimhaut hören möchte. Vermutlich hat die Scheidewand sich wieder verkrümmt wegen des Zugs, den die Nasenflügel dauernd abkriegen. Eine ehemalige Kollegin, deren Vater Chirurg ist, meinte mal, man könne entweder die Nase komplett brechen und aufbauen oder eine künstliche Nasenscheidewand aus Titan einsetzen. Vielen Dank!
Lang die Rede, kurz der Sinn: Die OP inkl. Nachbehandlung war bei mir bei weitem nicht so schlimm, wie ich es von anderen gehört habe. Deshalb würde ich nicht pauschal davon abraten. Die Erfolgsdauer, die bei den meisten nur sehr beschränkt ist, läßt mich aber schon eher zur Vorsicht raten.
Gruß
mowei
P.S.: Für Nasenspray-Entzugs-Tips wäre ich sehr dankbar, gestehe aber direkt, daß mein Schweinehund fürs Einfach-weglassen-und-nach-einer-Woche-gut zu groß ist und das Sprühen in nur noch ein Nasenloch auch gescheitert ist.