Operation Nasenscheidewandverkrümmung Erfahrungen?

Von: , Frage gestellt am So, 4. Apr 2004

Hallo,

ich hatte vor einiger Zeit schon mal hier gepostet. Mein HNO-Arzt hatte bei mir eine Hausstaubmilbenallergie festgestellt und dies als Ursache dafür angesehen, dass ich seit ca. 4 J. schlechter Luft bekomme (Nasenschwellkörper permanent geschwollen). Er hatte eine Muschelkaustik und evtl. Immuntherapie empfohlen.

Da ich kein Vertrauen zu ihm hatte, bin ich zu einem anderen Arzt. Der hat mehr und andere Untersuchungen durchgeführt und ebenso wie der erste festgestellt, dass es ein mechanisches Problem ist, es aber als Nasenscheidewand-Verkrümmung betitelt (oder so ähnlich) und sieht nur eine wirksame Möglichkeit zur Behebung: eine Nasenscheidewand-Operation mit 4-tägigem Krankenhausaufenthalt und ca. 2 Wochen Nachbehandlung. Die Hausstaubmilbenallergie als Ursache hatte er ausgeschlossen, da ich weder eine laufende Nase habe noch oft niesen muss.

Natürlich graut es mir davor und in 4 Wochen ziehe ich um ins Ausland (mit dem Auto), will das aber vorher machen lassen.

Hat von euch jemand so etwas schon mal hinter sich gebracht? Wie schnell heilt das, wie ist das mit den Beschwerden nach der OP? Sollte ich einen dritten Arzt aufsuchen, auch wenn mir die Erklärungen des zweiten Arztes logisch erscheinen (in diesem Fall wäre keine Zeit mehr für die OP)?

Würde mich sehr über Erfahrungen freuen!

Vielen Dank und Grüße
Kris

11 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 18 Minuten 0 hilfreich
    Re: Operation Nasenscheidewandverkrümmung Erfahrun

    Hi

    da wirst du wohl Terminprobleme bekommen - ich hab (in Berlin) nur durch opersönliche Bekanntschaft und dadsurch das die Freundin des Bekannten Oberärztin in der Klinik war einen Termin unter in 3 Monaten bekommen.... das war in 2000.

    4 Tage sind auch ein bisserl knapp, ich war 7oder 8 Tage drin.
    Nasenbein abmeisseln und richten ist schon etwas heftiger.
    Ich hatte dies, plus kiefernhöhlen und stirnhöhlenzugänge eröffnen, schleimhautwucherung entfernen. keine Polypen.

    Die OP ist recht brutal (hammerundmeissel), du siehst entsprechend scheisse aus danach. die erste nacht ist die hölle, Schien in der Nase, tamponaden in der Nase, keine Luft und bis zum nächsten tag durch den Mund atmen, am nächsten morgen kommen die Tampnaden raus, aber dann schwillt alles zu.
    um mich rum waren Leute mit fetten einblutungen um die Augen etc, die sahen woche lang aus wie Blutwaschbären. ich hatte glück. Normal sieht man etwa nach 10 Tagen wieder aus, wenn die Schwellung weg ist.

    Positiv: ich hab normal verlaufende erkältungen und nicht mehr wochenlange infektionsdramen.

    HH [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  2. Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
    Re: Operation Nasenscheidewandverkrümmung Erfahrun

    Hallo,

    ich habe das gleiche, übrigens mit großem Erfolg (Exschnarcher) auch hinter mir. Ganz so dramatisch wie Helge es beschreibt ist es nicht.
    Klar wird da rumgemeißelt, aber auf Wunsch auch mit Narkose ;-)
    Das was ich als schmerzend empfunden habe, war als man mir das ganze Gedöns nach ein paar Tagen wieder aus der Nase gezogen hat.
    Aber mit 4 Tagen war das ganze nicht getan, ich habe genau eine Woche im Krankenhaus gelegen und musste danach noch 2 Wochen zur Nachsorge.

    Viel Spass und Gruß
    roland

  3. Antwort von nach 2 Stunden 0 hilfreich
    Re: Operation Nasenscheidewandverkrümmung Erfahrun

    Da ich kein Vertrauen zu ihm hatte, bin ich zu einem anderen
    Arzt. Der hat mehr und andere Untersuchungen durchgeführt und
    ebenso wie der erste festgestellt, dass es ein mechanisches
    Problem ist, es aber als Nasenscheidewand-Verkrümmung betitelt
    (oder so ähnlich) und sieht nur eine wirksame Möglichkeit zur
    Behebung: eine Nasenscheidewand-Operation mit 4-tägigem
    Krankenhausaufenthalt und ca. 2 Wochen Nachbehandlung.
    Hat von euch jemand so etwas schon mal hinter sich gebracht?
    Wie schnell heilt das, wie ist das mit den Beschwerden nach
    der OP? Sollte ich einen dritten Arzt aufsuchen, auch wenn mir
    die Erklärungen des zweiten Arztes logisch erscheinen (in
    diesem Fall wäre keine Zeit mehr für die OP)?
    Ich habe ein ähnliches Problem - und mir hat ein HNO-Arzt dringend von einer Operation abgeraten. Seine Aussage war, dass es möglich ist, dass sich die Probleme durch Vernarbung durchaus verschlimmern können.
    Hat Dein Arzt zufällig Belegbetten im Krankenhaus? Sorry, da werde ich immer ein bisschen misstrauisch, schließlich wollen die Betten ja auch belegt sein...
    Hoffe, Du triffst die für Dich richtige Entscheidung...
    Anja

    • Antwort von nach 19 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Operation Nasenscheidewandverkrümmung Erfahr

      Hallo also ich kann nur jedem empfehlen wenn man keine Luft durch die NAse mehr bekommt sich operieren zu lassen........

      Bei mir wurden auch mal die Nasenmuscheln verkleinert....die Scheidewände begradigt......Polypen raus.....was nicht angenehm war als die Tamponate raus kamen und das Blut lief wie ein Wasserfall aus der NAse......zeitgleich ist der Arzt dann mit einen Endoskop rein um zu sehen wo es blutete......als er fertig war hat er die Tamponate wieder rein.....danach hab ich nur 5 mal hyperventiliert.......aber alles in allem hat sich es dann doch gelohnt.....

      Gruss Zitronenfalter [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  4. Antwort von nach 2 Stunden 0 hilfreich
    Re: Operation Nasenscheidewandverkrümmung Erfahrun

    Hallo Kris,

    als ich das letztemal beim HNO-Arzt war, war das wegen eines verstopften Gehörgangs - den hat er sekundenschnell freigespült. Die Untersuchung ergab jedoch, daß eine baldige Tonsilektomie und jedenfalls eine sofortige Operation der krummen Nasenscheidewand dringend angezeigt sei. Ich bedankte mich, verließ zügig die Praxisräume und setzte mich ins Ausland ab.
    Etwa vier Jahre später kehrte ich heim und brauchte wieder eine Krankenversicherung in Deutschland. In den Versicherungsantrag schrieb ich diesen Vorfall treuherzig hinein, und der zuständige Versicherungsmediziner hielt das offensichtlich für vollkommen unbedenklich, denn es gab weder Tariferhöhung noch Leistungssauschluß und nicht mal eine Rückfrage.
    Seitdem sind Jahrzehnte vergangen. Nach wie vor zieht das eine Nasenloch wie Kamin, das andere wie Strohhalm. Ich habe gehört, man sollte gesund und fit sein, dann ist es weniger gefährlich, wenn man sich an der Nase operieren läßt.

    Mit herzlichem Gruß,

    Wolfgang Berger

  5. Antwort von nach 3 Stunden 2 hilfreich
    2 Jahre Ruhe

    Hallo Kris,

    ich habe das Ganze 1994 hinter mich gebracht. Ich hatte im Winter 92/93 eine ultrastarke Erkältung und hatte danach eine permanent verstopfte Nase. Eine HNO-Ärztin hat mir dann zur Nasenscheidewand-OP (Septum-OP) geraten, da mein Zinken innendrin sehr krumm und verbaut ist; ich hatte bis dato allerdings wenig Schwierigkeiten. Bei mir wurde die Scheidewand abgeraspelt; weitere Details wollte ich damals nicht hören - ich dachte mir, ich kann ihr in Narkose eh nicht helfen und brauche keine Horrorvisionen. ;-) Okay, heute würde ich alles wissen wollen.

    Kurzer Ablauf: Ich bin dienstags ins Krankenhaus, habe an diesem Tag die üblichen Vorgespräche gehabt. Gemacht wird das übrigens in aller Regel in Vollnarkose, hauptsächlich wohl wegen der Geräusche. Mittwochs morgens wurde ich operiert. Als ich aufwachte, hatte ich keinerlei Schmerzen, lediglich die Tamponade ist lästig, besonders beim Essen und Schlafen. Sie bleibt meistens drei Tage drin, mir ging das aber so auf den Keks, daß meine Ärztin sie schon freitags gezogen hat. Davon hatte ich wahre Horrorstories gehört, ich hatte wohl aber Glück: Es wurden erst die Dränagestäbchen aus der Mitte der Tampons entfernt, davon merkt man selbst nichts, aber der Druck auf der Nase läßt dann spürbar nach. Danach hat Fr. Doktor die Tampons mit etwas Drehung langsam und vorsichtig rausgezogen. Auch das war nicht schmerzhaft, sondern eher ein ganz blödes Gefühl - schlecht zu beschreiben. Leider wird wohl oft mit Anlauf das Zeug rausgerissen, was sicherlich sehr schmerzhaft ist.

    Anschließend werden Blut und Schleim abgesaugt (ja, es hört sich eklig an, aber so ist es nunmal). Das geschieht mit einem langen, gebogenen hohlen Haken; ich fand das noch am unangenehmsten, vielleicht weil es abartig ist, zu sehen, wie so ein Teil im Rüssel versenkt wird. Schmerzhaft war es aber auch nicht unbedingt. Einen Tag später konnte ich nach Hause, war also von Dienstag bis Samstag im Krankenhaus. In der folgenden Woche mußte ich noch viermal ambulant zum Absaugen, eine weitere Woche war ich noch krankgeschrieben. Mit Bücken und Heben soll man in dieser Zeit sehr vorsichtig sein wegen des Drucks im Kopf, auch die Haare sollte man nicht zu heiß waschen.

    Ergebnis: Direkt nach dem Ziehen der Tampons bekam ich Luft bis zum kleinen Zeh. Gigantisch!

    Leider hielt der Erfolg nur zwei Jahre an, und das habe ich von praktisch allen gehört, die diese OP auch hatten. Mittlerweile bin ich wieder Olynth-Junkie... :-( Ich war aber nicht mehr beim HNO-Arzt seitdem. Pure Feigheit, weil ich nichts über den Zustand meiner Nasenschleimhaut hören möchte. Vermutlich hat die Scheidewand sich wieder verkrümmt wegen des Zugs, den die Nasenflügel dauernd abkriegen. Eine ehemalige Kollegin, deren Vater Chirurg ist, meinte mal, man könne entweder die Nase komplett brechen und aufbauen oder eine künstliche Nasenscheidewand aus Titan einsetzen. Vielen Dank!

    Lang die Rede, kurz der Sinn: Die OP inkl. Nachbehandlung war bei mir bei weitem nicht so schlimm, wie ich es von anderen gehört habe. Deshalb würde ich nicht pauschal davon abraten. Die Erfolgsdauer, die bei den meisten nur sehr beschränkt ist, läßt mich aber schon eher zur Vorsicht raten.

    Gruß
    mowei

    P.S.: Für Nasenspray-Entzugs-Tips wäre ich sehr dankbar, gestehe aber direkt, daß mein Schweinehund fürs Einfach-weglassen-und-nach-einer-Woche-gut zu groß ist und das Sprühen in nur noch ein Nasenloch auch gescheitert ist.

    • Antwort von nach 14 Stunden 0 hilfreich
      Re: 2 Jahre Ruhe

      Hi
      schöne Beschreibung - dafür das du die Details gar nicht wissen wolltest. Bei mir wurde das Nasenbein nicht nur etwas abgeraspelt sondern gelöst und versetzt.
      Ich empfand als das schlimmste daran echt die erste nacht mit den Tamponaden drin. danach war (mal vom Blick in den Spiegel abgesehn) alles ne Erholung im Gegensatz zu den Infektionen die ich in den Jahren zuvor immer hatte, ne Erkältung ging bei mir immer über die Stirnhöhlen, Ohren etc und dauerte 5 wochen. Seither nur 1 Woche. ich bin jetzt im 4ten Jahr postop, es wächst wieder so ne Wucherung aus schleimhaut direkt hinter dem linken Stirnhöhlenzugang, das wäre aber fast ambulant zu entfernen - denn der grosse teil mit dem Nasenbein bleibt erledigt. allergische Reaktionen sind seit her auch in den Folgen extrem abgemildert.

      für mich hats sich echt gelohnt, ich kann immer noch frei durch die Nase Atmen auch wenn ich erkältet bin.

      HH





  6. Antwort von nach 13 Stunden 0 hilfreich
    Re: Operation Nasenscheidewandverkrümmung Erfahrun

    Moin, Moin,
    mein derzeitiger HNO hat mir gesagt, dass die früher routinemäßige OP heute nicht mehr gemacht wird, außer, es besteht wirklich eine gravierende Indikation. Viele Ärzte operieren, weil sie das früher so gelernt haben, es ist aber nicht mehr unbedingt aktuell. Über andere Gründe möchte ich hier nicht spekulieren. Du könntest zur Sicherheit noch einmal eine Computer-Tomographie machen lassen, dort wird der Bereich schichtweise aufgenommen und der Arzt kann besser sehen, wie's drinnen aussieht. Nebenbei hat fast jeder Mensch eine krumme Nasenscheidewand - hat mir ein anderer Mediziner berichtet. Soforthilfsmaßnahmen wären: 1. Nasendusche (klingt eklig, ist gewöhnungsbedürfig, wirkt aber genial!), gibt's in der Apotheke für ca. 13€, dazu brauchst du Emser Salz, um eine Sole aufzusetzen. 2. Saltpipe o. a. Salzpfeife v. Allergiker-Versandhaus, z. Trocken-Inhalieren, ein kleines Porzellangefäß m. Salzkristallen, das man überall mithin nehmen kann. Beruhigt die Atemwege. Gibts auch bei eBay z. Einführungspreis. (dort ca. 40€) Gruß und gute Bessserung hafi-katz

    • Antwort von nach 14 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Operation Nasenscheidewandverkrümmung Erfahr

      Hi Nebenbei hat fast jeder Mensch eine krumme
      Nasenscheidewand - hat mir ein anderer Mediziner berichtet.
      Symmetrisch ist niemand, wenn aber eine Seite immer 90% zu ist und die andere normal.... Soforthilfsmaßnahmen wären: 1. Nasendusche (klingt eklig, ist
      gewöhnungsbedürfig, wirkt aber genial!), gibt's in der
      Apotheke für ca. 13€, dazu brauchst du Emser Salz, um eine
      Sole aufzusetzen.
      Bringt nur was, solange du nicht zu geschwollen bist, in meinen Infektionen hat die Nasendusche nur da gespült, wo sowieso frei wart. die vorderen Atemwege waren immer frei, in den Höhlen brodelte es, das mir bald der Kopf geplatzt wär. Da kam ich dann nur mit einer eigenkonstruktion von pumpe, Schlauch von nem Butterfly (zum Blut abnehmen und Nadel abgeschnitten) rein um mit Kochsalzlösung zu spülen. Das war notwendig da sich ein regelrechter druckkessel bildete was zu höllen kopfschmerzen führte. Nasendusche machte nur vorbeugend nen sinn, solange noch alles offen war...


      HH



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