Mal was zur Nase und Nasen-OPs im allgemeinen…
Hallo!
In Deinem konkreten Fall habe ich Dir ja schon mal geantwortet.
Da das Thema aber mit schöner Regelmäßigkeit hier angefragt wird:
Mal ein Romanchen zur Nase und ihrer Scheidewand:
Die Nasenscheidewand ist eine teils knorpelige, teils knöcherne Platte, die die Nase in zwei Haupthöhlen trennt. Auf beiden Seiten wird sie von der Nasenschleimhaut bedeckt.
An jeder Seitenwand der Nase finden sich in der Regel drei Nasenmuscheln übereinander angeordnet. Sie ähneln kleinen Flugzeugturbinen und ragen in die Nasenhaupthöhle. Unter ihrem Schleimhautüberzug besitzen sie schwellfähiges Gewebe, das auch in der Nasenscheidewand oben zu finden ist. Hierdurch können sie den Luftstrom verändern.
Unter den mittleren Muscheln mündet die Mehrzahl der Nasennebenhöhlen, deren genaue Funktion nicht bekannt ist. Unter der größten Muschel, nämlich der untersten mündet der Tränennasengang.
Überraschenderweise geht der Hauptluftstrom annähernd horizontal im untersten Anteil durch die Nase. Beim Schnüffeln entstehen Wirbel, die die Luft vermehrt in die oberen Nasenanteile befördern. Nur dort findet sich Riechschleimhaut.
Ein paar Skizzen hierzu findet man hier:
http://www.orlsg.ch/orl_Nase1.htm
Probleme der Nasenatmung sind meist durch folgende Hauptursachen oder deren Kombination bedingt:
- Die (unteren) Nasenmuscheln können vergrößert sein.
- Auf Grund unterschiedlicher Wachstumsausdehnung und Verletzungen kann es zu Verkrümmungen der Scheidewand kommen. Diese sind bei der weißen Rasse angeblich häufiger als bei anderen.
- In den Nebenhöhlen können sich Polypen, also Schleimhaut mit übermäßiger Flüssigkeitseinlagerung bilden und in die Nase vorwachsen.
Erschwerend können natürlich noch Formänderungen der äußeren Nase hinzukommen.
Je nach Ursache der Atmungsbehinderung hat man die folgenden Möglichkeiten, die auch kombiniert werden können:
-Verkleinerung der unteren Muschel: hierfür gibt es verschiedene Techniken, die einfachste ist, die Muschel zu quetschen und überflüssiges Gewebe abzutragen. (Zeitaufwand 5-10 (20) min, Liegedauer nach OP ca. 2-3 Tage, Tamponade für 1 Tag.
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Septumkorrektur: hierzu wird die Schleimhaut der Scheidewand von Knorpel und Knochen abgelöst und die darunter liegende Scheidewand begradigt, zum Teil, in dem man Teile entnimmt und wieder in diese Schleimhauttasche einsetzt. (Zeitaufwand ca. 20-60 min, Liegedauer nach OP 4-6 Tage, Tamponade für 2 Tage. (Die Verkleinerung der unteren Muscheln wird meist mitgemacht)
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Nebenhöhlen-OP: Je nach Ausdehnung der Schleimhautveränderungen werden die natürlichen Öffnungen zu den Nebenhöhlen erweitert und die befallene Schleimhaut entfernt. OP-Dauer:30-90 (120) min, Liegedauer 4-6 Tage, Tamponade einen Tag, bei Kombination mit Septumkorrektur 2 Tage.
Alle Techniken gehen heute in der Regel durch die Nase zu operieren. Theoretisch sind die OPs ambulant und in lokaler Betäubung durchzuführen, letzteres würde man allerdings nur für die Muschelverkleinerung empfehlen.
Die zusätzliche Veränderung der äußeren Nasenform bedarf des Losmeißelns der Nasenbeine und evtl. des Abraspelns eines Höckers, weshalb diese Patienten oftmals aussehen, als hätten sie sich in den gegnerischen Fanblock verirrt. Außerdem tragen sie meist einen Gips.
Die Verkleinerung der Nasenmuscheln bringt ungefähr den Effekt, den man mit Nasenspray erreicht. Wenn zusätzlich andere (bestehende!) Problemzonen mitoperiert werden, steigt der Effekt entsprechend.
Langfristige Misserfolge der Operationen können begründet sein in
- Nachwachsen etwaiger Polypen (20-30 % der Patienten)
- Nachwachsen der Nasenmuscheln (kommt ebenfalls gelegentlich vor)
- Narbigen Verwachsungen (zum Beispiel zwischen Scheidewand und Muscheln) kommt heute eher selten vor und ist manchmal auch ein Pflegeproblem, bei sehr engen Nasen aber gelegentlich schwierig zu vermeiden.
-Abrutschen der Scheidewand aus ihrer mittigen Lage (ebenfalls eher selten)
Hierzu muss man sagen, dass gelegentlich auch Menschen mit kerzengeraden und weiten Verhältnissen eine Atmungsbehinderung beklagen und manche mit wirklich verbotener innerer Nase keine Probleme angeben.
Die Zeit bis zur völligen Abheilung nach der Operation beträgt etwa 2-3 Wochen, gute Pflege durch den Patienten mit Spülungen oder Salben verhindern Borkenbildung und Austrocknung.
Soweit so gut, hoffe, dass alle Klarheiten beseitigt sind.
Gruß
Peter