Acetylsalicylsäure Wirkung

Hallo,

ich nehme schon seit vielen Jahren Acetylsalicylsäure. Auf dem Beipackzettel steht: es ist ein Thromozytenaggregationshemmer und hemme das Zusammenhaften und Verklumpen von Thrombozyten.
Ich wundere mich seit jeher, dass selbst Ärzte von „Blutverdünner“ sprechen. Wenn ich vor operativen Eingriffen stand, wurde ich fast regelmäßig gefragt, ob ich dies einnehme. Dann musste ich dies ein paar Tage vor dem Eingriff absetzen. Auf der anderen Seite habe ich keine Probleme mit Wundheilung. Mir fehlt hier das Verständnis für die Aussage, dass das Mittel ein Blutverdünner sei.
Mein Problem ist, dass ich vor kurzer Zeit wegen starkem Nasenbluten von meinem Internisten, der mir das Mittel verschreibt, den Rat bekam, das Mittel abzusetzen. Paar Tage später hatte ich Durchblutungsstörungen mit der Folge eines leichten Verkehrsunfalles. Der HNO und der Neurologe haben mir abgeraten, dass Mittel abzusetzen.
Sollte wieder eine Operation bevorstehen, würde ich am liebsten das Mittel weiterhin einnehmen.
Was meint Ihr dazu und zu dem vermeintlichen Wiederspruch?

Gruß
Otto

Hallo Otto

ich nehme schon seit vielen Jahren Acetylsalicylsäure. Auf dem
Beipackzettel steht: es ist ein Thromozytenaggregationshemmer
und hemme das Zusammenhaften und Verklumpen von Thrombozyten.
Ich wundere mich seit jeher, dass selbst Ärzte von
„Blutverdünner“ sprechen. Wenn ich vor operativen Eingriffen
stand, wurde ich fast regelmäßig gefragt, ob ich dies
einnehme. Dann musste ich dies ein paar Tage vor dem Eingriff
absetzen. Auf der anderen Seite habe ich keine Probleme mit
Wundheilung. Mir fehlt hier das Verständnis für die Aussage,
dass das Mittel ein Blutverdünner sei.

Acetylsalicylsäure ist nichts anderes als das bekannte Aspirin.
Thrombozyten sind Blutplättchen, die bilden bei der Blutgerinnung einen Thrombus, ein Blutgerinnsel.
Wenn das Gerinnsel Blutgefässe verstopft, ensteht ein Infarkt.
Davor soll Acetylsalicylsäure schützen.

Mein Problem ist, dass ich vor kurzer Zeit wegen starkem
Nasenbluten von meinem Internisten, der mir das Mittel
verschreibt, den Rat bekam, das Mittel abzusetzen. Paar Tage
später hatte ich Durchblutungsstörungen mit der Folge eines
leichten Verkehrsunfalles. Der HNO und der Neurologe haben mir
abgeraten, dass Mittel abzusetzen.

Würde ich auch nicht empfehlen.

Sollte wieder eine Operation bevorstehen, würde ich am
liebsten das Mittel weiterhin einnehmen.

Besser nicht, da sollte man das Mittel absetzen, dann heilt es schneller.
Gruß
Rainer

Hi!

ich nehme schon seit vielen Jahren Acetylsalicylsäure.

Warum eigentlich? Nur so aus Neugierde, weil manche es schlucken, weil sie gehört haben „daß es gut sein soll“. Nur leider schlucken sie es dann in einer viel zu hohen Dosierung…
(Aspirin gegen Kopfschmerzen hat 500mg, die zur Prophylaxe und somit zur täglichen Einnahme gedachten haben dagegen nur 100-300mg)

Auf dem
Beipackzettel steht: es ist ein Thromozytenaggregationshemmer
und hemme das Zusammenhaften und Verklumpen von Thrombozyten.
Ich wundere mich seit jeher, dass selbst Ärzte von
„Blutverdünner“ sprechen.

Richtig, weil die medizinischen Laien dies meist so nennen und das Wort „Thrombozytenaggregationshemmer“ nicht verstanden wird :wink:

Wenn ich vor operativen Eingriffen
stand, wurde ich fast regelmäßig gefragt, ob ich dies
einnehme. Dann musste ich dies ein paar Tage vor dem Eingriff
absetzen.

Auch völlig richtig. Wie Rainer schon schrieb, verhindert ASS die Blutverklumpung. Diese Verklumpung der Thrombozyten ist aber nicht generell unerwünscht: bei einer Blutung, z.b. bei einer Verletzung, schützt dich dieser Mechanismus vor dem Verbluten:
Bei einer Gefäßverletzung reagieren die Thrombozyten durch komplizierte Mechanismen schnell und verklumpen miteinander, das geschieht sehr rasch, damit die Blutung und der Blutverlust schnell gestoppt wird. Ist das Loch erstmal auf diese Weise „provisorisch“ zu, greifen andere Mechanismen, die den Defekt dann reparieren. Das Reparieren dauert natürlich länger, daher ist es ganz gut, daß die Thrombozyten als Nothelfer so flott sind :wink:

Nimmst du nun ASS ein, verklumpen die Thrombozyten nicht mehr so schnell. Ist für einige Dinge ganz sinnvoll, z.b. um Schlaganfall durch Thromben zu verhindern (die durch andere Begebenheiten entstehen und hier unerwünscht sind), aber im Falle einer Blutung nicht so gut. Es blutet halt unter einer ASS-Therpie länger.

Dieser Effekt wird im Volksmund als „dünnes Blut“ bezeichnet und das Mittel folglich als „Blutverdünner“. Mit dünnem Blut im eigentlichen Sinne hat das aber nichts zu tun :wink:

Aus diesem Grunde ist es auch nötig (!) vor jedem Eingriff nach „Blutverdünnern“ zu fragen. Schließlich setzt man bei einer OP kleinere und größere Defekte und kein Arzt möchte das Risiko eingehen, daß ein Patient ihm auf dem OP-Tisch verblutet!

Natürlich ist die Wirkung von ASS nicht ganz so stark, daß es wirklich gefährlich wäre (wie z.b. bei Cumarinderivaten wie Marcumar ® oder Warfarin), aber trotzdem ist es besser, vor OP’s und anderen Eingriffen, die eine Verletzung zur Folge haben können (z.b. Endoskopische Untersuchungen), das Mittel abzusetzen.

Kein Risiko ist besser als ein geringes Risiko! :wink:

Gruß,
Sharon

Hallo,

wie ACC wirkt, kannst du hier nachlesen:

Tödliche Nebenwirkungen von Aspirin.

Einhundert Jahre ist es her, dass Felix Hoffmann in den Bayer-Laboren erstmals
Azetylsalizylsäure synthetisierte - der Siegeszug von Aspirin konnte beginnen.
Erst vierzig Jahre später wurde die wichtigste Nebenwirkung des „Tausendsassas“
offenbar: Magenblutungen. Weitere Risiken, die von einem überhöhten
Schmerzmittelgebrauch ausgehen, sind Nierenschäden und Mageng.Nach einer jetzt
veröffentlichten Untersuchung der Boston University School of Medicine sterben
jährlich 16.500 Amerikaner an Magenblutungen, die durch Aspirin und ähnliche
Schmerzmittel verursacht werden, in 170.000 Fällen kommt es zu schwerwiegenden
Magenschäden. Somit gehören Aspirin-Nebenwirkungen zu den 15 häufigsten
Todesarten in den USA, die Zahl der Todesfälle ist ebenso hoch wie die der
AIDS-Epidemie (16.685 HIV-Tote 1997). Jahr für Jahr müssen 100.000 Betroffene
stationär behandelt werden, wobei Kosten von 2 Mrd. US Dollar entstehen.
Trotzdem geht der rezeptfreie Verkauf weiter - allein in den USA gehen jährlich
30 Milliarden Tabletten über die Ladentheken.
Das in der New England Journal of Medicine publizierte Untersuchung kritisiert,
dass 75% aller Patienten die Risiken des Schmerzmittel- Gebrauchs nicht kennen
oder ignorieren, obwohl Aspirin-Nebenwirkungen dreimal so viele Todesfälle
verursachen wie beispielsweise Asthma-Erkrankungen. Da aber die Zahl der
Schmerzmittel-Opfer in Statistiken normalerweise nicht einzeln aufgeführt wird,
nimmt die Öffentlichkeit die Gefahren kaum wahr. Die Autoren der Studie, die
für alle wichtigen Einsatzgebiete von Aspirin risikoärmere Alternativen
angeben, sprechen von einer „geräuschlosen Epidemie“.
Aceltlizylsäure wird von den Herstellern breit angepriesen: gegen Herzinfarkt,
Schlaganfall und Krebs. Bücher wie Michael Castlemans „Jeden Tag ein Aspirin“
fördern den unsinnigen routinemäßigen Gebrauch und suggerieren, dass auch
gesunde Menschen Azetyl- salizylsäure regelmäßig einnehmen sollten. Der
Pharmariese Bayer, der jährlich 11 Milliarden Aspirin-Tabletten verkauft und
dabei 850 Millionen Mark umsetzt, lobt Forschungspreise wie den „International
Aspirin Award“ aus, um neue Anwendungsbereiche zu erschließen. Dieses Vorgehen
verspricht Gewinne ohne Investitionsrisiko: Die Hersteller benötigen weder neue
Produktionsanlagen noch aufwendige Zulassungsverfahren und bestehende
Vertriebswege können genutzt werden. Die zahlreichen Studien zu
Azetylsalizylsäure müssen daher kritisch daraufhin untersucht werden, inwiefern
sie lediglich gewinnversprechende (Schein-) Indikationen schaffen. Auch die
Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft weist darauf hin, dass
Schmerzmittel tief in den biochemischen Haushalt des Körpers eingreifen und
Schleimhautreizungen, Blutungen im Magen- Darm-Trakt und Magengeschwüre
verursachen können. Die Ärzte haben es jedoch schwer, sich durch das
Trommelfeuer der Werbung hindurch Gehör zu verschaffen: Bayer wirbt
beispielsweise seit Jahren nicht nur für die Behandlung von Erkältungen mit
Aspirin (obwohl sogar Antibiotika gegen Viren machtlos sind), sondern auch für
ihre Prophylaxe. In einer Anzeigenserie für Aspirin im letzten Winter wälzten
sich gar sexy Nackedeis im Schnee. Höhepunkt der Kampagne war die Verkleidung
des Bayer-Hauptsitzes in eine gigantische Aspirin- Schachtel im Frühjahr. Zur
Begrenzung der Risiken fordern Kritiker eine Rezeptpflicht für Aspirin, ein
Verbot unsinniger Kombinationspräparate wie Aspirin Forte, ein Werbeverbot für
Schmerzmittel und umfassende Mortalitätsstudien auch in Deutschland.

Hier die Quelle http://www.cbgnetwork.org/Ubersicht/ubersicht.html

Unter „Zeitschrift SWB“ findest du eine Menge Material über die Arbeit von
Bayer.

Gruß

Oliver

Hallo Oliver,
Einen ähnlich kritischen Text zum Thema Aspirin habe auch ich vor einigen Wochen hier gepostet.
Die Resonanz war allerdings =0.

Dabei ist es eigentlich ein ungeheuerer Skandal, dass ein derart potetiell gefährliches Medikament frei verkäuflich ist, während z.B. Kava Kava verboten wurde, weil in einem Fall der Verdacht bestand, das es eventuell einen Leberschaden bei 1 Patienten verursacht haben könnte.
Der Anbieter von Kava Kava war ja auch nicht Bayer, sondern eine kleine Pharmafirma, die nicht über die finanzielle Potenz und politische Macht eines Großkonzern verfügt.
Gruß
KH

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Hallo,

Warum eigentlich? Nur so aus Neugierde, weil manche es
schlucken, weil sie gehört haben „daß es gut sein soll“.

wegen Thrombozytämie. Zuletzt, mit Litalir, 620 000.

Gruß
Otto

Hallo K.H.,

Dabei ist es eigentlich ein ungeheuerer Skandal, dass ein
derart potetiell gefährliches Medikament frei verkäuflich ist…

Deine Einstellung zu Ass achte und respektiere ich. Wenn Du aber von „Skandal“ und „potenziell gefährlich“ schreibst, gehst Du mit Deiner Antipathie gegen den Wirkstoff (und scheinbar auch gegen bestimmte Pharmakonzerne), m.E. zu weit.
Zeige einfach all denen eine adäquate Alternative auf, die postthrombotisch auf diesen Wirkstoff angewiesen sind.
(Prophylaxe wäre jetzt ein anderes Thema).
„Magen- u. Leberfreundlicher“ sollte er sein, die gleiche therapeutische Wirksamkeit aufweisen, ebenso einfach zu applizieren sein, und im kostenerträglichen Rahmen liegen.
Also, welcher alternative Wirkstoff soll es sein?

während z.B. Kava Kava verboten wurde, weil in einem Fall der
Verdacht bestand, das es eventuell einen Leberschaden bei 1
Patienten verursacht haben könnte.

Wie Du eine Verbindung von Kava Kava mit Ass herstellst, ist mir nicht so ganz klar.
Kava Kava ist eine Südseewurzel (Rauschpfeffer), der eine angstlösende Wirkung (Wirkstoff: Kavain) n a c h g e s a g t wird und scheinbar weitaus lebertoxischer ist, als Ass!
Die Zulassung für K.K. bzw. Präparate mit diesem Zusatz, ist von der BfArM widerrufen worden, weil mindestens 24 Personen mit Leberschädigung registriert wurden, 3 davon mit Indikation zur Transplantation, eine mit letalem Ausgang!

Gruß

Rollifern

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Hallo,

wie ACC wirkt, kannst du hier nachlesen:

kurze Richtigstellung: ACC ist die Abkuerzung fuer Acetylcystein (Schleinmloeser), Acetylsalicylsaeure wird ASS abgekuerzt.

Gruss,
Katarina

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