Hallo Mediziner,NeurologInnen
Die Krankheit MS ruft bei vielen das Bild eines Menschen im Rollstuhl hervor, eines Menschen mit motorischen Störungen, da die Nervenbahnen z.T. sklerotisiert sind. Ist die Annahme richtig, dass es auch im limbischen System (Emotionen, Gefühle etc.) solche Myelin-Schäden geben kann.Damit würde sich ja das Verhalten eines Kranken verändern mit allen dranhängenden zwischenmenschlichen Beziehungen.Kurz:es könnte die Person psychisch verändern.
Mit Dank und Gruss: hardy
Hallo,
ich hab in der I.S.B. einige Jahre mit MS - Patienten gearbeitet und kann dazu nur sagen, dass es in der Praxis sehr selten vorkommt.
Der Patient an sich verändert sich natürlich emotionell von Schub zu Schub, weil die Einschränkungen zunehmen. Multiple Sklerose wird auch die Krankeit der 1000 Möglichkeiten genannt - der Krankheitsverlauf und die davon betroffenen Nervenbahnen sind von Person zu Person absolut unterschiedlich.
Gruß Jan
Hallo Hardy,
Ist die Annahme
richtig, dass es auch im limbischen System (Emotionen, Gefühle
etc.) solche Myelin-Schäden geben kann. Damit würde sich ja das
Verhalten eines Kranken verändern mit allen dranhängenden
zwischenmenschlichen Beziehungen. Kurz:es könnte die Person
psychisch verändern.
Obwohl die MS auch Schäden im Gehirm hervorruft, sind die erkennbaren Auswirkungen verhältnismäßig gering.
Die häufigsten kognitiven Beeinträchtigungen sind
- eine vermiderte Informationsverarbeitungsgeschwidigkeit und Aufmerksamkeitsstörungen.
- Beinträchtigungen des sprachlichen und nichtsprachlichen Langzeitgedächtnisses sowie des Meta-Gedächtnisses.
- Störungen visuel-räumlicher Wahrnehmungsfunktionen.
- Störungen der so genannten exekutiven Funktionen, hier vor allem der Konzeptbildung und des Abstraktionsvermögen.
Es gibt affektive und emotionale Störungen bei MS deutlich häufiger, als in der Normalbevölkerung, z.B. Depressionen. Aber in welchem Maß sie hirnorganisch oder aufgrund der Erkrankung psychologisch bedingt sind, lässt sich bisher nicht abschätzen.
Oder anders ausgedrückt, wenn ich zu dir sage „Hier ist ein Rollstuhl, probier schon einmal, ob er passt. Und deine bisherige Lebensplanung kannst du im Klo runterspülen.“ kann das merkbar dein Verhalten beeinflussen. Was organisch und was psychisch bedingt ist, kann dann schlecht abgeschätzt werden.
Gruß
Carlos