Gallenblasenkolik/ OP?

Hallo liebe Wissende,

vor einigen Tagen erwischte mich die erste Gallenkolik meines Lebens. Ich wurde notfallmässig ins KKH gebracht und u.a. mit Novalgininfusionen behandelt. In der Sonographie ergab sich das Bild einer subakuten Cholezystitis. Während einer Visite wurde nebenbei erwähnt dass die Gallenblase entfernt werden müsste. Und zwar sofort!
Das ist bei mir jedoch nicht möglich, da ich alleinstehend bin und erst einmal Sohn und Hund unterbringen muss.

Meine Frage: ist eine Gallenop. wirklich absolut erforderlich? Ich hatte vorher keinerlei Beschwerden. Ich weiss, dass die Ärzte in den letzten Jahren wohl sehr gerne gleich auf eine Op. zurück greifen, da dann für alle Zeiten Ruhe ist. Mir kommt es allerdings ein wenig übereilt vor. Mein Heilpraktiker riet mir übrigens von einer sofortigen Op. ab, zumal ich wohl nicht dem klassischen Gallenpatienten entspreche. Ich bin sehr schlank, eher zierlich, zudem Vegetarierin und esse auch wenig Süßigkeiten oder Kuchen.

Was meint ihr und was kann ich ansonsten noch vorbeugend tun?

Danke schon jetzt für eure Tipps!

Ein schönes Wochenende mit viel Sonne wünscht
Lea

Hallo Lea,

normalerweise wird nur dann sofort operiert, wenn der Gallengang oder -ausgang durch Steine verstopft ist. Wenn das nicht so ist, muss man nach der ersten Kolik nicht gleich operieren.

Viele Menschen haben Gallensteine, aber keine Beschwerden.

Meist ist es aber so, dass nach der ersten Kolik bald die nächste folgt. Wenn man Steine hat, die keine Ruhe geben, ist eine OP das einzig sinnvolle.

Geh zu einem Internisten Deines Vertrauens und lass Dich beraten. Er soll auch nochmals einen Ultraschall machen und nach dem Gallengang schauen. Wenn er der Meinung ist, dass eine OP sinnvoll ist, kannst Du sie immer noch planen, mit Hundeversorgung etc. Heutzutage macht man die OP meist laparoskopisch und Du bist nur wenige Tage im Krankenhaus.

Ich hatte die OP im Januar 2004. Nach 3 Tagen war ich aus dem Krankenhaus, nach 5 Tagen ging ich wieder mit dem Hund spazieren. Du brauchst vielleicht ein paar Tage mehr, da dünne Menschen mehr unter dem Wundschmerz leiden.

Bis dahin meide die folgenden Sachen so gut es geht:

  • fette/reichliche Nahrung (lieber mehrere, kleine Portionen)
  • Kaffee und Nikotin
  • Aufregung & Streß

Gruß,

Myriam

subakuten Cholezystitis.

Hallo,
dies hättest du vielleicht besser auf Deutsch wiederholt.
Kolliken sind nicht so schlimm, bis auf die Tatsache, dass bei meinem Onkel dermaßen viele Steine sich über Jahre angesammelt haben, dass eine sofortige damals durchgeführte OP sein Leben gerettet hat.
Mein auf der Intensivstation gelegener Vater hatte eine entzündete Gallenblase, die sofort hätte entfernt werden müssen, aufgrund seiner allgemeinen Schwäche aber vorerst im Körper gelassen wurde. Sie ist dann geplatzt. Dies und plötzlich auftretende innere Blutungen beendeten sein Leben vergangenen Ostermontag.
Was ich sagen will: was ist schlimmer, deinen Sohn und Hund vorübergehend unterzubringen (kann der Sohn nicht mit in deinem Krankenhauszimmer leben?) oder, im schlimmsten Fall, wenn dein Sohn plötzlich alleine steht?
Ich will den Teufel nicht an die Wand mahlen, denn du kannst auch eine geplatzte Gallenblase überleben - wie ich im K.Haus von anderen Patienten erfuhr, kann es aber durchaus ein halbes Jahr dauern, bis du dann wieder auf den Beinen bist.

IDEE: vielleicht findest du eine Privatschule mit Internat, die deinen Sohn für eine Woche aufnimmt?

Spasse nicht mit deiner Gesundheit, lass dich noch mal gründlich untersuchen, aber versäume nichts!!!
MFG
Henning

Hallo Lea,

wenn ich dich richtig verstehe ist das Problem nicht der Stein sondern die Entzündung der Gallenblase selber.

Wie schon geschrieben, kann man mit Steinen ganz gut leben solange sie keine Zicken in Form von Koliken machen.
Eine entzündete Gallenblase ist aber eine andere Geschichte.
So eine Entzündung wird leicht chronisch und ist auch mit Antibiotika schwer behandelbar.
Durch die andauernde Entzündung kann die Gallenblase mit der Leber und/oder dem Bauchfell verkleben.
Die Entzündung kann auf die Gallengänge übergehen und die Funktion der Leber beeinträchtigen.

An Deiner Stelle würde ich zum Gastroenterologen gehen und regelmäßig Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse sonographisch untersuchen lassen. Weiterhin müssen die Entzündungsparameter wie Anzahl der weissen Blutkörperchen, CRP, und auch die Leberwerte überwacht werden.

Ich habe den Fehler gemacht mich zu spät operieren zu lassen. Die Gallenblase war schon verhärtet und teilweise mit dem Bauchfell verwachsen. Nach der OP hatte ich dann auch noch längere Zeit Schmerzen im OP-Gebiet.
Aus meiner Erfahrung und der Beobachtung meiner Familie (bei uns sind alle Frauen über 30 die Gallenblase schon los) kann ich sagen, dass wenn der Ärger mal angefangen hat der Optimalzustand nie wieder einkehrt.
Steine verschwinden nicht und wenn die Gallenblase einmal entzündet war dann passiert das immer wieder.

Dass Du Deinen Sohn nicht alleine lassen willst kann ich verstehen - mir gings genauso! Aber hast Du denn wirklich niemanden bei dem Du ihn für - ich denke maximal eine Woche - einquartieren kannst?
Im absoluten Notfall vermittelt auch der soziale Dienst von Caritas oder Diakonie eine Kurzzeitpflegefamilie.
Und falls Euer Hund wirklich für eine Woche ins Tierheim muß ist das zwar nicht toll aber Du kannst ihn ja danach wieder verwöhnen (:smile:)

Alles Gute - Sue

Hallo Lea,

hast Du denn nun überhaupt einen Gallenstein oder habe ich wieder mal schlecht gelesen? Gallensteine sind natürlich die weitaus häufigste Ursache einer Cholezystitis (letztendlich meist nach Steineinklemmung und dadurch verursachte abakterielle Entzündung, die dann durch aufsteigende Keime aus dem Duodenum bakteriell wird). Es gibt aber durchaus auch -wenn auch seltene- andere Ursachen. Das würde ich erst mal in aller Ruhe abklären lassen, ehe ich einer OP zustimme. Dann kannst Du in aller Ruhe einen Platz für Sohn und Hund suchen.
Ich selbst habe, „steinreich“ wie ich schon mit 22 war, meine Gallenblase noch nach der alten Methode verloren, d.h. mit einem ordentlichen Bauchschnitt und ich war trotzdem nach 6 Tagen wieder zu Hause, der Wundschmerz war auch da nach dem Ziehen der Drainage schon sehr gering, heutzutage kann das doch in wenigen Tagen abgemacht werden. Ich habe nie wieder Probleme gehabt, kenne aber etliche PAtienten, die danach an einem Postcholezystektomiesyndrom litten (obwohl das eigentlich garnicht existent sein soll!), es muß also durchaus nicht so problemlos abgehen.

Also, nimm Dir genug Zeit alles prüfen zu lassen und dann triff in Ruhe eine Entscheidung. Ich bin ja kein Anhänger der Naturheilkunde, habe aber doch oft festgestellt, daß selbst bei richtigen Koliken Tabletten mit „Erdrauch“ (Fumaria officinalis) in höherer Dosierung sehr gut schmerzstillend und spasmolytisch wirken, da sie wohl eine gallenspezifische Wirkung haben. Aber das weiß Dein Heilpraktiker sicher auch.

Aber vielleicht war es ja eine einmalige Attacke! Auf jeden Fall wünsche ich Dir alles Gute und drücke die Daumen

Viele Grüße
Heidi

Hallo liebe Wissende,

vor einigen Tagen erwischte mich die erste Gallenkolik meines
Lebens. Ich wurde notfallmässig ins KKH gebracht und u.a. mit
Novalgininfusionen behandelt. In der Sonographie ergab sich
das Bild einer subakuten Cholezystitis. Während einer Visite
wurde nebenbei erwähnt dass die Gallenblase entfernt werden
müsste. Und zwar sofort!
Das ist bei mir jedoch nicht möglich, da ich alleinstehend bin
und erst einmal Sohn und Hund unterbringen muss.

Meine Frage: ist eine Gallenop. wirklich absolut erforderlich?
Ich hatte vorher keinerlei Beschwerden. Ich weiss, dass die
Ärzte in den letzten Jahren wohl sehr gerne gleich auf eine
Op. zurück greifen, da dann für alle Zeiten Ruhe ist. Mir
kommt es allerdings ein wenig übereilt vor. Mein Heilpraktiker
riet mir übrigens von einer sofortigen Op. ab, zumal ich wohl
nicht dem klassischen Gallenpatienten entspreche. Ich bin sehr
schlank, eher zierlich, zudem Vegetarierin und esse auch wenig
Süßigkeiten oder Kuchen.

Was meint ihr und was kann ich ansonsten noch vorbeugend tun?

Danke schon jetzt für eure Tipps!

Ein schönes Wochenende mit viel Sonne wünscht
Lea

Hallo,

bei einer Gallenkolik ist die Operation NICHT absolut erforderlich. Die absoluten Indikationen für eine Gallenoperation sind: Verlegung des Gallenweges (von der Leber in den Dünndarm) die durch Endoskopie nicht überwunden werden kann, Perforation (Platzen) der Gallenblase oder Eiteransammlungen in der der Leber wegen einer akuten Entzündung und die direkte Verbindung zwischen Gallenblase und Darm infolge einer chronischen Gallenblasenentzündung.
Die meisten Menschen lassen sich trotzdem nach Koliken operieren, da die Schmerzen (wie Sie jetzt wissen) teuflisch sind, völlig unerwartet auftreten und immer die Gefahr einer Komplikation (s.o) besteht. Gallenblasen, über die schon mehrere Entzündungsschübe gelaufen sind, lassen sich deutlich schwerer operieren und die Komplikationen der Operation sind schwere und häufiger. Ausserdem gibt es Statistiken, die aussagen, dass bei 1% aller Menschen die Gallensteine haben, nach 15 Jahren Gallenblasenkarzinome auftreten.
Mit freundlichen Grüßen

Dr. J. Sauer

Danke an Alle!
Hallo liebe Wissende,

ganz herzlichen Dank für eure zahlreichen und informativen Antworten!
Mitlerweile bin ich wieder halbwegs auf den Beinen und habe sowohl bei einem guten Internisten als auch bei meinem Heilpraktiker Termine ausgemacht um in Ruhe die Geschichte abzuklären. Mittlerweile bin ich mit dem Essen äußerst vorsichtig (seufz… dabei bin ich ein Genußmensch und liebe gutes Essen und ein Glas Wein dazu…), denn vor den evtl. wiederkehrenden Schmerzen habe ich totale Angst. Die waren wirklich teuflisch! Einer Op. stehe ich auch nicht völlig ablehnend gegenüber. Wenns denn sein muss: o.k.

Nochmals vielen Dank für alle Hinweise und einen schönen Tag für alle.
Lea

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