Eine Bekannte hat einen Blutdrucktest machen lassen und soll daraufhin BD-senkende Medikamente bekommen - voraussichtlich lebenslang.
Sie ist 60 und Diabetikerin (mehfach täglich spritzen) und muss ohnehin verschiedene Medikamente einnehmen.
In der Vergangenheit kam es bereits vor, dass diese sich laut Beipackzettel nicht vertrugen.
Ihre Sorge ist daher, dass sich die Möglichkeiten unterschiedlicher einer Behandlung in der Zukunft gegenseitig immer weiter einschränken.
Deshalb stellt sie sich die Frage, ob Handlungsbedarf vorliegt oder nicht.
Nun hab ich gehört, dass Blutdruck keine ganz eindeutige Sache sei (bis 120 alles ok, ab 121 muss man aber…)
Ich bin kein Internist oder Allgemeinmediziner und ich denke man sollte sowas auch nicht online machen.
Dennoch einige Anmerkungen:
Die Messungen der 24 h Blutdruckmessung liegen in aller Regel (technisch bedingt) unter denen einer „normalen“ RR-Messung.
Entscheidend ist u.a. auch die sog. „aufgehobene“ Tag-Nacht-Rhythmik. Damit ist gemeint, dass normalerweise die Blutdruckwerte nachts absinken. Soweit ich dies auf der Grafik überschlagen habe, tun sie es bei der Bekannten nicht (aber wie gesagt, dass ist ein Bild und man müsste weit mehr wissen).
Ich finde die diastolischen Blutdruckwerte in aller Regel entscheidender (alles über 100 mg Hg auf jeden Fall), aber es gibt da unterschiedliche Grenzwerte.
Wichtig ist halt, dass sie mit der Diabetes einen weiteren gefässrelevanten Risikofaktor hat bzw. es da schlicht Beziehungen zum Blutdruck gibt. Da z.T. die Blutdruckmedikamente (z.B. ACE-Hemmer) aber auch einen schützenden Effekt bei Nierenschädigungen (durch Diabetes) haben, wird man noch eher an eine Therapie denken.
Ich persönlich würde immer auch nachfragen, ob eine Tagesmüdigkeit bzw. Schnarchen und Atemaussetzer als Hinweis auf ein Schlaf-Apnoe-Syndrom vorliegen. Dies kann erhebliche Blutdruckprobleme (und weitere Probleme) verursachen.
Soweit erstmal… Alle weiteren Fragen sollte der behandelnde Arzt beantworten. Mein Geschreibsel bezog sich nicht konkret auf eine Patientin, sondern eher allgemein auf 24 h Blutdruckmessungen.
Gruss
Martin
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Ich stimme mit deinen Punkten auch völlig überein, möchte aber noch etwas anmerken dazu:
Ich finde die diastolischen Blutdruckwerte in aller Regel
entscheidender
Darüber streiten sich die Gelehrten
Für die einen ist der diastolische, für die anderen der systolische Wert wichtiger. Die meisten aber - besonders unter den Internisten - vertreten die These, daß BEIDE gleich wichtig sind und insbesondere, wie sie im Zusammenhang stehen, also u.a. die Amplitude (=Differenz zw. systolisch und diastolisch) etc.
Und ehrlich gesagt vertraue ich auch eher dieser These.