Risiko Privatpatient

Hallo,
Ist es richtig, dass bei Privatpatienten mehr invasive Diagnostik betrieben wird und dieser Personenkreis signifikant öfter operiert wird, als Kassenpatienten?
Ist eine private Krankenversicherung also mit einem höheren Risiko verbunden?
Gibt es dazu Quellen und Statistiken?
Gruß
KH

Hallo!

Es gibt zumindest einen Zusammenhang zwischen allgemeiner
medizinischen Versorgung und OP-Raten; siehe dazu z.b. Spine 1994,
„An international comparison of back surgery rates“; Cherkin,…

Es ist denkbar dass das auch für die OP-Raten innerhalb eines Landes
gilt.

Tschüss

Matthias

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Hallo !

Warum sollte das so sein? Privatpatienten sind auch durch eine Krankenkasse versichert. Warum sollte diese eine häufigere OP dulden?
Und vor der OP steht immer der Hausarzt.

Gruß max

Hi!

Ist es richtig, dass bei Privatpatienten mehr invasive
Diagnostik betrieben wird

könnte sein, hängt aber davon ab, welche Gruppe du betrachtest:
Chronisch oder schwer Kranke werden natürlich aufwendiger behandelt, aber das findest du sowohl bei Kassen- als auch bei Privatpatienten.

Wenn du ALLE Privat- und Kassenpat. gegenüberstellst - nuja, genau weiß ich’s nicht, aber ich schätze daß der Aufwand bei Privatpatienten nur geringfügig höher ausfällt, wenn überhaupt. Bei teuren Untersuchungen könnten sie hingegen durchaus führend sein.

Allerdings muß man dabei auch berücksichtigen, daß es weniger Privat- als Kassenpatienten gibt, insofern kann man das nicht nach den absoluten, sondern nur nach den Prozentzahlen beurteilen, also relativ gesehen.

Außerdem entscheidet der Arzt sich nicht meist aus freien Stücken zur Diagnostik/Therapie, sondern der Privatpat. spielt da eine ganz große Rolle.
Von Seiten des Arztes ist es sicher die Intention, sich den Privatpat. aus wirtschaftlichen Gründen als dauerhaften Pat. zu sichern. Das kann er nur, wenn der Pat. zufrieden ist und sich auch sehr gut versorgt fühlt.

Von Seiten des Privatpat. spielen sehr viele Gründe eine Rolle, warum aufwendiger behandelt wird. Es gibt da soviele unterschiedliche Typen, daß die Aufzählung den Rahmen sprengen dürfte, vielleicht nur einige der häufigsten Aspekte:

  • „ich zahle, also will ich das beste“
  • „ich zahle, also bestimme ich, was Sie mit mir machen und ich will jetzt das und das“
  • „ich kenne den und den und wenn Sie nicht…, dann…“
    usw.

Ist eine private Krankenversicherung also mit einem höheren
Risiko verbunden?

Kann ich nicht bestätigen, denn man wird nicht gegen seinen Willen behandelt! :wink:

Allerdings geht man das gewaltige Risiko ein, vom Professor behandelt zu werden *SCNR*

Gibt es dazu Quellen und Statistiken?

Keine Ahnung, aber eventuell findest du bei den Krankenkassen statistische Auskünfte.

Gruß,
Sharon

Hallo KH,

ich habe keine statistischen Daten, könnte mir aber vielleicht vorstellen, dass umgekehrt ein Schuh draus wird.
Wir steueren ja mit Riesenschritten auf eine 2-3 - Klassenmedizin zu und da die gesetzlichen Kassen längst nicht alle Leistungen mehr bezahlen (auch wenn sich das in der Werbung immer gaaanz anders anhört), ist man als Kassenpatient schlechter gestellt.
Ich glaube allerdings kaum, dass -sobald das Wort „Privatpatient“ fällt- die Skalpelle gewetzt werden, noch dass einem Kassenpatienten eine lebensnotwendige Untersuchung verwehrt wird (in meiner Klinik werden alle notwendigen Untersuchungen durchgeführt und hinterher schlagen sich die Leute aus der Verwaltung mit den Kassen und sehr oft bleibt die Klinik auf den Kosten für die Untersuchung sitzen).

Gruß, Jürgen

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Hallo,

(in meiner Klinik werden alle notwendigen
Untersuchungen durchgeführt und hinterher schlagen sich die
Leute aus der Verwaltung mit den Kassen und sehr oft bleibt
die Klinik auf den Kosten für die Untersuchung sitzen).

Oje, das macht aber nicht gerade Mut…
Und was ist in anderen Kliniken so los? Da gibts bestimmt
auch die ein oder andere, deren Personal nicht so kämpferisch
ist. Und dann? (–;

Gruß

Oliver

Hallo K.H,

Ist es richtig, dass bei Privatpatienten mehr invasive
Diagnostik betrieben wird…

meinst Du invasive Therapie, oder noninvasive Diagnostik?
Invasive Diagnostik ist eher selten indiziert :wink:

und dieser Personenkreis signifikant
öfter operiert wird, als Kassenpatienten?

Signifikant vielleicht nicht, auch ich kenne, genau wie Jürgen, keine Statistik und möchte bezweifeln, dass eine solche, aus verschiedenen Gründen, existiert. Es ist aber leider genau so, wie er es geschildert hat, nicht nur in seiner Klinik. Das Problem sind die Kasssen, ob GKV oder PKV, die immer mehr Kürzungen vornehmen und somit die Träger der Kliniken immer mehr in die „roten Zahlen“ treibt.

Ist eine private Krankenversicherung also mit einem höheren
Risiko verbunden?

Es ist also heute, mehr den je, notwendig, die Leistungskataloge der Kassen, zu studieren. Viele Dinge die früher noch im Ermessensbereich der Kassen, respektiv der Erstattung von Aufwendungen, lagen, sind auf ein Minimum reduziert worden. Das gilt vor allen Dingen für die GKVs. Die PKVs drängen ihrerseits darauf, dass eine Leistungsdifferenz zwischen Privatpatient und GV-Patient besteht und begründet es mit ihrer Bezahlung der Mehrfachsätze.
Aber zur Beruhigung an Oliver:
Wenn Du in der Klinik bist, wird k e i n Unterschied vom Personal gemacht, ob P.-Patient, oder nicht. Die Privilegien beschränken sich meistens auf die Wahl des (Chef)arztes, einem 1- oder 2-Bettzimmer, oftmals kürzeren Wartezeiten und der „Ehre“, dem Chefarzt täglich die Hand schütteln zu dürfen :wink:

Gruß

Rollifern

Hallo Oliver,

ich kann natürlich hier nicht für andere Kliniken sprechen, aber Tatsache (und eigentlich eine Binsenweisheit) ist, dass letztendlich auch ein Krankenhaus ein Wirtschaftsunternehmen ist. Ich habe ad hoc auch keine Lösung parat, aber es kann ja wohl nicht sein (wird aber so oder so ähnlich kommen), dass ich vor jedem zu untersuchenden Patienten die Verwaltung anrufe und nachfragen muss, ob diese oder jene Untersuchung von den Kassen auch bezahlt wird. Führe ich zu viele Untersuchungen durch, die nicht bezahlt werden, macht das Haus Pleite und ich bin arbeitslos…

Gruß, Jürgen

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Hallo KH,
ohne auf Statistiken zurückgreifen zu können, in Österreich „ja“.
So ist zumindest die allgemeine Meinung.
Aber nicht deshalb, weil Untersuchungen oder Operationen sonst nicht gezahlt werden sondern weil der Arzt von Privatpatienten mehr lukriert als von den Kassenpatienten und deshalb auch wesentlich mehr machen will, auch wenn es oft gar nicht nötig wäre.
Gruß
Irene

Hallo,

ja, mir ist bekannt, daß das stimmt. z.B. weiß ich, daß schneller ein Dammschnitt erfolgt, um noch „abzusahnen“. Eine Hebamme in der Verwandschaft bestätigte es mir.

Gruß Rosa

Ist es richtig, dass bei Privatpatienten mehr invasive
Diagnostik betrieben wird und dieser Personenkreis signifikant
öfter operiert wird, als Kassenpatienten?
Ist eine private Krankenversicherung also mit einem höheren
Risiko verbunden?
Gibt es dazu Quellen und Statistiken?
Gruß
KH

Soviel ich weiß machen Heilpraktiker bei den Privaten immer dicke Extrakohle mit zT ziemlich hirnrissigen „Therapien“.

Schöne Grüße,

Chris