Hi!
Nun gibt es da offensichtlich einen Haufen
Alternativmöglichkeiten nur die Ärzte wenden keines an weil
das bei ihm nicht mehr ginge.
Einen Haufen? Naja, sooo viele nu auch wieder nicht…
Man kann es halt konservativ versuchen, also „Blutverdünnung“, Risikofaktoren ausschalten etc. Aber das ist, so wie du schreibst, bereits ausgeschöpft worden und man ist nun in einem Stadium, in dem es nichts mehr bringt.
Klar bleiben noch ALternativen zur Amputation auch bei den invasiv-chirurgischen Maßnahmen. Aber die Beurteilung inwieweit sie noch sinnvoll sind, bleibt den behandelnden Ärzten überlassen.
Zum Beispiel kann man Bypässe legen - die eigenen sich aber eher für kurze verkalkte Abschnitte, die dann so überbrückt werden. Aber du schreibst, daß die Arterien größtenteils verkalkt sind - dann hilft die Methode leider auch nicht. Außerdem muß man eine Vene finden (die wird als Bypass benutzt), die über die benötigte Länge gut erhalten ist - dürfte bei deinem Freund auch nicht der Fall sein. Zwar könnte man auch künstliches Material nehmen, das hat aber nicht so gute Erfolge. Und es ist technisch nur schwer möglich (wie soll man sowas nähen?) und außerdem widersinnig, einen Bypass direkt in eine geschädigte Arterie zu legen.
Auch könnte man versuchen, an einen verkalkten Arterienabschnitt den Kalk zu entfernen - aber auch hier eignet sich die Methode eigentlich nur für kürzere Abschnitte und ist auch davon abhängig, wie „alt“ der Kalk ist. Denn ansonsten wird man dabei die Arterie zu sehr schädigen bzw. völlig zerstören.
Beides, ob konservatives oder operatives Vorgehen, wird aber durch mehrere Umstände limitiert:
Zum einen liegt es an der anatomischen Gefäßversorgung am Bein: Es gibt nur eine Hauptarterie, die sich im Unterschenkel in zwei größere Arterien aufzweigt. Im Unterschenkel gibt es nur wenige Verbindungen zwischen den beiden Arterien (sog. Anastomosen), nur an den Knöcheln bilden die beiden Arterien ein breiteres Geflecht.
Üblicherweise kann bei einem langsamen (!) Fortschreiten einer Arterienverkalkung eine benachbarte Arterie über solche Verbindungen die Versorgung eines Körperteils übernehmen. Dazu werden die vorhandenen Verbindungen weiter ausgebaut mit der Zeit. Ist beispielsweise beim Gehirn der Fall, wo drei Arterien sich die Versorgung über solche (gut ausgebauten) Verbindungen teilen.
Doch die minimalen Anastomosen und das Geflecht des Knöchels am Unterschenkel reichen nicht aus, um den Unterschenkel auch bei langsamen Ausfall einer Arterie zu versorgen! Hier funktioniert das kaum/gar nicht, erst recht nicht, wenn beide Arterien geschädigt sind.
Der zweite limitierende Faktor:
Ist durch die eingeschränkte Blutversorgung am Fuß oder gar schon am Unterschenkel das Gewebe geschädigt oder sogar schon teilweise abgestorben, wird man auch da nichts mehr retten können. Im Gegenteil, man wird die Zellgifte, die beim Gewebezerfall entstehen, sogar noch mehr im Körper verteilen.
Ist das Gewebe bereits stark und irreversibel geschädigt bzw. nekrotisch (=abgestorben), wird sich der Prozeß weiter ausbreiten und es besteht die Gefahr, daß der Patient an den Zellgiften gar verstirbt. Drum bleibt in solchen Fällen wirklich nur die Amputation.
Kurze Vorgeschichte:
Gutartiger Tumor im Bauch mit Chemo einmal pro Woche und das
schon jahrelang.
Wie die Vorposter schon schrieben: gutartig und Chemo jahrelang?!
Morbus Cron (schreibt man das so?) und deshalb jahrelang
Morbus Crohn 
Cortisontabletten, welches zu der ganzen Arteriengeschichte
geführt hat.
Cortison alleine sicher nicht. Eher werden andere Risikofaktoren eine Rolle gespielt haben, ebenso wie eine Veranlagung dazu.
Und ganz wichtig: Gibt es pflanzliche Mittel (Homöopathie
o.ä., die die Verkalkung in den Arterien verhindern, bzw. ein
wenig vermindern?
Vergiß das bloß ganz schnell! Damit wirst du da nichts machen können, außer die Sache zu verschlimmern!!!
Gerne könnt ihr euch weitere Meinungen einholen, falls ihr mit den behandelnden Ärzten nicht zufrieden seid.
ABER:
laßt euch dabei nicht zuviel Zeit! Ich weiß jetzt nicht, wie dringlich das ist, aber wenn die Ärzte von Amputation sprechen, sollte man nicht noch wochen-/monatelang warten. Ansonsten droht statt dem Verlustes eines Unterschenkels gar eine komplette Beinamputation.
Eins noch zum Schluß: Zwar scheint nun die Amputation am rechten Bein unausweichlich zu sein, aber dein Freund sollte nicht vergessen, daß er noch ein anderes Bein hat: es ist stark anzunehmen, daß auch dort die Gefäße geschädigt sind. Drum sollte er ernsthaft daran arbeiten, um das linke Bein vor demselben „Schicksal“ zu schützen:
ABSOLUTES Ausschalten von Risikofaktoren: (gar) nicht rauchen, gesunde Ernährung, Blutfettwerte reduzieren etc.
und die Anweisungen der Ärzte befolgen bezüglich konservativen, prophylaktischen und unterstützenden Maßnahmen!
Gruß,
Sharon