Vertretung in Arztpraxis

Ich habe eine Allgemeinarztpraxis übernommen. Nun brauche ich erstmal einen Urlaubsvertreter. Wer kann mir sagen, wieviel ich pro Tag dafür bezahlen muss. Ich betreue täglich ca. 80-100 Patienten.

Ich betreue täglich ca.

80-100 Patienten.

Wow, das ist ne Menge, Monica. Ich selber habe fürher auch ne Allgmeinarzt-Praxis gehabt, aber mehr als ein Zehntel Deines Patientenvolumens hab ich mirt nicht angetan. Heute, mit meiner Facharztpraxis, nehme ich nicht mehr als 5 bis 6 Patienten am Tag, weil es mir sonst wirklich in AStreß ausartet. Aber es kommt natürlich immer drauf an, was man genau macht und welches Klientel man versorgt usw usf.
Bei so ne Riesenmenge Patienten heißt das ja, dass Du so etwa mindestens 9 Stunden am Tag arbeitest, oder? (Ich abeite etwa 5 bis 6 Stunden täglich, aber dafür 6 Tage in der Woche.)
Ansonsten solltest Du bei Deiner KV anrufen, was ortüblich ist. Ich würde mich nach dem ortsüblichen Satz richten, natürlich auf die Riesenpraxis bezogen.
Gruss und weiterhin Freude am Beruf wünscht
Branden

Ich betreue täglich ca.

80-100 Patienten.

Und ich wundere mich warum ich beim Arzt so hektisch abgefertigt werde nachdem ich stundenlang im Wartezimmer saß.
Das ist eine echte Schande.

Gruß
Marianne

Hallo Marianne,

dies ist natürlich die Sichtweise der/des Patienten. Würde Monica jedem Patienten die Zeit zugestehen, die sie sich sicherlich wünscht, so müßte (behaupte ich mal aus der Praxis/Erfahrung) der Tag entweder 72 Std. haben oder sie könnte maximal 30 Patienten behandeln. Aufgrund der für die Praxen ruinösen Budgetierung und bei einem geringen Anteil an Privatpatienten ist da keine Besserung in Sicht.

Gruß, Jürgen

Und ich wundere mich warum ich beim Arzt so hektisch
abgefertigt werde nachdem ich stundenlang im Wartezimmer saß.
Das ist eine echte Schande.

Gruß
Marianne

Hi Monika,

soweit ich weiss kannst Du das bei der für Dich zuständigen KV nachfragen.

Viele Grüße

Sue

Hi!

dies ist natürlich die Sichtweise der/des Patienten. Würde
Monica jedem Patienten die Zeit zugestehen, die sie sich
sicherlich wünscht, so müßte (behaupte ich mal aus der
Praxis/Erfahrung) der Tag entweder 72 Std. haben oder sie
könnte maximal 30 Patienten behandeln.

… und das ist noch weit untertrieben…
Ich würde eher von weit mehr als hundert Stunden bzw. max. 10 Patienten reden…

Aufgrund der für die
Praxen ruinösen Budgetierung und bei einem geringen Anteil an
Privatpatienten ist da keine Besserung in Sicht.

*seufz* Wem sagst du das…
Der niedergelassene Mediziner hat pro Patient im Quartal gerade mal 40€ (!!!) für Anamnese, Diagnostik, Behandlung und Therapie zur Verfügung. Für schwerkranke gar 130€. Wenn man jedoch bedenkt, daß für chronisch Kranke alleine in einem Monat einige hunderte bis tausende Euronen benötigt werden, dann… - das kann sich wohl jeder selbst denken.

Kein Arzt will eine 2-Minuten-Medizin machen, aber er wird dazu gezwungen!

Soviel zum Gesundheitssystem :frowning:((

Oder sollte man besser sagen: Wirtschaftssystem?

Gruß,
Sharon
*der beim Gedanken an die zukünftige Entwicklung bange wird*

Der niedergelassene Mediziner hat pro Patient im Quartal
gerade mal 40€ (!!!) für Anamnese, Diagnostik, Behandlung und
Therapie zur Verfügung.

LOL - endlich mal jemand, der mit den peinlichen Zahlen
rausrückt. HAHAHA.

Hallo Sharon,
Ich habe als Patient erlebt, wie ein Arzt 100 Patienten am Tag bewältigt.
Er hat immer 3 Patienten gleichzeitig behandelt.
Er hat neben dem Sprechzimmer 2 weitere kleine Räume und läuft immer hin und her.
Als ich dann abgefertigt war, kannte ich die Beschwerden der 2 anderen Patienten genau, denn ich konnte alles mitverfolgen.
Nun ist das mit den 2 - 3 Minuten pro Patient auch gar nicht so schwierig.
Der Diabetiker bekommt ein Antidiabetikum,
der Hypertoniker ein Antihypertonikum,
der Allergiker ein Antihistaminikum,
der mit dem Fußpilz ein Antimykotikum,
der Rheumatiker ein Antirheumatikum
etc. etc., die Antiliste lässt sich beliebig fortsetzen.
Alle anderen bekommen ein Antibiotikum, Kortison oder Aspirin.
Antimedizin ist doch wirklich einfach und schnell gelernt.
Gruß
KH

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meiner Facharztpraxis, nehme ich nicht mehr als 5 bis 6
Patienten am Tag, weil es mir sonst wirklich in AStreß
ausartet. Aber es kommt natürlich immer drauf an, was man
genau macht und welches Klientel man versorgt usw usf.
Bei so ne Riesenmenge Patienten heißt das ja, dass Du so etwa
mindestens 9 Stunden am Tag arbeitest, oder? (Ich abeite etwa
5 bis 6 Stunden täglich, aber dafür 6 Tage in der Woche.)

…und wie sind Deine Patienten versichert?

fragt sich

Chris

…und wie sind Deine Patienten versichert?

Hallo Chris
Etwa 80 % Kassenpatienten und etwa 20 % Private.
Gruss, Branden

Fairerweise darf man aber nicht Äpfel mit Birnen…
…vergleichen!
Wenn ich richtig erinnere, ist Branden im Psychotherapeutischen Bereich tätig. Das heißt, die Patienten haben in der Regel Termine von 1 Stunde, und diese 1 Stunde wird von den Kassen deutlich höher honoriert als das übliche Quartalsbudget für einen Patienten des Allgemeinmediziners. Bei 80-100 Pat. am Tag sind - hoffe ich für Monika - Spritzen, EKGs, Bestrahlungen, Rezepte, Verbände und Blutabnahmen eingerechnet. Also alle Leistungen, die auch vom Personal übernommen werden dürfen.
M.E darf ein Psychiater mit 6 Patienten/Stunden am Tag nicht mit einem Hausarzt verglichen werden. (Das soll jetzt kein Spitze gegen Psychiater sein!)Angelika

Hi,

Aufgrund der für die
Praxen ruinösen Budgetierung

nunja, ist ja nicht gegen dich gerichtet. Aber hätten die Ärzte(verbände) nicht schon vor 10-20Jahren darauf drängen müssen das Gespräch höher zu bewerten? Aber m.W. nach konnte man damals mit Gerätschaften mehr Geld verdienen und so wurde das unterlassen. Oder liege ich das falsch?

*fragend*,
J~

meine Hautärztin teilte mir mal mit, daß sie nur 25 Euro pro Patient/Quartal zur Verfügung hat :frowning:

wer bietet weniger? :frowning:
LG
Silvia

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

…vergleichen!
Wenn ich richtig erinnere, ist Branden im
Psychotherapeutischen Bereich tätig. Das heißt, die Patienten
haben in der Regel Termine von 1 Stunde

Das ist alles richtig, Angelika, aber ich schrieb ja auch, dass ich, bevor ich Facharzt für Psych.Med. war, als Allgemeinarzt in den 80er Jahren auch nur wenig mehr Patienten hatte. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ich auch damals schon so eine Mischung aus „altem Hausarzt“, Psychosomatiker und Naturheildoktor war, der sich auch nur zu jeder vollen Stunde einen Patienten einbestellt und ganz in Ruhe die Erstanamnese erhoben hat. Zum einen war das für meine Patienten gut, zum anderen auch für mich, denn Streß und Hektik konnte ich noch nie so gut haben.
Gruss, Branden

Psssssssssssst! Bitte nicht weitersagen!

Antimedizin ist doch wirklich einfach und schnell gelernt.

Hi KH!

Bitte nicht weitersagen! Wenn sich das 'rumspricht gibt’s ja bald noch mehr Ärzte! Aber Du hast recht!
Allerdings, wenn die „Antimedizin“ die Lebenserwartung auf schon fast gesellschaftsschädigendes Niveau gehoben hat, kann sie ja so schlecht nicht sein. (Da sind auch die von Dir so wenig geschätzten Antibiotika zu nennen, die die Endokarditis mit Herzklappenfehlern als Folge der an sich harmlosen Angina auf ein Maß zurückgedrängt haben, wie es 10000 Jahre Schamanenmedizin und 200 Jahre Hahnemann nicht geschafft haben.)
Warum soll ich mir dann das Leben schwer machen. Für die schwierigen Fälle gibt’s ja zum Glück so schlaue wie Dich & Kollegen, die als Quereinsteiger zuvor in echten Hardcorestudiengängen ihr Hirn richtig trainiert und das labern gelernt haben.

Gruß
Peter

PS Auf Wiedersehen bei Deiner nächsten Physiologiefrage! :wink:

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…denn Streß und
Hektik konnte ich noch nie so gut haben.

*seufz* wieder mal die goldenen Zeiten… und Deine arme Frau mußte dann mit Messer und Stahl das Geld ins Haus bringen? :wink:

Gruß
Peter

(Da sind auch die von Dir so
wenig geschätzten Antibiotika zu nennen, die die Endokarditis

Hallo Peter,
Ich kann mich nicht erinnern, hier jemals die Antibiotika generell verteufelt zu haben.
Wenn einer meiner Patienten ein Antibiotikum benötigt schicke ich ihn umgehend zum Arzt, damit er es bekommt.
Ich verstehe also nicht, was du mir da unterstellen willst.
Das hohe Alter, das viele Menschen heute erreichen ist aber nun nicht wie du behauptest nur auf den medizinischen Fortschrittt zurückzuführen, sondern auch auf verbesserte hygienische Bedingungen und bessere Ernährung. Dafür produziert die moderne Medizin allerdings ein Heer von chronisch Kranken, um die sich dann die von euch wenig geschätzen Heilpraktiker kümmern dürfen.
Danke für die vielen Patienten
Gruß
KH

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Kasse oder privat?
Hallo Branden! Mal ganz ehrlich: konntest Du von diesem Hobby-Job wirklich leben? So schön ein Haus-Doc mit einer Unmenge Zeit ist, so toll die Vorstellung, dass er Körper-Geist-Seele als Ganzes sieht und therapiert, so hat er dennoch Kosten. Die müssen jeden Monat bezahlt werden, und wenn ich mir vorstelle mit Kassenzulassung bei 6 Pat. täglich die laufenden Kosten bestreiten zu wollen, kann ich das nur sehr sehr sehr schwer glauben. Verrätst Du mir mehr? Falls nicht, ist das aber auch okay. (oder per p-mail) Angelika

Hi!

Nun ist das mit den 2 - 3 Minuten pro Patient auch gar nicht
so schwierig.
Der Diabetiker bekommt ein Antidiabetikum,
der Hypertoniker ein Antihypertonikum,
der Allergiker ein Antihistaminikum,
der mit dem Fußpilz ein Antimykotikum,
der Rheumatiker ein Antirheumatikum
etc. etc., die Antiliste lässt sich beliebig fortsetzen.
Alle anderen bekommen ein Antibiotikum, Kortison oder Aspirin.
Antimedizin ist doch wirklich einfach und schnell gelernt.

Ach, haben deswegen die Heilpraktiker so hohe Todesraten?

Nu mal ehrlich, wäre Medizin so einfach, brauchte es dafür keine jahrelange Ausbildung. Nebenbei bemerkt ist deine Tabelle schlichtweg falsch. Gehst du nach deiner Liste vor, kannst du sicher sein, daß du bis zu etwa 80% deiner Patienten umbringst.
Es gibt nicht EIN Antihypertonikum, daß du jedem beliebigen Patienten geben kannst, da muß man schon sehr genau abwägen, sonst ist der Patient schwer geschädigt oder gar tot!
In der Heilkundlichen Medizin mag es so simpel sein, aber da braucht es auch keine lange oder intensive Ausbildung und nur ein minimales Wissen - schließlich kann das jeder…

Gruß,
Sharon

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Hi!

Wenn einer meiner Patienten ein Antibiotikum benötigt schicke
ich ihn umgehend zum Arzt, damit er es bekommt.

Das setzt aber voraus, daß man eine Infektion erkennt!
Bei grippalen Infekten kann es zweifelsfrei jeder Laie, bei anderen Dingen tun sich sogar Fachärzte schwer, es richtig zu erkennen. Zum Beispiel ist das in der Dermatologie nicht ganz einfach oder denke da an Infekte an Inneren Organen, die auch schon mal klinisch fast stumm verlaufen können.
Ich finde es ehrlich gesagt ziemlich anmaßend zu behaupten, man würde den Patienten sofort zum Arzt schicken, wenn man was sieht. (Dieser Satz war an deine Berufsgruppe allgemein gerichtet und nciht an dich persönlich :wink: ).

Ich sehe leider immer wieder Fälle von teilweise schweren Folgeerkrankungen und -schäden, weil diese Leute von Naturheilkundlern und Heilpraktikern völlig falsch und unzureichend „behandelt“ worden sind.
Erst letzte Woche wieder ein Diabetiker, der von einem Heilpraktiker auf Diät und Kräuter und Co. gesetzt wurde. Leider hatte der Mann Zuckerwerte von 400-500 (normal sind um die 100) und mittlerweile durch die tolle „Behandlung“ eine Retinopathie und daraus resultierend eine Restsehkraft von 10%! Ganz zu schweigen von den restlichen Schäden an Nieren und Gefäßen.
Oder den von mir immer zitierten Fall, wo ein (Haut-)Krebs wunderbar sichtbar wucherte und der Mann einfach vom Heilpraktiker mit obskuren Mitteln „behandelt“ wurde, und als er zu uns kam, konnten wir ihm nur noch das Sterben erleichtern…
Und das ist nur ein Beipiel von (leider viel zu) vielen.

Wenn man sich schon auf die Diagnosefähigkeiten von Heilpraktikern verlassen will, dann sollte dieser vorher ein Medizinstudium wenigstens abgeschlossen haben! Alles andere ist gemeingefährlich!

Dafür
produziert die moderne Medizin allerdings ein Heer von
chronisch Kranken,

Das stimmt auch nicht so ganz. Da spielen viel zu viele Faktoren eine Rolle. Sei es die „moderne“ Ernährung und Lebensweise, Schadstoffe der Industrie oder vieles andere mehr.
Die chronisch Kranken resultieren größtenteils aus der hohen Lebenserwartung. Das fiel früher nicht so auf, denn bis ein Krebs genügend oder überhaupt gewachsen war oder die Arterien durch falsche Ernährung verstopft waren, waren die Leute eh schon vorher gestorben. Somit hatten einige Erkrankungen gar nciht erst die Chance großartig auszubrechen.

Gruß,
Sharon

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