Schulter/Oberarm (Posting m. Magic)

Hallo Conni,

ich mußte erstmal im Archiv kramen…

Bei einem Impingement ist der sog. Subacromialraum deutlich verschmälert. Dies bedeutet, dass die Sehne (Supraspinatussehne), die bis zu einem Winkel von ca. 90 Grad für das seitliche Heben des Armes verantwortlich ist, am Schulterdach schleift. Dabei kann diese sich entzünden und zusätzliche Schmerzen u.a. durch Kalkanlagerung verursachen. Mit den Spritzen, die höchstwahrscheinlich Cortison enthalten, wird versucht, diese Entzündung zu minimieren.

Bei der OP wird nun der sog. Subacromialraum mit einer kleinen Fräse erweitert. Auch hier verweise ich wieder gerne auf die Seite meines ehemaligen Chefs http://www.ingenhoven.de .
Unsere OP-Ergebnisse waren durch die Bank gut und diese OP-Methode ist mehr oder weniger standardisiert (falls Du googeln willst - das ganze nennt sich „endoskopisch subacromiale Dekompression nach Neer und Gardner“).
Bei der Arthroskopie stellt sich dann auch heraus, ob noch weitere Defekte z.B. in der Sehne vorhanden sind. In der Regel kann man alles in einer Sitzung beheben.

Die Aussage Deiner Bekannten verwundert mich doch sehr. Wie Du auf der Webseite sehen kannst, ist die Klinik eine ambulante Tagesklinik. Ich kann mich erinnern, dass die Kassen sich gerne und oft quergestellt haben und den stationären Aufenthalt ohne Probleme übernommen haben. Solltest Du kein Risikopatient sein, spricht nichts gegen eine amb. OP. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass diese OP in einer Klinik mit orthopädischer Fachabteilung, die arthroskopisch operieren, NICHT durchgeführt wird. Erkundige Dich doch mal bei Kliniken in Deiner näheren Umgebung.

Die reine OP-Zeit beträgt etwa 45 Minuten, kann aber je nach Aufwand auch 1,5 Std. betragen. Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Klinik, in der ich jetzt arbeite, ca. 5 Tage, wenn die post-OP -Phase normal und komplikationslos verläuft.

Gruß, Jürgen

Hallo Conni,

welche Stütze meinst Du ??
Bei der ESD-OP wird lediglich ein Wundverband auf die 3 kleinen Schnitte gelegt.
Du kannst den Arm soweit bewegen, bis es schmerzt -dann wirst Du schon von alleine aufhören- zerstören kannst Du nichts.
Darüber hinaus solltest Du sogar vom ersten post-OP - Tag an Pendelübungen durchführen, damit es mit der Kapsel keine Probleme durch Inaktivität gibt. Ganz wichtig ist hier die Durchführung von Physiotherapie. Solltest Du den Eingriff ambulant durchführen lassen, mache in jedem Fall schon die ersten KG-Termine fest (ab 3 Tage nach der OP, natürlich in Absprache mit dem Operateur), sobald der OP-Termin feststeht.
Natürlich ist das Gelenk in den ersten Tagen gereizt, man hat ja nicht ständig OP-Instrument drin - außerdem wird sich noch Spülflüssigkeit in der Kapsel befinden, die für ein paar kleine Bewegungseinschränkungen sorgen kann. Deine Sorgen sind (erfahrungsgemäß aber verständlich) deutlich zu groß. Solltest Du die OP durchführen lassen, wirst Du mir bestimmt beipflichten.
Wenn Du Dich nicht zur OP entschließt, kann die ganze Sache im günstigsten (und unwahrscheinlichsten) Fall problemlos abheilen, was aber ein sehr langwieriger Prozeß ist.
Weitaus wahrscheinlicher wird aber sein, dass Du aufgrund der Schmerzen eine eingeschränkte Beweglichkeit des Armes haben wirst, was sekundär zu einer sog. Inaktivitäts-Arthrofibrose führen kannn. Hierbei verkleben sich einzelne Falten der Kapsel, so dass sie eine weitere Beweglichkeit der Schulter einschränken. Hier muß dann eine sog. Narkosemobilisation durchgeführt werden.
Ebenfalls denkbar wäre ein Defekt/oder sogar Riß der Supraspinatussehne.

Gruß, Jürgen

Hallo Conni,

Ich gehe jetzt mal Stichpunktartig auf Deine Antworten ein, da komischerweise Dein Text in dieser Antwort nicht erscheint.

Die sog. Thorax-Abduktionsschiene schlage Dir mal gaaanz schnell aus dem Kopf. Für diese OP wirst Du sie nicht mal in der Ferne sehen.

Wie bereits geschrieben, bin ich mir ziemlich sicher, dass die OP von einer orthopädischen Klinik in Deiner nahen Umgebung durchgeführt wird/werden kann.

Dein Zustand hat sich also in den 18 Monaten verschlechtert - so wie ich es befürchet und geschrieben habe. Eine Schonhaltung ist immer eine schlechte Möglichkeit. Ich weiss zwar nicht, wie alt Du bist, aber wenn ich in Deiner ViKa deine Hobbies ansehe, sollte bzw. MUSS es Ziel sein, die volle Beweglichkeit wiederherzustellen.

Eine Narkosemobilisation ist eine Problemlösung, aber keine Ursachenbekämpfung. Wie der Name schon sagt, wird der Pat. in Narkose gelegt, und die Schulter dann vom Operateur mit Kraft abduziert, so dass sich die verklebten Anteile der Kapsel voneinander lösen. Hierbei gibt es ein häßliches Geräusch…

Umgekehrt proportional zu diesem Geräusch (wenn man das so sagen kann…), sind die Patienten relativ schmerzfrei und haben einen sofortigen Erfolg.

ABER…in keinem Fall ist das eine Behebung des Impingementes.

Gruß, Jürgen