Wirklich nur ein wirksamer wirkstoff?

guten morgen liebe www-ler
bei einer freundin wurde (spät aber endlich) die diagnose „schwerer darmpilzbefall“ gestellt.
ihr wurde ein medikament mit dem wirkstoff nystatin verschrieben.
sie nahm es mehrere wochen ein und hielt sich auch streng an die verordnete diät. (nur nahm sie wohl fälschlich zuckerausstauschstoffe, das sie das auch nicht nehmen soll,darüber wurde sie nicht informiert)
bei einem neuen test wurden nun statt niedrigere, höhere werte (anzahl)festgestellt!!! :frowning:
sie bekommt das selbe präparat noch mal - hat aber verständlicherweise kein großes vertauen in seine wirkung. „es gibt nur diesen einen wirkstoff“ wurde ihr gesagt.

nun meine frage:
kennt jemand hier evtl. doch eine anderes wirksames präparat (das vllt. nich verschrieben wird weil zu teuer oder so?)
oder andere wirksame maßnahmen, die eine erfolgreiche behandlung unterstützen? diätmaßnahmen, naturheilmittel o.ä.
vielen dank!
liebe grüße croeti

Nach meinem Kenntnisstand ist es völliger Unsinn bei einer Candida-
„Mykose“ Nystatin oder andere Mittel zu verschreiben oder gar
einzunehmen. Zwar gibt es in sehr seltenen Fällen einer schwer
immunsupprimierten Krebs- oder Aidspatientin Anwendungen, die Sinn
machen. Im allgemeinen ist aber Candida oder „Pilze“ im Darm eben
völlig normal (also physiologisch) und hängt nicht mit den
wahrgenommenen Beschwerden zusammen. Das Du nun von „spät aber
endlich“ in der Diagnosestellung sprichst, entspricht meiner
Erfahrung, dass die „Leidenden“ (und ich spreche nicht den
Leidensdruck ab), etliche Diagnostiker suchen, bis einer so blöd ist
und das Nystatin verschreibt. Die Diagnostik der Bestimmung von
Candida im Stuhl ist völlig subjektiv und noch dazu sehr
unterschiedlich. Nach allem was man so in der Gastroenterologie weiss
besteht kein Zusammenhang zwischen der Anzahl der „Pilze“ und den
Beschwerden. Demenstprechend wird dann auch die Behandlung nicht
wirklich was ändern. Es ist ein sehr beliebtes Argument der
Verfechter einer solchen „Therapie“, das Diätfehler dafür die
Begründung wären. Aus meiner Sicht völliger Unsinn. Es liegt nicht am
Medikament oder an Zuckeraustauschstoffen, es liegt schlicht daran,
dass Candida völlig normal in unserem Darm und in unserem Stuhl
vorkommt. Und eben andere Gründe dafür verantwortlich sind, warum es
zu funktionellen psychosomatischen Störungen kommt. Aber die sind
eben eher psychogen bzw. in einem Wechselspiel von psycho-sozialen
und biologischen (Veranlagunge, Empfindlichkeiten des Darm)
begründet.

Häufig spielt aber eher das Gefühl, verstanden und behandelt zu
werden eine Rolle…

P.S.: Nein, ich möchte keine Diskussion mit den Anbietern von
Darmsarnierungen aus der paramedizinischen Szene. Schlimm genug, dass
es Ärzte gibt, die entgegen den Leitlinien der Gastroenterologie als
Teilgebiet der Inneren Medizin so einen Schwachsinn unterstützen.

MFG
Martin Winkler

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hallo
jetzt bin ich komplett irritiert!
mundsoor u.a. pilzerkrankungen werden doch auch medikamentös behandelt.
das die darmflora durch pilze u.a. bakterien eigentlich richtig „fluppt“ ist mir bekannt. ich verstehe ein größeres maß bestimmter pilze auch als ein „aus der waage“ geraten sein, was aber ggf. behandelt werden kann. (?)
wenn die ursache biologisch / genetisch wäre, hätte sie sicher schon früher beschwerden haben müssen, nicht erst seit ca. einem jahr.
*grübel*
grüßle croeti

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Hallo Croeti,
Auch wenn der Martin hier keine Diskussion wünscht, werde ich mich zu dem Thema äußern.
Richtig ist, dass eine gewissen Anzahl von Hefepilze im Darm heute als normal angesehen wird. Eine massive Besiedlung von Candida kann jedoch Probleme machen, u.a. durch die Verdrängung wichtiger physiologischer Darmbakterien.
Besonders bei allergischen Erkrankungen und Unverträglichkeiten erlebe ich immer wieder in meiner Praxis, dass sich nach einer gezielten Darmbehandlung (ich meine nicht die Standarddarmsanierung) das Beschwerdebild deutlich bessert.
Das Problem bei der Candidadiagnostik ist, das die Hefepilze nicht gleichmäßig über den Darm und dessen Inhalt verteilt sind. Das heißt, das dadurch die Diagnostik ungenau wird.
Dies könnte die vermeintliche Zunahme der Pilzbelastung erklären.
Es wird deshalb empfohlen, an mehrern Stellen kleine Proben zu nehmen und nicht nur ein größeres Stück. Die alleinige Behandlung mit Nystatin oder einem anderen Präparat macht wenig Sinn. Auch wenn die Behandlung erfolgreich ist und die Pilze stark reduziert werden,
so kommen sie genau so schnell wieder zurück, wenn keine begleitenden Maßnahmen durchgeführt werden (z.B. gezielte Substitution von physiologischen Darmbakterien).
Auch eine Diät ist nur begrenzt sinnvoll. Während der Behandlung sollte man nicht unbedingt die Pilze mit Zucker füttern aber man muss auch bedenken, dass Hefepilze sich nicht aushungern lassen. Ich weiss jetzt nicht, welche Beschwerden den Arzt veranlasst haben die Stuhluntersuchung machen zu lassen. Häufig wird dann aber aus Kostengründen nur auf
Pilze untersucht. Sinnvoller ist aber immer eine weitergehende mikrobiologische Untersuchung, denn es gibt ja einen Grund für eine massive Darmmykose.
Das die Meinung der Mediziner bezügl. Candida im Darm sehr unterschiedlich ist kannst du an der heftigen Reaktion von Martin sehen. Leider ist die Bedeutung der Darmgesundheit nicht allen Ärzten bekannt. Für viele ist es immer noch nichts weiter als ein langes Rohr, in dem unsere Nahrung verdaut wird. Die immense immunologische Bedeutung ist bei diesen Leuten genau so unbekannt, wie die Tatsache, das ein kranker Darm für viele Erkrankungen verantwortlich sein kann, bis hin zu psychischen Störungen.
Da Herr Martin Winkler keine Disussion wünscht, nehme ich an, das er sich zu diesem Thema auch nicht weiter äußern wird.
Noch mal kurz zu deiner Frage nach dem Wirkstoff.
Neben dem Nystatin gibt es z.B. den Wirkstoff „Amphotericin B“ der z.B. in dem Präparat Ampho-Moronal (Rezeptpflicht) enthalten ist.
Hoffe weitergeholfen zu haben
Gruß
KH

Hallo !

Es ist halt ein grosser Unterschied, ob es eine gefährliche Mykose
(Pilzerkrankung) ist und auch, wen es betrifft. Nicht jeder Pilz (und
auch nicht alle Bakterien) sind gefährlich für den Menschen. Und es
ist sicher auch so, dass das Verhältnis von „gesunden“ und pathogenen
Keimen oder Pilzen wichtig sein kann. Nur ist eben bei Candida die
Untersuchungstechnik und die daraus abgeleiteten Therapieempfehlungen
schlicht unlauter. Dazu wurden nun wiederholt von den Fachärzten
Stellungnahmen abgegeben. Leider werden die aber weniger zur Kenntnis
genommen, als eben Anbieter von vermeindlich seriösen Diagnostik- und
Therapieverfahren. Ein Link, der schon etwas älter ist fasst dies
zusammen :
http://gin.uibk.ac.at/thema/sportundernaehrung/darmp…

jetzt bin ich komplett irritiert!
mundsoor u.a. pilzerkrankungen werden doch auch medikamentös
behandelt.
das die darmflora durch pilze u.a. bakterien eigentlich
richtig „fluppt“ ist mir bekannt. ich verstehe ein größeres
maß bestimmter pilze auch als ein „aus der waage“ geraten
sein, was aber ggf. behandelt werden kann. (?)
wenn die ursache biologisch / genetisch wäre, hätte sie sicher
schon früher beschwerden haben müssen, nicht erst seit ca.
einem jahr.
*grübel*
grüßle croeti

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hallo
vielen dank! ein anhaltspunkt, der weiterhilft!
ich denke auch, das ein „durcheinander“ in der darmflora nicht zu unterschätzen ist. wie alles andere das aus dem gleichgewicht gerät auch krankheiten verursachen kann. find ich.
eine zusätzliche unterstützung könnte das symbioflor sein? das hat mein sohn mal bekommen, als er sehr viel antibiotika nehmen mußte und es hat den darm „saniert“ bzw. stabilisiert. denn wie man mir erklärte, kann antibiotika die darmflora extrem beeinflussen.
danke nochmal!
croeti

hallo
danke für den link.
ich persönlich glaube, dass man zwar nicht überbewerten soll ebensowenig aber auch nicht gänzlich ausschließen, dass pilze ursache für beschwerden sein können. an anderer stelle ( haut, schleimhäute )wird es nicht angezweifelt, daher gehe ich davon aus, das auch der darm negaiv beeinflußt werden kann und hilfe nötig ist.
grüßle croeti

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Hallo Croeti,
Ob Symbioflor in diesem Fall hilfreich ist kann ich so nicht sagen. Ich müsste erst einen differenzierten Stuhlbefund sehen, um das beurteilen zu können.
Gruß
KH

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hallo
ich habs „weitergereicht“ :wink: - in der nächsten woche hat sie sich zusätzlich einen termin bei einem heilpraktiker gemacht.
mal schauen… danke nochmal!
lieben gruss croeti