wieso wird eigentlich von Aerzten, Krankenkassenfunktionaeren und Politikern von einer „Aezteschwaemme“ geredet, wenn man sich grundsaetzlich mindestens einen Tag Urlaub fuer einen Arztbesuch nehmen muss, weil man trotz Termin z.B. beim Orthopaeden den Tag in einem total ueberfuellten Wartezimmer verbringen muss. Bei akuten Problemen (ohne Termin) unterhalb der Lebensgefahrengrenze wird man sogar wieder weggeschickt, weil der Arzt ohnehin ueberlastet waer.
Ich habe noch keinen Arzt gefunden, bei dem es sich als fatal erwiesen haette, wenn direkt im selben Gebaeude eine zweite Praxis der gleichen Art eroeffnet worden waere.
Ich finde, es ist eine Zumutung, wie man heutzutage als Patient abgefertigt wird. Denn nach der extremen Wartezeit folgt eine entsprechend schlampige, oberflaechliche oftmals sogar herablassende Behandlung.
Wer hat aehnliche oder andere Erfahrungen? Habe ich einfach nur Pech, bin ich ueberempfindlich oder ist es wirklich so schlimm?
Hallo, Jens,
Du bist nicht allein mit Deinem Frust - ob beim Kinderarzt, beim Gynäkologen, Hautarzt oder anderen, überall das gleiche Dilemma:
WARTEN !!
Mich nervt dabei am meisten, dass ich trotz Termin oft 2 Stunden und mehr warten musste - eine ganz tolle Taktik, damit das den Patienten erstmal nicht so auffällt ist meiner Erfahrung nach, dass man nicht nur im „Wartezimmer“ warten muss, sondern nach dem Aufruf in andere Räumlichkeiten abgestellt wird (je nachdem Behandlungsräume oder auch nur einfache Kabinen), in denen man dann nochmal Stunden verbringt, nur diesmal ohne Zeitschriften.
Ich kenne nur einen Arzt, der es schafft, seine Termine auf 10 Minuten einzuhalten(es sei denn, es kommt ein Notfall dazwischen, aber dafür habe ich ja Verständnis) !
Bei meinen Heilpraktiker musste ich maximal 5 Minuten warten…
Keine Ahnung, warum es anscheinend für die Aerzteschaft sooo schwer ist, Termine einzuhalten, ich weiss nicht, wieso sie überhaupt welche machen.
Mein Vorschlag wäre, im Wartezimmer Nummern auszugeben wie beim Arbeitsamt, oder Schilder wie in Vergügungsparks:
Ab hier 45 Minuten…
Lass Dich nicht irre machen, vielen anderen geht es ebenso wie Dir !!
wieso wird eigentlich von Aerzten,
Krankenkassenfunktionaeren und Politikern
von einer „Aezteschwaemme“ geredet, wenn
man sich grundsaetzlich mindestens einen
Tag Urlaub fuer einen Arztbesuch nehmen
muss, weil man trotz Termin z.B. beim
Orthopaeden den Tag in einem total
ueberfuellten Wartezimmer verbringen
muss. Bei akuten Problemen (ohne Termin)
unterhalb der Lebensgefahrengrenze wird
man sogar wieder weggeschickt, weil der
Arzt ohnehin ueberlastet waer.
Jens
Hallo Jens-so wie dir geht es den Meisten.Es ist hauptsächlich bei Fachärzten so. Deren Zulassung wird nach Einwohnerzahl von den Kasssen berechnet(und das oft knapp). Da halten es die Herren (u.Frauen)
oft nicht für nötig etwas organiosatorisch zu denken.Da sollen von 8.oo-12.oo Uhr z.B. 60 Patienten behandelt werde. Es werden 30 um 8.oo, und 30 um 9.oo Uhr einbestellt. Habe es selbst erlebt! Frag’ herum und such Dir einen anderen Arzt. Bei meinem Hausarzt muss keiner länger als 10 Min. warten,es sei denn ein Notfall tritt ein.Aber dann werden die Patienten informiert. Gehört meiner Aansicht nach nicht viel Intelligenz sondern nur guter Wille dazu.
Gruß Fritz
kleine Anmerkung…
bin zwar noch kein Arzt, habe auch nicht vor, mich niederzulassen, sollte ichs jemals sein, muß aber trotzdem was dazu sagen, weil das nicht nur bei niedergelassenen ein Problem ist:
die „ÄrzteschwEmme“ ist eine Erfindung der Kassen, die einerseits die Zahl der Ärzte pro Einwohnerzahl festlegt (und dabei immer knapper kalkuliert), andererseits dem einzelnen Arzt für die gleich Leistung immer weniger in Rechnung stellt.
Resultat:
Ärztearbeitslosigkeit
Überlastung der restlichen Ärzte
Konsequenz: die Masse machts.
der Doc oder auch das Krankenhaus muß immer mehr seine Kohle gegen seine Berufsethik abwägen.
Natürlich ist man als Patient sauer, wenn man beim Arzt lange warten muß (als Kassenpatient zumindest), natürlich findet man zuerst mal den Arzt daran schuldig, aber daß der gleiche Versorgungslevel bei immer mehr Einsparung im Gesundheitsbudget erhalten bleiben kann, ist ein Märchen, daß uns die Gesundheitspolitiker erzählen.
P.S: wußtet ihr schon, daß die Kontrolle von Leberflecken beim Hautarzt nicht mehr von der Kasse gezahlt wird… komisch, wenn man die steigenden Zahlen der Hautkrebsfälle kennt. Da braucht man dann entweder einen Arzt, der so verantwortungsvoll ist, die Untersuchung trotzdem und auf eigene Kappe zu machen, oder man berappt DM 39,90.
Sicher bin ich mir im klaren darüber, dass die Ärzte viel mehr Patienten in der gleichen Zeit durchschleusen müssen als früher, um den gleichen Verdienst zu haben, aber rechtfertigt das wirklich die langen Wartezeiten ???
Meiner Meinung nach ist das doch eher ein Organisationsproblem…
Gruß, Judith
Ich dachte, jetzt wo „aufwaendig“ geschrieben wird …
[…]
Konsequenz: die Masse machts.
der Doc oder auch das Krankenhaus muß
immer mehr seine Kohle gegen seine
Berufsethik abwägen.
Naja, ich habe nicht den Eindruck, als wuerde die Aerzteschaft am Hungertuche nagen. Insbesondere nicht die niedergelassenen. Am Krankenhaus (solange man nicht Chefarzt oder gar Professor ist) sieht die Sache anderes aus. Dort tun mir die Aerzte leid, die ja selbst am besten wissen, wie gesundheistschaedlich deren Arbeitszeiten sind
Ausserdem zwingt den Arzt auch niemand, desorganisiert und herablassend zu sein. Das kommt aber scheinbar mit dem Studium automatisch. Leserlich schreiben koennen nach erteilter Aprobation auch die wenigsten
Natürlich ist man als Patient sauer, wenn
man beim Arzt lange warten muß (als
Kassenpatient zumindest),
Ich bin uebrigens privat Versichert. Das bringt gar nichts. Allerdings kann ich auch zu solchen Aerzten gehen, die keinen Kassensegen haben. Doch das Bild vom herablassenden, desorganisierten Arzt trifft da leider genauso zu.
Wenn andere Berufsgruppen (mal von den Juristen abgesehen, die ja – aehnlich wie Aerzte – unantastbar sind) ihre Arbeit so erledigen wuerden, wie unsere Aerzte, dann wird es aber allerhochste Zeit, dass die KKW und Chemiebetriebe stillgelegt werden!
Hallo Jens und werte Mitleser,
Für die skurrilen Seiten des Gesundheitssystems hat Dr. Stratmann (nicht nur im Ruhrgebiet als Kollege und Kabarettist gut bekannt)oft plausible Erklärungen:
Wann man zum Doktor geht: „Nie freitags. Montags! Jeden Montag! Da sind die neuen Lesemappen da.“ Und das Wartezimmer proppevoll Leidensgenossen, um sich über Symptome auszutauschen.
MfG
Bernd
letzte woche is mir folgendes passiert: war mit meinem weibchen beim gyn wg. schwangerschaft und so, sind eine stunde zu spät drangekommen, ich hab dabei zwei anwesenheitspflichtige Vorlesungen verpasst, war stinksauer.
Was war los? Kaffeepause? Mittagsschlaf? - nee, die Doktorin hat sich einfach zeit für eine Tumorpatientin genommen (kannte ich zufällig aus der Gyn.-Vorlesung), während im wartezimmer eine mittlere Revolution ausgebrochen ist.
Da is mir folgender Gedanke gekommen: wenns länger dauert, liegt das bestimmt auch oft daran, daß sich ein doktor länger zeit für einen patienten nimmt, als er vorher gadacht hat. hm. passiert mir persönlich natürlich nicht so oft, aber ich hab gottseidank weder krebs noch einen herzfehler oder ein beschissenes stoffwechselleiden oder eine erbkrankheit oder rheuma, gicht etc., wenn ich mit meinen 25 jahren zum arzt gehe, dann sind es, mit dem übrigen „patientengut“ verglichen, meist nur lappalien.
ich denke, wenn man lange genug sucht, findet man bestimmt einen arzt, der einen genau pünktlich drannimmt - er wird einen aber auch pünktlich zum nächsten wieder rausschmeissen… nicht so ganz mein fall.
ich denke, es ist irgendwo was anderes, wenn ich zum arzt gehe oder zum friseur, oder nich?
P.S: wenn ihr wissen wollt, warum viele ärzte so unleserlich schreiben, schaut euch doch mal irgendeine vorlesung an. ich verbrauche pro woche ca einen college-block. da leidet die schrift zwangsläufig drunter.
Ich dachte, jetzt wo „aufwaendig“
geschrieben wird …
[…]
Konsequenz: die Masse machts.
der Doc oder auch das Krankenhaus muß
immer mehr seine Kohle gegen seine
Berufsethik abwägen.
Naja, ich habe nicht den Eindruck, als
wuerde die Aerzteschaft am Hungertuche
nagen. Insbesondere nicht die
niedergelassenen.
trotzdem haben die früher mal mehr verdient… ich glaub es fängt jeder das greinen an, der innerhalb von 5 jahren nur noch die hälfte verdient, egal wie viel das ist.
Am Krankenhaus (solange
man nicht Chefarzt oder gar Professor
ist) sieht die Sache anderes aus. Dort
tun mir die Aerzte leid, die ja selbst am
besten wissen, wie gesundheistschaedlich
deren Arbeitszeiten sind
die zeiten bei den niedergelassenen sind genauso mörderisch (im Durchschnitt)… ich könnte mich immer schief lachen, wenn grade irgendwo tarifverhandlungen sind… schade das es keine ärztegewerkschaft gibt oder die ärzte streikrecht haben…
Ausserdem zwingt den Arzt auch niemand,
desorganisiert und herablassend zu sein.
Das kommt aber scheinbar mit dem Studium
automatisch. Leserlich schreiben koennen
nach erteilter Aprobation auch die
wenigsten
das eine hat mit dem anderen wohl nix zu tun… verallgemeinerungen und vorurteile helfen auch niemandem weiter (es muß approbation heißen, hehe)
Natürlich ist man als Patient sauer, wenn
man beim Arzt lange warten muß (als
Kassenpatient zumindest),
Ich bin uebrigens privat Versichert. Das
bringt gar nichts. Allerdings kann ich
auch zu solchen Aerzten gehen, die keinen
Kassensegen haben. Doch das Bild vom
herablassenden, desorganisierten Arzt
trifft da leider genauso zu.
Wenn andere Berufsgruppen (mal von den
Juristen abgesehen, die ja – aehnlich
wie Aerzte – unantastbar sind) ihre
Arbeit so erledigen wuerden, wie unsere
Aerzte, dann wird es aber allerhochste
Zeit, dass die KKW und Chemiebetriebe
stillgelegt werden!