Wann Langzeit-EKG, wann Langzeit-Blutdruck?

Hallo www-ler,

konkret geht es darum, dass ich wegen leichter Herzrhytmus-Störungen zum
Kardiologen überwiesen wurde. Der Termin ist Anfang nächster Woche. Der
Sportarzt, bei dem ich war, hat auf seinem „Maßnahmen“-Blatt nun auch
Langzeit-Blutdruck stehen - was mich wundert, denn mein Blutdruck ist ganz
unauffällig. Ein Langzeit-EKG scheint mir da doch logischer, oder?

Macht denn eine Langzeit-Blutdruck-Messung Sinn? Wie würdet ihr das beurteilen?

Grüße
Christine

Hallo Christine, Herzschlag und Blutfruck hängen eng miteinander zusammen, dass das EKG auffällig ist, scheint dem Arzt schon bekannt zu sein, nun will er wissen warum. Dazu ist auch ein LZ-Blutdruck sinnvoll, denn ein schnellerer Herzschlag kann mit einem Blutdruckabfall zusammenhängen. Wenn man zB. ohnmächtig ist, weil der Kreislauf zusammengebrochen ist (-> Blutdruck niedrig), hat man im allgemeinen einen sehr schnellen Puls, weil das Herz versucht, schnell wieder Blut ins Kreislaufsystem zu pumpen.
Nur weil dein Kreislauf beim Arzt unaufällig ist, heißt es nicht, dass er es auch über den ganzen Tag so ist. Du kannst nämlich einen Blutdruckanstieg durch die Aufregung beim Arztbesuch haben (sei es weil du Angst vor ihm hast oder weil du ärgerlich bist, dass Du solange warten musstest, etc.)Das nennt sich sogar ganz offiziell Weißkittelblutdruck.
Wenn du jetzt zB. einen Durchschnitts-Blutdruck von 60/100 hast und einen Weißkittelzuschlag von 20 jeweils hast, misst der Arzt 80/120,also einen normalen, nicht krankhaften Wert, der aber falsch ist. Drum LZ-Nlutdruck.

LZ-EKG nimmt man, wenn man Herzrythmusstörungen über den Tag verteilt sehen möchte (also zB. unter Belastung, wie Gartenarbeit, Sport, oder Bürostress und im Gegensatz dazu im Schlaf, abends vor der Glotze etc.)Meist wenn ein drohender Herzinfarkt vorhergesehen werden soll. „Leichte“ Herz-Rythmusstörungen gehören hier sicher nicht rein. Aber wenn das Normale EkG schon stärkere oder bei mehreren Arztbesuchen unterschiedlichen Abweichungen zeigt, dann ist ein LZ-EKG sinnvoll.

Hoffe ich konnte helfen
Schöne Grüße Susanne

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Hallo Susanne,

das hast du gut beschrieben. Ich möchte lediglich ergänzend erwähnen, dass auch Blutdruckspitzen Auslöser für verschiedene kardiale Arrhythmien sein können. Ebenso wie eine Hypotonie können auch bisher unerkannte Blutdruckspitzen bei sporadischer Messung durch das Raster fallen. Auch aus diesem Grund ist die Langzeit-Blutdruckmessung angebracht. Wenn der Arzt bereits die Art der Arrhythmie und deren ungefähre Häufigkeit kennt, bringt ein Langzeit-EKG, wie du bereits gesagt hast, wahrscheinlich keine neuen Erkenntnisse.

Lieben Gruß
Huttatta

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