Fasten

Hallo,

kann man von Fasten reden, wenn man wöchentlich 40 Std. auf feste Nahrung verzichtet und nur trinkt (Gemüsesaft, Wasser, Fastentee) ?

Macht es Sinn einmal wöchentlich für 1-2 Tage zu fasten um den Darm zu entlasten und zu entschlacken ? Wie oft sollte man fasten ?

Gruß
Balthasar

Hi Balthasar,

der Darm will gar nicht entlastet werden…es ist seine Aufgabe zu verdauen.
Um es mal krass zu formulieren - man hält ja auch nicht die Luft an um die Lunge zu entlasten.

Fasten halte ich für problematisch weil es die Leber in absoluten Stress versetzt, durch das Hungern wird ja nicht nur Fett, sondern auch Muskelmasse abgebaut und die Leber muß dass dann alles verstoffwechseln.
Des weiteren werden vor dem Fasten von vielen Ratgebern massive Abführmassnahmen empfohlen die die Darmflora schädigen.

Ich denke wenn man was für die Gesundheit tun will sollte man sich auf eine ausgewogene Kost einstellen wie es jetzt überall propagiert wird. Und vor allem viel trinken und „Frischzeug“ essen - das macht dem Darm Freude (:smile:)

Viele Grüße

Sue

Um es mal krass zu formulieren - man hält ja auch nicht die
Luft an um die Lunge zu entlasten.

Fasten halte ich für problematisch weil es die Leber in
absoluten Stress versetzt, durch das Hungern wird ja nicht nur
Fett, sondern auch Muskelmasse abgebaut und die Leber muß dass
dann alles verstoffwechseln.

Klasse, Sue, Sternchen! Endlich mal ne kompetente Antwort!
Gruß, Branden

Hallo Balthasar,

so wie Du das beschreibst, ist es nicht sinnvoll, denn der Körper kommt mit dem normalen Eßrhythmus durchaus gut zurecht, und indem Du auf gesunde Ernährung achtest, gewinnst Du mehr. Wahrscheinlich ist es auch gesünder, das Leben zwar bewußt, aber doch in vollen Zügen zu genießen, anstatt sich ohne klar fundierte Begründung solche dauernde Beschränkungen aufzuerlegen.

Etwas anderes ist es mit einer Fastenzeit einmal im Jahr, die mindestens eine Woche dauern sollte. Damit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht: ausgezeichnetes körperliches und verbessertes seelisches Wohlbefinden, überhaupt eine schöne, intensive Erfahrung. Es ist aber wichtig, sich dabei genau an eine bestimmte Vorgehensweise zu halten, wie sie in z. B. Büchern von Helmut Lützner oder Otto Buchinger beschrieben ist, außerdem sich vorher untersuchen zu lassen (von einem Arzt, der das Fasten grundsätzlich befürwortet).

Ich möchte Dir auch empfehlen, wenn Du solches vorhast, es nicht alleine zu machen, sondern in einer von einem ausgebildeten Fastenleiter geführten Gruppe.

Ich weiß, daß es unter den Ärzten Befürworter und Gegner gibt. Das ist dann wohl nicht zuletzt eine Frage der eigenen Erfahrung.

Grüße,

I.

Hi,

einmal wöchentlich will ich fortfahren damit zur Stärkung der Willenskraft.

Ab und zu habe ich auch überhaupt keinen Hunger. Ich als Yogi ernähre ich sehr gesund. Yogis fasten in erster Linie, um den Geist und die Sinne zu kontrollieren, aber auch um den Körper zu reinigen (trotz gesunder Erährung) und zu verjüngen. Gönnt man dem Verdauungsprozeß eine Pause, so wird die Energie für die geistige Entwicklung und zur Selbstheilung freigesetzt.

Ein Tag/Woche ist unproblematisch.

Gruß
B.

Hallo Balthasar,

Du hast damit natürlich recht, einen Tag pro Woche zu fasten ist unproblematisch. Ich möchte auf Deine Ausgangsfrage zurückkommen: kann man bei 40 Stunden Nahrungskarenz von Fasten sprechen?

Rein dem Wortsinn nach natürlich. Von der Physiologie her wird es aber erst nach einigen Tagen „interessant“.

In den ersten Tagen (1 - 3 Tage) verbraucht der Körper vor allem das Glykogen, eine stärkeähnliche Kohlehydrat-Speicherform („tierische Stärke“). Das Glykogen ist vor allem in der Leber gespeichert. Erst dann gewinnt der Körper seine benötigte Energie aus dem Körperfett, später auch aus dem Muskeleiweiß.

Es findet eine Umstellung des Energiestoffwechsels statt. Es fällt der Energieverbrauch durch Nahrungsverdauung und -verwertung weg (das macht immerhin ein Drittel des Gesamtumsatzes aus). Auch die restlichen Körperfunktionen werden eher auf Sparflamme gefahren, was sich z. B. in vermehrter Kälteempfindlichkeit zeigt.

Diese Umstellung benötigt aber einige Tage. Danach kann der Gesunde problemlos eine oder zwei Wochen weiterfasten, allerdings unter Beachtung notwendiger Vorgangsweisen: regelmäßige Darmreinigung, viel Bewegung, ausreichende Möglichkeiten zu Ruhephasen, viel trinken. Ganz wichtig ist dann der langsame Einstieg in das Essen nach dem Fasten (die Aufbautage).

Nicht zuletzt bringt das Fasten das seelische Kräftegleichgewicht in Bewegung, und damit umzugehen, ist die eigentliche Aufgabe beim Fasten. Da all dies für viele schwierig ist, ist es ratsam, nicht alleine zu fasten.

Von der Physiologie her gesehen sind also ein Tag Nahrungsenthaltung noch kein wirkliches Fasten.

einmal wöchentlich will ich fortfahren damit zur Stärkung der
Willenskraft.

Ab und zu habe ich auch überhaupt keinen Hunger. Ich als Yogi
ernähre ich sehr gesund. Yogis fasten in erster Linie, um den
Geist und die Sinne zu kontrollieren.

Das ist sehr interessant. Allerdings frage ich mich, ob die real existierenden Aufgaben, die das Leben an einen heranträgt und die man sich selbst stellen kann, nicht ohnehin in ausreichendem Maß Gelegenheit zur Schulung der Willenskraft bieten oder sich dafür nutzen lassen. Ein Freund von mir drückte es einmal so aus: „der Yoga, den das Leben schreibt“.

Und ich frage mich auch, wenn Du eh oft keinen Hunger hast, die Nahrungsenthaltung Dir also nicht schwer zu fallen scheint, worin besteht dann die Stärkung Deiner Willenskraft?

Grüße,

I.

Hallo,
nur dazu

Das Glykogen ist vor allem in der Leber gespeichert.

bei einem sehr „schmächtigen“ Menschen evtl. Ansonsten ist deutlich mehr Glykogen in der Muskulatur, als in der Leber gespeichert.

Erst dann gewinnt der Körper seine benötigte Energie aus dem Körperfett,
später auch aus dem Muskeleiweiß.

Unabhängig von der Belastung ? Körperfett wird jeder Zeit bei einem Defizit verstoffwechselt, Muskeleiweiß nennenswert, nachdem der Körper sich „gestreßt“ fühlt (s.h. Kortisol).

Gruss
Enno