Allergieschock - wie kommts da zum Koma?

Hallo,

ich hab über drei Ecken von einer Bekannten erfahren, die mit 50 Jahren aufgrund eines Wespenstiches in den Rücken nun im Koma liegen soll.
Sie ist allergisch auf das Wespengift, war ihr wohl auch bekannt, nur sie hatte ihr Notfallpaket nicht in Reichweite.

Nach dem Stich soll sie ziemlich schnell umgekippt sein und das Bewusstsein verloren haben, bis dann der Notarzt endlich kam. Danach hat man sie ins Krankenhaus verfrachtet und nun liegt sie seit 3 Wochen im Koma, hat wohl - nach Aussage ihres Mannes - die Augen offen, reagiert aber auf gar nichts, muss künstlich ernährt werden, redet nicht.

Jetzt würde mich mal interessieren, was bei so einem „Allergieschock“ passieren kann, dass man da ins Koma fällt?
Ist da das Gehirn irgendwie unterversorgt mit Sauerstoff, dass man da jetzt so „endet“?

Weiter unten im Posting bzgl. Wespen hatte jemand geschrieben, beim anaphylaktischen Schock handele es sich um eine lebensbedrohliche Kreislaufstörung.
Aber hat das so Auswirkungen aufs Gehirn, dass man dann ins Koma fällt und evtl. bleibende Schäden wegen Unterversorgung (?) behält?

Was ist an der „lebensbedrohlichen Kreislaufstörung“ lebensbedrohlich, in welcher Weise?

Danke.
mipiace

Hi mipiace!

Gut, daß die wespenfreie Zeit bald beginnt! :wink:
Wie bei allen Schockformen kann es auch beim anaphylaktischen Schock im Endeffekt zu so einem starken Blutdruckabfall kommen, daß lebenswichtige Organe nicht mehr genügend durchblutet werden. Beim allergischen Schock sorgen dafür unter anderem Gewebshormone, zum Beispiel Histamin, die abrupt die Blutgefäße weiten, so daß der erforderliche Druck nicht mehr aufrechterhalten wird. Zusätzlich kann es zu Verlegung der Atemwege kommen.
In der Folge werden die Gewebe nicht mehr genügend mit Sauerstoff versorgt und stellen die Funktion ein. Leider gehört das Gehirn zu den Organen mit der niedrigsten Toleranz für Sauerstoffmangel, wobei die Regionen, die das bloße Überleben sichern noch relativ widerstandsfähig sind.
Wird der Patient also zu spät versorgt, kann es sein, daß die Hirnregionen, die für „höhere Aufgaben“ zuständig sind bereits abgestorben sind, während die lebenserhaltenden Zentren die Funktion noch aufrechterhalten.
Dies ist auch zu beobachten bei Patienten, die nach Herzstillstand zu spät reanimiert werden. Was solche Leute noch vom Leben mitkriegen, kann, glaube ich, niemand verläßlich sagen.

Gruß
Peter