Gicht

Hallo liebe Experten,

ich bin ein Betroffener und würde mich freuen, wenn Ihr mir mit einem Tip helfen könntet.
Meinen ersten Gichtanfall hatte ich vor 7 Wochen. Er überraschte mich sehr und rührte eindeutig her vom - zu - guten Essen und Wein hier in Frankreich.
Ich habe außer der Behandlung mit Colchimax mein Leben seitdem drastisch geändert (kein Alkohol, kontinuierliche Gewichtsreduktion, Einhaltung der Vorschriften hinsichtlich Puringehalt in Speisen etc.
Dennoch hatte ich noch 2 weitere Anfälle seitdem und habe auch jetzt wieder Beschwerden, was mich arg irritiert, da ich dachte, daß ich nach Abschluß meiner „Therapie“ wieder - wenn auch in Maßen - normal essen und trinken könnte.
Könnt Ihr mir sagen, ob eine so langwierige Auseinandersetzung mit dieser Krankheit normal ist bzw. wie lange die Rückkehr zum „normalen“ Leben dauert?
Meine Blutwerte waren übrigens ziemlich o.k. (acide urique 80.2 mg/l und 477.2 umol/l, was immer das heißt.

Vielen Dank für Eure Hilfe und herzliche Grüße aus Frankreich

Jochem Pfriem

Hi Jochen,

Deine Harnsäurewerte sind nicht normal, wie Du in dem Link weiter unten entnehmen kannst.

Weil ich Dich nicht ganz im Regen stehen lassen wollte, kriegste doch noch einen Link :wink:

http://www.med4you.at/laborbefunde/lbef_harnsaeure.htm

Die Ernährung ist bei Gicht dauerhaft umzustellen…das heisst, sobald Du in Deine alte Verhaltensweise zurückfällst auch wieder die alten Probleme haben wirst.

Gruß
Maja

Hallo lieber Jochen,

Selbst von der Gicht geplagt weiß ich aber, daß jede drastische Ernährungsumstellung weitere Gichtanfälle auslösen kann.
Du bist zwar mit Deiner Ernährung auf dem richtigen Weg (und viel konsequenter als ich, **SEUFZ**) aber Gicht ist heimtückisch.
Schau mal bei google nach, da gibt´s jede Menge fachlichen Rat.
Und nimm den Harnsäureblocker, falss dein Arzt das verordnet hat. Bei mir ist das Allopurinol, eine halbe 300er jeden Tag.

Gruß
Bernd

ich bin ein Betroffener und würde mich freuen, wenn Ihr mir
mit einem Tip helfen könntet.
Meinen ersten Gichtanfall hatte ich vor 7 Wochen. Er
überraschte mich sehr und rührte eindeutig her vom - zu -
guten Essen und Wein hier in Frankreich.
Ich habe außer der Behandlung mit Colchimax mein Leben seitdem
drastisch geändert (kein Alkohol, kontinuierliche
Gewichtsreduktion, Einhaltung der Vorschriften hinsichtlich
Puringehalt in Speisen etc.
Dennoch hatte ich noch 2 weitere Anfälle seitdem und habe auch
jetzt wieder Beschwerden, was mich arg irritiert, da ich
dachte, daß ich nach Abschluß meiner „Therapie“ wieder - wenn
auch in Maßen - normal essen und trinken könnte.
Könnt Ihr mir sagen, ob eine so langwierige Auseinandersetzung
mit dieser Krankheit normal ist bzw. wie lange die Rückkehr
zum „normalen“ Leben dauert?
Meine Blutwerte waren übrigens ziemlich o.k. (acide urique
80.2 mg/l und 477.2 umol/l, was immer das heißt.

Vielen Dank für Eure Hilfe und herzliche Grüße aus Frankreich

Jochem Pfriem

Hallo Jochem
Ich fürchte, ich kann Dir da nicht allzu große Freude machen: Die GICHT, also der schmerzhafte „Endzustand“ einer jahrelangen Harnsäure-Erhöhung, beruht ja nun leider auf Zerstörung der Gelenke (oft beginnend an der großen Zehe, aber auch anderen Extremitätengelenken) und ist sozusagen irreversibel, jedenfalls im großen und ganzen.
Trotzdem ist es natürlich absolut sinnvoll und notwendig, weiterhin das neue, vernünftigere Essverhalten beizubehalten und ggf. auch die harnsäuresenkende Medikation, damit nicht weitere Gelenke durch Harnsäurekristallisation kaputt gehen.
Gruß, Branden

Hallo Jochem,
wie ja schon von den anderen erwähnt ist Gicht eine chronische Krankheit.
Am häufigsten ist das Problem, das die Nieren nur eine bestimmte Menge Säure (und eben auch Harnsäure) ausscheiden können und wenn man sich so ernährt, daß relativ viel Säure (insbesondere Harnsäure) im Stoffwechsel anfällt, dann lagert sich die Harnsäure als Kristalle in Gelenken, Haut und Organen ab.

Unbehandelt führt die heute Hyperurikämie genannte Krankheit (weil das Problem eben nicht der akute Schmerz, sondern der Bluspiegel ist) zur chronischen Gicht. Und das ist kein Spaß, die zu haben.

Das heißt ist die Gicht einmal entdeckt (entweder durch einen erhöhten Harnsäurespiegel oder durch einen Gichtanfall) dann muß man den Rest seines Lebens damit verbringen und auf sich achten.

Erleichterung bringt eine Ernährungsumstellung und entsprechende Medikamente.
Zusätzlich kann man auch homöopathisch behandeln. Damit lassen sich häufig die Dosierungen der schulmedizinischen Medikamente reduzieren oder ausschleichen.
Auf die besondere Diät kann man in der Regel nie mehr verzichten und regelmäßige Kontrolle des Blutspiegels (ist besonders wenn man keine Medikamente nimmt) unersetzlich.

Gruß und sei tapfer
Kerstin

Hi Kerstin,

man kann dem ganzen auch homöopathisch unter die Arme greifen? Das interessiert mich genauer…alldiweil wenn man allergisch gegen Allopurinol ist, bleibt nicht merh viel…ausser Diät natürlich.
Könntest Du Dich dazu nochmal näher äussern?

Danke und Gruß
Maja

homöopathisch Behandlung von Gicht?
Hallo Maja.

Da die Homöopathie eine Regulationstherapie ist, und bei Gicht die Regulation der Ausscheidung der Harnsäure über die Nieren gestört ist, ist diese Krankheit für die Homöopathie auf die eine oder andere Weise gut zu beeinflußen.

Es gibt verschiedene Ansätze Gicht bzw. die Veranlagung oder die Blutwerterhöhung homöopathisch zu behandeln.

  1. im akuten Anfall:
    da gibt es viele bewährte Mittel, denn die Homöopahtie ist älter als Allopurinol und die Heiler mußten den Leuten ja irgendwie helfen.

  2. rein symptomatisch:
    das heißt man guckt weniger auf die Geschichte des Menschen, als auf die Tatsache, da ist Gicht und der Mensch geht da so und so mit um… Da gibt es auch mehrere Mittel. Ist aber irgendwie nicht meine Richtung, weil mir Gemütssymptomatik nicht so zugänglich ist, in ihrer Interpretation.

  3. organotrop (was soviel heißt wie "aufs Organ einwirkend):
    auch hier gibt es eine lange Geschichte von Homöopathen, die in dieser Richtung gearbeitet haben. Mittel die hierbei interessant sind, sind z.B. Urea, Urtica urens o.ä. Da müßte man im einzelnen gucken. Diese Art der Behandlung wird entweder unterstützend bei 4. eingesetzt oder wenn der Patient nichts weiter will, als seine Gicht sich erleichtern, aber sich nicht wirklich grundlegend behandeln lassen.

  4. grundlegend:
    da gibt es verschiedene Richtungen (einige zählen 2. auch dazu), meine bevorzugte könnte man als klinisch und miasmenzentriert bezeichnen.
    Miasmen sind grundlegende Krankheitsideen. Und eines davon, Hahnemann hat das als Sykose bezeichnet, bringt Gicht hervor und die Menschen, deren zentrale Krankheitsidee das ist, sind auch oft allergisch.
    Mittel aus dieser Richtung können aber nur nach einer ausführlichen Anamnese mit Fragebogen, dem Erstellen einer Chronologie unter Einbeziehung der Krankheiten und Todesarten der Blutsverwandschaft und einer erfolgreichen Suche nach dem roten Faden in der Geschichte (vielleicht gibt es noch mehr, was gab es für Manipulationen) verschrieben werden. Dazu braucht es halt einen Homöopathen, der in dieser Richtung arbeitet.

Ich hoffe, dir geholfen zu haben.
Mehr gerne hier oder per mail
Gruß
Kerstin

Hi Kerstin,

ich würde schon gerne mehr darüber erfahren…da ich mich nämlich selbst mit überhöhten Werten herumplage, und bisher nur diätisch gagegenwirken kann :frowning:

Danke und Gruß
Maja

Hallo Maja,
ja kann ich verstehen, würde mir genauso gehen, selbst wenn ich Allipurinol vertragen würde, würde ich wissen wollen, was man grundsätzlicher machen kann.

Zwei Möglicheiten:

  • die optimale: du suchst dir (vielleicht kann ich dir ja jemanden empfehlen) einen guten Homöopathen in deiner Nähe und dieser behandelt dich grundsätzlich
  • die unteroptimale, aber ausprobierfähige: wir mailen uns ein paar mal hin und her und ich guck mal, welches organotrope Mittel dir hilfreich sein könnte. Ersetzt im Grunde nicht die erste Option, kann das ganze aber erstmal beruhigen.

Kannst du dir ja überlegen.
Gruß
Kerstin