Zucker und Krebszellen

Guten Morgen,
habe gerade gelesen, dass Krebszellen Zucker 10x so schnell verarbeiten wie gesunde Zellen. Kann man daraus folgern, dass Krebszellen den Zucker brauchen und somit Leute, die kaum oder keinen Zucker essen weniger krebsgefährdet sind?

Sonnigen Grüße aus München
Astrid

Tach Astrid,

habe gerade gelesen, dass Krebszellen Zucker 10x so schnell
verarbeiten wie gesunde Zellen. Kann man daraus folgern, dass
Krebszellen den Zucker brauchen und somit Leute, die kaum oder
keinen Zucker essen weniger krebsgefährdet sind?

Gehirnzellen können ausschließlich aus Zucker Energie gewinnen, heißt das, daß Menschen die keinen Zucker essen weniger denken?

Nun, so einfach ist die Sache nun doch nicht.

Nur aus der Tatsache, daß Krebszellen den Zucker schneller verarbeiten, bzw. einen größeren Bedarf haben kann man nicht den Schluß ziehen, den Du geschlossen hast. Krebszellen wachsen z.B wesentlich schneller als gesunde.
Muskelzellen verbrauchen wesentlich mehr Zucker als z.B. Bindegewebszellen etc.

M.E. ist Dein Gedanke nicht ganz so richtig.

Gandalf

Hi Astrid!

Ich kenne diese Untersuchung nicht, aber ich würde vermuten, daß Krebszellen alles was sie „kriegen“ können schneller verwerten als normale Zellen.
Außerdem macht sich der Körper den Zucker den er benötigt bei Bedarf sowieso selber, so daß der Spiegel relativ konstant ist. Da zudem alles was Kohlenhydrate sind vom Körper als „Zucker“ aufgenommen wird, sieht bei entsprechender Ernährungsumstellung der Speiseplan recht mau aus.

Gruß
Peter

Hallo, Peter,

Ich kenne diese Untersuchung nicht,

http://www.nuklearmedizin.de/pat_info/nuk_online/glo…

"PET (Positronen-Emissions-Tomographie)
Die PET ist eine Emissions-Computertomographie, bei der so genannte Positronenstrahler zur Markierung der Radiopharmaka verwendet werden. Diese Positronenstrahler haben den Vorteil, dass anstelle eines einzelnen Photons jeweils ein Paar von zwei Photonen unter einem festen Winkel von 180 Grad zueinander ausgesendet werden. Beide Photonen fliegen also gleichzeitig in entgegengesetzte Richtungen. Und nur wenn zwei diametral gegenüber angeordnete Detektoren je eins der Photonen gleichzeitig (koinzident) messen, wird ein Signal registriert. Der Emissionsort des Photonenpaares kann also nur auf der Verbindungslinie der beiden Detektoren gelegen haben. Dies ist gegenüber der SPECT eine ganz wesentliche zusätzliche Information.

Außerdem handelt es sich bei den Positronenstrahlern um so genannte physiologische Tracer, also um Verbindungen, die Bestandteil des natürlichen Körperstoffwechsels sind. Im Falle der FDG-PET, also der PET mit Fluor-18 markierter Glukose (Traubenzucker), lässt sich auf diese Weise zum Beispiel – je nach Fragestellung – der Zuckerstoffwechsel des untersuchten Organs oder des ganzen Körpers sichtbar machen. Einige Anwendungsbereiche für die FDG-PET sind die Krebsdiagnostik (Krebszellen haben gegenüber gesunden Zellen einen erhöhten Zuckerstoffwechsel), die Entzündungsdiagnostik (auch hier ist der Zuckerumsatz erhöht) und Untersuchungen des Gehirns (in aktiven Bereichen des Gehirns ist der Zuckerstoffwechsel erhöht)"

Gruß
karin

Hallo,

habe gerade gelesen, dass Krebszellen Zucker 10x so schnell
verarbeiten wie gesunde Zellen. Kann man daraus folgern, dass
Krebszellen den Zucker brauchen und somit Leute, die kaum oder
keinen Zucker essen weniger krebsgefährdet sind?

Nein, kann man nicht. Die ursprüngliche Aussage bezieht sich nur auf die Stoffwechselrate bzgl. Zucker. Es gibt keine Aussage zu Stoffwechselraten bzgl. anderen Energieträgern. Dh es liegen nicht genügend Infos vor, um den von dir genannten Schluss zu ziehen.

Gruss, Niels