Servus,
warum versterben die meisten Patienten, die eine akute Lungenembolie bekommen?
An der Hypoxämie/Hypoxie kann’s ja eigentlich überhaupt nicht liegen, da man z.B. nach Entfernung eines Lungenflügels auch noch leben kann.
Steigender Druck im pulmonalen System? Sollten die nicht durchbluteten Kapillaren bei einem Druckanstieg nicht relativ schnell „aufgehen“ und der pulmonale Druck also sofort wieder sinken - also nur eine kurze Rechtherzbelastung?
Wo genau ist das - tödliche - Problem. Der Pathomechanismus ansich ist mir völig klar. ABER WARUM STERBEN DIE MEHRZAHL DER PATIENTEN? AN WAS?
Servus,
Servus Ché,
warum versterben die meisten Patienten, die eine akute
Lungenembolie bekommen?
mit „die meisten“ kann ich mich nicht so recht anfreunden…Eine genaue Statistik wird es auch kaum geben.
Außerdem ist eine Lungenembolie wie jede andere Embolie auch, immer akut, bzw. wird es mit deren Symptomatik. Es hängt sehr von der
Ursache (verschleppter Thrombus, Fett und Gewebetrümmer, Luft etc.)und vom Verlauf ab. Die Frage bezieht sich also eher auf die Häufigkeit der malignen oder auch fulminanten Lungenembolie.
An der Hypoxämie/Hypoxie kann’s ja eigentlich überhaupt nicht
liegen, da man z.B. nach Entfernung eines Lungenflügels auch
noch leben kann.
Steigender Druck im pulmonalen System? Sollten die nicht
durchbluteten Kapillaren bei einem Druckanstieg nicht relativ
schnell „aufgehen“ und der pulmonale Druck also sofort wieder
sinken - also nur eine kurze Rechtherzbelastung?
Wo genau ist das - tödliche - Problem. Der Pathomechanismus
ansich ist mir völig klar. ABER WARUM STERBEN DIE MEHRZAHL DER
PATIENTEN? AN WAS?
Zur „Mehrzahl“ habe ich ja schon etwas geschrieben. Der letale Ausgang der Embolie ist auch immer abhängig vom Zeitpunkt des Eintritts (Symtomatik) bis zum Zeitpunkt der Therapiemöglichkeit. Wenn der Embolus so groß ist, bzw. der Verschluß zu große Bezirke betrifft, kann es unter Umständen sein, dass es selbst mit sofortigen Lysemaßnahmen (medikamentöse Auflösung) nicht immer möglich ist, z.B. eine Fettembolie erfolgreich zu therapieren.
Da kann der Patient auf dem OP-Tisch liegen…
Todesursache, Du hast es schon selbst geschrieben: Akute Sauerstoffunterversorgung (Hypoxie)!
Gruß, Rollifern
Servus,
warum versterben die meisten Patienten, die eine akute
Lungenembolie bekommen?
Also über deine statistischen zahlen konnte ich nichts finden. aber du fragst ja auch nicht nach der unbedingten richtigkeit der prozentzahlen…
An der Hypoxämie/Hypoxie kann’s ja eigentlich überhaupt nicht
liegen, da man z.B. nach Entfernung eines Lungenflügels auch
noch leben kann.
richtig!!! dem liegt aber meist kein derart akutes ereignis zugrunde. Du scheinst dich hier aber eindeutig auf die fulminante lungenembolie zu beziehen…
Steigender Druck im pulmonalen System? Sollten die nicht
durchbluteten Kapillaren bei einem Druckanstieg nicht relativ
schnell „aufgehen“ und der pulmonale Druck also sofort wieder
sinken - also nur eine kurze Rechtherzbelastung?
Wo genau ist das - tödliche - Problem. Der Pathomechanismus
ansich ist mir völig klar. ABER WARUM STERBEN DIE MEHRZAHL DER
PATIENTEN? AN WAS?
Also: man stirbt soz. an einem akuten COR PULMONALE
Bei einer sog. Schrapnellschuß-embolie werden >85% des gefäßquerschnittes der lunge verstpft, was zu einer akuten pulmonalen pulmonalen hypertonie führt. D.h. das rechte Herz muss dagegen ankämpfen und versagt schließlich.
Weiterhin unterscheidet man als folge den sekundenherztod, der durch einen KORONARSPASMUS in fiolge einer Ischämie eintritt UND den „herztod binnen stunden“. Beim zweiteren kommt zu dem vasoobstruktiven Hochdruck noch eine vasokonstruktive komponente hinzu, was zu einer zusätzlichen mehrbelastung des rechten herzens führt. Dabei sinktauch noch die förderleistung des linken ventrikels und der druck im großen kreislauf fällt ab (kardialer Schock). Koronargefäße werden unzureichend durchblutet -> subendokardiale nekrotisierung. Außerdem entstehen kleinere Hirnerweichungsherde.
Fazitär kann man sagen, daß man nicht an einer Lungenembolie per se stirbt, sondern an der besonders akut verlaufenden fulminanten variante, bei der in kürzester zeit große teile der lungengefäße verschließen und den kreislauf akut derart belasten, daß dieser schließlich versagt…
LG Alex:smile:
Ergänzung
Moin,
Inzidenz/Epidemiologie: Prävalenz im Sektionsgut zuvor stationärer Patienten 12 – 15% (!); Mortalität: in Deutschland ca. 20 000 Tote/a; bei adäquater Therapie Letalität dennoch bis 8,1 %;
Das Problem besteht in der Verstopfung von Lungenarterien mit Blutgerinnseln = verbackenen Blutzellen, welche im Inneren Gewebshormone haben und dann freisetzen und die sorgen neben den rein mechanischen Druckänderungen im Lungenkreislauf auch zum Zusammenziehen der Bronchien und zB auch zur Gefäßerweiterung ( und damit Blutdrucksenkung, ggfs. Schock)führt. Viele halten diesen Pathomechanismus für viel wichtiger als das reine Verstopfen von Blutgefäßen.
Schöne Grüße,
Chris