In der Literatur (also der Belletristik) wird gern
geschrieben, jemand sei nach einem Schreck o. ä. schlagartig
wieder nüchtern geworden.
Abgesehen davon, dass natürlich nicht auf einen Plauz
sämtlicher Alkohol im Blut (v. a. hinter der
Blut-Hirn-Schranke, von wo er meines Wissens nicht mehr zurück
kommt, oder doch?)
Ähm, ich glaube schon. So viel ich weiß, wird Alkohol schlicht durch Diffusion verteilt, dockt sich dann im Hirn an Rezeptoren an (frag mich jetzt nicht genau, welche) und wenn der Blutspiegel sinkt, diffundiert er zurück. Abgebaut wird er afaik nur in der Leber, und dann wird noch ein bisschen über die Nieren ausgeschieden. Ich wüsste jetzt nicht, wie er im Gehirn abgebaut werden sollte, aber für deine Frage irrelevant, weil die Rückdiffusion sicher nicht „auf einen Plauz“ passiert.
abgebaut werden kann, gibt es einen solchen
Effekt tatsächlich? Es müsste ja dann irgendwie mit dem
plötzlichen Adrenalin-Überschuss zu tun haben. Ich bekomme
jetzt aber nicht den Zusammenhang mit der
Endorphin-Ausschüttung gebacken. (Soweit ich weiß, führt der
Alkohol zu kurzzeitig vermehrter, später dann aber mangelder
Endorphin-Ausschüttung. Was tut jetzt das Adrenalin? Haben die
Endorphine überhaupt mit dem Effekt zu tun?)
Aus dem Gefühl heraus würde ich sagen, man wird wohl nicht
nüchtern, sondern nur (kurzzeitig?) wieder reaktionsfähiger.
Ist das richtig?
So würde ich das auch sehen. Du bist ja bei einem Schreck oft plötzlich hellwach (auch z.B. aus tiefem Schlaf kommend), und nicht wirklich nüchtern, aber einfach wacher. In der Realität kommen dann bei Betrunkenen oft einfach falsche Handlungen, Geschwindigkeit ist halt nicht alles. Adrenalin verengt die Gefäße, beschleunigt den Herzschlag, erweitert Bronchien und fördert damit die Sauerstoffaufnahme und löst Energien aus den Körperspeichern - kurz, es tut alles, damit du schnell auf irgendwas reagieren kannst.
Mit den Endorphinen hat das meiner Meinung nach gar nix zu tun. So viel ich weiß, sind die einfach viel langsamer. Sie dienen dann mehr der Schmerzbekämpfung und der „seelischen Beruhigung“ und wirken sicherlich zumindest teilweise antagonistisch zum Adrenalin, aber die erste Reaktion des Körpers beim Schrecken ist einmal massenhaft Adrenalin rauszuhauen, damit du ganz schnell vor dem Säbelzahntiger davonrennen kannst.
Das ist nun allerdings durchaus _nicht_ mein Spezialgebiet.
Livia