Hallo,
meine Schwester (22) hat seit vielen Jahren Angst vor engen Räumen oder Menschenmassen auf engem Raum. Früher war das nicht ganz so schlimm, aber mittlerweile nimmt es zu! Früher musste mal eine Kernspinnuntersuchung abgebrochen werden, weil sie total in Panik geriet. Dann geht sie nur in Solariumbänke, die am Kopfende offen sind und ihr so die Möglichkeit geben, oben rauszukrabbeln. Auf öffentliche Toiletten geht sie nur in Begleitung oder nur dann, wenn die Kabinen oben und unten offen sind, also nicht komplett abgeschlossene Räume. Neuerlich schaffte sie es nicht, mit dem Auto durch die Waschanlage zu fahren. Der Waschanlagenmitarbeiter musste abbrechen und sie aussteigen lassen, als das Auto schon auf dem „Förderband“ stand. Sie war total fertig und hatte total Panik. Wenn Ihr Freund mit ihr rumbubelt, darf er um Gottes Willen NIEMALS die Decke über ihren Kopf ziehen, da dreht sie durch. Auch hat sie mittlerweile Probleme beim Anziehen, sobald der Pulli nicht schnell genug über den Kopf geht, wird sie zappelig. Letztens war sie drauf und dran ein Jeansstretchkleid zu zerschneiden, weil sie es nicht schnell genug aus bekam! Sie bekam Panik und wollte es sich vom Körper schneiden.
Ich vermute, dass dies mit einem „Unfall“ aus ihrer frühesten Kindheit (ca. 2 Jahre) resultiert. Sie ist damals beim Baden am Meer mit ihrem Schwimmring umgekippt und war mit dem Kopf unter Wasser, die Beine stecktem im Ring fest und sie konnte sich nicht freistrampeln. Wir haben es nicht gleich bemerkt, sie hatte doch etwas Wasser geschluckt und heftig gehustet, war aber nicht bewusstlos oder so. Kann es daran liegen? Und was kann man dagegen tun? Wer ist der richtige Ansprechpartner? Hausarzt? Der ist eher eine trübe Tasse und auf Fließbandabfertigung spezialisiert. Zu Ihrer Frauenärztin hat sie da mehr Vertrauen, kann auch sie helfen oder zumindest weiterverweisen?
Ich mach mir da langsam echt Sorgen; sie will in den nächsten Jahren auch Nachwuchs haben und ich denke schon, dass man solche zunehmenden Ängste davor in den Griff bekommen sollte!
Vielen Dank für Tipps,
Sonja
Hallo,
Deine Schwester sollte sich unbedingt helfen lassen, denn sie macht sich mit diesen Angstzuständen selber das Leben schwer.
Ich würde empfehlen erst einmal einen vernünftigen Hausarzt zu suchen, der das Problem erkennt. Sie sollte sich dann von ihm zu einem Psychologen oder besser Psychotherapeuten überweisen lassen. Man sollte keine Angst vor so einem Schritt haben, nur weil es noch Leute gibt, die meinen nur geistig Kranke gehen zu einem Psychologen. Bei solch einem Problem wie du es hier geschildert hast ist eine Gesprächstherapie der beste Ansatz. So kann der Ursache der Angst auf dem Grund gegangen werden und die Angst bekämpft werden.
Ich wünsche deiner Schwester alles Gute.
Gruß,
Sandrin
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Deine Schwester sollte sich unbedingt helfen lassen, denn sie
macht sich mit diesen Angstzuständen selber das Leben schwer.
Unbedingt!!
Ich würde empfehlen erst einmal einen vernünftigen Hausarzt zu
suchen, der das Problem erkennt. Sie sollte sich dann von ihm
zu einem Psychologen oder besser Psychotherapeuten überweisen
lassen. Man sollte keine Angst vor so einem Schritt haben, nur
weil es noch Leute gibt, die meinen nur geistig Kranke gehen
zu einem Psychologen. Bei solch einem Problem wie du es hier
geschildert hast ist eine Gesprächstherapie der beste Ansatz.
So kann der Ursache der Angst auf dem Grund gegangen werden
und die Angst bekämpft werden.
Für Angstkrankheiten gibt es Spezialisten. Wenn es einen Dachverband von Psychotherapeuten oder einen anderen entsprechenden Verein gibt, müsste der wissen, wer in deiner Gegend gerade darauf spezialisiert ist.
Und dann ist vielleicht noch eine Selbsthilfegruppe anzuraten. Schon , damit du nicht alleine damit da stehst. Außerdem haben die Leute dort auch schon Erfahrungen mit dem Umgang mit der Krankheit. Bei uns laufen die unter dem Titel „Angst, Panik, Depression“, weil Angststörungen, Panikattacken und Depression eng miteinander verwandte Krankheiten sind.
Alles Gute
Livia
Hallo Sonja,
der Weg zum Hausarzt und von dort aus zum Psychotherapeuten für eine Therapie. Wenn man eine Überweisung hat, bekommt man la leider nicht sofort einen Therapieplatz, da die meisten Therapeuten ausgebucht sind. Wichtig ist, das sie es nicht auf die lange Bank schiebt, den der Angstkreis wird immer größer. Bei mir hat es damit angefangen, das ich nicht mehr ins Kino konnte oder große Veranstaltungen gemieden haben. Der Angstkreis vergrößerte sich und plötzlich konnte ich nicht mehr durch Tunnel fahren. Dann kam die angst auf der Autobahn in einen Stau zu gelangen ´dazu und nicht mehr weg zu können. Die Spirale wurde imer größer. Ich hatte Angst davor, irgendwann dann nicht mehr aus dem Haus zu können. Also zog ich die Reißleine, denn isoliert wollte ich nicht leben. Ich habe immer gedacht, mir passiert das nicht und zum Psychologen gegen nur „bekloppte“. Aber heute weíß ich, das es das einzig richtige war, frühzeitig dorthin zu gehen, bevor die Angst den alltag bestimmt. Nimm deine Schwester an die Hand, gehe mit ihr zum Hausarzt und lass dir eine Überweisung zum Psychotherapeuten geben. Begleite sie, wenn es möglich ist zum Erstgespräch, das gibt Mut und sie hat nicht das Gefühl alleine damit zu sein.
Ich wünsch euch alles Gute und vielleicht meldest du dich mal ob es geklappt hat. Du kannst auch gerne eine Mail an mich schreiben, wenn Du oder deine Schwester eine Frage habt.
LG Nadine
[email protected]