weiß jemand, warum das Mittel Doxyclin zur Malaria-Prophylaxe in Deutschland nicht zugelassen ist, obwohl es genauso wirksam ist wie Lariam (höhere Nebenwirkungen) oder Malarone (teuer). In anderen Ländern, so auch in den USA, gibt es eine Zulassung.
von Doxycyclin als Malaria-Prophylaxe habe ich noch nie was gehört. Doxycyclin ist doch ein Anitibiotikum (Tetracyclin). Wie soll das denn gegen die Malaria-Erreger wirken?
Du meinst nicht zufällig Palludrine?
(nach bestem Wissen und Gewissen) der Grund dürfte m.E. der sein, dass der Hersteller dann für Doxycyclin eine neue Zulassung beantragen müßte. Das hieße Tests zur Tauglichkeit, Verträglichkeit usw. - und das kostet zunächst mal. Demgegenüber dürfte der Markt für ein derartiges Medikament in D eher gering sein.
In anderen Ländern, so auch in den USA, gibt es eine
Zulassung.
Vermutlich ist es dort weniger kompliziert ein Mittel zuzulassen? Oder aber es besteht mehr Bedarf an einem entsprechenden Medikament.
weiß jemand, warum das Mittel Doxyclin zur Malaria-Prophylaxe
in Deutschland nicht zugelassen ist, obwohl es genauso wirksam
ist wie Lariam (höhere Nebenwirkungen) oder Malarone (teuer).
nicht zugelassen? mir wurde d. von einer tropenärztin als alternative
gesagt, ich habe mich dann doch für malarone entschieden, eben
aufgrund der nebenwirkungen.
nun bin ich zwar pleite, aber gesund.
ein antibiotikum als prophylaxe ist natürlich ein hammer, als stand-
by vielleicht tauglich.
doxycyclin kriegst du z.b. in thailand in jeder apotheke rezeptfrei
und billig nachgeschmissen.
es kommt darauf an, wie lange du in gefährdeten gebieten bist und
auch, welche resistenzen es dort gibt.
fragst du aus praktischen gründen oder interessehalber?
es hat mich auch überrascht, aber bei dem 3. der für speziell Kenia wirksamen Prophylaxemitteln handelt es sich um das Antibiotikum Doxyclin. Palludrine in Kombination mit Resochin wird hier nicht mehr angewandt, da durch Resistenzen nicht mehr sicher. Halfan ist wegen einigen Unvertäglichkeiten mit bis zu tödlichem Ausgang auch aus dem Rennen. Lariam hat mir zu starke Nebenwirkungen und einen Urlaub möchten meine Frau und ich geniessen ohne Depressionen. Also bleibt das viel zu teure Malarone als Alternative, doch für einen zweiwöchigen Urlaub reicht die 12er-Packung nicht aus. Ausserdem wird Malarone speziell für Kurztrips empfohlen, z.B. wenn man in wenigen Tagen unvorbereitet in malariagefährdeten Gebieten zwischenlanden muß.
danke für die Info. Wie in Deutschland so üblich, duaert eine Zulassung viel zu lang. Bis dahin gibt es in anderen Ländern schon längst eine neues Medikament oder Resistenzen gegen das Antibiotikum.
ich frage aus praktischen Gründen, weil ich nächstes Jahr mit meiner Frau nach Kenia fahre. Im tropischen Ausland würde ich allerdings keine Medikamente kaufen, denn dies scheint mir zu gefährlich. Häufig werden Placebos, Fälschungen oder sogar gar giftige Substanzen verkauft. Und mit Malraia Tropica aus Kenia ist nicht zu spaßen. Das Antbiotikum soll tatsächlich dem Malarone ebenbürtig sein, nur wesentlich billiger.
wenn es nach Kenya geht, solltest Du tatsächlich Prophylaxe betreiben. In dem Jahr, in dem ich dort war (88-89), sind 6 meiner KollegInnen erkrankt. (Die teilweise Prophylaxe betrieben und teilweise nicht…) Ein Gast, der allerdings erhebliche Komplikationen (Zucker, Herzprobleme) hatte, ist trotz Lariam verstorben. Und kurz nach meinem Weggang ist noch eine junge Kollegin hochschwanger an Malaria gestorben.
Auf der anderen Seite habe ich aber auch gesehen, dass Malaria eine Krankheit ist, mit der man (wenn man sie ernst nimmt und nicht für Grippe hält, wie dies hierzulande vielfach passiert) ganz gut umgehen kann.
Ich selbst habe auf Anraten einer dort langjährig arbeitenden Kollegin damals täglich eine Palludrine genommen, was (nachträglich) als viel zu wenig angesehen werden muss. Mir ist allerdings nix passiert, vielleicht hatte ich aber auch nur Glück.
Palludrine habe ich sehr gut vertragen. Von Resochin hatte ich einige Jahre zuvor bei einem Kamerun-Urlaub Sehstörungen bekommen. Malarone kenne ich nicht.
Halfan ist wegen einigen Unvertäglichkeiten mit
bis zu tödlichem Ausgang auch aus dem Rennen.
Ich habe nie verstanden, wieso Leute Halfan oder auch Lariam als Prophylaxe nehmen konnten. Beide Mittel sind ursprünglich als Behandlungskuren für Malaria entwickelt worden! Durch die leichtfertige Einnahme solcher Mittel als Prophylaxe bilden sich doch superschnell Resistenzen… Für die Urlauber mag das ganz gut sein, dass sie kurzfristig geschützt sind, aber den armen Schweinen vor Ort, wird auf diese Weise jedes noch so wirksame Mittel ruckzuck zunichte gemacht…
Die beste Prophylaxe ist natürlich immer noch die Vermeidung, gestochen zu werden. Wobei die Anopheles nur in der Dämmerung und nachts stechen.
Doxycyclin scheint ja nach den anderen Postings offensichtlich doch als Malaria-Prophylaxe eingesetzt werden. Muss ich wieder umlernen.
Ein Problem fällt mir allerdings noch dazu ein: Wenn ich Doxycylin als Antibiotikum bekommen habe, wurde immer gesagt, ich solle mich nicht zu sehr der Sonne aussetzen. Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie man in Kenya die Sonne vermeiden sollte…
Du hast vollkommen Recht, in den Tropen kann man sich dem Licht natürlich nicht entziehen. Aber man kann sich ja so gut wie es geht vor der Sonnen schützen. Wir werden uns auf gar keinen Fall in die Sonne legen, sondern die kostbare Zeit nutzen, Natur, Land und Leute kennenzulernen. Für die Safari einen breitkrempigen Hut und Sunblocker, für weitere Exkursionen auch. Meine Frau wird sowieso nicht braun und ich halte nichts davon. Wenn dann Hände und Unterarme trotzdem mal Sonne abbekommen, hoffe ich dass dies nicht viel ausmacht.
Ich glaube nicht, daß die Zulassung in D härter oder langwieriger ist. Die amerikanische Zulassungsbehörde gilt als besonders streng und angesichts der enormen Schadensersatzsummen in den USA ist dort sicher die „interne Hemmschwelle“ für die Firmen noch höher, was Neuzulassungen angeht.
Niemand hindert Dich ja, das Doxycyclin mitzunehmen. Von den Hausärzten wird es noch immer gern verordnet, da spottbillig und auf Privatrezept kriegst Du’s auf jeden Fall.