Hallo Ihr da draußen
Kann mir jemand sagen, wie Schmerzmittel eigentlich genau wirken???
Ich muß demnächst wohl regelmäßig welche nehmen und kenne darum vor allem den Schmerz.
Aber wo setzen die Schmerzmittel ein?
Wohl kaum am auslösenden Organ, und darim wohl auch nicht an den Nerven. Vielleicht am Rückenmark? Oder wirken sie aufs Gehirn, Schmerzzentrum? Und wie geht das vor sich?
Eine, die den Schmerz sonst
mit dem Willen bekämpft und
dieses Mal verloren hat
aspirin zum beispiel…
hi, der wirkstoff der aspirin, die acetylsalicylsäure(ass) setztstelle an, die der übertragung der schmerzreize dient. schmerzreize sind stromreize in nervenzellen. die übertragung des reizes von zelle zu zelle läuft aber chemisch ab, d.h. es wird ein übertragungs-stoffzur nächsten zelle rübergeschickt. das verhindert/vermindert die ass.
vorweg bin kein Mediziner, aber so weit ich weiss werden die Nervensynapsen gezielt blockiert.
An den Synapsen zwischen zwei Nervenzellen werden einfach gesagt chemische Botenstoffe übermittelt. (Eine Zelle schüttet die aus, bei der anderen Zelle löst das die Weitervermittlung des Reizes aus).
Schmerzmittel blockieren entweder die Ausschüttung oder die „Empfänger“. Kannst dir das vorstellen wie bei einem Sieb, wenn die Löcher zugesetzt werden. Dann fließt auch nichts mehr durch.
Achja, noch ne Meinung zu Schmerz und Willen. Ich finde, dass man das Schmerzaushalten nicht übertreiben sollte.
Hallo Ihr da draußen
Kann mir jemand sagen, wie Schmerzmittel eigentlich genau
wirken???
Wenn Du es GANZ genau wissen willst, melde Dich nochmal, dann such ich da ein paar detailliertere Infos raus, aber vorab erstmal grob:
Es gibt zwei Sorten von Schmerzmitteln:
peripher wirksame Mittel, die die Schmerzweiterleitung „vor Ort“ blockieren. Dazu gehören alle schwach wirksamen Mittel wie Aspirin, Paracetamol, Ibuprofen und andere.
zentral wirksame Schmerzmittel, die den Schmerz direkt im Gehirn blockieren. Dazu gehören dann die starken Schmerzmittel, vorneweg alle Opiate (Morphin, Fentanyl etc.)
In diesen beiden Gruppen gibt es dann quasi noch Untergruppen, die sich dann in der Wirkungsweise im Detail unterscheiden - Aspirin wirkt zum Beispiel ganz anders als Paracetamol.
Eine, die den Schmerz sonst
mit dem Willen bekämpft und
dieses Mal verloren hat
Es geht nicht immer ohne „harte Medizin“ - ich bin ein großer Freund von „so wenig wie möglich, soviel wie nötig“.
es gibt Mittel, die bei der Schmerztherapie eingesetzt werden, die so ungefähr funktionieeren wie oben beschrieben. Dabei handelt es sich jedoch um Sonderfälle.
Üblicherweise teilt man -.wie auch Malte erwähnte- die Analgetika in 2 Gruppen auf :
Sogenannte Periphere Schmerzmittel (obwohl einige nicht peripher sondern zentral wirken) und „zentral wirksame Schmerzmittel“ (obwohl diese auch teilweise peripher wirken). Letztere sind Opiate wie ds Morphin oder Heroin. Diese simulieren körpereigene Stoffe, die der Schmwerzstillung im Gehirn dienen. Dabei werden entsprechende Rezeptoren im Gehirn besetzt.
Die peripheren Mittel wirken durch Hemmung der Prostaglandinsynthese. Die Prostaglandine halten ein Schmerzsignal aufrecht, das heißt sie sorgen für anhaltenden Schmerz. Produziert werden diese durch eine Enzymgruppe mit dem schönen Namen Cyclooxygenase (COX). Davon gibts mehrere. Die häufigste ist die COX 1. Aspirin hemmt diese sehr effektiv. Dann gibts die COX 2, diese wird im Bereich chronischer Entzündungen gebildet. Diclofenac (Voltaren) oder das kürzlich aus dem Markt genommene VIOXX hemmen diese COX. Oder COX 3, diese findet sich im Gehirn und wird z. B. durch Paracetamol gehemmt.
Leider (oder zum Glück…) haben Prostaglandine nicht nur negative Eigenschaften wie Fieberauslösung, Schmerz, Entzündung, sondern auch positive Eigenschaften wie Verbesserung der Nierendurchblutung und Magenschutz.
Was passiert nun wenn man dann Schmerzmittel nimmt? Richtig, diese Organe werden zwangsläufig geschädigt. Das Ausmaß ist von dem jeweiligen Mittel abhängig.
So, das ist die Kurzform, frag einfach nach wenn Du was genauer wissen willst.
das kürzlich aus dem Markt genommene VIOXX hemmen diese COX.
Muss man davon Ausgehen, dass die Nebenwirkungen, welche man VIOXX zuschreibt (erhöhtes Risiko von Herz- und Schlaganfällen) auch bei anderen COX-2 Hemmern, wie z.B. Bextra, auftreten?
Bislang heißt es, daß die anderen Präparate dieses Problem nicht mit sich bringen. Natürlich weiß man ja nie, was in der übernächsten Studie 'rauskommt.
das ist nicht zu sagen im Moment, ein sicheres gemeinsames Risiko aller COX 2-Hemmer ist die Erhöhung des Blutdruckes, ob Risiken im Bereich Z, B. der Niere bestehen ist durchaus möglich, aber umstritten. Daraus folgen dann weitere Risiken (Schlaganfall, Infarkt).
Die Zukunft wird es wohl zeigen. Es sei darauf hingewiesen, das mit dem Wirkstoffen Diclofenac und Ibuprofen bewährte und preiswerte Behandlungsmöglichkeiten gegeben sind.
Wie Peter so ähnlich sagte: Wissenschaft ist eben im Fluß…