Hallo,
Ich hab dunkel in Erinnerung, es gibt gesundheitliche Bedenken hinsichtlich solcher light-Produkte wie Quark/Yogurt mit sehr niedirgem Fettgehalt – wegen der Herstellungsverfahren (Mirkopartikulasierung) oder Zusatzstoffen, ich bin mir nicht sicher. Weiß jemand dazu was? Danke!
Hallo Paul,
die Rohmilch (ca. 4,0 - 4,5 % Fett) wird in der Molkerei im Gegenstromverfahren mit warmer Milch erwärmt und bei ca. 45 - 55 °C in einer Zentrifuge entrahmt. Dabei entsteht Sahne mit rd. 40 % Fett und Magermilch mit ca. 0,04 % Fett.
Nach der Kurzzeiterhitzung (Pasteurisierung) wird in diesem Fall dann die Magermilch weiter verarbeitet:
Joghurt/stichfest: Zugabe von Magermilch- und/oder Milcheiweißpulver zur Verbesserung der Struktur, Erhitzung auf 95 - 120 °C, Zugabe von Milchsäurebakterien, Abfüllung und Bebrütung im Becher bei rd. 40 °C, kühlen etwa bei pH 4,5, pH im Endprodukt 4,1 - 4,3.
Quark: Keine Zugabe von Pulver, Zugabe von Lab und Milchsäurebakterien, nach dem Dicklegen und pH ca. 4,4 - 4,5 in der Regel über eine Zentrifuge (es gibt auch andere Verfahren) Trennung der Quarkmasse und der Molke.
Der Haken, zumindest bei Magerjoghurt ist, er schmeckt auch mager und es ist ein ziemlich schmaler Grat zwischen einen schönen Konsistenz und dem Pulvergeschmack.
Schöne Grüße
Thomas
Hallo!
Dazu paßt mal wieder ein Zitat aus einem meiner Lieblingsbücher, wenngleich am Beispiel von Margarine.
Natürlich ist nicht der geringe Fettanteil ungesund, sonst müßte man von Mineralwasser dringend abraten.
Aber wie Du andeutest, versucht man beim Fooddesign mit z.T. bedenklichen Bestandteilen teurere oder aufwendig herzustellende zu ersetzen.
Andres Beispiel war Kunstsauerteig statt natursauer.
Konkrete Schadstoffe in diesem Zusammenhang kann ich leider nicht nennen. Aber wahrscheinlich ist das bei etlichen tausend genehmigten Zusatzstoffen müßig.
Jedenfalls sind Lightprodukte nicht gesünder als ihre Originale. Boshafter Weise läßt sich der Organismus nicht täuschen, lediglich der Käufer. Sowohl im Tierversuch als auch mit Menschen ist belegt, daß Lightprodukte nicht zu einer Gewichtsreduktion führen. Teilweise war das Gewicht sogar gestiegen.
Zum genaueren Nachlesen kann ich das Buch wärmstens empfehlen.
Hier das Zitat:
„Light-Butter“
„Mit diesem Hightech-Erzeugnis wird versucht, unsere klassische Butter zu imitieren. Die Hälfte des Fettes ist hier durch Wasser ersetzt.
Dank moderner Chemie ist sie streichfähig, sie schmilzt im Mund wie echte Butter und kleidet den Gaumen aus wie Sahne - und ist doch nur Wasser.
Man muß natürlich ein bißchen nachhelfen, damit flüssiges Wasser schnittfest wird. Zum Beispiel mit einem Verdickungsmittel wie Gelatine.
Und da sich Fett und Wasser nicht mischen, ist auch noch ein Emulgator nötig, der die beiden sich widerstrebenden Stoffe miteinander vereint.
Das ganze noch mit etwas Farbstoff, Aroma und Konservierungsmittel aufgepeppt - und fertig ist das Kunst-, pardon: Light-Produkt.
Wenn das keine geniale Idee ist! Satte 4000 Mark pro Kubikmeter Wasser blättern die Kunden auf den Ladentisch.“
Aus: Pollmer, U. u.a. „Prost Mahlzeit! Krank durch gesunde Ernährung“ Kiepenheuer & Witsch, 1994, S.264.
Tschuess, Sven.
Hi Sven,
ich kenn das Pollmer Buch, fand es in diesem Zusammenhang nicht besonders hilfreich. Eine Fett-reduzierte Ernährung ist sicher sinnvoll und wenn stattdessen ein Emulgator oder sonst was reinkommt, schreckt mich per se auch nicht - es sei denn es gibt spezifische Bedenken.
Trotzdem, vielen Dank!
Dein Körper ist nicht so dumm
Obs für Magerprodukte auch gilt weiß ich nicht, aber bei Produkten, die mit Süßstoffen statt mit Zucker zum Schmecken gebracht werden passiert folgendes.
Mund an Bauchspeicheldrüse ich hab (lecker lecker) was Süßes geschmeckt; bitte Insulin ausschütten. Gesagt, getan. ABER jetzt kommt kein Zucker an, sondern nur besagter Süßstoff. Mit dem kann das Insulin nichts anfangen; umgekehrt genauso. Was passiert? Der Blutzuckerspiegel sinkt und erzeugt einen Heißhunger auf Zucker. Dem wird in der Regel nachgegeben, mit dem Effekt, daß am Ende mehr Joul eingefahren wurden als wenn nur ein „normal“ gesüßtes Produkt gegessen wurde.
Beim Fett kann ich mir einen Ähnlichen Regelmechanismus vorstellen (vielleicht Sekretion von Galle o.Ä.), mit dem gleichen effekt.
Fazit:
Der Körper läßt sich nicht übertölpeln. Wer Abnehmen will muß weniger essen, sich mehr bewegen und darauf achten, WAS er ißt.
Gandalf
Hi Gandalf,
Fazit:
Der Körper läßt sich nicht übertölpeln.
Wer Abnehmen will muß weniger essen, sich
mehr bewegen und darauf achten, WAS er
ißt.
Vernünftige Ernährung heißt oder gerade u.a. wenig Fett zu essen: Die Frage war dann gerade gibt es einen relevanten Unterschied zwischen traditionellen Nahrungsmitteln, die wenig Fett enthalten (z.B. Obst, Brot, Limburger Käse) und neuen Lebensmitteln (speziell Quark und Yogurt). Wieso 0,2% Quarkt versucht meinen Körper zu übertöpeln, die Banane aber nicht, ist mir - noch nicht - klar.
Gruss Paul
Wieso 0,2% Quarkt versucht
meinen Körper zu übertöpeln, die Banane
aber nicht, ist mir - noch nicht - klar.
Dein Körper (er)kennt Nahrungsmittel u.A. am Geschmack, der Konsistenz, dem Verhalten im Mund… Er weiß also, daß süße Sachen Zucker enthalten und produziert Insulin, er weiß, daß chremige Sachen Fett enthalten und ich vermute mal er stellt sich auch darauf ein.
Wenn er jetzt ein Produkt angeboten bekommt, das sich so verhält wie eines das er kennt (weil sich viele (wie heißt es doch so schön) Fooddesigner noch mehr Gedanken gemacht haben, es genau so hinzukriegen), sich aber in seiner Zusammensetzung davon unterscheidet, reagiert er wie er immer reagiert hat. Läuft dann aber ins Leere. Da er sich aber nicht verarschen läßt, fordert er das, was er vermeintlich kriegen sollte, er hat sich schließlich darauf eingerichtet. Ergebniss: Hunger, manchmal sogar Heißhunger. Genau aus diesem Grund klappt es mit den Light-Produkten nicht, besonders dann, wenn sie die „echten“ Produkte gut imitieren!
Da hilft nur das was ich schon gesagt habe:
weniger essen, mehr bewegen…
Gandalf
Hallo Paul,
ich schließe mich der Meinung meiner Vorredner an was das Thema weniger essen - mehr bewegen angeht. Falls das Thema Gewichtsreduktion Dein Problem ist, gibt es gerade im Bereich Fett die Beobachtung, daß es durchaus darauf ankommt, welches Fett man zu sich nimmt. Um hier keinen langen Vortrag zu halten empfehle ich Dir das Buch von Joachim H. Angerstein:„Die Quark-Öl-Kur“ als Einstieg und wenn Du Dich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchtest, die Bücher von Johanna Budwig.
Gruß
Angelika
Hi Gandalf
ich verwende seit 20 Jahren nur noch Süssstoff, wegen der Kalorien, gibt überhaupt keine Probleme, schmeckt mir auch.
Hat mir sicherlich schon etliche Kilos erspart (gut, dass ich nicht eitel bin *g*).
Was Fett angeht, fehlt bei Lite Produkten oft der richtige Geschmack, kein Wunder, die meisten Geschmacksstoffe sind fettlöslich, bei 0,1 % Fett kommt da nichts rüber.
Dann lieber normal und etwas weniger, aber gut und lecker.
Gruss
Rainer
Da er sich aber nicht verarschen
läßt, fordert er das, was er vermeintlich kriegen sollte, er
hat sich schließlich darauf eingerichtet. Ergebniss: Hunger,
manchmal sogar Heißhunger. Genau aus diesem Grund klappt es
mit den Light-Produkten nicht, besonders dann, wenn sie die
„echten“ Produkte gut imitieren!
Ich esse teilweise Light-Produkte (0,2% Fruchtquark), habe danach aber nie Heißhunger auf fettiges. Entweder haben meine Organe schon gelernt, daß da nix Fettes kommt, oder die ganze Theorie greift nicht.
Da hilft nur das was ich schon gesagt habe:
weniger essen, mehr bewegen…
Nicht weniger, sondern durchaus genug zum Sattwerden, aber fettarm. Nicht unbedingt Light-Zeug, sondern Obst, Gemüse, Nudeln, Kartoffeln, Reis, fettarmes Fleisch wie Hühnchen usw.
Ich habe damit langsam, aber kontinuierlich abgenommen und dabei wirklich nur Fett abgebaut, keine Muskelmasse, die ja als Fettverbrenner erhalten bleiben soll.
Wenn man schnell abnimmt, baut man sowieso das Falsche ab, jedenfalls kein Fett, das geht nie schnell.
Mehr bewegen, das ist auf jeden Fall richtig, aus vielen Gründen (Kreislauf, Fettabbau usw.)
Grüße
Sebastian (früher mal 90kg, jetzt 77,4kg bei 1,87 m im Schatten)