Hallo,
gibt es eigentlich eine Möglichkeit, durch Ernährung, Sport, etc. den Thrombozytenanteil im Blut zu erhöhen?
Viele Grüße und Danke
Hugo
Hallo,
gibt es eigentlich eine Möglichkeit, durch Ernährung, Sport, etc. den Thrombozytenanteil im Blut zu erhöhen?
Viele Grüße und Danke
Hugo
Hi Hugo,
lies selbst, was ich gefunden habe:
_Ein Hauptaugenmerk der Kooperationseinheit Hämatologie/Onkologie gilt den blutbildenden Stammzellen. Die Frage ist: Wie entwickeln sich aus einer Vorläuferzelle die verschiedenen Blutzellen – die weißen und die roten Blutkörperchen sowie die Blutplättchen? Hierzu existieren in der Wissenschaft zwei Modelle. Das so genannte „instruktive Modell“ geht davon aus, dass Signale von außen – wie etwa eine Botschaft vom Immunsystem über eine Infektion – auf die blutbildenden Vorläuferzellen einwirken und diese dazu veranlassen, sich in die eine oder andere Richtung weiterzuentwickeln. Das so genannte „permissive Modell“ sieht in den Signalen von außen lediglich ein Steuerungsinstrument, das über die Vermehrung oder das Absterben von Blutzellen bestimmt. Die Entwicklung zu roten und weißen Blutkörperchen oder Blutplättchen erfolgt dieser Theorie zufolge nach dem Zufallsprinzip. Das hieße, dass zu jeder Zeit alle Zellen bereitgestellt werden, in Abhängigkeit vom momentanen Bedarf des Körpers aber bestimmte Zelltypen zum Wachstum angeregt, andere in den programmierten Zelltod getrieben werden.
Skoda favorisiert das permissive Modell. Forschungsergebnisse von Mitarbeitern seiner Abteilung sprechen für diese Hypothese. Die Wissenschaftler haben Wachstumsfaktoren, die Zytokine, und ihre Rezeptoren studiert. Zu den untersuchten Faktoren zählt unter anderem ein Hormon, das die Bildung von Blutplättchen fördert: das Thrombopoetin. Bei dieser Forschungsarbeit und in Untersuchungen an einer genveränderten Maus fanden die Wissenschaftler eine Bestätigung für das permissive Modell. Diese Maus bildet einen Rezeptor, der das Protein Thrombopoetin bindet, aber das Signal für die Bildung von Granulozyten – bestimmte, zu den weißen Blutkörperchen gehörende Zellen – aussendet. „Das heißt aber nicht, dass das permissive Modell für das gesamte blutbildende System gilt“, schränkt Skoda ein. „Es ist durchaus möglich, dass andere Bereiche nach dem instruktiven Modell funktionieren.“_
(Quelle: http://www.dkfz-heidelberg.de/einblick/ein2001/2_200…; Hervorhebungen von mir)
Fazit: Du könntest Thrombopoetin vertilgen wie andere Leute Kartoffelchips. Dein Körper würde früher oder später Mittel und Wege finden, die Thrombozytenzahl auf einem gesunden Niveau zu halten. Im Krankheitsfalle sollte wohl ein kompetenter Hämatologe der Ansprechpartner Deiner Wahl sein.
Gruß
Christopher
Hallo,
seiner Frage kann ich nicht entnehmen, ob evtl. ein _Mangel_ vorliegt. Und der kann simple Ursachen, wie Vitamn B12 oder Folsäure Mangel haben (+ X andere Ursachen). Was den Einfluß von exogenen Hormonen anbelangt - es würde mich in Anbetracht der vielfältigen Möglichkeiten in den Regelkreislauf einzugreifen extrem verwundern, wenn es nicht möglich wäre, auch hier durch Gabe von evtl. mehreren Hormonen den gewünschten Effekt zu erzielen - wozu der auch immer dienlich sein sollte. Nur wäre hier überhaupt erst mal die Motivation der Erhöhung angesagt (z.B. ein Mangel).
Gruss
Enno
Hallo Enno,
laut meinen Hausarzt liegt der Wert im unteren Bereich. Zwar nicht wirklich gefährlich, aber auch nicht zu ignorieren. Hormonpräparate möchte ich nicht nehmen, deswegen meine Frage, ob über Ernährungsumstellung, etc. etwas zu machen ist. Eine konkrete Ursache ist wohl nicht festzustellen. Der Tipp mit Vitamin B12 oder Folsäure (in welcher Menge?) ist schon gut. Wenn du in dieser Richtung noch etwas weißt, lass es mich bitte wissen.
Viele Grüße und Danke
Hugo
Hi Hugo,
laut meinen Hausarzt liegt der Wert im unteren Bereich.
was heißt „unterer Bereich“? Der Referenzbereich für Erwachsene liegt bei 150-400 Thrombozyten/Nanoliter. In dieser Spanne ist eine Menge möglich. Ich bin schon etwas entsetzt darüber, dass Dein Arzt ein Labor mit einem Blutbild beauftragt, um Dir dann dessen Ergebnis sehr schwammig mitzuteilen, ohne konkret auf Therapienotwendigkeit und -möglichkeiten einzugehen. Der von Enno angesprochene Vitamin B12-Mangel kann ein Auslöser sein. Es können aber auch andere Faktoren wie Krankheiten, Allergien oder Medikamente eine Rolle spielen – das muss Dein Arzt mit Dir durchgehen. Ich würde in diesem Punkt unbedingt nachhaken. Was wir hier bieten können, sind entweder medizinisch-theoretische Abhandlungen (Stichwort Thrombopoetin) oder Schüsse in die Luft (Stichwort B12).
Gruß
Christopher