Nesselsucht/ -fieber homöopathisch behandeln

Guten Morgen an alle,
folgendes Problem:
unsere Tochter (5 und ein halbes Jahr) entwickelt seit letztem Jahr regelmäßig Nesselsucht.
Im letzten Jahr reagierte sie zum ersten Mal auf unterschiedliche Einflüsse mit diesem Phänomen (Quaddeln? am ganzen Körper, wandernd aber am schlimmsten an den Füßen und am Po).
Zunächst dachte ich an Lebensmittel (Fisch), dann an Kontaktallergie (Sonnenmilch). Ich habe sie mit verschiedenen Globuli behandelt, immer je nach Erscheinung oder Ursache (z. B. wird es schlimmer bei Wärme, nach körperlicher Anstrengung oder Aufregung).
Vor ca. zwei Wochen traten die Quaddeln wieder auf, ohne dass ich eine äußere Ursache festmachen konnte, der Kinderarzt sagte, es könne eine Reaktion auf einen Virus sein, den sie in sich trägt, der aber nicht ausbricht. Tatsächlich wurde sie letztes Jahr wirklich krank, danach war eine lange Zeit Ruhe. Jetzt beim letzten Mal, wurde sie nicht wirklich krank, nur leichter Husten und ein bissel Schnupfen.
Gestern kamen die Quaddeln wieder, ich kann keine Ursache erkennen, sie hat weder Fisch gegesssen, noch hab ich sie mit irgendetwas neuem in Berührung gebracht.

Nun meine Frage:
Muss ich damit rechnen, dass sie auf jeden Virus so reagiert?
Kann ich sie homöopathisch behandeln?
Wenn ja, gibt es ein Medikament für alles?
Vor zwei Wochen verschrieb der Kinderarzt ein Antihistaminikum, welches ich ihr gab, da ich den Eindruck hatte, nicht das richtige homöopathische Mittel gefunden zu haben. Wie lange darf man sowas verwenden, ist das überhaupt richtig?

Ich hoffe, dass meine Ausführungen ausführlich genug, aber nicht zu langwierig waren :smile:

Ich danke für alle Anregungen schon jetzt
besorgte Grüße,
Conny

Hallo Conny!

Ich möchte nicht der Teufel an der Wand malen und Dir noch mehr Angst/Unruhe spenden, als du sie schon ohnehin hast. (Ich bin selber Mutter und weiß wie schlimm das sein kann…!)

Also, sollte es tatsächlich ein „verstecktes“ Virus sein, das einfach nicht ausbrechen „will“, so würde ich alles mögliche im Gang setzen, um festzustellen welches genau es ist UND diesen zu vernichten. Das sage ich dir als Mutter, aber auch als Krankenschwester.

Es ist so, daß wenn Viren lange im Körper bleiben, mehr Schäden anrichten können, als die die sie schon ohnehin machen. Und es ist so, daß sie evtl erst im Erwachsenenalter zum Vorschein kommt.

Auf den anderen Seite habe ich auch davon gehört, daß es Viren gibt, die einfach so vor sich hin im Körper „schlummern“ und ab gewissen Alter ist der menschlichen Körper allein in der Lage, diesen zu vernichten. Von da an verschwinden alle Symptome…

So, liebe Conny, ich hoffe ich habe Dir ein bißchen weiter helfen können!

Gute Besserung für Deine Tochter und alles Gute für Euch aus Nürnberg!
Helena

hallo conny,

ein verstecktes virus wäre natürlich nicht so schön und dem sollte man sicher nachgehen. aber gehen wir mal davon aus, es ist kein virus oder ähnliches, dann kann ich dir aus meiner erfahrung als nesselsucht-geplagte berichten. ich hatte früher ( vor vielen jahren ) mehrmals akute schübe ( also die ganzkörper-variante-ich sah aus wie der elefantenmensch und hab mich auch so gefühlt-da hilft dann nur noch eine spritze-und zwar ganz schnell! ). die hatte ich genau dreimal und danach war für mehrere jahre ruhe. bis zum frühjahr diesen jahres, da hatte ich keinen akuten schub, sondern die quaddeln nur partiziell, was aber auch höchst unangenehm ist. das problem-es ging nicht mehr weg! und das über monate!!! ich habe dann auch antihistaminika genommen, was auch sehr gut geholfen hat, allerdings nur für 24 stunden, dann kam es um so schlimmer wieder. was mir dann geholfen hat, war meine einsicht, damit leben zu müssen und es, so weit möglich, zu ignorieren. habe dann nur noch fenistil-gel aufgetragen und es ansonsten, wie gesagt, ignoriert. ab da wurde es besser. heute kommt es nur noch einmal die woche und nur eine kleine fläche auf die ich dann etwas gel schmiere und gut ist es. aus diesem grunde empfehle ich antihistaminika nicht, sondern eher, das man es " aussitzen " sollte, was aber bei einem kleinen kind, das diese innere einsicht wohl noch nicht so beherrscht, schwierig sein könnte. was aber noch schwieriger wird, ist zu versuchen, die ursache zu finden! ich glaube, das kann dir jeder nesselsüchtler leider betätigen.

viele grüße,
susanne

homöopathisch! lang!
Guten Morgen Conny,
ihr seid ja was Beobachtung und Ideen angeht schon recht weit.
Ich stifte noch ein paar Ideen dazu, aus meiner Sicht der klassischen Homöopathie.
In der Homöopahtie auch in der klassischen gibt es unterschiedliche Richtungen.
Meine könnte man miasmenzentriert nennen, wobei Miasmen sich am besten übersetzen ließe mit zugrundeliegende Krankheitsideen, die entweder ererbt oder erworben sind.
Jetzt die Antworten auf deine Fragen:

Muss ich damit rechnen, dass sie auf jeden Virus so reagiert?

Tja - wer weiß, ob es überhaupt ein Virus ist, ob es immer der gleiche oder immer ein anderer ist. Und wenn es immer andere sind, auf welche sie so reagiert und auf welche nicht.
Hat sie eigentlich schon mal Windpocken gehabt und wenn ja wie sind die verlaufen?
Sie wird sich jeden Tag mit vielen Viren auseinandersetzen und offensichtlich reagiert sie nicht auf jeden Virus so.
Allerdings kann man keine Prognose darüber stellen, ob sich sowas auswächst oder nicht.
Sollte es einer der Viren sein, die im Körper persistieren (wie z.B die Herpes-Viren), dann könnte der immer und immer wieder aktiviert werden.

Kann ich sie homöopathisch behandeln?

Die Antwort lautet Nein.
Man kann seine eigenen Lieben nicht wirklich behandeln. Mal bei was akutem, aber auf keinen Fall bei Verläufen die auf chronisch hindeuten. Zum Einen, weil dir vermutlich die Ausbildung fehlt um chronische Verläufe zu durchschauen, aber v.a. weil dir der Abstand fehlt um deine Kleine nur klinisch zu betrachten.
Es gibt so einen Spruch:
Wer sich selbst behandelt hat einen Narren zum Arzt. Das gilt auch für Familienangehörige und Heilpraktiker.
Allerdings kann sie homöopathisch behandelt werden, vermutlich sogar gut und mit gutem Erfolg, nur nicht von dir.

Wenn ja, gibt es ein Medikament für alles?

Ja und Nein.
Es gibt sicherlich ein besonders gut passendes Medikamt für die akuten Schübe. Allerdings muß für eine grundsätzliche Behandlung auch noch die eigentliche Ursache und nicht nur der Auslöser und die Symtomatik mitabgedeckt werden, wenn es grundsätzlich helfen soll. (aus meiner Sicht wäre das Miasma die eigentliche Ursache und z.B. Fisch der Auslöser)
Das heißt dafür braucht es dann wahrscheinlich auf jeden Fall auch noch ein Mittel.
Desweiteren scheint es eine Illusion zu sein, daß sich jeder Mensch mit jeder seiner Krankheiten mit einem einzigen Mittel heilen läßt. Realistischer braucht es eine Leiter von Mitteln, also ein paar hintereinander bis man zum Kern vorgedrungen ist und diesen dann heilen kann.

Vor zwei Wochen verschrieb der Kinderarzt ein
Antihistaminikum, welches ich ihr gab, da ich den Eindruck
hatte, nicht das richtige homöopathische Mittel gefunden zu
haben. Wie lange darf man sowas verwenden, ist das überhaupt
richtig?

Aus meiner Sicht ist ein Antihistamminikum im akuten Augenblick, wenn man nichts anderes weiß eine gute Idee.
Mittel- und langfristig ist es einfach etwas, das im günsitgsten Fall die Symptome wegnimmt (manchmal noch nicht mal das), aber nicht versucht die Ursache zu heilen.

Akut habe ich gute Erfahrungen gemacht mit Urtica urens.
Chronisch muß man in jedem einzelnen Fall gucken.

Ich hab mir und dir jetzt erspart eine Einschätzung der Nesselsucht und dem Krankwerden aus homöopathischer Sicht zu schreiben. Ich find die Antwort ist so schon lang genug.
Ich hoffe, sie ist nicht nur lang, sondern auch hilfreich.

Solltest du weitere Fragen haben, gerne hier oder per mail.

Gruß
Kerstin

Hallo Kerstin,
vielen Dank schonmal, ich sehe schon, allein ist das schwierig.

Hat sie eigentlich schon mal Windpocken gehabt und wenn ja wie
sind die verlaufen?

Ja, Windpocken hatte sie so kurz vor 2, und die waren üüüüübel, da konnte ich ihr aber ganz gut mit Globuli helfen.

Kann ich sie homöopathisch behandeln?

Die Antwort lautet Nein.
Man kann seine eigenen Lieben nicht wirklich behandeln. Mal
bei was akutem, aber auf keinen Fall bei Verläufen die auf
chronisch hindeuten. Zum Einen, weil dir vermutlich die
Ausbildung fehlt um chronische Verläufe zu durchschauen, aber
v.a. weil dir der Abstand fehlt um deine Kleine nur klinisch
zu betrachten.

Ich fürchte da hast du absolut recht, ich selber kann mich überhaupt nicht behandeln, und bei meiner Tochter gelingt es nicht immer (ich bin selber Krankenschwester, kann mich also einigermassen distanzieren, aber sicher nicht so, wie es unbedingt sein müsste) Ich erkenne meine Grenzen leider in dem Fall sehr früh, deswegen meine Bitte um Hilfe.

Wenn ja, gibt es ein Medikament für alles?

Ja und Nein.
Es gibt sicherlich ein besonders gut passendes Medikamt für
die akuten Schübe. Allerdings muß für eine grundsätzliche
Behandlung auch noch die eigentliche Ursache und nicht nur der
Auslöser und die Symtomatik mitabgedeckt werden, wenn es
grundsätzlich helfen soll. (aus meiner Sicht wäre das Miasma
die eigentliche Ursache und z.B. Fisch der Auslöser)

Heisst das es müsste ein Bluttest gemacht werden?
oder „reicht“ eine Konstitutionsbehandlung?
Oder wie ist das richtig zu verstehen?

Vor zwei Wochen verschrieb der Kinderarzt ein
Antihistaminikum, welches ich ihr gab,

Aus meiner Sicht ist ein Antihistamminikum im akuten
Augenblick, wenn man nichts anderes weiß eine gute Idee.
Mittel- und langfristig ist es einfach etwas, das im
günsitgsten Fall die Symptome wegnimmt (manchmal noch nicht
mal das), aber nicht versucht die Ursache zu heilen.

Genauso sehe ich das auch, was ich aber z. B. nicht weiss, ist ob man Homöopathische Mittel und „normale“ Medikamente nebeneinander verwenden kann.

Ich hab mir und dir jetzt erspart eine Einschätzung der
Nesselsucht und dem Krankwerden aus homöopathischer Sicht zu
schreiben. Ich find die Antwort ist so schon lang genug.
Ich hoffe, sie ist nicht nur lang, sondern auch hilfreich.

Doch es bringt zumindest neue Einsichten, dass meine Möglichkeiten scheinbar erschöpft sind, da ich sie wirklich im Moment nicht beurteilen kann…

Solltest du weitere Fragen haben, gerne hier oder per mail.

Vielen Dank, bei weiteren Fragen komme ich darauf zurück

Gruß,
Conny

Hallo Susanne,

ein verstecktes virus wäre natürlich nicht so schön und dem
sollte man sicher nachgehen. aber gehen wir mal davon aus, es
ist kein virus oder ähnliches, dann kann ich dir aus meiner
erfahrung als nesselsucht-geplagte berichten.

Ups, kann man Nesselsucht auch ohne Ursache bekommen?
Also ich meine was ist der Auslöser für die Nesselsucht, wenn nicht ein Allergen, ein Virus oder so?

( vor vielen jahren ) mehrmals akute schübe ( also die
ganzkörper-variante-ich sah aus wie der elefantenmensch und
hab mich auch so gefühlt-da hilft dann nur noch eine
spritze-und zwar ganz schnell! ). die hatte ich genau dreimal
und danach war für mehrere jahre ruhe. bis zum frühjahr diesen
jahres, da hatte ich keinen akuten schub, sondern die quaddeln
nur partiziell, was aber auch höchst unangenehm ist. das
problem-es ging nicht mehr weg! und das über monate!!! ich
habe dann auch antihistaminika genommen, was auch sehr gut
geholfen hat, allerdings nur für 24 stunden, dann kam es um so
schlimmer wieder. was mir dann geholfen hat, war meine
einsicht, damit leben zu müssen und es, so weit möglich, zu
ignorieren. habe dann nur noch fenistil-gel aufgetragen und es
ansonsten, wie gesagt, ignoriert. ab da wurde es besser. heute
kommt es nur noch einmal die woche und nur eine kleine fläche
auf die ich dann etwas gel schmiere und gut ist es. aus diesem
grunde empfehle ich antihistaminika nicht, sondern eher, das
man es " aussitzen " sollte, was aber bei einem kleinen kind,
das diese innere einsicht wohl noch nicht so beherrscht,
schwierig sein könnte. was aber noch schwieriger wird, ist zu
versuchen, die ursache zu finden! ich glaube, das kann dir
jeder nesselsüchtler leider betätigen.

Also was du hier beschreibst, klingt ja richtig … schlimm.
Beim letzten Schub, hatte sie es an einem Tag so schlimm, dass das ganze Gesicht geschwollen war, sie sah aus wie mit Wasser aufgepumpt, und du sagst du hast das über mehrere Jahre gehabt?
Unsere Tochter leidet tierisch unter dem Juckreiz, und wie du schon sagtest, es ist schwierig ihr beizubringen, es zu ignorieren.
Fenistilgel habe ich noch nicht verwandt, weil ich immer dachte, man sollte dies nicht großflächig auftragen ?!?
Übrigens gehen die Schwellungen fast so schnell zurück wie sie gekommen sind, wenn man C. in eine andere Umgebung bringt, bzw. die Aufregung abflaut, ist das auch „normal“??

Vielen Dank für deine Erfahrungen,
Gruß,
Conny

Hallo Conny,
jetzt nur kurz, muß weg.

Hat sie eigentlich schon mal Windpocken gehabt und wenn ja wie
sind die verlaufen?

Ja, Windpocken hatte sie so kurz vor 2, und die waren
üüüüübel, da konnte ich ihr aber ganz gut mit Globuli helfen.

Ja das hab ich mir gedacht, sie neigt offensichtlich zu sowas. Offensichtlich im wahrsten Sinne des Wortes.

Heisst das es müsste ein Bluttest gemacht werden?
oder „reicht“ eine Konstitutionsbehandlung?
Oder wie ist das richtig zu verstehen?

Eine konstitutionelle Behandlung ist ein wenig anders gelagert von der homöopathischen Idee - aber im Grunde ist der Unterchied nicht relevant, das sind Grabenkämpfe.
Aber genau sowas meine ich - eine chronische Behandlung.
Bluttest scheint mir erstmal nicht nötig.
Ich würde mir die Krankheiten und Todesarten der Blutsverwandschaft ansehen und ihre eigene Chronologie.
Welche Krankheiten oder auch nur Auffälligkeiten hatte sie wann und wie ist damit umgegangen worden usw. usf.

was ich aber z. B. nicht weiss, ist
ob man Homöopathische Mittel und „normale“ Medikamente
nebeneinander verwenden kann.

Klar - das ist manchmal absolut notwendig und wäre gegen das Patienten-Interesse, wenn man das nicht täte.
Mit manchen geht es besser und mit anderen schlechter.

Wenn du möchtest höre ich mich um nach einem Kollegen in deiner Gegend.

Bis später, falls du nochmal schreibst, sonst gute Besserung für die Lütte.
Gruß
Kerstin

Hallo Helena,
vielen Dank für deinen Beitrag,
leider bin ich mir nicht sicher, wie ich es anstellen soll, herauszufinden, welcher Virus nun dafür verantwortlich sein könnte, dass sie diesen Nesselausschlag bekommt.
Und der Kinderarzt hat absolut nichts in dieser Richtung erwähnt (normal Mediziner)

Auf den anderen Seite habe ich auch davon gehört, daß es Viren
gibt, die einfach so vor sich hin im Körper „schlummern“ und
ab gewissen Alter ist der menschlichen Körper allein in
der Lage, diesen zu vernichten. Von da an verschwinden alle
Symptome…

*daumendrück*
ich will mal nicht in Panik verfallen und denke einfach, dass es ein Virus ist, der bei anderen Kindern Schnupfen Husten oder ähnliches verursacht.
Blöd ist halt nur, dass sie sich gar nicht krank fühlt…
ich kann sie nicht einfach ins Bett stecken

Also Danke auch dir,
Conny

Nochmal Hallo,

Ich würde mir die Krankheiten und Todesarten der
Blutsverwandschaft ansehen und ihre eigene Chronologie.
Welche Krankheiten oder auch nur Auffälligkeiten hatte sie
wann und wie ist damit umgegangen worden usw. usf.

Also ist das ein etwas langfristiger Prozess, der mal eben übers Netz nicht läuft…
Schade eigentlich.

Wenn du möchtest höre ich mich um nach einem Kollegen in
deiner Gegend.

Das ist sehr freundlich,
ich habe eigentlich eine Ärztin hier, die auch homöopathisch behandelt, nur leider ist diese zur Zeit in Fortbildung, und erst am Montag wieder zu erreichen.
Ich werde jetzt schauen, wie es ihr geht, und wenn es schlecht ist, werde ich nochmal nachfragen bezüglich einer Adresse.

Bis später, falls du nochmal schreibst, sonst gute Besserung
für die Lütte.

Vielen Dank,
schönen Tag noch
Gruß
Conny

Hallo Conny,
Ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit den verschiedenen Formen der Urtikaria und habe deren Behandlung zum Schwerpunkt meiner Praxis gemacht.
Die möglichen Ursachen und Auslöser, sowie der immunologische Ablauf des Geschehens sind derart vielfältig und komplex, dass ich hier nicht weiter darauf eingehen kann.
Wie Kerstin schon weiter unten schrieb, kann man natürlich einen Versuch mit urtica urens machen (auch Apis käme in Frage).
Aus meiner Sicht ist dies aber ebenso eine symptomatische Behandlung wie mit einem Anthistaminikum.
Eine kausale Therapie würde anders aussehen, dazu ist allerdings eine umfangreiche Diagnostik notwendig.
Nach meinen langjährigen Erfahrungen mit vielen Patienten hat sich gezeigt, dass bei 100% der Betroffenen eine Schädigung von Darmflora und Darmschleimhaut festzustellen war mit der Folge einer erhöhten Permeabilität der Darmschleimhaut und einer mangelnden bis fehlenden Produktion von sIGA (sekretorisches Immunglobulin A). Hinzu kommen oft psychische Belastungen als ein weiterer von mehreren möglichen Auslösern.
Die Urtikaria ist also ein multikausales Geschehen, dass sich letztendlich in bekannter Symptomatik äußert.
Eine homöopatische Behandlung ist immer einen Versuch wert, aber bei der Urtikaria nicht immer erfolgreich.
Bei den chronischen Formen der Urtikaria kann allein mit der Homöopathie wenig erreicht werden.
Gruß
KH

hallo conny,

nein, nein, ganz so schlimm wie es sich wohl anhörte, war es nicht. es waren drei schübe- der erste 1993, der zweite 1994, und der dritte 1997! dieser allerdings mit quincke-ödem, das ist das geschwollene gesicht das du beschreibst. in diesem fall zu jeder tages und nacht zeit einen arzt rufen-siehe link:

http://www.medizinfo.de/hautundhaar/allergie/quincke…

dann war über sechs jahre ruhe und erst im frühjahr diesen jahres kam die abgeschwächte, dafür sehr langwierige variante. ich hatte aber auch viel stress zu dieser zeit, eine sehr naheliegende ursache.
in deinem fall bzw deines kindes arzt rufen und erstmal mit hoher dosis behandeln( siehe spritze die ich damals immer bekam wenn es so ein akuter schub war ). das nennt sich irgendwas mit intial-therapie oder so ähnlich. alles weitere mit dem weiter-behandelden arzt besprechen. melde dich doch nochmal, wie es weiter verlaufen ist!

gute besserung,
grüße,susanne

ps: bei google kommt unter nesselsucht eine menge information!

Hallo KH,
Schön mal wieder von dir zu lesen, du hast wie so oft recht.
Natürlich ist das ganze ein multifaktorielles Geschehen.
Beim Lesen deiner mail ist mir aufgefallen, daß ich sowieso nie (!) nur homöopathisch arbeite, sondern immer auch noch Ernährungsberatung, „Psychotherapie“, Familientherapie u.ä. mitmache bzw. Kollegen miteinbeziehe.
Irgendwie ist das so selbstverständlich, daß es sich wie ein Teil der homöopathischen Behandlung anfühlt, obwohl es das genaugenommen natürlich nicht ist.

Ein akutes Mittel bei chronischen Erkrankungen wirkt natürlich meist nur palliativ. Allerdings würde ich da Urtica o.ä. einem Antihistamin, trotzdem vorziehen.

So oder so
Danke für deine Ergänzungen.
Das ist meist das schöne an www. Vergißt man was explizit u erwähnen, ergänzt es einer der anderen.

Schönen Abend noch
Kerstin

Zusammenspiel
Hallo Kerstin,Hallo KH,

Vielen Dank für Eure weitergehenden Äußerungen,

Wenn ich Euch richtig verstanden habe empfehlt ihr folgendes:

  1. „Notfallbehandlung“ mit entweder einem herkömmlichen Antihistaminikum, oder einem homöopathischen Medikament (Urtica hab ich mir besorgt, Apis half bisher meist gut).
  2. bei Chronifizierung Ursachenforschung, incl. aller möglichen medizinischen Ursachen.
  3. Einbezug von psychologischen Faktoren und so weiter (bin ich übrigens meist selbst der Ansicht, habe lange Zeit „psychosomatisch“ gearbeitet)

Stimmt das so?

C. hat den letzten Schub wohl ohne Probleme überstanden, sie hat jetzt nur noch ein- zwei- quaddelige Stellen, die sie scheinbar nicht mehr stören.
Sollte ich die Abklärung nun im gesunden Zustand vornehmen, oder wenn sie sich im nächsten Schub (der bitte möglichst lange auf sich warten läßt) befindet?

Vielen Dank nochmal,
schönes Wochenende wünscht Conny.

Hallo Conny,
das Abklären ist günstig im Ruhezustand. Sowohl du als auch dein Kind, sind dann gelassener was eine ausführliche Suche angeht. Außerdem ist eine Behandlung der eigentlichen Ursache unabhängig vom akuten Schub. Diese eigentliche Ursache zeigt sich ja auch meist noch an anderen Stellen, sodaß eine Verlaufkontrolle möglich ist.
Viel Erfolg
Kerstin

Nochmal herzlichen Dank,
Ich werde mir einen Termin bei der Ärztin geben lassen,
ich hoffe sie wird uns helfen…
C. geht es wieder gut, bisher keine erneuten Symptome :wink:

liebe Grüße,
Conny

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