homöopathisch! lang!
Guten Morgen Conny,
ihr seid ja was Beobachtung und Ideen angeht schon recht weit.
Ich stifte noch ein paar Ideen dazu, aus meiner Sicht der klassischen Homöopathie.
In der Homöopahtie auch in der klassischen gibt es unterschiedliche Richtungen.
Meine könnte man miasmenzentriert nennen, wobei Miasmen sich am besten übersetzen ließe mit zugrundeliegende Krankheitsideen, die entweder ererbt oder erworben sind.
Jetzt die Antworten auf deine Fragen:
Muss ich damit rechnen, dass sie auf jeden Virus so reagiert?
Tja - wer weiß, ob es überhaupt ein Virus ist, ob es immer der gleiche oder immer ein anderer ist. Und wenn es immer andere sind, auf welche sie so reagiert und auf welche nicht.
Hat sie eigentlich schon mal Windpocken gehabt und wenn ja wie sind die verlaufen?
Sie wird sich jeden Tag mit vielen Viren auseinandersetzen und offensichtlich reagiert sie nicht auf jeden Virus so.
Allerdings kann man keine Prognose darüber stellen, ob sich sowas auswächst oder nicht.
Sollte es einer der Viren sein, die im Körper persistieren (wie z.B die Herpes-Viren), dann könnte der immer und immer wieder aktiviert werden.
Kann ich sie homöopathisch behandeln?
Die Antwort lautet Nein.
Man kann seine eigenen Lieben nicht wirklich behandeln. Mal bei was akutem, aber auf keinen Fall bei Verläufen die auf chronisch hindeuten. Zum Einen, weil dir vermutlich die Ausbildung fehlt um chronische Verläufe zu durchschauen, aber v.a. weil dir der Abstand fehlt um deine Kleine nur klinisch zu betrachten.
Es gibt so einen Spruch:
Wer sich selbst behandelt hat einen Narren zum Arzt. Das gilt auch für Familienangehörige und Heilpraktiker.
Allerdings kann sie homöopathisch behandelt werden, vermutlich sogar gut und mit gutem Erfolg, nur nicht von dir.
Wenn ja, gibt es ein Medikament für alles?
Ja und Nein.
Es gibt sicherlich ein besonders gut passendes Medikamt für die akuten Schübe. Allerdings muß für eine grundsätzliche Behandlung auch noch die eigentliche Ursache und nicht nur der Auslöser und die Symtomatik mitabgedeckt werden, wenn es grundsätzlich helfen soll. (aus meiner Sicht wäre das Miasma die eigentliche Ursache und z.B. Fisch der Auslöser)
Das heißt dafür braucht es dann wahrscheinlich auf jeden Fall auch noch ein Mittel.
Desweiteren scheint es eine Illusion zu sein, daß sich jeder Mensch mit jeder seiner Krankheiten mit einem einzigen Mittel heilen läßt. Realistischer braucht es eine Leiter von Mitteln, also ein paar hintereinander bis man zum Kern vorgedrungen ist und diesen dann heilen kann.
Vor zwei Wochen verschrieb der Kinderarzt ein
Antihistaminikum, welches ich ihr gab, da ich den Eindruck
hatte, nicht das richtige homöopathische Mittel gefunden zu
haben. Wie lange darf man sowas verwenden, ist das überhaupt
richtig?
Aus meiner Sicht ist ein Antihistamminikum im akuten Augenblick, wenn man nichts anderes weiß eine gute Idee.
Mittel- und langfristig ist es einfach etwas, das im günsitgsten Fall die Symptome wegnimmt (manchmal noch nicht mal das), aber nicht versucht die Ursache zu heilen.
Akut habe ich gute Erfahrungen gemacht mit Urtica urens.
Chronisch muß man in jedem einzelnen Fall gucken.
Ich hab mir und dir jetzt erspart eine Einschätzung der Nesselsucht und dem Krankwerden aus homöopathischer Sicht zu schreiben. Ich find die Antwort ist so schon lang genug.
Ich hoffe, sie ist nicht nur lang, sondern auch hilfreich.
Solltest du weitere Fragen haben, gerne hier oder per mail.
Gruß
Kerstin