Die 10 jährige Tochter meiner Freundin isst seit den Herbstferien 2004 extrem schlecht. Sie hält sich ewig an einem kleinen Stück Pizza auf und behält jeden Bissen ca. 10 Minuten im Mund. So hat sie innerhalb von 2 Wochen 5 kg abgenommen. Meine Tochter, die genauso alt ist, hat heute in der hälfte der Zeit mehr als das 5-fache gegessen und auch meine Tochter ist sehr schlank (146 cm, 32 kg). Handelt es sich hier schon um eine Essstörung? Sie kommt wohl auch schon in die Pubertät, ist aber kopfmäßig noch nicht so weit, hat es vielleicht damit etwas zu tun?
Meine Freundin macht sich große Sorgen!
Cadde
Hallo Cadde
Die 10 jährige Tochter meiner Freundin isst seit den
Herbstferien 2004 extrem schlecht. Sie hält sich ewig an einem
kleinen Stück Pizza auf und behält jeden Bissen ca. 10 Minuten
im Mund. So hat sie innerhalb von 2 Wochen 5 kg abgenommen.
Dies ist m. E. ein deutlich anorektisches Essverhalten.
Deine Freundin sollte ihre Tochter schnellstmöglich einem entsprechenden Facharzt (Psychiater, mit Erfahrung in Anorexiebehandlung) vorstellen.
Meine Tochter, die genauso alt ist, hat heute in der hälfte
der Zeit mehr als das 5-fache gegessen und auch meine Tochter
ist sehr schlank (146 cm, 32 kg).
Deine Tochter hat einen BMI von 15. Das ist zwar nicht besonders hoch (19 sollte schon sein) aber, bei schnellem Wachstum, auch nicht besorgniserregend.
Ihr von dir geschildertes Essverhalten scheint eher normal.
Handelt es sich hier schon
um eine Essstörung?
Bei der Tochter der Freundin - eher ja,
bei deiner Tochter - eher nein
Sie kommt wohl auch schon in die Pubertät,
Welche „Sie“? Tochter der Freundin oder deine?
ist aber kopfmäßig noch nicht so weit, hat es
vielleicht damit etwas zu tun?
Könnte sein, das sich(wenn es sich um die Tochter deiner Freundin handelt), eine Abwehr gegen die Ausbildung weiblicher Körperformen besteht. Die Gründe dafür können aber so vielfältig sein, dass es hier zu weit führen würde darauf einzugehen. Ausserdem würde eine Beseitigung der Gründe keinen durchschlagenden Behandlungserfolg bringen, da sich Anorexie sehr schnell zu einem „Selbstläufer“ entwickelt.
Gruss
Volker
Hallo Volker!
Vielen Dank für deine Antwort. Ja soetwas wie Magersucht habe ich auch schon befürchtet. Ich habe mit meiner Freundin auch schon darüber geredet, aber sie blockt ab und meint, seit 2 Wochen nähme ihre Tochter ja nicht mehr ab und zum Psychater will sie nicht, da sie dies übertrieben findet! Werde versuchen sie weiter zu überreden.
Sie kommt wohl auch schon in die Pubertät,
Welche „Sie“? Tochter der Freundin oder deine?
Die Tochter meiner Freundin
Hallo Cadde
Die zwölfjährige Tochter unserer Freunde liegt mit Anorexie in einer Klinik auf Intensiv, es geht ihr richtig sch…
Falls du irgendwo einen Verdacht hast, schnellstmöglich abklären lassen. Zuerst beim Kinderarzt, der wird wissen, was zu tun ist.
Achte mal darauf, ob sie Essen versteckt o.ä.
5 kg Gewichtsabnahme sind zuviel für ein zehnjähriges Mädchen ,wenn es nicht deutlich übergewichtig ist.
Ich wünsche niemanden sowas, wie unsere Freunde zur Zeit mitmachen.
Gruß
Tutulla
Hallo Tutulla!
In welchem Alter hat es denn bei der Tochter deiner Freundin angefangen?
Gab es einen Grund?
Die Tochter meiner Freundin war bis zum letzten Jahr übergewichtig. Ist dann gewachsen und so hat sich alles zurecht gewachsen.Sie hat auch immer gern genascht. Das ist alles vorbei. Sie ist wohl auch früher wegen ihrer Figur sehr gehänselt worden und ist jetzt auch noch verliebt. Ich denke das hängt alles damit zusammen.
Der Kinderarzt hat erst mal auf Scharlach untersucht, weil sie nicht schluckt. Aber alles i.O. Auf Magersucht ist er noch gar nicht gekommen. Sollte man vielleicht einen praktischen Arzt aufsuchen?
Gruß Cadde
hallo cadde,
ich meine gelesen zu haben, daß vermehrt übergewichtige menschen esstörungen wie magersucht entwickeln.
eine diät ist immer der erste schritt dahin.
an deiner stelle würde ich nochmals dringend insistieren.
strubbel
m:open_mouth:)
Hallo Cadde.
Ja mit 12 hat das angefangen. Warum, weiß ich nicht. Sie war ohnehin schon sehr schlank. Als sie ins KH kam, wog sie noch 29 kg.
Sie hatte es aber schon so extrem, dass sie Essen versteckte und sogar im KH noch heimlich erbrochen hat. Dazu kommt eine aggressive Hyperaktivität. Sie kann nicht stillhalten, sondern zappelt dauernd herum. Es wird noch lange dauern, bis sie das wieder einigermaßen im Griff haben.
Gruß
T
Hallo Cadde,
Wie Strubbel schon geschrieben hat: Insitiere bei deiner Freundin. Das ist im Interesse desKindes wichtig.
Tutulla hat das Horrorszenario einer lange unbehandelten Anorexie ja angedeutet.
Und je später eine solche Behandlung begonnen wird, desto schlechter ist die Prognose.
Bei starkem Untergewicht ist im CT ein Hirnmassenabbau sichtbar; Wachstumsstörungen, Knochendefekte, Vitaminmangel, Elektrolytverschiebungen mit daraus resultierenden Herzrhytmusstörungen und und und…
sind die Folgen.
Je schneller die Behandlung begonnen wird, desto grösser die Heilungschancen und desto geringer die Folgeschäden.
Der richtige Arzt dafür ist ein Kinder- und Jugendpsychiater. Sowohl Kinderarzt als auch Allgemeinmediziner übersehen oft auch ernste Anzeichen.
Eine „Ursachenforschung“ ist von rein akademischem Interesse. Ausserdem können die Auslöser so banal sein, dass sie für einen Nichterkrankten kaum nachvollziehbar sind (z. B. sagt eine besuchende Oma: „Kind, was hast du schöne runde Bäckchen…“)
Gruss
Volker
Hallo,
bei dieser Erkrankung gibt es ja hier und da so seltsame Gerüchte, wie die Mutter sei schuld oder anderer Sch… . Das „animiert“ natürlich besonders die Umwelt, hilfreich zur Seite zu stehen. Als ehemalige Annorexie hat mich das schon immer abgestoßen und ich verstehe die Blockade so mancher betroffenen Verwandtschaft gut.
Heute gehen die Fachleute damit allerdings anders um. Es wird nicht mehr unbedingt der böse Schuldige für das nicht Erklärbare gesucht, sondern in erster Linie Heilungswege angeboten. Dabei erhält die FAmilie auch Hilfe zum Verständnis. - Kein Mensch kommt auf die Idee, einem anderen die Schuld an Krebs zu geben. Mal als Beispiel. -
Es ist absolut sinnvoll, so früh als möglich abzuklären. Dies ist keine Spaßgeschichte und nichts, das sich von alleine wieder rauswächst. Früh erkannt, lässt es sich in den großen Ferien angehen in netter Runde. Dafür gibt es mittlerweile mehrere gute Angebote. Mit oder ohne Eltern.
www.overeaters-anonymous.de gibt einige Auskunft auch für das Umfeld. Ist auch manches Ausdruckbare dabei.
Und die andere Seite ist natürlich, dass es mal einen riesigen Stress gibt, der einem einfach für eine Weile den Appetitt verdirbt. Gerade so am Anfang der Pubertät. Zu viel an Krankheit denken ist ja nun auch nicht gesund.
Gruß
R