Ich frage mich wie der Mensch im Falle eines Bandwurmbefalls behandelt wird. Die Gefahr besteht ja schließlich, wenn man sich ein Haustier „zulegt“, welches auch im Freien rumstreut (oder ist diese eher gering bei entsprechender Prävention?).
Also, wenn man im schlimmsten Fall davon ausgeht, dass man wirklich einmal unter einem Bandwurm leiden sollte, wie wird der Mensch dann dagegen behandelt? Operativ? Tabletten? Wurm-Kur??
um Dich von Deiner Katze/Deinem Hund mit Bandwürmern anzustecken, müsstest Du die Bandwurmglieder, die Dein Tier (aus dem After!) ausscheidet, aufnehmen. Das kann zwar passieren (kommt wohl bei Kindern vor, die gerne alles in den Mund nehmen), ist aber bei Erwachsenen nicht so häufig.
Hunde und Freigängerkatzen sollten alle 3-4 Monate entwurmt werden.
Weitere Gefahren der Wurmansteckung bestehen z.B. beim Verzehr von im Wald gesammelten Pilzen/Früchten/Pflanzen (Fuchsbandwurm).
um Dich von Deiner Katze/Deinem Hund mit Bandwürmern
anzustecken, müsstest Du die Bandwurmglieder, die Dein Tier
(aus dem After!) ausscheidet, aufnehmen. Das kann zwar
passieren (kommt wohl bei Kindern vor, die gerne alles in den
Mund nehmen), ist aber bei Erwachsenen nicht so häufig.
Um diese Bandwürmer (Taenia sp./Dypilidium sp.) zu bekommen, müssen die eingetrockneten Bandwurmglieder zuerst von einer Maus oder Flohlarve gefressen werden. In diesen bildet sich dann die Bandwurmfinne.
Erst wenn dann dieser Floh oder diese Maus verzehrt werden (natürlich roh), kann wieder ein neuer Bandwurm entstehen. Da der Mensch bei diesen Gattungen als Fehlwirt gilt, ist selbst in diesem Fall das Infektionsrisiko relativ gering.
Erst wenn dann dieser Floh oder diese Maus verzehrt werden
(natürlich roh), kann wieder ein neuer Bandwurm entstehen. Da
der Mensch bei diesen Gattungen als Fehlwirt gilt, ist selbst
in diesem Fall das Infektionsrisiko relativ gering.
Mahlzeit
Johnny
Hallo !
Warum hatten wir Kinder in den 40er-Jahren dann fast alle Bandwürmer?
Es gab zwar wenig zu essen, aber Mäuse kamen nicht auf den Tisch! Flöhe hatten wir auch nicht!
Warum hatten wir Kinder in den 40er-Jahren dann fast alle
Bandwürmer?
Es gab zwar wenig zu essen, aber Mäuse kamen nicht auf den
Tisch! Flöhe hatten wir auch nicht!
es gibt durchaus Bandwürmer, die den Menschen als Endwirt haben (z.B. Rinder- und Schweinebandwurm). Diese krabbeln aber nicht aus den Aftern von Hunden und Katzen.
Neben der Trichinenschau ist die Untersuchung auf Bandwurmfinnen ein wichtiger Bestandteil der heutigen Fleischbeschau (Finnenschnitt). Ich könnte mir vorstellen, dass diese bei Schlachtungen in den 40er Jahren etwas anders ausgesehen hat.
Nun weiß ich allerdings noch immer nicht, wie die entsprechenden Behandlung genau abläuft. Die verlinkte Seite hat mir ja einen leichten Hinweis gegeben, aber was darunter vorstellen kann ich mir nicht.
Würde mich freuen, einfach zu wissen, ob sowas denn dann wirklich operativ, per Tabletten, Spritzen, etc gelöst wird/werden kann? Ganz grob würde mir das schon reichen…
die häufigsten menschenpathogenen Bandwurmeier (Taenia saginata, T. soleum) werden durch die Nahrung aufgenommen, z. B. durch rohes Hackfleisch. In Deutschland ist man seit langem durch hygienische Maßnahmen recht sicher. Dagegen infiziert man sich eher in Urlaubsländern, besonders auch Osteuropa. Einfache Behandlung durch Tabletten: Yomesan (Niclosamid). Die wirken schnell und zuverlässig.
Die dagegen sehr seltene Echinococcose (Hunde- und Fuchsbandwurmzysten finden sich nicht im Darm, sondern in Organen, wie z. B. Leber, Lunge) kann auch durch ein infiziertes, unbehandeltes Haustier (Hund, seltener Katze) übertragen werden. Dieser Übertragungsweg trifft häufiger zu, als über das Essen von z. B. Waldbeeren.
Gruß, Renate
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Also, wenn man im schlimmsten Fall davon ausgeht, dass man
wirklich einmal unter einem Bandwurm leiden sollte, wie wird
der Mensch dann dagegen behandelt? Operativ? Tabletten?
Wurm-Kur??
Genauso wie beim lieben Vieh: mit Wurmkuren (meist in Tabletten-Form).
Einfache Behandlung durch Tabletten: Yomesan (Niclosamid). Die
wirken schnell und zuverlässig.
Jetzt hab ich neugieriger Weise mal nach diesem Yomesan gegoogelt und sehe das es eigentlich rezeptfrei (?) zu haben ist. Wie wichtig ist nun eine Absprache mit dem Arzt zur Einnahme dieser Tabletten?
Oder ist es prinzipell nicht schlimm dies auf „eigene Faust“ einzunehmen?
Eine Dosis reicht z.B. aus.
Die Substanz Niclosamid (Yomesan) wird im Darm nicht resorbiert, daher ist der Wirkstoff sogar für stillende Mütter akzeptabel, und er ist apotheken- aber nicht rezeptpflichtig. Jedoch der Bandwurm, einschließlich dem Bandwurmkopf, wird dadurch aufgelöst.
Eine Absprache mit einem kompetenten Arzt ist immer wichtig, besonders dann wenn der Patient seine Diagnose nicht kennt. Was will er denn dann womit behandeln? Welcher Patient weiß denn anfangs, wenn er das erste mal Proglottiden (in frischer Form, bewegliche Bandwurmglieder von weißem, plattnudelähnlichem Aussehen) in seinem Stuhl findet, möglicherweise Wochen oder Monate nach einem entsprechenden Urlaub, um was es sich hier genau handelt? Denn danach richtet sich die Dosierung. Manch einer „glaubt“ oft in seiner Panik nur, „irgendetwas“ gesehen zu haben.
Handelt es sich dagegen um einen Patienten mit Erfahrung, wird die Behandlung kein Problem darstellen, wenn er sich an die Packungsbeilage hält.
Gruß, Renate
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Okay. Ich bedanke mich für die soweit zahl- und hilfreichen Antworten.
Nun noch mal als kurzes Resumee für mich: Generell braucht man sich erst mal keine großen Sorgen machen, das man zwangsläufig mit einem Befall rechnen muss, sobald man ein Haustier besitzt. Falls es aber doch so kommen sollte, und man sich relativ sicher ist, worum es sich handelt, kann man dem selbstständig durch die Einnahme von Yomesan gegenwirken ohne sich durch das Medikament zu gefährden/schaden (natürlich ist die Absprache mit dem Arzt von Vorteil)…
Ok, also ich möchte nochmal den ganzen Kram etwas richtig stellen, da hier viel Krampf verzapft worden ist.
Der Besitz von Haustieren birgt in normalerweise nicht die Gefahr, sich mit Bandwürmern im engeren Sinne zu infizieren (also die im Darm).
Diese (Schweine- und Rinderbandwurm) bekommt man nur, wenn man rohes Fleisch ißt, in dem sich Larven des Bandwurmes befinden. Diese LArven werden dann im Darm zu erwachsenen Bandwürmern. Die behandelt man am besten mit einem Praziquantel enthaltenden Präparat (Arzt fragen, Drontal…). Das ist am schnellsten und sichersten!!!
Eine Möglichkeit sich mit den Larven zu infizieren besteht beim Schweinebandwurm. Dies ist möglich, wenn man irgendwie die von einem Menschen ausgeschiedenen Eier aufnimmt. Diese Larven sitzen auf keinen Fall im Darm, sondern in der Muskulatur oder im Gehirn. Das kann sehr schnell tödlich enden und muß von einem Arzt behandelt werden.
Der Schweinbandwurm ist bei uns zum Glück sehr selten geworden, beim Rinderbandwurm , der wieder häufiger wird besteht diese Gefahr nicht.
Über Hunde und Katzen kann man sich mit den Larven von Fuchs und Hundebandwurm anstecken. Auch diese Larven leben nicht im Darm, sondern in der Leber und in anderen Organen. Die Tiere bekommen diese Bandwürmer, wenn sie Wühlmäuse oder innereien von Wiederkäuern mit Bandwurmlarven darin fressen. Wenn man einen freilaufenden Hund alle vier Wochen entwurmt (unbedingt Praziquantel), kann aber nichts passieren. Auch diese Infektionen beim Menschen müssen vom Arzt behandelt werden, schon weil das einzige wirksame Medikament (Albendazol) rezeptpflichtig ist!!
Für mehr infos empfehle ich das Buch: „Grundriss der Parasitenkunde“ von Mehlhorn und Piekarski. Müsste in jeder Stadtbücherei zu bekommen sein.
Also Resümee: bloß nicht selber rumdoktern, sondern immer einen Arzt oder besser noch einen Parasitologien fragen!!!