Hallo,
habe gestern gehört das es ein neuartiges Verhütungsmittel - natürlich für Frauen - geben soll. Eine Art Stäbchen das am Oberarm eingepflanzt wird. Wer hat Informationen dazu?
Danke und Grüsse,
Zini
Hallo,
habe gestern gehört das es ein neuartiges Verhütungsmittel - natürlich für Frauen - geben soll. Eine Art Stäbchen das am Oberarm eingepflanzt wird. Wer hat Informationen dazu?
Danke und Grüsse,
Zini
hi zini,
japp. so isses, ein kleines stäbchen wird in die obere hautschicht eingeschoben. soll eine relativ unkomplizierte sache sein und relativ schmerzlos. damit hast du dann (lass mich lügen) ich glaube 3 jahre ruhe. allerdings ( und das war eigentlich sehr wichtig für mich) gibt es diverse nachteile an der sache…eigentlich ja wie immer… :
das stäbchen kannst du fühlen, und das ist schon mal nicht für jede was…
ich nehme z.b. eine pille die nicht jede frau bekommt, da ich zuwenig männliche hormone habe. dieses stäbchen kann jetzt aber nicht mit dem präparat bestückt werden, das dem ähnelt, was du jetzt hast, sondern entspricht einer eigenen marke, wie jetzt auch biviol, mykrogynon, etc… ich habe eigentlich mit meinem frauenarzt mehrere jahre begraucht, bis wir die richtige pille für mich gefunden haben und ich somit nicht zwei mal im monat für jeweils eine woche meine tage hatte. sollte ich jetzt dieses stäbchen einschieben lassen und die zwischenblutungen setzen wieder ein, hätte ich die pappnase auf. das stäbchen sollte dann im körper für die vorgesehene zeit bleiben, denn du hast dann ja sonst einen hormonüberschuss mit zusätzlicher pille.
die kosten…ich weiss nicht mehr wie viel es war, aber eindeutig für mich als (nicht-mehr-lange-)azubi war es zu viel.
liebe grüsse
lisacroft
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hallo genau die infos hab ich auch. und noch eine und zwar kostet es 600 DM. das kommt (zumindest bei mir) ein bisschen teurer als für drei jahre die pille holen. aber der vorteil: man muss nicht mehr dran denken jeden tag die pille zu nehmen. ich glaub auch über nebenwirkungen ist noch nichts oder wenig bekannt, weil es vor kurzem noch in der testphase war. aber ich denke der frauenarzt hat noch genauere infos und kann dir dann auch sagen ob er dir das stäbchen als alternative empfehlen würde. schöne grüsse nicole
blitz-a-t 15. Juni 2000/dim
HORMONSTAEBCHEN IMPLANON –
NEUE AERA DER VERHUETUNG (1)?
Als „Hightech unter der Haut“ (1) und „voellig neue Methode zur
Empfaengnisverhuetung“ (2) preist Nourypharma sein Hormon-Implantat
IMPLANON an, das seit heute auch in Deutschland erhaeltlich ist. Das
Langzeit-Verhuetungsmittel soll „Frauen jeden Alters und in jeder
Lebensphase“ eine „sorgenfreie und sichere Verhuetung“ bieten (2). Schon
seit Monaten kursieren Pressemeldungen ueber eine Verzoegerung der
Einfuehrung wegen der „grossen Nachfrage in Nachbarlaendern“ (3) und
angebliche Wartelisten (3) bei Frauenaerzten - so werden
Begehrlichkeiten geweckt. Doch was ist neu an IMPLANON?
WIRKSTOFF: Etonogestrel ist der aktive Metabolit von Desogestrel (in
LOVELLE, MARVELON u.a.), einem Gestagen der so genannten dritten
Generation, das hierzulande seit 1981 auf dem Markt ist und fuer sein
besonderes Thromboembolierisiko in kombinierten Kontrazeptiva bekannt
ist (a-t 1999; Nr. 10: 111).
DARREICHUNG: Verpackt in ein Kunststoffstaebchen wird das Hormon-Depot
am Oberarm unter die Haut implantiert und soll von dort drei Jahre lang
kontinuierlich freigesetzt werden. Das Prinzip ist nicht neu: Das seit
17 Jahren in vielen Laendern erhaeltliche NORPLANT besteht aus sechs
Levonorgestrel-haltigen Kapseln, die ebenfalls unter die Haut des
Oberarms gepflanzt werden und fuenf Jahre lang Schwangerschaften
verhueten sollen. In Grossbritannien wurde NORPLANT vergangenes Jahr
wegen mangelnder Nachfrage vom Markt genommen - es gilt als schlecht
vertraeglich (a-t 1999; Nr. 6: 65).
WIRKSAMKEIT: Vollstaendig veroeffentlicht sind mehrere unkontrollierte
Studien sowie ein offener Vergleich mit dem Levonorgestrel-haltigen
NORPLANT an jeweils 100 Frauen. In mehreren Uebersichten (4,5) werden
zudem die Ergebnisse unveroeffentlichter Untersuchungen mit
beruecksichtigt. Die Studiendauer betraegt zunaechst zwei Jahre, ein
Teil der Frauen belaesst das Staebchen anschliessend weitere ein bis
zwei Jahre. Weder unter IMPLANON noch unter NORPLANT tritt eine
Schwangerschaft auf. Daraus errechnet sich fuer die Neuerung eine
Versagerquote (Pearl-Index, Zahl der Schwangerschaften pro 100
Frauenjahre) von 0,0 (95%-Konfidenzintervall 0,0 bis 0,09) (5).
Allerdings war in einigen Studien die Verwendung zusaetzlicher
nicht-hormonaler Verhuetungsmethoden u.a. als Infektionsschutz erlaubt.
Frauen mit Salpingitis oder ektopischer Schwangerschaft in der
Vorgeschichte, Brusttumoren, Hyperlipoproteinaemie, Bluthochdruck u.a.
haben nicht teilgenommen (4). Bei uebergewichtigen Frauen reicht der
Konzeptionsschutz im dritten Jahr moeglicherweise nicht aus (9).
VERTRAEGLICHKEIT: In den ersten zwei Jahren scheiden bis zu 31% der
Frauen vorzeitig aus, mehr als die Haelfte wegen
Blutungsunregelmaessigkeiten und Amenorrhoe (6). Wie bei anderen reinen
Gestagen-Praeparaten bleibt auch unter IMPLANON die Regelblutung haeufig
aus (bis 40%) oder tritt seltener auf (bis 30%). Etwa 3% bis 5% der
Frauen muessen mit haeufigeren Menstruationen und Zwischenblutungen
rechnen, bis 10% mit mehr als 10 bis 14 Tage andauernder Blutung.
Haemoglobinabfall kommt vor (4). 19% klagen ueber Akne, bis 21% ueber
Kopfschmerzen und bis 10% ueber Brustschmerzen (7). Weitere haeufige
Stoerwirkungen sind Schwindel (bis 8%) sowie depressive Verstimmungen,
Haarausfall und Abnahme der Libido (jeweils bis 5%) (7,8). Bei jeder
fuenften Frau steigt der Body-Mass-Index (BMI) um mehr als 10% (4).
Insgesamt werden IMPLANON und NORPLANT in etwa gleich vertragen.
Schmerzen an der Injektionsstelle treten bei 5% der Anwenderinnen auf
(7), Roetung, Schwellung, Quetschung und Haematombildung kommen
ebenfalls vor (8). Nach Implantation ist fuer 24 Stunden ein
Druckverband anzulegen. Mit Komplikationen beim Entfernen (gebrochenes
oder eingewachsenes Implantat u.a.) ist bei bis zu 3% zu rechnen (6).
Narbenbildung wird beobachtet (8).
Die Regelblutung soll sich nach Entnahme des Implantats bei vier von
fuenf Frauen innerhalb von drei Monaten normalisieren (4). Systematische
Untersuchungen zur Schwangerschaftsrate bei Frauen mit Kinderwunsch nach
der Anwendung fehlen, ebenso zu Langzeiteffekten wie Leberadenomen,
Brust-, Ovarial- oder Uteruskarzinom sowie anderen Organschaeden.
KOSTEN: Das Hormonstaebchen kostet inklusive Einsetzen etwa 600 DM (379
DM entfallen auf die Kosten fuer das Staebchen). Fuer die dreijaehrige
Einnahme der Desogestrel-haltigen Minipille CERAZETTE sind 589 DM
aufzuwenden, fuer ein Levonorgestrel-haltiges Praeparat wie 28 MINI 434
DM.
FAZIT: Mit IMPLANON hat Nourypharma ein seit fast 20 Jahren bekanntes
Prinzip recycelt - weder das Hormon Etonogestrel, aktiver Metabolit von
Desogestrel (in LOVELLE, MARVELON u.a.), ist neu noch die Anwendung als
subkutanes Implantat. Mit dem Langzeit-Kontrazeptivum lassen sich
Schwangerschaften offenbar zuverlaessig verhueten. Gegenueber
Gestagen-haltigen Minipillen scheint das Implantat deutlich weniger
vertraeglich zu sein. Direkte Vergleichsstudien fehlen allerdings,
ebenso Langzeituntersuchungen.
Frauen, die sich fuer IMPLANON entscheiden, muessen bedenken, dass sie
die Anwendung nicht selbst beenden koennen, wenn zum Beispiel
Stoerwirkungen auftreten, sondern dazu ihre(n) Frauenaerztin/-arzt
aufsuchen muessen. Wir betrachten das Hormon-Implantat als Reserve fuer
Frauen mit abgeschlossener Familienplanung, die andere
Verhuetungsmethoden wie Minipille, Spirale oder Kondom ablehnen.
1 Nourypharma: Pressemeldung vom 13. Juni 2000
2 Nourypharma: IMPLANON-Werbung, www.implanon.de
3 Nourypharma: Pressemeldung vom 28. Maerz 2000
4 EDWARDS, J.E., MOORE, A.: Br. J. Fam. Plann. 1999; 24: 3-16
5 CROXATTO, H.B., MAEKAERAEINEN, L.: Contraception 1998; 58 (Suppl):
91S-7S
6 CROXATTO, H.B. et al.: Human Reprod. 1999; 14: 976-81
7 URBANCSEK, J.: Contraception 1998; 58: (Suppl): 109S-15S
8 Nourypharma: IMPLANON-Fachinformation, Stand Dezember 1998
9 Brit. Nat. Formul. 2000; 39: Seite 374
Peter
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