Malaria-Prophylaxe!?

Hallo,

ich gehe im Februar für 11 Wochen nach Malawi und brauche dafür eine Malaria Prophylaxe. Neben Lariam wurde mir Doxycyclin empfohlen. Hat jemand Erfahrungen damit? Welches hat wohl die geringeren Nebenwirkungen?

Hat jemand ausserdem Erfahrungen mit NoBite? Ist das eher giftig oder unbedenklich?

Ich bin für jeden Tipp dankbar!
Sabine

Hallo Sabine,

am besten ist es, wenn du dich in einem tropenmedizinischen Institut beraten lässt. Gibt es in den meisten größeren Städten. Nur dort sind sie immer auf dem neuesten Stand, auch was man sonst noch für Impfungen braucht für bestimmte Regionen.

Welches Produkt du zur Malariaprophylaxe verwenden solltest, hängt unter anderem auch von der Region ab, in die du fährst. Also am besten dort erfragen. Lariam hat meines Wissens sehr starke Nebenwirkungen. Aber darüber lass dich am besten auch von den Tropenmedizinern beraten.

NoBite habe ich schon verwendet, für Haut und Kleidung. Gegen die Mücken hat’s auch super geholfen. Allerdings hatte ich einen großen Kampf mit „Sandfliegen“ (so hat die Viecher unser Führer genannt). Ich war die einzige aus unserer Gruppe (im Dschungel in Ecuador), die von denen wie wild attakiert wurde. Dagegen hat NoBite nicht geholfen. Die anderen hatten alle Autan oder irgendetwas einheimisches verwendet.
Giftiger als die anderen Mittel, die man zur Mückenabwehr nimmt, ist es m.E. nicht. Darf halt nicht in Mund und Augen kommen, aber das ist bei allen anderen Produkten auch so.

Viele Grüße

Andrea

Hallo Sabine

Ich bin für jeden Tipp dankbar!

Das erlaubt mir, auch als Nicht-Experte zu antworten.

Also als ich vor einem Jahr in Indien war, gab es sehr viel
Diskussionen ueber die Impfungen und die Malariavorbeugung.
Der Arzt schien mir etwas inkompetent, deshalb fragte ich ausser ihn
auch noch andere und erkundigte mich im Internet.
Was ich nun weiss, ist Folgendes: Es gibt keine Standardprophylaxe,
sondern fuer jeden Menschen muss man eine gesonderte Entscheidung
treffen. Ob du mit Medikamenten vorbeugen solltest und mit welchen,
haengt von deiner gesundheitlichen Verfassung, vom Reiseziel und von
der Reisezeit ab. Es gibt naemlich verschiedene Arten von Malaria und
die Mediakmente geben unterschiedlich viel Sicherheit. Voellig sicher
ist keines. Deshalb musst du immer auch an Mueckenspray oder -creme
denken und wenn moeglich unter einem Moskitonetz schlafen. Wir
konnten unsere in Indien nicht gebrauchen, denn wir schliefen immer
in Betten und konnten die Netze nicht befestigen. Manchmal haben wir
sie uns locker ueber das Gesicht gelegt, in zwei Lagen, so dass die
Muecken nicht an die Haut kamen. Der Rest des Koerpers war ja unter
der Decke.
Lariam wirkt auf die Psyche. Menschen, die zu Depressionen neigen,
sollten es nicht nehmen. Manche bekommen von Lariam Alptraeume, kenne
ich einen Fall persoenlich. Meine Freundin hat waehrend der
Einnahmezeit von Lariam sehr intensiv getraeumt, aber nichts
Schlimmes. Das fanden wir sehr interessant. Die Einnahme von Lariam
muss organisiert werden, da man nur eine Tablette pro Woche nimmt (es
gibt verschiedene Einnahmeschemata). Das kann man leicht vergessen.

Gruss, Tychi

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Hallo,

ich war dieses Jahr auf Borneo im Dschungel. Zur Vorbereitung habe ich mich auch über Malariagefahr informiert. Im Nachhinein weiß ich, dass die Auskünfte im Grunde nicht sehr hilfreich waren. Überall war zu lesen, dass, wenn man in gefährdete Gebiete ginge, man vorbeugen sollte oder ein Standbay-Medikament mitnehmen solle. Ich habe beides nicht gemacht, da ich nur drei Tage Dschungelaufenthalt gebucht habe. Vor Ort habe ich folgendes erfahren (der Reiseleiter war gelernter Krankenpfleger, Ausbildung in D). Er sagte, dass in Malaysia von Reisebüros organisierte Reisen nicht in malariagefährdete und Krokodil-gefährdete Gebiete unternommen werden dürften. Er hat folglich auch lediglich am Dschungelanfang Mückenschutz empfohlen. Am 2. und 3. Tag hatte ich es dann vergessen und auch keine Stiche gespürt - hätte es ja sofort nachholen können.

soweit meine Erfahrung
Gruß
Otto

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Hi Sabine,

es hat hier vor nicht allzu langer Zeit eine Diskussion über Malaria-Prophylaxe gegeben (http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…)

Liebe Grüße
Burkhard

Welches
hat wohl die geringeren Nebenwirkungen?

hi sabine,

erkundige dich auch nach „malarone“.
hier liegen meiner information nach keine resistenzen vor, und die
nebenwirkungen sind zu vernachlässigen.
dafür ist das zeug teuer.

ich selbst bin gut damit gefahren. am falschen ende sparen ist fatal.

erkundige dich aber auch, wie schon gesagt, nach den dortigen
malaria-variationen. wenn dich die tropica erwischt, bekommst du
ziemlich schlechte laune. der rest ist nicht so wild.

gruß,
frank

Hallo Sabine,

soviel ich weiß gehört Malawi zu Zentralafrika und damit nach der WHO zu der Malariarisikozone C, d.h. ganzjähriges hohes Malaria-Risiko im ganzen Land. Das Risiko in Schwarzafrika ist mit Indien oder anderen asiatischen Ländern nicht zu vergleichen. Eine Malariaprophylaxe ist absolutes Muss, und wer die Statistik der jährlich rund 1000 Deutschen kennt, die nach der Heimkehr an Malaria erkranken, weiß, das die meisten von Ihnen aus dem tropischen Afrika und dort vor allem aus Kenia und Tansania kamen. Und von denen hatten wiederum mehr als 90% auf die Prophylaxe verzichtet bzw. nicht regelmäßig genommen. Ca. 90% der malariainfizierten Menschen leben in tropischen Afrika. Und auch die gefährlichste, die Malaria Tropica (Erreger Plasmodium falciparum) ist im tropischen Afrika am meisten verbreitet. Einfache und einheitliche Empfehlungen zur Malariavorbeugung sind durch die veränderte Malariasituation in den Tropen zunehmend schwieriger geworden.

Leider ist die Wahl der richtigen Malariaprophylaxe nicht so einfach. Es gibt Resistenzen der Erreger gegen das früher so beliebte Resochin, welches somit ausscheidet. Riamet ist nicht für die Prophylaxe, sondern nur zur Behandlung einer akuten Malaria. Paludrine alleine wirkt nicht sicher genug, Halfan ist wegen den Vorkommnissen von tödlichen Herz-Kreislauf-Nebenwirkungen auch aus dem Rennen, somit bleiben 3 Medikamente zur Auswahl:

a) Lariam: Stärkeres Mittel, aber auch größere Nebenwirkungen, 1 mal wöchentlich. Es dient zur Vorbeugung gegen Resochin - und/oder fansidarresistente Malaria (es wird auch Mefloquin genannt). Es eignet sich für einen höchstens drei - bis vierwöchigen Urlaub, weil man diese Mittel nicht länger als 6(7) Wochen einnehmen sollte. Auch zur Behandlung einer akuten Malaria wird es angewendet. 1 Tablette Lariam enthält als Wirkstoff 274 mg Mefloquinhydrochlorid. Zur Eliminierung der Leberformen muss bei akuter Malaria zur Vorbeugung vor Rückfällen noch ein 8-Aminochinolin-Derivat, z.B. Primaquin, verabreicht werden. Ein anderer Produktname statt Lariam ist Mephaquin. Wegen der vielen Nebenwirkungen würde ich es nicht (mehr) nehmen.

b) Doxycyclin:
Eigentlich ein Antibiotikum, Handelsname Vibramycin. Die Einnahme kann einen Tag vor Ankunft beginnen und dauert 4 Wochen nach Verlassen des Gebiets. Das Medikament sollte mit viel Flüssigkeit eingenommen werden, um Schleimhautschäden der Speiseröhre zu vermeiden. Die DTG weist darauf hin, dass Doxycyclin in Gebieten mit Mefloquin-Resistenzen alternativ zu Atovaqoun/Proguanil zur Prophylaxe eingesetzt werden kann, obwohl diese Verwendungsweise in Deutschland nicht offiziell zugelassen ist. Jedoch wird auf die Gefahr möglicher Nebenwirkungen, wie z.B. einer Lichtempfindlichkeit der Haut hingewiesen (Vorsicht bei starker Sonneneinstrahlung in den Tropen- und Subtropen !). Bei Schwangeren und Kindern unter 8 Jahren darf Doxycyclin nicht eingesetzt werden. Zur Malariabehandlung ist das Medikament allein nicht geeignet. Also, da hier in Deutschland nicht zugelassen, scheidet es für mich (leider) auch aus. Natürlich kann einem der Hausarzt es gegen ein bakterielle Erkrankung aufschreiben, nur legal ist die in unserem Land leider nicht. In anderen Ländern ist es zugelassen. Wäre wohl die billigste Alternative.

c) Malarone (Atovaqoun/Proguanil):
Das Kombinationspräparat Malarone (Atovaquon/Proguanil) ist ein sehr verläßliches Medikament mit wenigen Resistenzproblemen. Ein Kombinationspräparat für die Stand-by-Therapie, zur Prophylaxe und Behandlung. Auch für Malaria tropica. Der Einsatz geschieht vor allem bei Erreger-Resistenzen gegen andere Medikamente wie Chloroquin, Halofantrin und Mefloquin. Untersuchungen ergaben eine gute Verträglichkeit. Selten kommen leichte und rasch vorrübergehende Nebenwirkungen vor. Die Wirksamkeit ist bei einem 98%igen Schutz vor Malaria tropica hoch. Malarone ist verhältnismäßig teuer. Die medikamentöse Malariaprophylaxe mit Malarone beginnt 1 Tag vor Ankunft im Zielgebiet und wird bis 7 Tage nach der Rückkehr fortgeführt.

Also: Ich werde mich für meinen nächsten Afrikaaufenthalt im März 2005 trotz des hohen Preises für Malarone entscheiden.

Als Insektenschutzmittel empfehle ich Autan Active 100ml Spray (bei Globetrotter 7.95€). Mit hautpflegendem Panthenol und 20% Bayrepel. Autan hat den mit vielen Nebenwirkungen versehenen Wirkstoff Deet nicht mehr, aber es gibt noch Mittel mit Deet zu kaufen. Nobite Kleider-Imprägnierung als 100ml Pumpspray ist eine gute Alternative für nicht stichsichere Kleidung. Bei Nichtverträglichkeit: Es wäscht sich nach 4 mal raus. Und vor allem in den Dämmerungstunden immer helle Kleidung tragen, die Anopheles-Mücke steht auf Dunkel. Bester Schutz für die Nacht bleibt das imprägnierte Moskitonetz.

Viele Grüße
Peter

Hallo Sabine,

meine erfahrungen mit malariaprophylaxe beziehen sich auf suedamerika.dort war ich mit drei anderen leuten gemeinsam unterwegs, jeder von uns hat sich individuell zu vorsorge / impfungen beraten lassen und jeder bekam abweichende antworten.
wir einigten uns dann, alle zusammen lariam prophylaktisch zu nehmen, immer am selben tag, um uns gegenseitig zu erinnern, angefangen einige wochen vor abfahrt. in der familie, die wir vor ort besuchten, gab es eine aerztin, die den aufwand fuer voellig uebertrieben hielt (wieder eine andere meinung). ich kann nur sagen, die „lariamtage“ waren ziemlich erschreckend, es gab deutliche emotionale und sonstige psychische reaktionen, zwar nicht an jedem einnahmetag von jedem teilnehmer, aber jeder von uns hat sie irgendwann gespuert. das ging bis zu leichten halluzinationen. erst dachten wir, klar, gruppenhysterie, aber inzwischen ist lariam ins gerede gekommen, vor allem auch im zusammenhang mit amerikanischen soldaten. dazu gab es auch einen spiegel-artikel, vielleicht kann ich den noch genauer benennen.

mein rat: angemessene prophylaxe mit einem anderen mittel fuer einen moeglichst kurzen zeitraum und ein mittel fuer die akute anwendung mitnehmen (auch, wenn das lariam sein sollte, notfall ist notfall). von lariam zur prophylaxe kann ich nur dringend abraten !

nobite: im dschungel hab ich zedan benutzt, ein rein pflanzliches mittel. jeder hatte ein mittel mit und wir haben sie reihum ausprobiert. und jeder war mit einem anderen am zufriedensten. wahrscheinlich so aehnlich wie ein parfum, es muss zur koerpereigenen chemie passen…

gruesse,

liz