Hallo Sabine,
soviel ich weiß gehört Malawi zu Zentralafrika und damit nach der WHO zu der Malariarisikozone C, d.h. ganzjähriges hohes Malaria-Risiko im ganzen Land. Das Risiko in Schwarzafrika ist mit Indien oder anderen asiatischen Ländern nicht zu vergleichen. Eine Malariaprophylaxe ist absolutes Muss, und wer die Statistik der jährlich rund 1000 Deutschen kennt, die nach der Heimkehr an Malaria erkranken, weiß, das die meisten von Ihnen aus dem tropischen Afrika und dort vor allem aus Kenia und Tansania kamen. Und von denen hatten wiederum mehr als 90% auf die Prophylaxe verzichtet bzw. nicht regelmäßig genommen. Ca. 90% der malariainfizierten Menschen leben in tropischen Afrika. Und auch die gefährlichste, die Malaria Tropica (Erreger Plasmodium falciparum) ist im tropischen Afrika am meisten verbreitet. Einfache und einheitliche Empfehlungen zur Malariavorbeugung sind durch die veränderte Malariasituation in den Tropen zunehmend schwieriger geworden.
Leider ist die Wahl der richtigen Malariaprophylaxe nicht so einfach. Es gibt Resistenzen der Erreger gegen das früher so beliebte Resochin, welches somit ausscheidet. Riamet ist nicht für die Prophylaxe, sondern nur zur Behandlung einer akuten Malaria. Paludrine alleine wirkt nicht sicher genug, Halfan ist wegen den Vorkommnissen von tödlichen Herz-Kreislauf-Nebenwirkungen auch aus dem Rennen, somit bleiben 3 Medikamente zur Auswahl:
a) Lariam: Stärkeres Mittel, aber auch größere Nebenwirkungen, 1 mal wöchentlich. Es dient zur Vorbeugung gegen Resochin - und/oder fansidarresistente Malaria (es wird auch Mefloquin genannt). Es eignet sich für einen höchstens drei - bis vierwöchigen Urlaub, weil man diese Mittel nicht länger als 6(7) Wochen einnehmen sollte. Auch zur Behandlung einer akuten Malaria wird es angewendet. 1 Tablette Lariam enthält als Wirkstoff 274 mg Mefloquinhydrochlorid. Zur Eliminierung der Leberformen muss bei akuter Malaria zur Vorbeugung vor Rückfällen noch ein 8-Aminochinolin-Derivat, z.B. Primaquin, verabreicht werden. Ein anderer Produktname statt Lariam ist Mephaquin. Wegen der vielen Nebenwirkungen würde ich es nicht (mehr) nehmen.
b) Doxycyclin:
Eigentlich ein Antibiotikum, Handelsname Vibramycin. Die Einnahme kann einen Tag vor Ankunft beginnen und dauert 4 Wochen nach Verlassen des Gebiets. Das Medikament sollte mit viel Flüssigkeit eingenommen werden, um Schleimhautschäden der Speiseröhre zu vermeiden. Die DTG weist darauf hin, dass Doxycyclin in Gebieten mit Mefloquin-Resistenzen alternativ zu Atovaqoun/Proguanil zur Prophylaxe eingesetzt werden kann, obwohl diese Verwendungsweise in Deutschland nicht offiziell zugelassen ist. Jedoch wird auf die Gefahr möglicher Nebenwirkungen, wie z.B. einer Lichtempfindlichkeit der Haut hingewiesen (Vorsicht bei starker Sonneneinstrahlung in den Tropen- und Subtropen !). Bei Schwangeren und Kindern unter 8 Jahren darf Doxycyclin nicht eingesetzt werden. Zur Malariabehandlung ist das Medikament allein nicht geeignet. Also, da hier in Deutschland nicht zugelassen, scheidet es für mich (leider) auch aus. Natürlich kann einem der Hausarzt es gegen ein bakterielle Erkrankung aufschreiben, nur legal ist die in unserem Land leider nicht. In anderen Ländern ist es zugelassen. Wäre wohl die billigste Alternative.
c) Malarone (Atovaqoun/Proguanil):
Das Kombinationspräparat Malarone (Atovaquon/Proguanil) ist ein sehr verläßliches Medikament mit wenigen Resistenzproblemen. Ein Kombinationspräparat für die Stand-by-Therapie, zur Prophylaxe und Behandlung. Auch für Malaria tropica. Der Einsatz geschieht vor allem bei Erreger-Resistenzen gegen andere Medikamente wie Chloroquin, Halofantrin und Mefloquin. Untersuchungen ergaben eine gute Verträglichkeit. Selten kommen leichte und rasch vorrübergehende Nebenwirkungen vor. Die Wirksamkeit ist bei einem 98%igen Schutz vor Malaria tropica hoch. Malarone ist verhältnismäßig teuer. Die medikamentöse Malariaprophylaxe mit Malarone beginnt 1 Tag vor Ankunft im Zielgebiet und wird bis 7 Tage nach der Rückkehr fortgeführt.
Also: Ich werde mich für meinen nächsten Afrikaaufenthalt im März 2005 trotz des hohen Preises für Malarone entscheiden.
Als Insektenschutzmittel empfehle ich Autan Active 100ml Spray (bei Globetrotter 7.95€). Mit hautpflegendem Panthenol und 20% Bayrepel. Autan hat den mit vielen Nebenwirkungen versehenen Wirkstoff Deet nicht mehr, aber es gibt noch Mittel mit Deet zu kaufen. Nobite Kleider-Imprägnierung als 100ml Pumpspray ist eine gute Alternative für nicht stichsichere Kleidung. Bei Nichtverträglichkeit: Es wäscht sich nach 4 mal raus. Und vor allem in den Dämmerungstunden immer helle Kleidung tragen, die Anopheles-Mücke steht auf Dunkel. Bester Schutz für die Nacht bleibt das imprägnierte Moskitonetz.
Viele Grüße
Peter