Hallo,
ein Kumpel ist mit einer Frau verheiratet die positiv ist. Nun ist sie schwanger geworden und ich habe ihn gefragt, wie er denn sowas seinem ungeborenem Kind antun koenne. Er meint nur, dass sein Arzt gesagt hat, das Baby haette nicht auch automatisch den Virus??? Geht denn sowas ueberhaupt, ich meine, wenn das kein Austausch von Koerperfluessigkeiten ist - ueber die Nabelschnur und die Versorgung durch die Mutter…
Klaert mich auf…
Gruss, JJ
Hallo Juergen,
die Chancen, dass das Baby den Virus hat, sind
etwa 1:3.
Da der Vater ja wohl ungeschuetzten Verkehr mit
der Mutter hatte (oder war die Befruchtung kuenstlich?),
wieso weiss er dann, ob er positiv oder negativ ist?
Irgendwie macht mir sowenig Mit- und Vorausdenken
Angst.
Gruesse
Elke
Hallo,JJ
Ich kann Dir Daten aus einem der am meisten von Aids betroffenen Ländern, nämlich Kenia, weitergeben.
Bei einer statistischen Aufnahme in Kenias Krankenhäusern wird von schwangeren Frauen bei der Blutabnahme auch gleich ein Aids-Test gemacht. Von Gegend zu Gegend liegt die Infektionsrate zwischen 15-80%. Die Kinder von HIV-Positiven Frauen haben alle Antikörper, doch verlieren 3 von 4 Kindern innerhalb des 1 Jahres die Abwehrkräfte der Mutter und damit auch die Antikörper, da sie das Virus nicht im Blut besitzen. Sind aber nach etwa 18 Monaten immer noch Antikörper im Blut des Kindes festzustellen, so ist es infiziert. Die Kinder sterben sehr unterschiedlich schnell, die einen schon nach 2 Jahren, andere sind auch mit 16 Jahren nicht erkrankt.
Demnach liegt in Kenia die Chance mit 25% auch bei 1:3, das sich die Embryos infizieren. Es ist leider ein Lotteriespiel, doch durch die hier in Deutschland mögliche medikamentöse Versorgung (eine Art Medikamenten-Cocktail) sind die Lebenserwartungen sicher wesentlich höher als in Kenia, wo das Geld fehlt, sofern die Medikamente auf so kleine Kids überhaupt anwendbar sind. Das Kind muß meiner Meinung nach per Kaiserschnitt geholt werden, um eine Infektion im Geburtskanal zu vermeiden.
Viele Grüße und viel Glück für das werdende Kind
Peter
die Chancen, dass das Baby den Virus hat, sind
etwa 1:3.
Hab ich mir schon gedacht, dass das nicht geht…
Da der Vater ja wohl ungeschuetzten Verkehr mit
der Mutter hatte
Wird wohl so gewesen sein
wieso weiss er dann, ob er positiv oder negativ ist?
Keine Ahnung, ob er auch einen Test gemacht hat, werde ihn wohl mal drauf ansprechen.
Irgendwie macht mir sowenig Mit- und Vorausdenken
Angst.
Mir auch…
Hi Jürgen!
Schmidt-Matthiessen/Hepp geben in ihrem Buch für Deutschland eine Übertragungsqoute von 20% an. Bei Behandlung der Mutter und Entbindung per Kaiserschnitt reduziert sich das Risiko auf 8%. Allerdings darf nicht gestillt werden.
In diesem Link wird sogar eine Quote von nur 3 % unter antiviraler Therapie angegeben:
http://hiv.net/2010/news1998/n0629.htm
Gruß
Peter
Hallo,
Vorab: Ich habe die anderen Antworten noch nicht gelesen.
Der Arzt hat Recht:
Wer HIV+ ist, muß nicht automatisch die Krankheit übertragen. Denn auch ein HIV+ muß nicht unbedingt krank sein.
Der Virus ist nicht unbedingt und zu 100% dem Kind übertragen worden. Es verhält sich, wenn ich ein Beispiel benutzen darf, wie eine Grippe: In einem KiGa zB erkranken bestimmt fast alle. Aber eben nur fast. Es gibt Menschen, die davon verschont bleiben. Die Wahrscheinlichkeit während der Schwangerschaft dem Kind zu infizieren ist nicht 1:1, doch die wahrscheinlichkeit in mathematischen Sinne ist sehr hoch.
Genauso ein HIV infizierter Mensch ist nicht unbedingt krank. Er ist „lediglich“ mit dem Virus infiziert und der ist in seinem Körper nachweisbar.
Uff! Ich hofe ich habe es deutlich gemacht!
Jedenfalls hoffe ich Dir ein bißchen weiter geholfen zu haben.
Schöne Grüße aus Nürnberg!
Helena
PS Wenn Dein Kumpel ungeschützt mit einer Frau geschlafen hat, die HIV+ ist, stellt sich automatisch die Frage ob er sich nicht auch infiziert hat…
Hallo alle!
Nur eine ganz keline Bemerkung:
(es) wird
von schwangeren Frauen bei der Blutabnahme auch gleich ein
Aids-Test gemacht.
Auch in Deutschland gang und gebe.
Schöne Grüße aus Nürnberg!
Helena
Infektion des ungeborenen Kindes - Statistik NEU!
Hallo,
Noch vor wenigen Jahren wurde bei einer HIV-infizierten Schwangeren aus medizinischer Sicht zur Unterbrechung der Schwangerschaft geraten. Das Risiko einer Ansteckung für das Kind war unkalkulierbar hoch (bis 30%). Inzwischen kann mit medizinischen Methoden die HIV-Übertragung von der Mutter auf das Kind auf unter 2% gesenkt werden. Mit der virusfreien Aufbereitung des männlichen Samens und den Methoden der künstlichen Befruchtung droht inzwischen auch keine Ansteckung des HIV-negativen Partners bei der Zeugung.
Gruß
Julia
http://www.m-ww.de/sexualitaet_fortpflanzung/geburt/…
http://www.roche.de/pharma/indikation/hiv/hiv_ther_s…
Hallo zusammen,
danke fuer die zahlreichen Zuschriften. Habe inzwischen meinen Kumpel mal angemailt (lebe selber im Ausland). Also er ist nicht infiziert und das Kind wurde per kuenstliche Befruchtung gezeugt, d.h. es war kein Leichtsinn. Also kann man es wohl nicht ganz ausschliessen, dass das Kind den Virus bekommt. Hoffe fuer das Kind, das es nichts faengt.
Gruss, JJ