Nasenspülungen bei Sinusitis?

Hallo,
bei Sinusitis werden unterschiedliche Methoden der Nasenspülung empfohlen. Bin im Web jetzt auf dieses Produkt gestossen: Grossan Hydro Pulse System. Hat jemand damit Erfahrungen sammeln können?
Was ratet Ihr denn einem verzweifelten Sinusitis-Patienten? (Sinusitis kommt alle Jahre wieder und wird mit Antibiotika bekämpft - zieht sich aber über Wochen hin bis zur endgültigen Ausheilung)
Gruss,
PECOS

Hi

Was ratet Ihr denn einem verzweifelten Sinusitis-Patienten?
(Sinusitis kommt alle Jahre wieder und wird mit Antibiotika
bekämpft - zieht sich aber über Wochen hin bis zur endgültigen
Ausheilung)

Ich hatte '99 OP, seitdem deutlich besser. eine Erkälung dauert 3-5 Tage und gut ist. Ich hab mit den Nasenduschen keinerlei erfolg, da meine Unteren Atemwege immer frei waren, die Zugänge zur Stirn aber dicht, wo dann gekapselt die keimige Suppe schön richtig Druck aufbauen konnte. Tagelange Druck- und Bewegungskopfschmerzen, anschliessen immer was mit den Phren und Kieferhöhlen.

Die einzige Methode schnell das Zeug aus dem Kopf zu holen hab ich nach der OP gelernt, weil wir uns da das Blut aus der Nase spülen mussten, und beibehalten. schöne Pumpe (Spritze) mit Kochsalzlösung füllen, ev. nach geschmack anfangs noch ein paar Tropfen Nasentropfen mit hinein. dann den Schlauch von einem Butterfly (zum Blut abnehmen) von der Nadel befreien, schräg anschneiden, die kante verrunden (flamme) sonst tuts weh, ist ja alles entzündet. Dann heisst es die Wege in die Stirnhöhle zu finden. Einer ist einfach, den trifft man immer, da gehts direckt in die Höhle über dem Gaumen, ich konnte geuzielt suchen, weil d.Ä. nach der OP mehrmals das geronene Blut absaugten, und ich mir da den Einführwinkel in etwa merken konnte…
die m nach interessanteste Verbindung ist oben ibn Gegend des Nasenhöckers. dorteingefädelt kommst du (nach einem Knick) an der eustachschen Röhre vorbei :smile:) - wenn da dicht ist Druck auf den Ohren, Kopfschmerzen) dahinter gehts ein Stück weiter und endet wiedr in der Höhle über dem Gaumen. Das Spülen von unten nützt fast nichts, aber ich fahre bis in die Rachenhöhle, und gebe dann an verschieden stellen beim langsam herausziehen meine Mischung ab. Nicht direkt an der Eustachschen Röhre, sonst läufts richung ohr. Das Brennt wunderbar, löst den Dreck, ich liess dann den Kopf auch noch nach unten hängen damit die Lösung überall hinkommt, und 1-2 Stunden später hast du 5 Pakete Tücher voll. Wichtig: nicht mit hohem druck Schnäuzen, damit presst du dir Material in Gegenden, wo du’s nicht haben möchtest. lieber 20x mit wenig power, es kommt…
Der Schlauch ist weiches Silikon, kaum steif genug sich duch zu wühlen, um abzweigungen kommt man mit drehbewegung.
Es ist ein irres Gefühl, und es geht einem sehr schnell wieder halbwegs ok. Das erste mal ist heftig wenn man die Wege noch nicht kennt, ich hatte immer mit niesreiz zu kämpfen, den muss man einfach unterdrücken. Kochsalzlösung kannst du kaufen oder selber anrühren.

viel trinken hilft auch hierbei.

HH

Hallo Helge,

danke für Deine ausführliche Antwort, bei der ich aber wg. der detaillierten Anschaulichkeit gegen meinen Willen lachen musste!
Der erste Gedanke, der mir durch den Kopf ging: „Da bleibe ich lieber bei den guten alten Antibiotika… :wink:)“

Der zweite Gedanke: Trotz OP hast Du doch noch solche Beschwerden, wie schlimm muss es dann vorher gewesen sein?! Das Blöde bei der Medizin ist doch, dass es nie eine Beantwortung der Frage „was wäre wenn“ gibt, also was wäre bei Dir gewesen, ohne OP aber nur mit Nasenspülungen? Ich habe Dich doch richtig verstanden, dass Du erst nach der OP gespült hast?

Der dritte Gedanke: Bei Dir scheint es sich um einen „mündigen“ Patienten zu handeln, die seine Gesundheit in die eigene Hand nimmt?
Ich vermute, Du bist noch nie aus einer Arztpraxis herausgekommen, ohne genaue Diagnose, Hintergründe und Therapie (evtl. Alternativen) in der Tasche zu haben? Es passiert ja andauernd, dass man beim Arzt rausgeht, ohne dass er sich irgendwie festgelegt hätte und nur anhand des Zahlencodes auf dem Krankenschein erfährt man was man eigentlich hat…

Jetzt bin ich doch noch etwas ausgeschweift mit meiner Antwort, über das Medizinwesen hier in Deutschland (wo es trotzdem noch 100 x besser und humaner zugeht als in anderen Ländern… :-~) könnte ich stundenlang diskutieren – nochmals danke an Dich!

Gruss,
PECOS

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Hi Pecos!

Die Nasennebenhöhlen gehören zu den größten Fehlkonstruktionen im Kopfbereich, man könnte fast meinen, sie seien vom Schutzpatron der HNO-Ärzte entwickelt worden:

  • dem forschenden HNO’ler sichern sie seit Generationen die Meriten in der Erforschung ihrer (noch immer unbekannten) Funktion und der günstigsten Behandlungs- und Operationsmöglichkeiten,

  • dem klinisch tätigen liefern sie Arbeit und Brot.

Wo liegen die Probleme im einzelnen?
* das oftmals weit verzweigte und groß angelegte System hat nur sehr kleine Öffnungen zur Nase hin.
* um diese Öffnungen liegt allerhand schwellfähiges Gewebe, das den Zugang noch weiter einengen kann.
* Verbiegungen der Nasenscheidewand können noch hinzukommen
* ungünstigerweise liegt die Öffnung der Kieferhöhle im oberen (!) Anteil der Höhle. Zwar schlagen Flimmerhärchen in die Richtung des Ausganges und können so Schleim transportieren (wie Musikstars beim Stagediving durch die Menge gehoben werden) aber die Transportkapazität ist natürlich beschränkt.
* zu allem Überfluß kann sich entstehender Druck kaum verteilen, da die Schleimhaut ohne größere Zwischenschichten auf dem Knochen aufliegt und die versorgenden Nerven auch noch zum empfindlichen Gesichtsnerven gehören.

Durch alle Spülungen, die man betreibt, von Helges heroischen Taten nach OP mal abgesehen, kann man das Innere der Nebenhöhlen kaum erreichen. Man kann vorwiegend die Nase und die Zugangsregion in Schuß halten, um zu verhindern, daß Erkältungen angehen oder die Öffnungen der Nebenhöhlen zuschwellen.

Ich habe bislang von nur wenigen Patienten gehört, die diese oder andere Duschen benutzen. Ob der Effekt größer ist als bei den um einiges günstigeren Spülkännchen kann ich Dir also nicht sagen.

Zusätzlich kann man Leuten mit Neigung zu Nebenhöhlenproblemen nur raten, bei aufkommenden Erkältungen zeitlich befristet abschwellende Nasentropfen zu nehmen. Das kann man sich bei Bedarf auch vom HNO-Arzt auf Watte in die Nase schieben lassen, ist anfangs sehr unangenehm, macht aber ziemlich frei.

Wenn die Entzündungen trotz intensiver konservativer Therapie ein lästiges Ausmaß annehmen, würde man empfehlen, in gesunden Tagen eine Computertomografie der Nebenhöhlen anfertigen zu lassen. Je nach Grad der Veränderungen und der anatomischen Gegebenheiten, kann man oftmals bereits mit relativ kleinen Eingriffen dauerhaft für Ruhe im Näschen sorgen.

Gruß
Peter

Hi

danke für Deine ausführliche Antwort, bei der ich aber wg. der
detaillierten Anschaulichkeit gegen meinen Willen lachen
musste!

das vergeht dir spätestens bei der Anwendung :smile:

Der erste Gedanke, der mir durch den Kopf ging: „Da bleibe ich
lieber bei den guten alten Antibiotika… :wink:)“

nur dauerts bis die nschlagen und der Schleim ist immer noch da wo er war…

Der zweite Gedanke: Trotz OP hast Du doch noch solche
Beschwerden, wie schlimm muss es dann vorher gewesen sein?!

wo schreibe ich dies? sicher lich nicht. ich schreibe: seit der OP dauert eine Erkältung 3-5 Tage… wie es sich gehört.

Das Blöde bei der Medizin ist doch, dass es nie eine
Beantwortung der Frage „was wäre wenn“ gibt, also was wäre bei
Dir gewesen, ohne OP aber nur mit Nasenspülungen? Ich habe
Dich doch richtig verstanden, dass Du erst nach der OP gespült
hast?

Dann hätte ich wie vor der OP 2-3x im Jahr durch eine Erkältung drei Wochen Kopfschmerzen, Stirn, Neben und Kieferhölen vereiterung und meist noch die Ohren dazu, in Extremfällen runter bis zu den stimmbändern. Inklisive Antibiotika.

Nein, die Verfeinerung der Spülungen mit den Erkenntnissen die ich bei der OP gewonnen habe ist der Punkt. in der Woche danach haben die Docs täglich mit Schlauch abgesaugt, und wir waren angehalten in der Zeit zwischen drin selber Hand anzulegen. Natürlich haben die nicht verlangt das ich mir den Schlauch einführe… aber warum soll ichs nicht auch machen hab ich mir gedacht und ein bisserl gebastelt (mit den zur Verfügung stehenden Mitteln). denn geronnenes Blut kommt danach noch Wochenlang aus den hintersten Ecken, und nach der Op sind die schleimhäute extrem ramponiert und geschwollen.

Jetzt kann ich Wasser aus der hohlen Hand bis in die Stirnhöhlen einsaugen :smile:

Bei extrem Erkältungen ist aber (nach fast 6 Jahren) immer der Zugang zu den Stirnhöhlen das erste was zuschwillt. Ich warte dann nicht sonder geb ihm gleich den Schlauch, warum das Mittel nicht dahin bringen wo es wirken soll. Solche Situationen wie vor der OP möchte ich nicht wieder erleben, das hat mir fast ein viertel vom Jahr geklaut, die Schlimmste ging 5 Wochen…

Der dritte Gedanke: Bei Dir scheint es sich um einen
„mündigen“ Patienten zu handeln, die seine Gesundheit in die
eigene Hand nimmt?

naja, mein HNO verschreibt immer Antibiotika. Mein HNO hat keinen OP bedarf gesehen. Mein HNO hat immer nur mit US und nach Sicht diagnostiziert. Ein CT (im krankenhaus) zeigte: Kieferhöhlen zugänge dicht, Stirnhöhlenzugänge zu, Nasenscheide nach links versetzt (Links war alles schon ohne Erkältung dicht). Seitdem war ich nicht einmal mehr beim HNO, habe bei Erkältungen keinen Medikationsbedarf mehr.
bevcorichs gemerkt hab ists schon wieder vorbei.

Ich vermute, Du bist noch nie aus einer Arztpraxis
herausgekommen, ohne genaue Diagnose, Hintergründe und
Therapie (evtl. Alternativen) in der Tasche zu haben?

im gegenteil. ich war entsetzt das der Doc nichts auf die Reihe gebracht hat. selbst wenn ich angesagt habe das Doxicyllin nicht mehr anschlägt, musste der Sepp dies erst selber selber erleben und nach einer woche das Antibiotikum wechseln auf ne Pnicyllin-Kombi. Das hab ich mit mehreren erlebt. Keiner hat jemals nach der Ursache der Jahrelangem häufigen Erkrankungen gefahndet. Die unteren Atemwege waren ja auch immer frei… das ists was Doc mit Hausmitteln sehen kann (Ultraschall und seine Augen plus Lampe :smile:) du redest genen ne wand: erzählst dass es dir seit 2 Wochen die Augen aus dem Kopf drückt, er sieht nichts und glaubt dir nicht…

Es passiert ja andauernd, dass man beim Arzt rausgeht, ohne dass
er sich irgendwie festgelegt hätte und nur anhand des
Zahlencodes auf dem Krankenschein erfährt man was man
eigentlich hat…

seit ich nicht mehr hingehe erleb ich net mehr so oft :smile:

Jetzt bin ich doch noch etwas ausgeschweift mit meiner
Antwort, über das Medizinwesen hier in Deutschland (wo es
trotzdem noch 100 x besser und humaner zugeht als in anderen
Ländern… :-~) könnte ich stundenlang diskutieren – nochmals
danke an Dich!

HH

sali pecos,

den ganzen ‚spass‘ habe ich mehr als dreissig jahre lang mitgemacht: antibiotika zuhauf, regelmaessiges spuelen der nasennebenhoehlen, befenstern der nasennebenhoehlen, mehrmaliges richten der nasenscheidewand. und trotzdem kam die ungeliebte sinusitis jaehrlich wieder. selten nur einmal, oefter jedoch mehrmals. inzwischen habe ich bei meinem hausarzt, der neben allgemeinmediziner auch homoeopath ist, eine konstitutionsbehandlung gemacht. dauerte etwa 6 monate. und schluss war mit sinusitis und dauerschnupfen.

versuch doch mal sowas, statt permanent antibiotika zu mampfen.

vil erfolg wuenscht matti.

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