Kein carzinom-was dann?

hallo,
ich hatte in meiner kindheit 3 (große)epileptische anfälle. seitdem werd ich mit antiepileptika behandelt. in einer mrt haben sie festgestellt, dass ich im hirn ein „loch“ habe, das die anfälle auslöst, und äußerten den verdacht auf ein carzinom. dies hat sich jedoch nach einer angiographie nicht bestätigt und die ärzte sind ratlos.
hat einer von euch ähnliches erlebt und kann mir einen tipp geben (ich weiß, letztendlich kann es nur der arzt herausfinden-aber ich bin ein wenig verunsichert, wie gefährlich es sein könnte)
danke,
gruß ines

Hallo Ines !

Karzinome im Gehirn selbst gibt es so nicht. Es kann sich dann
höchstens um Tochtergeschwülste (z.B. Metastasen eines Lungen-
krebses) handeln.

Zu den Tumoren, die am oder im Gehirn selbst wachsen zählen:

  • Meningeome (Tumore, die von der Hirnhaut ausgehen)
  • Gliome (Tumore, die vom Nervenstützgewebe ausgehen)
  • Hämangiome (Tumore, die von Blutgefäßen ausgehen)

Die Gliome bilden dabei eine große Familie und lassen sich mittels
feingeweblicher Untersuchung weiter unterteilen, was an dieser Stelle
aber zu weit führen würde.

Zusammenfassend sei aber gesagt, dass hinter einer Veränderung, die
man auf einer MRT-Aufnahme sieht, vieles stecken kann. Ein Tumor würde
man aber kaum als „Loch“, sondern eher als „Raumforderung“ bezeichnen
(sollte die Veränderung schon seit dem 3. Lebensjahr bestehen, so spricht das allerdings auch eher gegen einen Tumor, da der meist wächst und dann zunehmende Beschwerden bereiten würde). Hinter einem „Loch“ könnte eine Zyste stehen, die im Vergleich zum Hirntumor eher harmlos wäre. Aber selbst wenn ein MRT-Befund auf einen Hirntumor hindeutet, so kann an sich erst eine Biopsie (Gewebsprobe) genauen Aufschluss geben, ob dieses tatsächlich so ist. Nicht selten haben sich vermeintliche Hirntumoren auch als einfache Entzündungsherde entpuppt. Sämtliche Veränderungen am Gehirn können epileptische Anfälle auslösen, so dass dieses Kriterium leider nicht weiterhilft.

Was genau bei Ihnen nun vorliegt, vermag ich daher leider auch nicht zu sagen. Sie sollten auf alle Fälle nochmals Ihren behandelnden
Arzt ansprechen, denn als Patient haben Sie ein Recht auf eine umfassende Information.

Alles Gute !

Kai (Assistenzarzt - Fachgebiet Innere Medizin)

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