Dies ist eine Frage speziell fuer Allgemeindoktors in Deutschland:
Kann mir jemand bitte beschreiben, wie im Moment in Deutschland der „Notfalldienst fuer Allgemeinaerzte“ (heisst wohl auch „Kassenaerztlicher Notfalldienst“) organisiert ist? Ich meine damit Dienste am Wochenende/Feiertagen und abends/nachts, wenn die Praxen ueblicherweise geschlossen sind.
Laeuft das von der Praxis aus?
Haengt der Ablauf zum Teil von der Region in Deutschland ab?
Gibt es sinnvolle Web-links?
…
Spezielle Vor- und Nachteile dieses Systems?
Besten Dank im voraus, es ist recht dringend,
Sepp
Ach so: Grund fuer meine Frage: lebe und arbeite als Allgemeiner in GB, doch es ist lange her, dass ich in Deutschland gearbeitet habe. Wegen Umstrukturierungen im National Health Service (NHS) gibt es hier einige personelle Engpaesse bei Allgemeinen ausserhalb normaler Praxis-oeffnungszeiten. Deswegen wurden extra Doktors aus Deutschland als Aushilfen eingeflogen (!), doch hatten etliche von ihnen Schwierigkeiten mit den Unterschieden der Systeme. Nun kann meine Aufgabe sein, da hier vor Ort etwas zu vermitteln und zu erklaeren. Doch, wie gesagt, fehlt mir da die noetige aktuelle Erfahrung und das Wissen ueber die Ablaeufe auf dem „Kontinent“
Hmm, vielleicht kann ich es noch anders formulieren:
ist es „immer noch“ so, dass der Notfalldienst in Deutschland rel. individuell gestaltet ist?
Hier in GB gibt es ueberwiegend „Coops“, d.h. Zusammenschluesse von Doktors, die den Dienst selbst organisieren und untereinander aufteilen. Das Ganze ist meist von einem eigens gemietetem Gebaeude aus („Primary Care Centre“) und normalerweise mit ein bis zwei Autos + Fahrern ausgestattet.
Klingt das vertraut…?
Denke, die Unterschiede sind vor allem bedingt durch die Bevölkerungsdichte des Bezirkes:
in den Ballungsgebieten haben sich die Niedergelassenen von der „Dienstpflicht“ befreit, indem eigenständige Notfallzentralen unterhalten werden. Die haben dann z. T. auch eigene Fahrer für Hausbesuche.
Hier in einem Mischbereich ist es so geregelt, daß unter der Woche einer der Niedergelassenen eine Art Rufdienst von zu Hause unterhält, sich die Geschichte am Telefon anhört und entscheidet, ob er einen Hausbesuch macht (mit dem privaten PKW), telefonischen Rat gibt oder gleich ins Krankenhaus schickt. Am Wochenende wird dann eine Zentrale besetzt.
In ganz ländlichen Gebieten wird der Notdienst bestimmt durch die Niedergelassenen in der oben beschriebenen Weise auch übers Wochenende geregelt.