Demenz-erkrankung

hallo,
wer kann mir auskunft geben über medikamente, die demenz-kranke (nicht
alzheimer) einnehmen können, um den krankheitsverlauf zu verzögern? was kann man
sonst noch gegen die krankheit tun? welche ärzte sind die richtigen?
gruß
thomas

Hallo Thomas,

ich beschäftige mich seit etlichen Jahren mit dem Thema „Nahrungsergänzung“, wenn auch nicht gerade gezielt in Bezug auf Demenz und Co.

Diesen Sommer habe ich das Buch von Jean Carper „Wundernahrung fürs Gehirn“ quergelesen und war angesichts der dort geschilderten Möglichkeiten, u.a. der Altersdemenz vorzubeugen, sehr überrascht.

Das Buch ist als TB im Ulstein Verlag erschienen und ist seine 9,95 Euro durchaus wert!

Ärzte, so meine ich, … stochern doch da wohl ziemlich im Nebel … und die Medikamente, die sie verordnen, richten offenbar zusätzlichen Schaden an, freilich ohne zu nützen …

LG, sine

LG, sine

Hallo Thomas,

vorneweg als Disclaimer: Ich bin kein Arzt und gebe nur allgemeine Informationen. Welche Behandlung im konkreten Fall erforderlich ist, muß mit den behandelnden Ärzten abgesprochen werden.

Zur pharmakologischen Behandlung der kognitiven Symptome von Demenzkranken können eingesetzt werden:

  • Nootropika (z.B. Piracetam, Nicergolin),
  • Glutamat-Modulatoren (sogenannte Memantine),
  • Calcium-Antagonisten (Nimodipin bei vaskulärer Demenz),
  • Radikalenfänger (Gingko, Vitamin E),
  • Cholinesterase-Hemmer (z.B. Donepezil, Galantamin, Rivastigmin, Tacrin).

Es wird empfohlen die Medikation frühzeitig während des Verlaufs der Erkrankung zu beginnen und dann als Dauerbehandlung durchzuführen. Bei späterem Beginn muß die Behandlung 3-6 Monate durchgeführt werden, damit sich Effekte zeigen können. Beachtenswert ist, daß einige dieser Medikamente Unruhe bei den Patienten hervorrufen (Memantine!), was eine zusätzliche Belastung auch für das Pflegepersonal darstellt.

Bei Demenz sind Begleiterkrankungen und -symptome psychotischen und depressiven Typus nicht selten. Psychotische Symptome können mit Neuroleptika, depressive mit Antidepressiva behandelt werden. Dabei sollten keine anticholinergischen Antidepressiva eingesetzt werden, weil diese sich negativ auf die kognitiven Hauptsymptome der Demenz auswirken. Deshalb sollten keine Trizyklika, sondern z.B. SSRI verwendet werden.

Nicht-medikamentöse Therapien können sich auf vielfältige Bereiche beziehen, z.B.

  • körperliches Training (Sport),
  • Training des Gedächtnis und der Orientierung
  • Training von Alltagskompetenzen.

Grüße,

Oliver Walter

hallo,

Hi,

wer kann mir auskunft geben über medikamente, die
demenz-kranke (nicht
alzheimer) einnehmen können, um den krankheitsverlauf zu
verzögern?

Morbus Alzheimer ist eine der weitverbreitesten Demenzformen…habe beruflich gute Erfahrung mit Aricept gemacht, allerdings nur wenn dieses Medikament schon bei den ersten Symptomen einer Demenz verordnet wird, ist die Demenz weiter fortgeschritten bringt Aricept auch nicht mehr viel.

was kann man sonst noch gegen die krankheit tun?

  • körperliche Betätigung
  • kognitives Training („Gehirnjogging“)
  • eiweißreiche Ernährung
  • usw.

welche ärzte sind die richtigen?

Neurologen/Psychiater

gruß
thomas

Gruss Sandra

Hallo Thomas !

Es kommt schon ein wenig auf den Typ der Demenz an. Zunächst sollte man eine Pseudo-Demenz bei Depressionen von einer „echten“ Demenz unterscheiden, da logischerweise die Behandlung völlig anders wäre.

Du schreibst, es sei keine Alzheimer-Demenz. Dann handelt es sich am ehesten um eine „vaskuläre“ Form der dementiellen Entwicklung, oder?

Die Experten streiten, ob Medikamente den Verlauf aufhalten können. Aus meiner Erfahrung vielleicht am ehesten Memantine (Axura), vielleicht auch noch die Cholinesterase-Hemmer, die schon erwähnt wurden. Wenig halte ich von durchblutungsfördernden Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln. Meist reine Geldverschwendung. Allerdings ist es wichtig, dass alte Menschen ausreichend Trinken und der Blutdruck bzw. die wesentlichen Parameter der Blutwerte (Blutbild, Blutzucker, Entzündungswerte, Schilddrüsenwerte, Vitamin B-Haushalt und Folsäure) stimmen bzw. kontrolliert werden.

Sonst bleibt eine symptomatische Behandlung. Ich halte eine Ergotherapie bzw. Betreuung in einer Seniorentagesstätte oder Gerontopsychiatrischen Ambulanz für sinnvoll. Hier wird den Demenzpatienten eine geordnete Tagesstruktur und alltagsnahe Anregungen gegeben. Das ist eine der besten Hilfen, um den Verlauf positiv zu beeinflussen.

Wenn Du etwas genauer die Frage stellst, ist es leichter zu antworten.