Übergewicht durch Krankheit - gibts das?

Hallo zusammen,

ich höre immer mal wieder von übergewichtigen Menschen, die Stein und Bein schören, sie äßen nicht zu viel oder sogar ganz wenig. Laut den pysikalischen Gesetzen, die ich kenne, kann der Körper aber nur Fett einlagern, wenn er mehr energie bekommt, als er verbraucht.

Meine Frage: Gibt es tatsächlich Krankheiten, die dick machen? Wie heißen diese Krankheiten (außer „Drüsenstörung“)?

Was passiert bei so einer Krankheit im Körper(falls es sie gibt)?
Wird nur Wasser eingelagert? Und kann eingelagertes Wasser 50 KG Übergewicht bewirken?

Danke für Eure Antworten,
Martina

Hallo Ina !
Ich habe von der Theorie gehört, daß, wenn man wenig oder kaum isst, sich der Körper auf eine Hungerperiode einstellt und dann alles, was daher kommt, für schlechte Zeiten speichert. Wenn dann noch Bewegungsmangel und die „falschen“ Lebensmittel dazu kommen, werden die Hüften, und meist nicht nur die, breiter.
Bei Krankheiten kann ich Dir leider nicht weiterhelfen, weiss nur, das man bei Einnahme von Kortison sehr schnell zunimmt und dann richtig aufgeschwemmt wirkt. Weiss ich leider aus eigener Erfahrung :frowning:
Das Zeug hatte auch den Nebeneffekt, daß ich Heisshnger auf Lammfleisch entwickelte und mit dem ,sorry, "Zeug kann man mich normal jagen.

Grüße
Sabine

Hallo:Sabine,

Danke für deine Antwort. Als du unter Cortison zugenommen hast, hast du da insgesamt menr gegessen (also das Lammfleisch zusätzlich zum normalen :wink:, oder kam das Übergewicht bei gleich bleibender Ernährung?

Gruß Martina

Danke für deine Antwort. Als du unter Cortison zugenommen
hast, hast du da insgesamt menr gegessen (also das Lammfleisch
zusätzlich zum normalen :wink:, oder kam das Übergewicht bei
gleich bleibender Ernährung?

Ich glaube, ich habe sogar weniger gegessen als üblich. Lag nämlich im Krankenhaus und habe was gegen die dortige Kost. Aber dies ja ein anderes Thema. Mir wurde da schon mal mit Zwangsernährung gedroht, weil die nicht gesehen haben, wie mein Mann mir leckeres Selbstgekochtes mitgebracht hat.
Aber bei Cortison wird ja, so glaube ich, Wasser/Flüssigkeit besser im Körper gespeichert, darum schaut man ja auch so aufgeschwemmt auf. Im Gesicht war es bei mir schon nach einer Woche deutlich bemerkbar.

Sabine

Hallo Ina,

Krankheit ist eine seeeeehr bequeme und geradezu überstrapazierte Ausrede… Es gibt nur sehr wenige Krankheiten, die nachweislich zum Übergewicht führen; das Cushing-Syndrom (eine Störung des Cortison-Haushalts) wäre ein Beispiel. Oder das Prader-Willi-Syndrom (http://www.m-ww.de/krankheiten/erbkrankheiten/prader…). Auch bestimmte Tumore - vor allem des Hypothalamus oder der Nebennieren - können extremes Übergewicht verursachen.

Das sind aber eher die Ausnahmen. Sogar die häufig erwähnten endokrinologischen Störungen (mal eben alles auf die Schilddrüse oder auf den Hypothalamus, etc., schieben) spielen nur eine untergeordnete Rolle. Und auch die vielzitierte genetische Veranlagung zieht nur bei der primären Form von Adipositas. In allen anderen Fällen sind die Kilos schlicht angefressen. Punktum.

Grüße

Renee

Hallo Martina,

ich höre immer mal wieder von übergewichtigen Menschen, die
Stein und Bein schören, sie äßen nicht zu viel oder sogar ganz
wenig. :

die erste Übung bei Weight Watchers ist, alles, aber auch wirklich alles aufzuschreiben, was im Laufe des Tages verdrückt wird, auch das klitzekleine Sahnebonbon und das höchstensgenausoklitzekleine Stückchen Schoki.
Grobes Schätzen, wie dick die Butter und die Wurst aufs Brot getan wird und mit wieviel Öl das Schnitzel oder Kottelet gebraten wird.

Meist, was sag ich, eigentlich immer, ist das Erstaunen groß.
Waaaas soviel esse ich jeden Tag, da hab ich mich doch sicher vertan.
Sicher, aber vorher, als man sagte: ‚Ich esse sooooooo wenig und nehme immer mehr zu - wie unfair!‘

Von nichts kommt nicht. Das ist einer der fundamentalsten Grundsätze der Natur.

Gandalf

Krankheit ist eine seeeeehr bequeme und geradezu
überstrapazierte Ausrede… Es gibt nur sehr wenige
Krankheiten, die nachweislich zum Übergewicht führen; das
Cushing-Syndrom (eine Störung des Cortison-Haushalts) wäre ein
Beispiel. Oder das Prader-Willi-Syndrom
(http://www.m-ww.de/krankheiten/erbkrankheiten/prader…).
Auch bestimmte Tumore - vor allem des Hypothalamus oder der
Nebennieren - können extremes Übergewicht verursachen.

Das sind aber eher die Ausnahmen. Sogar die häufig erwähnten
endokrinologischen Störungen (mal eben alles auf die
Schilddrüse oder auf den Hypothalamus, etc., schieben) spielen
nur eine untergeordnete Rolle. Und auch die vielzitierte
genetische Veranlagung zieht nur bei der primären Form von
Adipositas. In allen anderen Fällen sind die Kilos schlicht
angefressen. Punktum.

Hallö.
Die Hypothyreose ist wohl gar nicht so selten, wird nur selten untersucht

Aus m-ww.: „Häufigkeit:
Die Hypothyreose ist nach dem Diabetes mellitus, also der Zuckerkrankheit, die häufigste endokrine Erkrankung. Insbesondere bei älteren Patienten dürfte die Dunkelziffer aufgrund der gering ausgeprägten Symptomatik hoch sein.“
Das hinter dem allen in erster Linie schlechte Lebensgewohnheiten stecken (sog. Zivilisationskrankheiten), ist bekannt. Sie wirken sich nur bei jedem anders aus, und bei manchen eben in Form von Übergewicht.
gruss engelsauge

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Hai, Renee Bernadette,

meine Lieblingsausrede ist ja immer: „Ich habe eben schwere Knochen“ - die offenbar um den Hintern rum wild wuchern…

Gruß
Sibylle
(deren Tante auch „schwere Knochen“ hat und „vom Zusehen“ zunimmt - nicht etwa von der selbst verzehrten Sahnetorte gleich nach dem reichlichen Mittagessen)

ja: Hashimoto
Hallo Ina!

Es gibt eine Schilddrüsenerkrankung, bei der der Stoffwechsel dermaßen außer Gefecht gesetzt ist, dass die Patienten von trocken Brot und Wasser bestenfalls ihr Gewicht halten, das Hashimoto-Syndrom.
Näheres findest Du hier:

http://www.hashimotothyreoiditis.de/HT-Symptome.html

Angelika

Hallo Engelsauge,

Die Hypothyreose ist wohl gar nicht so selten, wird nur selten
untersucht

Na ja… Ich habe trotz

a) einer absoluten Chaos-Schilddrüse (erst hatte ich Hypo-, dann Hyperthyreose und zum Schluß - offenbar wollte meine Schilddrüse ganz besonders luschdig sein *grins* - auch noch Hashimoto) und

b) langer Cortisonbehandlung (ich habe Neurodermitis)

in den 14 Jahren seit der ersten Diagnose gerade einmal drei (in Worten: drei) Kilo zugenommen. Das Argument zieht also nicht, Teuerste… :wink:

Das hinter dem allen in erster Linie schlechte
Lebensgewohnheiten stecken (sog. Zivilisationskrankheiten),
ist bekannt.

Sage ich doch! 99,9 % der Kilos sind - Krankheit hin, Krankheit her - schlicht und ergreifend angefressen… Verstehe mich bitte nicht falsch: ich halte nichts vom asketischen Lebenswandel, aber wenn ich merke, daß die Hose bzw. der Rock zwickt, dann steuere ich dagegen.

Grüße

Renee

was passiert im Körper?

Hallo zusammen,

erst mal danke für eure Antworten. Offensichtlich gibt es also Krankheiten, die Übergewicht verursachen können.
Was mich noch mehr interessiert, ist der zweite Teil meiner Frage:
Was passiert im Körper???
lösen die Krankheiten einfach Heißhunger aus, man isst viel und wird dann dick?

Oder gibt es eine Jrankheit, bei der wirklich „aus nichts“ Fett produziert wird?

Gruß MaRtina

*lach*
Du bist ja auch soooooooowas von fett, Sibylle… Wobei: bei Dir sind es nicht nur die schweren Knochen - das sind die Doggy-Bags. :wink:

Schmunzelgruß

Renee

Hallo Martina,

Oder gibt es eine Krankheit, bei der wirklich „aus nichts“
Fett produziert wird?

wenn Du die hast; schnell zum Patentamt!
Oder nee, die nehmen keine Patente an, die gegen die Hauptsätze der Thermodynamik verstoßen (Perpetuo Mobile etc.)

Gandalf

Hallo,

Aus m-ww.: "Häufigkeit:
Die Hypothyreose ist nach dem Diabetes mellitus, also der
Zuckerkrankheit, die häufigste endokrine Erkrankung.

Die häufigste endokrine. Richtig. Die Prävalenz in der BRD liegt bei etwa 5%. Die Prävalenz von Schliddrüsenerkrankungen liegt deutlich darunter.

Der Anteil an derartigen Erkrankungen, die zu Adipositas führen, ist nicht genau untersucht, aber sicher deutlich kleiner als 100%.

Allerdings sind etwa um die 25% der Deutschen deutlich übergewichtig (Adipositas Grad 2 und mehr). Selbst unter den für die fettleibigen Mitbürger günstigsten Annahmen kann nur jeder 5. Dicke die Schuld einer Krankheit schieben. Realistisch ist das eher bei jedem 50.

Also: Zu behaupten, daß die Fettleibigkeit eine (physische) Krankheit sei, _ohne_ das wirklich untersucht haben zu lassen, grenzt an eine Lüge.

Grüße,
Jochen

Danke für deine Antwort. Als du unter Cortison zugenommen
hast, hast du da insgesamt menr gegessen (also das Lammfleisch
zusätzlich zum normalen :wink:, oder kam das Übergewicht bei
gleich bleibender Ernährung?

Cortison wirkt appetitsteigernd und fördert die Einlagerung von Wasser. Typisches Symptom ist das „Vollmondgesicht“. Meine Mutter hat strenge Diät gehalten, als sie Cortison nehmen mußte, hat sogar an Gewicht abgenommen (was eher gegen die Regel ist), und meinte trotzdem unter dem Vollmondgesicht zu leiden.

Meine Tante war immer stark übergewichtig, muß Cortison in hohen Dosen zu sich nehmen (hat aufgrund der Krankheit sogar einen Behindertenausweis). Sie sagt, sie sei aufgrund des Cortisons dick, aber sie ißt deutlich mehr als andere. Aber Cortison steigert nur den Appetit, macht nicht gleich deutlich dick.

Bis denne
Schnoof

Morbus Cushing
Hallo Martina -

hier eine Krankheit die immer Fettsucht auslöst

http://www.glandula-online.de/brosch/b_cus.htm

Sehr gut Seite in der Entstehung, Folgen und Therapie der Krankheit
beleuchtet wird.

Viele Grüße

Sue

und dies als Folge eines nephotischen Syndroms hat oftmals die Folge, dass MC so gut wie gar nicht behandelbar ist.

Um zur Ursprungsfrage zurück zu kommen: Ja, die Einlagerung von 50 kg Wasser (und darüber) - kann daher kommen und stellt kein Problem dar.

Ich kenne persönlich so einen Fall… früheres Sportliches Gewicht von ca 53 kg bei 1,65m.
Dann bei einem akuten Schub 13 kg in 2 (!!) Tagen zugelegt.
Durch Gabe von Lasix wieder 12 kg runter innerhalb einer Woche.

Problem: Sie hat nun (nicht deswegen) leider seit ein paar Jahren keine richtigen Schübe mehr sondern das ganze schleichend. Ist daher ohne viel zu Essen bei über 110 kg angekommen.

Gruß Ivo

Hallo zusammen,

erst mal danke für eure Antworten. Offensichtlich gibt es also
Krankheiten, die Übergewicht verursachen können.
Was mich noch mehr interessiert, ist der zweite Teil meiner
Frage:
Was passiert im Körper???
lösen die Krankheiten einfach Heißhunger aus, man isst viel
und wird dann dick?

Oder gibt es eine Jrankheit, bei der wirklich „aus nichts“
Fett produziert wird?

Hallo MaRtina

Hilfreich wäre evtl der Hintergrund deiner Frage, da du ansonsten mit einem Arzt- oder Heilpraktikerstudium gut beraten wärst…

Es gibt unglaublich viele Regulationsmachanismen des Körpers, der ja ständig danach trachtet, dein Leben zu erhalten, egal wie viel Schaden du ihm (z.B. durch schlechte Lebensweise) zufügst.

Eine einfache Formel ist:
Du fügst so viel gute Energie zu wie du auch verbrauchst.

Alles andere führt früher oder später zu Energiemangel und Symptomen.

Beispiel Hypothyreose:
Physische Stoffwechselverlangsamung durch Hormonmangel = psychischer Anzeiger für verminderte Vitalität. Fügst du gute Energie (z.B. Sonnenlicht, positive Ziele, Verliebtsein, LEBENSmittel) zu, steigert das die Vitalität und den allgemeinen Stoffwechsel.

gruss engelsauge

Neenee…
Hi Renee,

Krankheit ist eine seeeeehr bequeme und geradezu
überstrapazierte Ausrede…

dass das Quatsch ist weiß du als (ehemailge) Krankenschwester sicher. Warum schreibst du das dann ganz ohne Anzeichen von Ironie?

Ist Magersucht auch nur eine Ausrede? Schließlich sollte ein Normalgewicht mit 3-4 angemessenen Mahlzeiten am Tag doch in wenigen Wochen/Monaten leicht erreichbar sein. Komisch nur, wie schwer es diesen Patienten fällt ein „Shake“ zu trinken den jeder „Normalbürger“ wie eine (bittere) Medizin in einem Schluck leer trinken kann.

Wo ist hier der Unterschied zu Übergewichtigen den du hier quasi „Willensschwäche“ vorwirfst?

Viele Grüße,
J~

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Dochdoch… :wink:
Hallo Jame,

Krankheit ist eine seeeeehr bequeme und geradezu
überstrapazierte Ausrede…

dass das Quatsch ist weiß du als (ehemailge) Krankenschwester
sicher. Warum schreibst du das dann ganz ohne Anzeichen von
Ironie?

Ich schrieb es ohne Anzeichen von Ironie, weil es in den allermeisten Fällen (einige krankheitsbedingte Ausnahmen habe ich erwähnt) schlicht und ergreifend den Tatsachen entspricht. Erst zu viel & falsch mampfen und sich kein bißchen bewegen, und dann alles auf die Schilddrüse, die bösen, bösen Hormone oder was-weiss-ich schieben. Blooooooß nicht an die eigene Nase fassen und einen kritischen Blick auf den Speiseplan und/oder Lebenswandel werfen. Versteh mich bitte nicht falsch: es geht nicht darum, von heute auf morgen zum Rohköstler zu mutieren (klappt eh nicht) oder eine Marathon-Strecke zu joggen (klappt ebensowenig).

Die Übergewichtigen (von den erwähnten Ausnahmen abgesehen) müssen

a) einsehen, daß sie - und nur sie! nicht die Anderen, nicht die Umstände und auch nicht die ganze Welt - für ihr Übergewicht verantwortlich sind,
b) lernen, das Essen zu genießen und
c) langsam - dafür aber konsequent - ihre Ernährung umstellen.

Es mag ein langer und beschwerlicher Weg sein, aber die beispielsweise 50 Kilo Übergewicht waren schließlich auch nicht über Nacht da. Wie kann also jemand erwarten, sie über Nacht oder innerhalb von vier Wochen zu verlieren? Das machen sich viele Geschäftemacher zu Nutze und verkloppen Wunderpillen (=Giftcocktails), mit denen man angeblich binnen kürzester Zeit die angefutterten Pfunde abnimmt. Ob da Schilddrüsenhormone, Amphetamine oder sonstiger Dreck drin sind, ist denen doch scheißegal.

Ist Magersucht auch nur eine Ausrede?

Wo soll ich das denn gesagt haben??? Ach! Habe ich gar nicht? Dann hör bitte auf, Äpfel und Birnen durcheinandezuschmeißen und mir so einen Unsinn zu unterstellen. Anorexia hat ganz andere Ursachen.

Komisch nur, wie schwer es diesen Patienten fällt ein „Shake“
zu trinken den jeder „Normalbürger“ wie eine (bittere) Medizin
in einem Schluck leer trinken kann.

Also… So einen Kleister-Shake kriege ich als ‚Normalbürgerin‘ ums Verrecken nicht runter. Das ist zu eklig.

Wo ist hier der Unterschied zu Übergewichtigen den du hier
quasi „Willensschwäche“ vorwirfst?

Wieder einmal Äpfel und Birnen… Den Unterschied kann ich Dir gerne erklären. Bei Anorexia geht es um eine komplexe psychische Störung, bei der sich der Körper regelrecht gegen die Nahrung wehrt, um z. B. die knabenhafte Statur zu erhalten (bei Anorexia spielt leider häufig sexueller Mißbrauch eine Rolle). Dagegen ist Übergewicht in den meisten Fällen auf falsche Ernährung und Bewegungsmangel zurückzuführen. Außerdem sind die Leute ungeduldig: wenn sich der Zeiger der Waage nicht innerhalb von kürzester Zeit nicht um 10 Kilo nach unten bewegt, erklären sie die - für gewöhnlich schwachsinnige - Diät für gescheitert und brechen ab.

Ein weiteres Problem bei Übergewicht ist auch, daß die meisten handelsüblichen Diäten zu kompliziert bzw. für Berufstätige nicht durchzuführen sind. Uiii… Das schreit fast schon nach einer w-w-w-Diät… *g*

Beste Grüße

Renee