Vertrauen in zahnarzt nach zahnverlust?

hallo board
ich bin 35 jahre alt habe keinerlei erfahrung mit kronen bruecken und implantaten etc, allerdings leider fast jeden zahn mit plomben ;( nun passierte folgendes ein zahn machte immer wieder beschwerden und es wurde und wurde nicht besser, die schmerzen waren nicht stark aber einfach nervig (vor allem heiss kalt etc) und ueber monate nicht besser der arzt meinte auch der zahn an sich als der sichtbare teil waere schon klapprig. das letzte mal wo ich da war und er eigentlich nur nachsehen sollte warum er nun schon wieder weh tut hat er ohne mein wissen! eine wurzelbehandlung gemacht! paar tage spaeter zerbroesele mir der zahn binnen 24 h! ich war zutiefst erschrocken es war jedoch weihnachten und ich im urlaub also bin ich hin in eine notaufnahme sie sagten: klar, du hast ne wurzelbehandlung gehabt, wir klatschen dir jetzt was in den mund und dann geh mal brav zum doc und du darfst dir alles neu machen lassen.
nun meine frage:

  • welche kosten kommen in etwa auf mich zu und was muss er machen? implantat? oder krone (es ist kein zahn mehr sichtbar aber die wurzel ist noch da, klar, wurde ja nich gezogen
  • war das ok das mir der arzt nicht erklaerte was er da machte und das ich mit zahnverliust zu rechnen habe weil der zahn ja abstirbt?
  • oder haette er es erst gar nicht zum zahnverlust kommen lassen duerfen und mir schon frueher eine ?teilkrone? verpassen sollen?
  • stelle ich mich jetzt finanziell schlechter da als vor der wurzelbehandlung?

oder mach ich mir gedanken ueber ungelegte eier und alles halb so wild? ich hab halt zur zeit kein vertrauen in den arzt weil ich nicht weiss ob er was die zahnerhaltung (und meinen geldbeutel!) angeht korrekt gearbeitet hat oder ob er den einfachen weg (stecker ziehen zahn plumpst und patient darf fuer komplette krone blechen) gewaehlt hat!

gruesse und danke
peter

Hallo upe,

so ist das nun mal mit den Beutelschneidern: Du kannst immer davon ausgehen, dass sie erst mal an den eigenen Beutel denken und dann an Deinen.

Wenn Du kein Vertrauen in Deinen Zahnklempner hast, dann solltest Du ihn wechseln. Eine Wurzelbehandlung durchzuführen, ohne den Patienten über den Unterschied zwischen einem vitalen und toten Zahn zu machen, ist mehr als unverschämt. Solchen Ärzten gehört die rote Karte gezeigt.

das letzte mal wo ich da war und er eigentlich nur
nachsehen sollte warum er nun schon wieder weh tut hat er ohne
mein wissen! eine wurzelbehandlung gemacht!

Normalerweise bespricht jeder Arzt mit dem Patienten vor dem Eingriff, was er vorhat und wo die Risiken und Kosten liegen.

paar tage spaeter
zerbroesele mir der zahn binnen 24 h! ich war zutiefst
erschrocken es war jedoch weihnachten und ich im urlaub also
bin ich hin in eine notaufnahme sie sagten: klar, du hast ne
wurzelbehandlung gehabt, wir klatschen dir jetzt was in den
mund und dann geh mal brav zum doc und du darfst dir alles neu
machen lassen.

Ein gewinnorientierter Zahnarzt geht folgendermaßen vor (im Extremfall): Bei jedem Kariesverdacht fängt er an zu bohren und rutscht versehentlich dabei aus, um den Nachbarzahn an einer Stelle vom Schmelz zu befreien. Dort hat er dann spätestens in 1 Jahr die nächste Baustelle.

Bei jeder Plombe, die er neu setzt, muss er mit den herkömmlichen Bohrern tiefer bohren, damit die Füllung hält. Da die Karies nicht artig kreisrund vonstatten geht, bleiben also Nester, die für das Webröckeln der neuen Füllung sorgen. Keiner kann das überprüfen; denn die neue Füllung verdeckt ja die Untat.

Spätestens nach der 5. Plombe hast Du nur noch einen Zahnstumpf, weil er aus statischen Gründen nicht mehr weiterfüllen kann, dann kommt er Dir mit den Kronen, unter denen es erst recht gut modert. Danach kommt der Nerv raus (Ende der Vitalität) und der Wurzelkanal wird verfüllt bis oben hin. Hier wird gerne (wie bei mir auch) unsteril gearbeitet, es wird kein „Koffer“ gesetzt, sondern wenn es geht, auch ohne Handschuhe geklempnert. Stattdessen wird vor dem Verfüllen der Kanal mit sterilen Wässerchen gereinigt. Wie nachhaltig das funktioniert, bleibt das Geheimnis des Arztes. Wenn Keime zurückbleiben, haben die endlich leichtes Spiel, weil dort im Kieferknochenbereich nur kleine Kappilare für Blutzirkulation sorgen.

Spätestens 1 Jahr später kriegst Du eine dicke Backe, dann schickt er Dich zum Kieferchirurgen (von dem er eine Provision kriegt, weiß aber niemand), der dann eine richtige Operation veranstaltet; denn der Eiter muss ja raus. Das, was der Zahnarzt verbrochen hat, soll der Kieferchirurg richten. Wenn Du Glück hast, klappt das. Meistens klappt es aber nicht, weil Dein Immunsystem irgendwann mal nicht mehr mitmacht, Deine Herzklappen oder Nieren die ersten Schäden aufweisen, dann endlich kommt der Zahn endgültig raus (Du bist wieder beim Zahnarzt). Und danach geht das große Scheffeln erst richtig los: den Zahnersatz oder die Implantate, den die Kassen nicht zahlen, darft Du selber blechen.

Wenn ein Zahnarzt sich auf Implantate spezialisiert hat, solltest Du nie mit noch vitalen Zähnen (wo also der Nerv noch da ist) zu ihm gehen: er hat kein Interesse daran, dass diese noch lange drin bleiben. Schau also beim Wechsel des Zahnarztes auf seine Visitenkarte bzw. sein Türschild!

nun meine frage:

  • welche kosten kommen in etwa auf mich zu und was muss er
    machen? implantat? oder krone (es ist kein zahn mehr sichtbar
    aber die wurzel ist noch da, klar, wurde ja nich gezogen
  • war das ok das mir der arzt nicht erklaerte was er da machte
    und das ich mit zahnverliust zu rechnen habe weil der zahn ja
    abstirbt?

Die meisten Zahnärzte werden Dein schlechtes Immunsystem dafür verantwortlich machen, dass der Zahnstumpf abgestoßen wird. Wenn der Eiterherd schon im Röntgenbild zu sehen ist, kannst Du den Zahn vergessen: raus damit! Über Kosten habe ich keine Erfahrung: Ist immer wieder lustig, wenn ich bei meinem Klempner bin, wenn er auf die Lücken hinweist, ob „wir“ da nichts machen wollen. Meine Antwort ist dann: „Wir“ bestimmt nicht, wenn, dann Zahnersatz im billigeren Ausland. Damit signalisiere ich ihm rechtzeitig, dass er bei mir nur am Zahnerhalt was verdienen kann. Den „Zahn“ ziehe ich ihm also.

  • oder haette er es erst gar nicht zum zahnverlust kommen
    lassen duerfen und mir schon frueher eine ?teilkrone?
    verpassen sollen?

Es gibt eine simple Regel: je älter der Arzt, desto gieriger. Es ist wie in der Politik: Die Skrupel verblassen mit zunehmendem Alter.

  • stelle ich mich jetzt finanziell schlechter da als vor der
    wurzelbehandlung?

Zahnersatz ist immer wesentlich teurer als Zahnbehandlung und Zahnerhalt. Ergo: Zahnersatz im billigeren Ausland.

oder mach ich mir gedanken ueber ungelegte eier und alles halb
so wild? ich hab halt zur zeit kein vertrauen in den arzt weil
ich nicht weiss ob er was die zahnerhaltung (und meinen
geldbeutel!) angeht korrekt gearbeitet hat oder ob er den
einfachen weg (stecker ziehen zahn plumpst und patient darf
fuer komplette krone blechen) gewaehlt hat!

Es ist der Weg der Geldbeutel: seiner ist ihm wichtiger als Deiner.
Aber es soll angeblich Ausnahmen geben :wink:

Peter, wir leben in einer Abzockgesellschaft. Und nicht nur Zahnärzte gehören zu dieser Gesellschaft dazu…

Gruß
Richard

hi Peter,

Richard hat bei seinem Schreckensszenario vergessen, dass Du auf dem Sterbebett liegend noch ein Knöllchen von der Polizei bekommst, weil Du falsch geparkt hast… :wink:
Gruß Synapse

Hallo Richard,
Du beschreibst das alles so schön und voller Details von den Zahnklempnern.

Gelle, Du bist selbst einen.

Mit Kronen und Brückengruss.
Zock sie ab.
Bernd

Hallo Peter,

ich weiss mit dem doch sehr ausführlichen Bericht von Richard ist dir nicht geholfen. Es mag dahin gestellt sein, ob hier ein Funken Wahrheit drin liegt und ich will es nicht weiter beurteilen.

Grundsätzlich muss ich jedoch feststellen, dass dich dein Zahnarzt nicht über die Behandlung des schmerzempfindlichen Zahnes aufgeklärt hat. Die Frage die sich mir im Raum stellt, hast du ihn denn danach gefragt oder einfach gesagt „machen Sie Doc, ich vertraue ihnen!“?
Aus Erfahrung weiss ich, dass es hier unterschiedliche Ansichten gibt. Patienten, die alles genau bis ins kleinste Detail wissen wollen und welche, die einfach die Erwartung stellen - was er macht ist egal, Hauptsache alles ist im Anschluss in Ordnung.

Fakt ist, dass hitze- und kälteempfindliche Zähne oft einer Wurzelbehandlung unterzogen werden. Zumal ja der Zeitraum des Schmerzes bei dir schon sehr lange angehalten hat. Allerdings bin ich der Meinung (bin kein Zahnarzt) das hier ein Röntgenbild hätte gemacht werden müssen, um sicher zu stellen, dass sich unter der Wurzelspitze dieses Zahnes tatsächlich ein Entzündungsherd befindet.

Um einen Zahnarzt zu zitieren: „die notwendigkeit einer wurzelbehandlung ergibt sich in der regel durch zwei faktoren: zum einen die sypmtome (durch eine an der wurzelspitze gelegene entzündung verursachte aufbissbeschwerden oder heftige pochende beschwerden, wenn der nerv durch die entzündung geschwollen ist) und zum anderen aus der anschliessenden untersuchung durch den zahnarzt und ein röntgenbild. da kann man dann meistens erkennen ob eine alte füllung schon bis an den nerv ging oder eine karies entsprechend weit fort geschritten ist.
manchmal ergibt sich aber auch erst während einer behandlung die notwendigkeit einer wurzelbehandlung, weil aufgrund einer vorher nicht unbedingt erkennbaren vorschädigung der erhalt eines nervs nicht mehr möglich ist.“

Um zu deinen vielen Fragen zurück zu kommen. Du solltest dich als erstes an deine Krankkasse wenden und ihnen das Problem darlegen. Das ganze kann bis zu einem zahnärztlichen bestellten Sachverständigen gelangen. Hier wird auf Grund der vorhandenen Unterlagen begutachtet, ob die erfolgte Behandlung korrekt war. So weit mir bekannt ist, musst du jedoch deinem Zahnarzt die Gelegenheit (falls tatsächlich ein ärztlicher Fehler vorlag) geben, den Schaden im Rahmen der Möglichkeiten und auf seine Kosten zu beheben.

Lieben Gruss