ADS und CRT

Hallo,
gestern habe ich mit meiner Frau unser wöchentliches Pflichtprogramm im TV absolviert: ‚In aller Freundschaft‘. Dabei wurde bei einer Patientin mittels einer CRT festgestellt, daß sie ADS hat (CRT=Computertomografie, ADS=Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom?). Meine Frage: wie kann man eine Stffwechselstörung im Gehirn mittels CRT feststellen? War das wieder mal Unsinn des Regisseurs?
Gruß
Axel

Hallo Axel

Nachfolgendes ist wahrscheinlich medizinisch nicht ganz richtig ausgedrückt, aber sinngemäss sollte es stimmen:

Die Stoffwecshelstörung hat eine Störung der Gehirnaktivitäten der Gehirnströme zur Folge (welche nebenbei auch auswirkungen auf die Themperatur haben kann). So ist es mit gewissen Vetrfahren möglich, die Gehirnaktivitäten zu messen und so auf ADS zurückzuschliessen.
Der Vorteil dieser Methode ist es, dass nicht nach einem etwas willkürlichen je nach Land und Methode noch uneinheitlichen Kriterienkatalog und subjektiven Bewertungen diagnostiziert werden muss. (Da ist jemand mit 5 von 10 treffenden Kriterien 100% ADS und jemand bei dem nur 4 kriterien zutreffen dann wiederum gar nicht, ist m.E. auch nicht logisch, oder?). Auch wird bei dieser Methode das effektive Problem gemessen und nicht nur irgendwelche uneinheitlichen Auswirkungen. Denke die Methode hat auch Nachteile, vielleicht kann jemand anderes hier diese aufzählen.
Was so oder so schlecht ist, ist das kaum jemand die Mit-Ursachen dieser Stoffwechselstörungen sucht. So ist es auch gar nicht möglich, ursächlich zu behandlen und es bleibt nur die medikamentöse und Verhaltenstherapieen. Interessant ist in diesem Zusam,menhang dass gemäss Vorgaben Ritalin nicht bei umweltbedingten Ursachen gegeben werden soll, aber das praktisch kein Arzt diese Ursachen abklärt (Pseudoallergieen, Schwermetall- und andere toxische Belastungen, etc etc). Dabei können die meisten davon relativ einfach labormässig untersucht werden und daraus abgeleitete Therapieen sind meist sehr wirkungsvoll, was ich nicht nur aus eigener Erfahrung sagen kann.

Gruss
beat

Hallo Axel,

ich habe zwar die Sendung nicht gesehen, aber mir ist schon länger bekannt, dass man wohl ADS auf diesem Wege sichtbar machen kann. Nur ist das Verfahren natürlich viel zu teuer, um es in der allgemeinen Diagnostik anzuwenden. Leider habe ich dazu keinen Link parat, aber vielleicht kommt der noch…

Grundlage ist wohl, dass über den Glukosestoffwechsel Gehirnaktivitäten sichtbar gemacht werden können. Bei einem ADS’ler liegen die Probleme bekanntlich vor allem im Kurzzeitspeicher und in den Möglichkeiten, auf Langzeitspeicher abgleichend zurückgreifen zu können. Die Gehirnaktivitäten weichen also deutlich ab von denen eines Gesunden.

Dies konnte man bildhaft nachweisen.

Bin kein Wissenschaftler, also, wer es genauer erklären kann, bitte vortreten :wink:

Viele Grüße,

Inselchen (die soooo froh über eine massentaugliche, greifbare Diagnostikmöglichkeit wäre)

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Ein Link
Hallo nochmal,

ich habe etwas gefunden:

http://www.orthopedia-shop.de/glossar/lexikon-Hypera…

Unter „Krankheit oder Modediagnose ?“

Viele Grüße,

Inselchen

Hallo Inselchen

Inselchen (die soooo froh über eine massentaugliche, greifbare
Diagnostikmöglichkeit wäre)

Wieso denn? Bist Du selbst, in der familie oder als fachperson betroffen?

Liebe Grüsse
beat

@ Beat
Hallo Beat,

Wieso denn? Bist Du selbst, in der familie oder als fachperson
betroffen?

Von unserer 5-köpfigen Familie sind 3 ADS’ler diagnostiziert, ein Kind auf der Warteliste der Psychologin, aber hyperaktiver geht nicht, der Fünfte im Bunde ist auffällig, will’s aber nicht genau wissen *g*. Wir sind seit rund 3 Jahren sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt.

Für uns zweifle ich die Diagnose nicht an, wir sind völlig eindeutige Chaoten, aber für viele andere und vor allem für die allgemeine Diskussion wünschte ich mir eine hieb- und stichfeste Diagnosemöglichkeit. Im Moment ist es ja „nur“ eine Ausschlußdiagnose, das ist bei Grenzfällen sicherlich unbefriedigend.

Und jetzt muss ich meine Minichaoten ins Bett kriegen *aufindieletzteRunde*.

Viele Grüße,

Inselchen

Ich HABE die Sendung gesehen. Und mich ziemlich geärgert.
Kurz bevor der Arzt den Verdacht ADS äusserte, dachte ich, dass das kommen würde.

Einerseits finde ich es gut, dass das Thema ADS angesprochen wird, und die Haltung bzw die Aussagen des Arztes waren durchaus korrekt & akzeptabel. Hat mich gefreut.

Aber - nicht nur das CRT, sondern vor allem die Darstellung der Patientin hat mich massiv geärgert.

Ja, dieses etwas Chatotische, die Sinneswandel, die Subjektivität (als die befreundete Krankenschwester ihr die Wohnungsschlüssel übergibt), das passte schon alles.

Aber diese Lüge, die sie aufgebaut hatte, das passte für mich nicht zu ADS.

Das ADSler SEHR häufig unter Depressionen leiden, ist Tatsache. Das heisst aber nicht, dass sie alle suizidgefährdet sind. Manche schon, aber ich würde jetzt mal behaupten, nicht die Mehrheit.
Ihr späterer Selbstmordversuch (ihr zweiter - sie hatte ja Narben, über die auch gesprochen wurde) war somit Dramatisierung, die ich für Film akzeptabel halten würde.

Aber das mit der Lüge… yes, it was fiction, i know… aber ich hätte deswegen eher in Richtung borderline getippt, oder bipolar disorder.

Es ärgert mich somit, dass WENN das Thema ADS schon mal behandelt wird, was ich sehr begrüsse, DANN hätte ‚the first introduction‘ zu ADS nicht so ablaufen sollen…

Naja, aber zum CRT:
Ja, bei ADS sind Anomalien in den Gehirnströmen zu entdecken, mit einem EEG. CRT weiss ich nicht, aber sicherlich auch.
Nur - es wird festgestellt, DASS Anomalien in der Gehirnströmung vorhanden sind. Also, bei Verdacht die Messung - das ist gut und okay.

Aber hallo - die Veränderung in den Gehirnströmen kann auf alles mögliche zurückführen!!! Man brauch eine genaue Anamnese, und das schwierige ist, dass man kein physisches Krankheitsbild hat, sondern das Verhalten des Patienten von Kindheit an erfassen musst. Du braucht also auch die Kooperation des Patienten…

Erst dann kann man darauf schliessen, dass der Patient tatsächlich an ADS leidet.

Wie Inselchen schreibt, es wäre in der Tat schön, wenn es irgendwann mal ne Methode gibt, mit der man durch physische, oder besser, messbare, Krankheitssymptome ADS diagnostizieren könnte.

(Ich muss sagen, ich hab Kommunikationswissenschaften studiert, also auch Film-Analyse etc, habe also einen bestimmten ‚Blick‘, will sagen, bin etwas ‚vorbelastet‘, und ich kenne mich auch ganz gut mit ADS aus)

Anyway,
Gruss, Isabel

Hallo Inselchen

Schöne familiengeschichta hast du da, aber als kleiner trost bist ja nicht die Einzige.

Ich lege persönlich sehr wenig auf die genaue Diagnose, denn was bringt sie denn?
Für mich ist ADS eine Diagnose ähnlich der Diagnose „lahm“ sein, nämlich gar keine Diagnose, sonderen eine Schublade.
KLar hat die „Diagnose“ ADS auch viele Vorteile, wenn man davon spricht, weiss in etwas jeder welche Symptome (so wie die Abkürzung es ja sagt) derjenige hat oder haben könnte. Das stimmt eben auch auf die „Diagnose“ „lahm“ zu, trotzdem würde dies niemand als diagnose bezeichnen, obwohl es ja wahr ist, das derjeniige lahm ist.
Interessant ist für mich da schon die echte Diagnose, was ist falsch/krankhaft/abnormal, wieso kann derjenige nicht laufen, bzw hat jemand diese Auffälligkeiten?
Mit der hier erwähnte „Gehirnscanning“ geht in diese Richtung. Aber mich interessiert der Hintergrund, wieso werden die Neurotransmitter so gestört, was sind die Ursachen der Gehirnstoffwechselstörung?
Aufgrund wissenschaftlicher Forschungen (Studien, Erkenntnissen) und vielen praktischen Beispielen in und ausserhalb meiner Familie, bin ich wie einige andere auch überzeugt, das nebst der Genetik (oder durch die Genetik) ein gestörter Stoffwechsel (welcher in engem zusammenhang mit dem Immunsystem steht) eine wesentliche Ursache ist.
Dies macht auch Sinn, ist es doch plausibel, dass der Gehirnstoffwecshel nicht unabhängig von Gesammtstoffwechsel und somit des Immunsystems ist.
Aber was ist die Ursache der gesammten Stoffwechselstörung? Es gibt DIE Ursache nicht, aber es sind individuelle diverse Belastungen und Defizite die sich gegenseitig verstärken und anregen können, beteiligt. Denke die meisten dieser Möglichkeiten sind heute den entsprechenden Forschern bekannt (den Ärzten, insbesondere denen im detschen Sprachraum, aber mit ganz wenigen Ausnahmen noch nicht).
Muss hier aufhören, wird sonst zu lange

Habe einen Fragebogen aufgrund dessen, ich mit gewissen Wahrscheinlichkeiten die erwähnten individuellen Ursachen vermuten kann. Aufgrund dieser Vermutung, kann man das meiste davon medizinisch abklären lassen und bei tatsächlicher Betroffenheit entsprechend therapieren. Nicht nur ich in meiner Familie, auch viele anderen Eltern auch, haben damit gute bis seeehr gute Erfahrungen gemacht, da es auch eine Ursachenbehandlung ist. Erwarte aber keine Wunder, denn Ursachenbehandlung dauert meist etwas länger als eine medikamentöse Behandlung. Aber gerade die Hyperaktivität reduziert sich aufgrund der individuellen obgenannten Therapieen meist innert Wochen manchmal sogar Tagen auf ein Mass innerhalb der „normalen“ Bandbreite.

Also kann und will Dir nichts versprechen, aber glaube dass ich den meisten Deiner Familie gute Tipps für wesentliche Besserungen geben kann. Wenn Du möchtest, sende ich Dir also den Fragebogen an Deine mailadresse.
Nebenbei, unsere Selbsthilfegruppe hat keine finanziellen Interessen, ist eine echte Selbsthilfegruppe, weshalb natürlich die Beratung/Erfahrungsaustausch kostenlos ist.

Liebe Grüsse
beat

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Danke, jetzt weiß ich etwas mehr! (o.w.T.)
-nix neues-