meine Zahnärztin sagte mir bei meinem letzten Besuch das ein Backenzahn entfernt werden müsste weil sich darunter eine Entzündung gebildet hat. Den Beweis trat Sie dann sofort mit einem Röntgenbild an. Unter besagtem Zahn ist eine Entzündung die sich durch einen „Kanal“ in Richtung Zahnfleisch ihres Eiters entledigt. So weit-so gut.
Mir persönlich scheint bei der ganzen Geschichte eher ein „betriebswirtschaftlicher“ Hintergrund zu bestehen den ein medizinisch notwendiger. Ich habe keine Schmerzen und kann auf diesem Zahn normal kauen und Druck ausüben.
Es ist lediglich ein mal mehr oder weniger großer „Pickel“(Fistel) auf dem Zahnfleisch zu sehen.
Ich kann im Moment beim besten Willen nicht nachvollziehen warum dieser Zahn unbedingt entfernt werden muss.
Zumal meine Ärztin mit der Begründung das es sich um einen „irreparablen Schaden“ handelt eine sehr dürftige Erklärung abgegeben hat.
Was meint ihr ?
medizinisch notwendig, oder doch nur Geschäftemacherei mit Ahnungslosen ?
Für den einen oder anderen Tip ein herzliches vergelts Gott…
liebe Grüsse
Cobelfred
Grundsätzlich kann durch eine ordentliche Wurzelkanalbehandlung mit medikamentöse Einlage nahezu jeder vereiterte Zahn erhalten werden, sofern die Restzahnsubstanz eine Versorgung mit Füllung, Inlay oder Krone zulässt. Nach zu lesen in der DZW „Deutsche Zahnarzt Woche“ 19/02 mit einer Erfolgsaussicht von 97 Prozent. Aber das kann (und will) eben nicht jeder Zahnarzt. Allerdings kennt hier niemand deinen Zahnstatus - ich meine, in wie weit dein Kieferknochen schon durch den Eiter bzw. einer Kiefer-Zyste (die schmerzen nämlich nicht, müssen aber operativ behandelt werden) angegriffen wurde.
Bei einer Kiefer-Zyste wird jedoch der betroffene Zahn entweder gezogen oder mit einer Wurzelspitzenresektion behandelt.
ich hatte letztes Jahr bedingt durch solch eine Entzündung eine schwere Blutvergiftung. Das passiert, sobald die in der Entzündung wohnenenden Bakterien in den Blutkreislauf bzw. ins Lymphsystem eindringen. Dazu muss diese Entzündung nur lange genug unbehandelt gewesen sein. Die Bakterien siedeln sich dann gerne bevorzugt auf den Herzklappen an.
Also lass den Zahn ziehen, das ist die bessere Lösung.
Hallo Ihr zwei,
erstmal Dank an euch das euch meine Gesundheit am Herzen liegt und ihr mir zum entfernen des Zahns ratet.
Ich versuch das ganze jetzt nochmal etwas zu spezifizieren.
(ich bin definitiv kein Mediziner) Also, die Entzündung unter dem Zahn muss doch aus irgendeinem Grund „entstehen“. Auch ist es so das diese „Fistel“ mal mehr und mal weniger zu sehen ist. Einen Zusammenhang kann ich daraus schließen das immer wenn ich beruflich(temporär) unter Druck stehe neige ich zum „ungesunden“ Lebensstil-also Rauchen ,Kaffeetrinken inhohen Dosen,und ständig irgendwelche „Zuckerlis“ um Wach und Aktiv zu bleiben.
In den Zeiten in denen ich zur Ruhe komme verschwindet diese „fistel“ genauso schnell wie Sie gekommen ist. In diesen Zeiten bleibt mein Körper auch verschont von der ungesunden Lebensweise.
Und genau hier sehe ich eben einen Zusammenhang Zwischen dem Grad der Entzündung und meiner Lebensweise.
Ist das nachvollziehbar ?
Wenn ich die Aufnahme bestimmter Substanzen vermeide bzw. reduziere kann ich dann die Entzündung zum Verschwinden bringen ?
Für mich eine hochinteressante Frage obwohl klar ist im Zweifelsfall werde ich Ihn ziehen lassen.
Dank an euch…
cf
aaalso - daß in Deinen Zähnen Kanäle sind, in denen eigentlich Nerven verlaufen, weißt Du ja sicher. In mindestens einen dieser Kanäle ist irgendwann mal jemand eingezogen, hat sich an der Wurzelspitze umgesehen, festgestellt, daß hier schön ist (warm, feucht, rundherum durch den Kieferknochen geschützt und jede Menge lecker Happihappi) und beschloß einzuziehen. Das findet Dein persönlicher Hausmeister (in Fachkreisen Immunsystem genannt) nun nicht wirklich witzig („Keine Miete!“) und beginnt, diesen ungebetenen Untermieter zu bekämpfen. Innerhalb des Kieferknochens funktioniert das ganz gut, jedoch kann der Untermieter immer wieder ein paar Nachkommen in den Wurzelkanal abschieben, wo unser Hausmeister nicht rankommt. Kaum sind die „Gäste“ im Knochen niedergemacht, ziehen die Nachkommen aus dem Wurzelkanal wieder ein und der Hausmeister muß wieder ran.
Wenn nun der Hausmeister abgelenkt wird, weil er z.B. an anderer Stelle eine Erkältung bekämpfen muß, oder er, dank Nikotin, Streß und ähnlichen Unfreundlichkeiten Deinerseits, nicht ganz einsatzfähig ist, machen die Untermieter Party (unanständige Party) und vermehren sich.
Nun muß der Hausmeister sene Hilfstruppen organisieren, um die Partygäste wieder rauszubekommen. Der dabei anfallende Unrat kann nicht mehr intern abtransportiert werden und wird sozusagen durchs extra eingebaute Fenster entsorgt - die Fistel.
Richtig problematisch wird es dann, wenn der Hausmeister mal gar nicht aufpasst (oder aufpassen kann) und einige der Untermieter sich vorbeischleichen können und weitere Wohnungen in diesem schönen Haus besetzen („Kuck mal - 'ne Bude mit eingebautem Baß-Sound… Leute! PAAAARTYYY!!!“)
Kurz - solange noch ein Zahn mit einem Rückzugsgebiet für die (wahrscheinlich) Bakterien da ist, kann Dein Immunsystem sie nicht endgültig fertigmachen und jede kleine Schwächung desselben führt zu einer erneuten Ausbreitung der Erreger.
meine Zahnärztin sagte mir bei meinem letzten Besuch das ein
Backenzahn entfernt werden müsste weil sich darunter eine
Entzündung gebildet hat. Den Beweis trat Sie dann sofort mit
einem Röntgenbild an. Unter besagtem Zahn ist eine Entzündung
die sich durch einen „Kanal“ in Richtung Zahnfleisch ihres
Eiters entledigt. So weit-so gut.
… schnipp …
Für den einen oder anderen Tip ein herzliches vergelts Gott…
liebe Grüsse
Cobelfred
Hallo,
lasse Dich behandeln. Unbehandelte Erkrankungen der Zähne
greifen überwiegend auf das Herz über.
Gruss Günter
Servus Cobelfred und Günter,
ganz so dramatisch, daß jeder Zahn mit einer Fistel 'raus müßte, ist es tatsächlich nicht. Da hat Asmodine schon recht. Die Fistel ist eher ein Beweis, daß die Körperabwehr funktioniert. Hier hat der Körper nämlich um die Wurzel herum den Knochen weggeräumt und durch gefäßreiches Bindegewebe ersetzt. Das tut er, Cobelfred, weil Kariesbakterien den ‚Nerv‘ des Zahnes umgebracht haben und jetzt auf dem Weg in den Körper sind. Aus dem Bindegewebe um die Wurzelspitze heraus wird die Abwehr betrieben. Die weißen Blutkörperchen, die auf die Bakterien losgehen und die abgetöteten Bakterien werden nach draußen entsorgt. Das ist dann die Fistel. Das ist so erwas ähnliches wie ein Pickel, der immer wieder an derselben Stelle kommt, ausgedrückt werden muß und nach Wochen wieder erscheint. Ohne eine funktionierende Körperabwehr würde das nicht klappen, und die Bakterien würden weiterwandern können und wichtige Organe (z.B. die Herzklappen) infizieren können. Also: nicht die Fistel ist die Krankheit, sondern die Infektion, die die Fistel verursacht hat.
Trotzdem: wer will schon eine Stelle im Körper haben, wo ständig Bakterien in den Knochen eindringen? (Man sticht sich ja auch nicht täglich einen dreckigen Nagel unter die Kniescheibe) Vor allem bei einem Patienten, der - wie er selber zugibt - Schindluder mit seinen Körperkräften treibt. Es muß also schon eine Therapie her! Entweder (je nach Größe des ‚Herdes‘ oder Schwierigkeit der Wurzelanatomie) sollte eine Wurzelbehandlung und evtl. eine operative Ausräumung des Bereichs um die Wurzel herum erfolgen (Wurzelspitzen-
resektion) oder der Zahn tatsächlich entfernt werden. So bleiben kann es nicht.
Also - zweite Meinung holen, behandeln lassen.
diese Bakterienherde, die im Röntgenbild gut erkennen sind, bilden sich nach einiger Zeit unter jedem „toten“ Zahn, d. h., wenn die Nerven, die durch die offenen Wurzelkanäle nach unten führen, absterben, befindet sich dort genügend abgestobenes organisches Material, damit sich Bakterien hier fest einnisten können, was in der Regel völlig schmerzfrei ist. Im Lauf der Zeit dunkelt der tote Zahn selbst sehr stark.
Wird solch ein Herd entdeckt, muss er möglichst bald beseitigt werden, denn über die Blutbahn ausstreuende Bakterien und Bakteriengifte können im Laufe der Zeit zu Erkrankungen an ganz anderen Stellen und Organen des Körpers führen.
Am einfachsten beseitigt man den Herd, in dem man den Zahn zieht.
Man kann den Herd aber auch durch eine Wurzelbehandlung beseitigen. Das funktioniert recht gut im Bereich der Frontzähne, da man hier, falls eine Wurzelbehandlung allein keinen Erfolg bringen sollte, noch eine Wurzelspitzenresektion anschließen kann. An diesen Kosten beteiligen sich auch die Krankenkassen.
Das tun sie aber leider seit 2005 im Bereich der Backenzähne nicht mehr, da erfolgreiche Behandlungen hier seltener sind, als im Frontzahnbereich, da Wurzelspitzenresektionen hier nach einer Wurzelbehandlung meistens nicht machbar sind, weil hier Nerven näher entlang laufen als im Frontzahnbereich, d. h. dass nach einer nicht gelungenen Wurzelbehandlung ein Backenzahn am Ende doch gezogen werden muss.
Das ist auch der Grund dafür, dass sich die Krankenkassen an der Wurzelbahandlung im Backenzahnbereich nicht mehr beteiligen, was dazu führt dass entweder der Zahn gezogen wird, oder der Patient bezahlt die Behandlung selber, zum Zahnerhalt lohnt es sich versuchweise immer, es kostet halt etwas.
Sprich mal mit deinem Zahnarzt. Manche Zahnärzte bieten z. Z. dem Patienten eine Wurzelbehandlung im Backenzahnbereich an, und erst wenn der Eingriff erfolgreich abgeschlossen werden konnte (nach ca. 2-3 Monaten) gibt es eine Privatrechnung.
Gruß, Renate
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Hallo nochmal alle zusammen,
für eure zahlreichen Ideen ein herzliches Dankeschön. Ich werde nun auf jeden Fall noch einen zweiten Zahnarzt hinzuziehen und noch eine Meinung dazu hören. Ein bisschen fühle ich mich schon bestätigt, den es scheint ja tatsächlich so zu sein das die eigentliche Ursache die Entzündung ist und sollte man dies in den Griff bekommen sich somit die Zahnentfernung erledigt hätte.
Aber wie gesagt, ich werde gleich nächste Woche noch eine zweite Facharztmeinung dazu einholen.
Abschließend könnte ich euch ja noch erzählen warum ich mich damit sooo schwer tue. Vor langer Zeit wurde mir mal ein akuter Blinddarm entfernt. Ich bin so zwei bis drei Wochen mit schlimmen Bauchschmerzen rumgelaufen in der Hoffnung das sich alles wieder einpendelt. Dem war nicht so und der blindarm musste raus. Irgendwann kurz darauf erzählte mir jemand das der Blinddarm eigentlich ein sehr wichtiges Entgiftungsorgan des Körpers ist und ich war ziemlich erstaunt genau dieses verloren zu haben. Ich argumentiere heute so, das wenn ich gewusst hätte das es sich auch hier um eine Entzündung gehandelt hat, hätte ich mich ja primär um den Entzündungsherd gekümmert und ich hätte mein Entgiftungsorgan heute noch.
Naja, zumindest habe ich die Geschichte ja überlebt
Ich bin kein Hypochonder und mir muss schon ordentlich was weh tun bevor ich zum Arzt renne, aber in letzter Zeit habe ich halt immer mehr das Gefühl das man als „Kassenpatient“ einfach nicht lukrativ genug ist. So nun will ich euch nicht länger aufhalten. Danke nochmal und einen schönen Sonntag.
Liebe Grüse
cf
in jedem Fall eine 2. Meinung einholen. Habe aufgrund der vorschnellen Einwilligung zuerst nur einen Backenzahn verloren, 3 Jahre später beim gleichen Erscheinungsbild jedoch auf eine alternative Behandlung bestanden: Wurzelspitzenresektion mit anschließender Wurzelkanalaufarbeitung. Aber auch das hat aufgrund der „Fähigkeiten“ meiner ehemaligen ZÄ nichts genutzt. Ca. 1,5 Jahre später mußte auch dieser behandelte Zahn entfernt werden, weil die liebe Frau vergessen hatte zu erwähnen (vielleicht wußte sie es ja auch nicht/nicht mehr), daß ein derartig behandelter Zahn nicht mit einer Amalganfüllung geschlossen werden darf, sondern in jedem Falle zu überkronen ist, da es ansonsten aufgrund der mangelhaften Versorgung des Zahnes mit Mineralien (die Wurzelspitzen sind dafür zuständig, werden dabei jedoch entfernt) zu einer sog. Zahnfraktur kommt. Also nach 4 intensiven Zahnarzt-Behandlungsjahren und den entsprechenden Folgekosten (die eingebüßten Backenzähne wurden durch Implantate ersetzt, um die anderen Zähne nicht zusätzlich zu gefährden und zu beschädigen) bin ich schlauer. Die jetzige Zahnärztin erklärt alles überaus genau, und wenn ich es nicht verstehe, erklärt sie es ein 2. und 3. Mal. Und sollte ich wieder in die Verlegenheit kommen, ein schlechtes „Bauchgefühl“ zu haben, dann werde ich in Zukunft auf meine innere Stimme und eine weitere Meinung hören. Hoffentlich hilft Dir das. Die Entzündungen mußt Du aber in jedem Falle behandeln lassen, da ansonsten die Erreger über die Blutbahn streuen können (z. B. Kreislaufbeschwerden, Herzprobleme ect.). Ich bin zwar kein Mediziner, habe jedoch diese Symptome am eigenen Leibe böse zu spüren bekommen. Gute Besserung und viel Glück. MfG M.P.
Abschließend könnte ich euch ja noch erzählen warum ich mich
damit sooo schwer tue. Vor langer Zeit wurde mir mal ein
akuter Blinddarm entfernt. Ich bin so zwei bis drei Wochen mit
schlimmen Bauchschmerzen rumgelaufen in der Hoffnung das sich
alles wieder einpendelt. Dem war nicht so und der blindarm
musste raus. Irgendwann kurz darauf erzählte mir jemand das
der Blinddarm eigentlich ein sehr wichtiges Entgiftungsorgan
des Körpers ist und ich war ziemlich erstaunt genau dieses
verloren zu haben.
Dass wir von einer „Blinddarmentzündung“ reden, ist eigentlich mehr Sprachfaulheit als sonst irgendetwas. Denn nicht der Blinddarm ist entzündet, sondern der Wurmfortsatz des Blinddarms (Appendix) und dieser ist es auch, der entfernt wird.