Hallo Helena,
„Wenn eine erstgebärende Mutter mit rhesus-negativem Blut ein
Baby erwartet, dessen Blut rhesus-positiv ist, so entstehen
daraus in der Regel keine Probleme“
Damit ist die ERSTE SCHWANGERSCHAFT beendet. Also: In die
erste Sch. passiert nichts.
Die erste Schwangerschaft endet mit der Geburt, aber okay, soweit kann ich dir zustimmen.
„Während der Schwangerschaft kommt es nur selten vor, daß
rhesus-positives Blut des Babys in den Blutkreislauf der
Mutter gelangt ( etwa bei der Amniozentese). Bei der Geburt
ist die Wahrscheinlichkeit allerdings höher. Ist es zu einer
solchen „Blutübertragung“ gekommen, befindet sich im
mütterlichen Blutkreislauf zunächst sowohl rhesus-negatives,
als auch rhesus-positives Blut.“
Das bezieht sich IMO auf die zweite Schwangerschaft.
Warum? Es steht da nicht während der zweiten Schwangerschaft, sondern während der Schwangerschaft. Meiner Meinung nach bezieht sich das auf die erste Schwangerschaft bzw. Entbindung, warum sollte es erst bei der zweiten Schwangerschaft möglich sein, dass das Blut des Babys in den Blutkreislauf der Mutter gelangt?
Unmittelbar danach (d.h. bei der Entbindung) wird dann
gespritzt, damit im Fall einer evtl. 3. Schw., das Kind nicht
gefährdet wird. Also VORBEUGEND wird gespritzt.
Es wird vorbeugend gespritzt, und zwar nach der ersten Entbindung. Möchtest du mir sagen, dass das nicht so ist?
Darüber hinaus muß man zwischen „Morbus Haemolyticus“ und
„Rh-Dissonanz“ unterscheiden.
Ich bin kein Mediziner. Google sagt mir zwar, was Morbus Haemolyticus ist (nämlich genau das,worum es hier geht), aber leider nicht, was unter RH-Dissonanz zu verstehen ist.
"Das erste Kind ist i. allg. nicht gefährdet. Ausnahmen kommen
vor: z.B. (…)durch Aborte.
Die Blutgruppenunverträglichkeitmanifestiert sich i. allg.
erst beim 2. oder 3. Kind. Bei homozygotem (reinerbigem) Vater
(…) sind fast immer alle weitren Kinder krank, jedoch kommen
ganz selten Ausnahmen vor; bei heterozygotem Vater besteht zu
50% die Chance, daß sieh ein Rh-negatives Kind entwickelt, das
von den Rh- Antigenen nicht geschädigt wird.
Du schreibst es doch selbst. Die Blutgruppenunverträglichkeit manifestiert sich i.A. erst beim 2. oder 3. Kind. Wenn auch nur der Hauch einer Gefahr beim 2. Kind besteht, warum sollte dann jemand bis zum dritten KInd warten?
PROPHYLAXE der SENSIBILISIERUNG. Eine
Desensibilisierung, d.h. ein Unempfindlichmachen gegenüber
einer bereits vorhandenen Sensibilisierung ist bis heute
nicht möglich.
Durch rechtzeitige Injektion (innerhalb 48 - 72 Std post
partum) eines Rh-Antikörper enthaltenden Serums (…) gelingt
es, die gefährdete rh-negative Mutter vor einer
Erstsensibilisierung zu schützen. Umfangreiche klinische
Studien haben neuerdings gezeigt, daß die prophylaktische Gabe
von 3 ml Rhesogam S in der 28. Schwangerschaftswoche die
Gefahr einer Sensibilisierung während der Schwangerschaft
verringert und für Mutter und Kind ungefährlich ist."
Mit diesem langen Text will ich nur zum Ausdruck geben, daß
wir nicht von EINER Sache reden, sondern von zwei. Und daß die
Sensibilisierung erst in die zweite Schwangerschaft auftritt,
die aber nicht unbedingt unfassbaren Konsequenzen haben muß
(das hängt vom Vater ab) und beim dritten Schwangerschaft
(falls eine zustande kommt) erst tödliche Konsequenzen mit
sich bringt. Deshalb eben die vorbeugende Spritze…
Wenn ich jetzt also mal ganz überspitzt das wiedergeben darf, was du geschrieben hast, ist eine Spritze ja erst beim dritten Kind nötig, weil beim 2. Kind evtl. noch alles gutgehen kann? Du hast doch sicherlich auch die anderen Antworten gelesen, die meine Aussage bekräftigt haben? In der Praxis ist es so, dass unmittelbar nach einer ersten Entbindung eine Spritze verabreicht wird. Und wenn du bei Google mal das Wort Rhesusunverträglichkeit eingibst, wirst du zahlreiche Informationen finden, die von einer Gefahr ab der zweiten Schwangerschaft sprechen.
So verstehe ich das und so habe ich das auch gelernt.
Ich habe das nicht gelernt, zumindest nicht wegen von Berufs wegen. Ich habe mich aber während meiner Schwangerschaften sehr gerne schlau gemacht, und Unterhaltungen mit betroffenen Bekannten bestätigen durchaus meine Auffassung.
Es mag sein, dass wir einfach ein wenig aneinander vorbei schreiben, du mich falsch verstehst oder ich dich. Ich empfehle jedenfalls dem potentiellen werdenden Vater ein Gespräch mit einem Gynäkologen (die allerdings manchmal ziemlich erklärungsfaul sind), sollte er sich diesbezüglich verunsichert fühlen.
Grüße vom immer noch schneefreien Niederhein,
Doro