Diabetes und Mikroangiopathie

Hallo,

was kann der (mitdreißiger) Patient tun, wenn er auf Grund eines (offensichtlich einige Jahre unentdeckten) Diaebtes 2 und langjährigen behandelten Bluthochdruck an einer „wohl bereits beginnenden Mikroangiopathie“ (winzige Demyelinisierungsherde) leidet?
In der Hauptsache geht es natürlich darum, die Verschlechterung hinauszuzögern, so weit es geht. Die Notwendigkeit einer sehr guten Blutzuckereinstellung ist bekannt und seit der Entdeckung auch gegeben (HBA1c ((oder wie das heißt))immer 5,8-6,2)
Was kann noch getan werden? Wie sieht es hierbei mit der Verschlechterung zeitlich aus? Kann das trotz z.B. o.g. guten Zuckerwerten in 2,3,4 oder 5 Jahren erheblich verschlechtert sein?
Es gibt viel zu googlen darüber, aber es steht immer nur das gleiche geschrieben und beantwortet diese hier genannten Fragen nicht.
Vielleicht weiß jemand mehr.
Es ist auch eine Kopie des Befundes vorhanden, falls ein Experte unter euch den Wortlaut wissen möchte.

danke
daydream

Hallo Daydream,

Dein Problem ist schwerwiegend, in der Tat!
Ein HbA1-Wert von 6,2 wäre mir zu hoch!, unter 6 sollte er mindestens sein.
Ganz wichtig: optimale Blutdruck-Einstellung, bei Diabetikern mit einem At1-Blocker oder ACE-Hemmer, ideales Körpergewicht, intensive ärztliche Überwachung von Blutdruck, Augenhinergrund, Eiweis im Urin(!),körperliche Fitnes und Bewegung und Diät. Du hast mit Deinen 35 Jahren noch ca. 50 Jahre Lebenserwartung vor Dir, und die solltest Du sehenden Auges verbringen können. wend Dich an Deine(n) HausarztIn, der/die wird Dich sicher gut beraten und betreuen können.
Die diabetische Retinopathie ist lediglich 1 Zeichen Deiner Erkrankung, andere sieht man nicht so deutlich, zumindest am Anfang(Polyneuropathie).
Halt die Ohren steif und sei tapfer
Gruß Synapse

Hallo und vielen Dank für die Antwort.

Ein HbA1-Wert von 6,2 wäre mir zu hoch!, unter 6 sollte er
mindestens sein.

Mein Hausarzt (Innere Med. & Diabetologe) ist mit meinen Werten sehr zufrieden. Ich war jetzt 2 Monate nicht zur Kontrolle, denke dass inzwischen durch meinen seit Jahreswechsel praktizierten kompletten Verzicht auf jegliche Wurst und der massiven Einschränkung vom wöchentlichen Fleischverzehr auf 2 mal, die Werte noch etwas gebessert haben. Wenn nicht, dann werde ich mich aber noch intensiver bemühen.
(Zum Vergleich: Mein Bruder, 41, 140 kg, hat einen HBA1 von 8-10 und sieht keine Notwendigkeit, dies zu ändern. Vermutlich hat er sich mit der Krankheit und ihren möglichen Spätfolgen noch nicht auseinandergesetzt, was aber auch daran liegen kann, dass er noch immer glaubt er könnte nicht mehr so lange leben, da er 2002 an Lungenkrebs erkrankte)

Die diabetische Retinopathie ist lediglich 1 Zeichen Deiner
Erkrankung, andere sieht man nicht so deutlich, zumindest am
Anfang(Polyneuropathie).

Eines würde ich gern ganz schnell wissen: Soll das heißen, dass die Mikroangiopathie etwas unmittelbar mit der Retinopathie zu tun hat???

daydrean

Hallo Daydream,

Die diabetische Retinopathie ist lediglich 1 Zeichen Deiner
Erkrankung, andere sieht man nicht so deutlich, zumindest am
Anfang(Polyneuropathie)

Antwort: (leider nicht so schnell, wie Du es vielleicht gewünscht hast, aber zwischendurch muss ich auch mal etwas arbeiten…)
Also: eine Retinopathie (Veränderung im Augenhintergrund) kann 1 Anzeichen von zerstörerischen Folgen eines schlecht eingestellten Diabetes sein. Andere Anzeichen von Microangiopathien sieht man nicht so deutlich: Veränderungen an der Niere (vermehrte Eiweis-Ausscheidung im Urin), Kalkablagerungen an der Halsschlagader, an den Herzkranzgefäßen, an den Zehen, im Gehirn etc. Insgesammt: je besser ein Diabetes eingestellt ist, desto geringer sind die Folgen, die irreversibel sind! Dein Bruder ist kein Kriterium, er macht sich kaputt, aber das sollte für Dich kein Vorbild sein. Vergleich: Roststellen an Deiner Autokarosserie sind vielleicht hässlich, aber die Roststellen an tragenden Teilen siehst Du nicht, sind aber trotzdem da.
Viel Erfolg Synapse